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Voodoo – Geschichte und Praktiken des Voodoo

Voodoo. Ein Wort das in der westlichen Welt sofort die Assoziation „hohläugige Zombies, skrupellose Zauberer die bei Vollmond schwarze Hühner schlachten und fingergroße Puppen mit Nadeln durchbohren“.
Darüber hinaus bringt der durchschnittlich informierte Europäer den Voodookult allenfalls noch mit Versammlungen ekstatischer Kultanhänger in Verbindung, die in ritueller Trance zu hypnotischen Trommelrythmen tanzen und den Eindruck erwecken einer Massenpsychose anheimgefallen zu sein.
Weit verbreitet ist ebenso die Überzeugung, dass Voodoo eine Art Satanskult sei, in dem man finstere Mächte beschwört, sich von ihnen in Besitz nehmen läßt, um die unwissenden Mitmenschen bis ins Grab hinein zu quälen.

Solche Zerrbilder werden zweifellos dadurch begünstigt, dass rituelle Besessenheit im Voodoo tatsächlich eine zentrale Rolle spielt: Gottheiten des Kultes dringen in den Betreffenden ein und ergreifen vorübergehend Besitz von ihm. Den Zustand, in den der Besessene hierdurch gerät, bezeichnet man als Enstase – im Gegensatz zur Ekstase, während der sich die Seele auf Wanderschaft befindet. Besessen kann man aber nach christlicher Anschauung nur von Satan und seinen höllischen Heerscharen sein – womit abermals bewiesen scheint, dass es sich beim Voodoo um einen abscheulichen Teufelskult handeln müsse.

Diese Einschätzung ist jedoch von der Wirklichkeit des haitianischen Voodoo in Vergangenheit und Gegenwart weit entfernt. Tatsächlich wäre es nur eine geringfügige Übertreibung zu behaupten, dass der Voodooismus nicht etwa ein Teufels-, sondern ein Engelskult sei. Worauf man jedoch hinzufügen muß das die Engel (Loas, Mystéres, Zanj) des Voodoo keinerlei Ähnlichkeit mit jenen pausbäckigen Kindergestalten aufweisen, zu denen der Katholizismus die Engel herabgewürdigt hat.

Der Haitianische Voodooismus ist eine Sklavenreligion, gefügt aus kulturellen Trümmern, aus bruchstückhafter Erinnerung an Götter, Gebete und Rituale, die mit den Sklaven aus Dahome, Kongo oder Nigeria in die Neue Welt verschleppt wurden.
Die erste Schiffsladung Sklaven traf bereits Anfang des 16. Jahrhunderts an der Küste Haitis ein.
Der haitianische Voodoo grenzt sich von den Voudounkulturen im heutigen Benin, wie auch von den afroamerikanischen Rudimenten des Voodoo, die etwa in der Gegend von New Orleans, USA unter dem Namen „Hoodoo“ bekannt sind, ab.

Das mythische „Dahome“ oder „Guinée“ des Voodoo, Gegenstand ritualisierter Anrufungen während der Voodoozeremonien, hat sich von den realen afrikanischen Landschaften namens Guinea oder Dahome (im heutigen Benin) vollständig abgelöst. Etliche der wichtigsten Gottheiten stammen zwar ursprünglich aus den einstigen Königreichen Afrikas, aus denen wurden sie aber gleichsam in den Köpfen der Versklavten verschleppt.
Wenn heute im Voodooismus erklärt wird das „Dahome“ oder „Guinée“ die Heimat der Götter und Geister ist, ist allen klar dass es sich nicht um das wirkliche Afrika handelt, sondern sich auf eine mythische Unterwasserwelt bezieht, zu der die Voodooisten durch rituelle Praktiken in Kontakt treten.

Im Zentrum dieser Riten steht wie gesagt die Besessenheit. Die angerufene Gottheit taucht aus der Unterwelt empor und manifestiert sich in der Menschenwelt, indem sie sich in einem Ritualteilnehmer verkörpert.
Die Gottheiten und Geister selbst, sofern sie nicht provisorisch einen Menschen in Besitz nehmen, sind unsichtbar. Als Gesamtheit nennt man sie daher auch „les Invisibles“, ein Begriff, der von den höchsten Göttern bis zu den geringsten Geistern alle unverkörperten Wesen umfaßt. Ihre Welt ist uns verborgen, für unsere Sinne nicht faßbar, und doch wissen wir, dass sie vorhanden ist, ja dass  unsere sichtbare Menschenwelt ohne die Sphäre der unsichtbaren Geister nicht bestünde.

Wie in vielen Mythen, stellt auch die Kosmologie des Voodoo die Menschenwelt als eine auf dem Wasser schwimmende Insel vor. Darunter, lotrecht abwärts in unausmeßbarer Tiefe, befindet sich das sagenhafte „Guinée“ oder „Dahome“, die Welt der Invisibles, der Götter, Engel und verewigten Ahnen.
In der Bildlogik des Voodoo berühren sich diese beiden Welten nur an einem einzigen Punkt, dargestellt als Schnittpunkt im Zentrum eines aufrecht stehenden gleichschenkligen Kreuzes: Der horizontale Balken repräsentiert die Welt der Sterblichen, der vertikale steht für die Achse, die in unvorstellbare Tiefe reicht, bis hinüber in die jenseitige Welt.

Diese symbolische Bedeutung erklärt, weshalb dem Kreuzzeichen in jedem Voodooritual eine zentrale Rolle zukommt: Zur Anrufung der Gottheit, deren Erscheinen man erbittet, zeichnet der Hungan (der Voodoopriester), das Vévé des betreffenden Invisible auf den Boden – das Symbolzeichen der Gottheit, dessen Grundgerüst stets aus einem Achsenkreuz besteht.
Auch das zentrale Requisit jedes Voodootempels, der Mittelpfosten oder „Poteau-mi-tan“ stellt nichts anderes als jene vertikale Achse dar, die den Tunnel zur Götter- und Geisterwelt bildet.

Diese Elemente sind auch im Schamanismus wieder zu finden. Die Weltachse, die die unsrige Welt mit der der Geister und Götter verbindet, die traceähnlichen Besessenheitszustände, außer das es sich bei Schamanen um eine Exstase handelt, und die Geisterwelt an sich, die alle Wesen, Ahnen, Götter usw. enthält.



Die Geschichte des Voodoo:

Voodoo ist eine Vermischung zahlreicher afrikanischer Stammesreligionen und anglo-amerikanischer Religionen, wie Katholizismus oder Protestantismus.
Mit anderen Worten, Voodoo ist eine Religion aus der afrikanischen Sklaventradition.
Vor 1803 gehörte die Gegend um New Orleans zu Frankreich. Die französischen Kreolen besaßen damals viele afrikanische Sklaven. Aber die Kreolen gestatteten ihren Sklaven nicht, Versammlungen abzuhalten. Somit verhinderten sie, dass sich Voodoo auf natürliche Weise hier entwickeln konnte. Die Kreolen wussten genug über die „korrupten heidnischen Bräuche“ der karibischen Sklaven- wo Voodoo seinen Ursprung nahm- um den Import aus DIESER Region zu unterbinden.
Nach dem Kauf von Louisiana, wurden die amerikanischen Gesetze gelockert. Den Sklaven wurde erlaubt Versammlungen abzuhalten. Die Amerikaner hoben auch das Importverbot von Sklaven aus der Karibik auf. Zur selben Zeit begann eine Sklavenrevolte in Santo Domingo, dem heutigen Haiti. In der Zeit zwischen der Aufhebung des Verbots und dem Aufstand begannen Sklaven aus der Karibik nach New Orleans zu strömen. Einige von ihnen waren freie Farbige – geflohene oder befreite Sklaven. Andere kamen mit ihren weißen Besitzern, die vor der Revolte flohen. Diese brachten Voodoo mit. Die heimischen Sklaven nahmen es begierig an. Es gab ihnen MACHT, selbst wenn es nur in Form einer gemeinschaftlichen Verbindung war. Die ersten Treffpunkte befanden sich am Bayou St. John und an den Stränden des Pontchartrain-Sees. Die ersten Voodoo-Anhänger beteten Schlangen an, vor allem eine, die sie den Großen Zombie nannten.
Um 1817 verbreiteten die Voodoo-Aktivitäten Angst und Schrecken, unter den Sklavenbesitzern. Eine Verordnung wurde erlassen, nach der sich Sklaven nur noch auf bestimmten öffentlichen Plätzen und nur zu bestimmten Zeiten versammeln durften. Die Zeit war der Sonntag Nachmittag und der Platz war der Congo-Square. Die Sklaven und freien Farbigen versammelten sich, um Scheintänze ihrer Voodoo-Tänze aufzuführen – direkt vor den Augen der kreolischen Gesellschaft.
Natürlich trafen sie sich  weiterhin heimlich für das ECHTE Voodoo.
Es gab zunächst zahlreiche Könige und Königinnen – Voodoo-Priester und -Priesterinnen. Aber um 1830 tauchte eine einzelne Macht auf. Dies war die Voodoo-Königin Marie Laveau, die viele Jahre über das Voodoo in New Orleans herrschte.



Die Wurzeln des Voudoun:

Voudoun ist die ursprüngliche afrikanische Religion. Der Name Voudoun ist genaugenommen der zusammenfassende Überbegriff für die verschiedenen Stammesreligionen. Der Begriff Voudoun mag bekannt klingen.
Das was man in den USA als „Voodoo“ kennt, ist nichts anderes, als eine Mischung aus Elementen des Voudoun mit europäischen Religionen- vor allem Katholizismus.
Sämtliche Unterkulte des afrikanischen Voudoun haben bestimmte Gemeinsamkeiten. Die größte Bedeutung hat die Anbetung eines umfangreichen Götter- und Geisterhimmels. Darin unterscheiden sie sich vom Monotheismus des Christentums und des Islams.
Einige der Gottheiten sind mächtige Elementargeister, andere haben ganz bestimmte Aufgaben oder sind an ganz bestimmte Orte gebunden. Auch mächtige Stammesfürsten werden nach ihrem Tod als Geister verehrt. Diese Form der Geisteranbetung macht das Voudoun so anpassungsfähig. Bei so vielen Geistern kann man problemlos neue hinzufügen, wie zum Beispiel die Jungfrau Maria.
Die Wurzeln des Voudoun scheinen so alt zu sein wie die Menschheit selbst. Sie gibt einige Gemeinsamkeiten mit einigen heidnischen Bräuchen:
Baumgeister, Totenkult, Verehrung von Tieren, etc.
Es gibt immer noch einige Phänomene in diesen Religionen, für die wir keine Erklärung haben. Es gibt in Afrika Bokors, deren übernatürliche Fähigkeiten unsere Wissenschaft vor ein Rätsel stellen.  Im Voudoun und im Voodoo werden die Geister Loa genannt. Während einer Voudoun-Zeremonie werden die Gläubigen von der Loa in Besitz genommen. Sie werden „geritten“. Der menschliche Anhänger wird als Pferd gesehen, der den göttlichen Reiter trägt. Ein Mensch der von einer Loa geritten wird, nimmt die Eigenschaften der Loa an. Im Endeffekt dient er nur noch als Hülle für das übermächtige Wesen. Die ältesten Loas sind: Damballah, der große Schlangengott; Erzulie, die „Herrscherin“ über die Liebe; Papa Nebo, der Gott des Todes; Agwe, der Geist des Wassers; Legba, der Geist der Wegkreuzungen und der schlimmste und gefährlichste von allen Ogun Badagris, der Herr der Zerstörung.
Die Tempel im Voudoun nennt man Hounfours. Die Priester nennt man Houngan oder Bokors, die Priesterinnen Mamaloa.
In jedem Voudoun Hounfour gibt es einen rituellen Kreis, in dessen Mitte sich ein Stab befindet, der Poteau-Mitan. Den Boden des Kreises bedeckt ein Vévé. Das ist ein Muster aus speziellen Symbolen. Jeder Stamm hat sein eigenes Vévé, dessen Muster der Loa des Stammes entspricht. Während einer rituellen Zusammenkunft tanzen die Gläubigen unter der Aufsicht eines Bokors und einer Mamaloa oder Hohepriesterin.
Während der Rituale wurden Kultobjekte benutzt, wie zum Beispiel die Kürbisflasche oder Asson, das Opfermesser oder Kuh-Bha-Sah, die kultische Peitsche oder Fwet-Kash, und der Opfersarg oder Seke Madulé. Die Mamaloa ist das mächtigste Mitglied einer Voudoun-Sekte. Voudoun ist ein absolut matriarchalisches System. Selbst der Bokor weiß, dass seine Macht beschränkt ist.



Marie Laveau:

Es gab eigentlich zwei Marie Laveau’s, Mutter und Tochter. Die meisten glauben, dass es sich um eine einzige Frau handelte. Ihre „fortwährende“ Jugend trug zu dieser Legende bei. Das Original, die Mutter, war auch als Witwe Paris bekannt. Es war sie, die die Herrschaft errichtete. Als die Witwe Paris anfing zu praktizieren, gab es viele Anhänger in New Orleans. Um 1830 wurde sie die Voodoo-Königin von ganz New Orleans. Die Witwe Paris arbeitete als Friseuse für reiche kreolische Damen. Sie bezahlte auch Dienstboten, die für die spionierten. Sie wusste alles über jeden in New Orleans, der von Bedeutung war. Es war nicht unter ihrer Würde diese Informationen zu nutzen, um andere einzuschüchtern oder gar zu erpressen. Es ist für eine schwarze Frau eine große Leistung im 19. Jahrhundert Macht zu erringen, egal wie sie es gemacht hat. Sie besaß eine Schlange als Haustier- tanzte sogar mit ihr.
Sie hielt traditionelle Zeremonien am See ab. Sie nahm sich ernst – sehr ernst. Aber sie war sich nicht zu fein, an Andenkensammler Eintrittskarten für ihre „Ereignisse“ zu verkaufen. Sie war sich nicht zu schade mit Voodoo Geld zu verdienen. Soviel ist sicher.
Wenn sie zu einer anderen Zeit, in einer anderen Branche gearbeitet hätte, hätte man sie als unternehmerisches Genie gefeiert, und nicht als Betrügerin. Marie Laveau definierte wie das echte und einzigartige Voodoo in New Orleans auszusehen hat. Sie schuf Hunderte, wenn nicht Tausende neue Zaubersprüche, Tränke und Gesänge. Diese sind die Grundlage der heutigen Praxis – von der Tradition des Hoodoo einmal abgesehen.
Ihre Tochter, Marie Glapion, übernahm ihre Position, als die Witwe Paris alt wurde.  Die meisten glauben es sei dieselbe Marie Laveau gewesen. Beide Maries haben diese Legende gefördert.
Die Witwe Paris starb 1881. Die Herrschaft der Marie Glapion dauerte ebenfalls eine lange Zeit. Nach dem Tod der Witwe Paris tauchten andere Voodoo-Königinnen auf und 1890 spaltete sich der Kult. Marie Glapion schien eines Tages einfach verschwunden zu sein.
Das Grabmal der Laveau, in dem eine oder beide Maries begraben sind, befindet sich auf dem ersten Friedhof von St. Louis. Ein beliebter Wallfahrtsort für Praktizierende und für Touristen.



Voodoo heute:

Viele Leute denken bei Voodoo an Gris Gris oder Zaubersprüche. Diese Praktiken sind eigentlich Hoodoo und nur ein Teil des eigentlichen Voodoo.
Voodoo ist eine Religion mit vielen Anhängern in New Orleans, und es werden ständig mehr. Es gibt viele Voodoo-Tempel oder –Kirchen in der Stadt, und andere überall in den Staaten. Afro-Amerikaner betrachten es als eine Tradition, weiße -und davon gibt es viele in der Religion- werden davon angezogen weil es exotisch ist.
Es gibt einige neuere Strömungen, die Voodoo-Elemente aus Haiti und sogar Afrika miteinbeziehen. In New Orleans gibt es viele Voodoo-Anhänger die Gris Gris verkaufen, die Zukunft voraussagen, Glück bringen… und manchmal Unglück.


Hoodoo:

Hoodoo bezeichnet die magische Tradition aus dem Süden. Hoodoo ist eine Abart des Voodoo. Viel Gris Gris ist ähnlich, aber Hoodoo hat nicht die religiösen Aspekte des Voodoo.


Gris Gris Beispiel:

Um deinem Kind Sicherheit zu geben, schneide eine Locke seines Haares ab, solange es noch ein Baby ist, und behalte sie. Das Kind benötigt sein ganzes Haar, bevor es sterben kann.



Magie im Voodoo:

Bei den weißen Zauberpraktiken unterscheidet man zwischen der Abwehr von Schadenszaubern und der eigentlichen weißen Magie, die dem Auftraggeber gewisse Vorteile (Glück, Schönheit, Liebe, Reichtum, etc.) verschaffen soll.
Die schwarzen Zauberpraktiken sollen einem anderen Menschen schaden zufügen, teilweise bis zum Tod.

Abwehrzauber
Hierzu gehören die Talismane, als Glücksbringer, und die Amulette, zur Abwehr von Schadenszaubern. Die weitverbreiteste Form dieser Amulette heißen Makandal.
Das Makandal wird aus verschiedenen Zutaten (u.a. Körperteilen von Mensch und Tier und Schießpulver) hergestellt, in eine Flasche gegeben und bei Neumond vergraben. Beim folgenden Neumond gräbt man es wieder aus und taucht einen Zahn hinein, den man künftig an einer Schnur um den Hals oder der Hüfte tragen wird. Anschließend wird die Flasche wieder verschlossen und neuerlich eingegraben.
Den Vorgang sollte man zwei- bis dreimal jährlich wiederholen, da die „Wachkraft“ dieser Mixtur mit der Zeit nachläßt.
Ein solches Makandal wirkt gegen übernatürliche Angriffe übelwollender Geister (sofern diese Angriffe eine gewisse Intensität nicht übersteigen).

Die magische Lampe
Um sich auch zu Hause vor fremden Schadenszaubern zu schützen oder um eine erwünschte Wirkung der positiven Art (z.b. Erhaltung der Arbeitsstelle, Glück, Reichtum etc.) hervorzurufen kann man eine magische Lampe anfertigen.
Sie besteht aus einem beliebigen Behälter, z.B. einer Schale, die man mit Öl füllt. Dann nimmt man zwei Knochensplitter, die über Kreuz auf das Öl gelegt werden, dann wird zwischen die Splitter der Docht geklemmt, damit der nicht untergeht.
Die Lampe muß dann von einem Voodoopriester (oder Weißmagier) geweiht werden damit sie wirken kann.
Es ist auch wichtig die Loas anzurufen, deren Beihilfe nötig ist. Ebenso entscheidend ist jedoch die Absicht mit der man die Lampe anzündet: Wünscht man sich in diesem Moment, da der Docht entflammt wird, Erfüllung seiner Liebe oder Auffüllung der Portmonnaies, so werden die Geister in diesem Sinn tätig werden.
Wenn der Docht entflammt wird spricht man seinen Wunsch aus und dann muß die Lampe ununterbrochen brennen, bis die Geister ihr Werk vollbracht haben.
Außerdem muß man jeden Tag genau in dem Moment, in dem die Sonne im Zenit steht, Öl in die Schale nachfüllen. Dabei muß man einen bestimmten Zauberspruch murmeln.
Wenn man einem Feind schaden zufügen möchte muß man Knochensplitter eines Menschen zur Fixierung des Dochts verwenden, was dann wiederum in den Bereich der schwarzen Magie führt.

Magische Bäder
Wenn man von einer Krankheit geplagt wird oder vom Unglück verfolgt wird kann man sich mit einem Zauberbad vom Pech oder den negativen Energien reinigen, die einem anhaften.
Bei diesem Ritual muß sich der Betroffene mit einer aromatischen Essenz, die hauptsächlich aus wilden Kräutern und Pflanzen besteht, einreiben.
Dann gibt man in das heiße Badewasser Zutaten wie Jasminblüten, Mandelbestandteile, Champagner, „Wasser der Loas“ (beim Hungan zu beziehen) und einige Seerosen. Dann muß man sich in das Bad legen und regungslos eine halbe Stunde ausharren. Dabei muß man immer wieder den Schlangengott Damballah anrufen.

Magische Heilpulver
Die meisten Hungans unterhalten regelrechte Zauberapotheken, aus denen sie Pulver und Tinkturen für jede Gelegenheit hervorziehen können. Die meisten Mittel wären auch in unserem Sinne als heilkräftig einzustufen, die meisten Pulver dienen jedoch ausdrücklich der Bekämpfung von „Krankheiten übernatürlicher Herkunft“, was ein sehr dehnbarer Begriff ist.
Wenn man sich matt und mutlos fühlt, bekommt man ein Pulver das die „auszehrenden Dämonen von einem nimmt“. Unfälle und Unglücksfälle haben gleichfalls „übernatürliche Ursachen“.
Sogar ein geplatzter Autoreifen oder eine umgefallene Leiter lassen sich bei längerer Nachforschung auf übernatürliche Ursachen zurückverfolgen und gegen jede dieser Quellen haben die Hungans eine Zaubertinktur oder ein Wunderpulver anzubieten.

Seele herausziehen
Wenn man feststellt das einem übelwollende Personen oder Dämonen die Seele stehlen oder beschädigen wollen kann man sich an den örtlichen Hungan wenden. Der unterzieht einen einer spirituellen und körperlichen Reinigungsprozedur. Dann stellt er aus verschiedenen Körperteilen von Mensch und Tier die Ingredienzen die den Gros-bon-ange des Betreffenden darstellen, die werden in einem Pot-tèt untergebracht, einem Krug den der Hungan versiegelt und künftig in seinem Altarraum verwahrt.
Damit gilt die Seele als aus dem Kopf „herausgezogen“ und die übelwollenden Angreifer können sie nun nicht mehr stehlen, außer der Hungan hat den Pot-tèt in seine Obhut genommen, stünde mit den schwarzmagischen Aggressoren heimlich im Bunde.

Begrenzen von übelwollenden Dämonen
Ein Hungan kann um einen räumlichen Bezirk einen magischen Schutzwall errichten, so daß dort keine unerwünschten Dämonen eindringen können.

Auffinden von Wangas
Die Hungans werden oft gebeten einen Zauber zu brechen der auf einem Haus oder Anwesen lastet.
Bei den Wangas handelt es sich meist um eigentümlich bunte Bündel, die vom beauftragten Bokor mit der erwünschten Schadensmagie aufgeladen worden sind. Anschließend werden sie in der Umgebung desjenigen, dem man ein Übel zufügen will, verborgen.
Der zur Hilfe gerufene Hungan muß das Wanga nun auffinden. Dazu beauftragt er auch oft seine Hunsis.
Wenn er das Wanga gefunden hat muß er es sofort ins Freie bringen wo seine Hunsis schon ein Feuer entzündet haben. Im nächsten Moment geht das Wanga schon in Flammen auf.
Durch das Verbrennen des Wangas wird die negative Energie auf den Verursacher zurückgelenkt. Versenken des Wangas in tiefem Wasser soll übrigens den gleichen Zweck erfüllen; auf jeden Fall muß der Hungan beim entschärfen des Wangas sehr sorgfältig vorgehen, sonst vervielfacht das Wanga seine Wirkung.

Vermehrungszauber
Dazu zählen Regenzauber, Liebeszauber und natürlich die Schatzmagie, zum Auffinden verborgener Schätze.

Verzauberung mit Puppen
Der Bokor fertigt eine Puppe an, der verschiedenen Dinge befestigt werden, dann werden bestimmte Stellen der Puppe mit einer Nadel durchbohrt. Anschließend wird die Puppe in schlammiger, sumpfiger Erde vergraben, die eine Auflösung der Puppe beschleunigt. Im gleichen Maß wie die Puppe vermodert, wird sich auch die Persönlichkeit des Verzauberten auflösen. Dieser wird seine Willenskraft, sein Gedächtnis, seine Vitalität und schlußendlich seinen Verstand verlieren.

Auf eine ähnliche Weise kann man auch seinen Feind verwirren und erniedrigen.
Wenn die Puppe z.B. kniet, wird der Verzauberte ebenfalls gedemütigt und niedergedrückt etc.


Zombies:
Die Höchststrafe in einer Voodoogemeinde, z.B. für Mord, ist, zum Zombie gemacht zu werden.
Bokor’s können keine Toten zum Leben erwecken.
Aber sie können Menschen in eine Zustand versetzten der als „klinisch tot“ oder „hirntot“ einzustufen ist.
Bokors können solche „Toten“ und bereits begrabenen Menschen jedoch „wieder zum Leben erwecken“.
Diese Zombies sind aber ohne eigenen Willen, sie sind einfach nur körperlich intakte Automaten die ihrem Herrn dienen und schon gar nicht sind sie unverwundbar, verfügen über keine übernatürlichen Kräfte und verwandeln sich auch nicht in Geister oder Monster.

Man unterscheidet zwischen Zombie cadavre und Zombie astrale.
Die körperlichen Zombies (Zombie cadavre) sind wiedererweckte Tote, deren Seele (Geist, Bewußtsein) zum größten Teil abhanden gekommen ist.
Die Astralzombies (Zombie astrale) sind umherirrende Seelen oder Geister die von einem Bokor eingefangen worden sind. Sofern dieser Raub der Seele erst dann erfolgt, wenn der Betreffende bereits physisch tot ist (und zwar so tot daß ihn ein Bokor nicht wiedererwecken kann).
Raubt er einem Menschen die Lebensgeister im Zuge einer Erschaffung eines „Zombie cadavre“, dann wird die Person in zwei Teile zerspalten. In den Astralzombie, der dem Bokor fortan als Baka dienstbar ist und den körperlichen Zombie, der als Roboter und Sklave alles ausführen muß, was sein Herr ihm auftragt.

Ein Zombie wird erschaffen, indem ihm ein Trunk eingeflößt wird der ein außerordentlich starkes Gift enthält, das jede Person in einen todesähnlichen Zustand versetzen kann. Das Opfer fällt in einen tiefen Schlaf, der Atem verringert sich auf ein Minimum, das Herz schlägt langsamer.
Dann wird der klinisch Tote begraben und nach drei Tagen in einem grauenvollen Schwebezustand zwischen Leben und Tod wird er vom Bokor wieder ausgegraben. Er wird schwer mißhandelt, was damit erklärt wird, das man den Astralzombie daran hindern müsse in den Körper zurückzukehren.
Dann flößt man ihm einen Brei aus einem stechapfelähnlichem Gift ein, das ihm die Sinne vollends benimmt.
Aus der Verwirrung und Desorientierung in die er nun stürzt wird der Exhumierte nie mehr erwachen. Er ist nun endgültig zum Zombie geworden.
Das Grab wird nun verschlossen, damit der Raub und die Wiederbelebung des Leichnams nicht entdeckt werden.
Der Zombie wird dann zu seinem neuen Herrn gebracht, der einen hohen Preis für seinen Sklaven bezahlt hat.
Die Lebenserwartung eines Zombies ist max. 12 Monate.

Nach voodooistischer Anschauung verfügt der Zombie deshalb über keinen eigenen Willen mehr und nur noch über ein Minimum an Bewußtheit, weil ihm der Bokor nur einen winzigen Lebensfunken gelassen hat. Körperlich sind Zombies zu gewaltigen Leistungen fähig, doch selbst die Entscheidung an einer Kreuzung nach links oder nach rechts zu gehen, überfordert sie bei weitem.
Sie werden meistens als Arbeitstiere in der Landwirtschaft eingesetzt, in anderen Fällen dienen sie, zumal im heutigen Haiti auch als Sklaven abseitiger Gelüste, denen man sich in gewissen diskreten Clubs hingibt.
Sie werden auch für Raub und Diebstahl eingesetzt, oder in Wanderzirkussen vorgeführt.

Fast alle Haitianer fürchten das sie selbst als Zombies versklavt werden könnten. Dagegen kann man jedoch etwas tun. Die Hungans empfehlen einen Toten, von dem man fürchtet daß ihn ein Bokor manipulieren könnte, ein zweites Mal zu töten. Zu diesem Zweck hängt man die Leiche auf, spritzt ihr ein tödliches Gift oder treibt ihr gar einen Pfahl ins Herz.
Das sind zwar sehr sonderbare Methoden die letzte Ruhe eines Menschen zu sichern, aber die Aussicht als lebendiger Toter wiedererweckt zu werden ist einfach zu schrecklich.



Rada und Petro:

Wie im wirklichen Leben die Menschen, haben auch die Loa’s zwei Gesichter. Das eine kann sanft und beschützend sein, während das andere ein Ausdruck von Aggression und Verbitterung ist.

Die Petro-Geister sind aggressiver und launischer als die sanftmütigen und verläßlichen Rada-Geister, welche auch als „loa rasin“ (Wurzelgeister) bezeichnet werden, was auf eine weit in die Vergangenheit zurückreichende Vertrautheit hinweist, die auch in der geläufigen familiären Anrede dieser Loa mit „Papa“ oder dem in Haiti verbreiteten vertraulichen „kouzen“ (Cousin) zum Ausdruck kommt. Mit den Petro-Geistern pflegt man demgegenüber einen sehr viel vorsichtigeren Umgang, da sie weniger tolerant und nachsichtig sind als die Rada-Loa, zu Wutausbrüchen neigen und ihre Anhänger, die ein Versprechen nicht einhalten, mitunter drastisch strafen.

Dennoch lassen sich nicht alle Loa’s in diese beiden gegensätzlichen Kathegorien pressen, weshalb es dann dieselbe Loa in abgewandelter Form in beiden Varianten gibt. Dies kann auch dazu führen, dass manche Loa in komplett gegensätzlichen, fast schon schizophrenen, Gebieten (z.B. Tod und Friedhofswächter sowie Humor und Sexualität, wie die Loa Gèddè) erscheint.

Wie schon die Anpassungsfähigkeit des Voudoun gezeigt hat, so beweißt der Voodoo hier eine Flexibilität die sowohl historisch wie psycholgisch ihre Wurzeln hat.
Die Rada-Loa sind die gesammelten Fragmente der alten Traditionen aus der afrikanischen Heimat, die mit in die „neue Welt“ genommen wurden. Diese Erinnerungen tragen die Kraft in sich, großes Leid ertragen zu können, und wärmten wohl so manches Sklavenherz.
Die Petro-Loa sind die Konsequenz der Sklaverei. Die angestaute Wut und Frustration endete schließlich nicht zuletzt im Befreiungskampf in Haiti, an deren Front auch die Loa’s gekämpft haben sollen.

Fazit:

Rada:

Einer der beiden Hauptriten des Voodoo: Anrufung der „sanften“, beschützenden, defensiven Loas afrikanischer Herkunft.
 

Petro:

Einer der beiden Hauptriten des Voodoo: Anrufung der „bitteren“, aggressiven, auch der Magie zugeneigten Loas karibischer Herkunft.



Schwarzes Voudoun/Voodoo:

Wie jede Religion, kann der Glaube positive oder negative Züge annehmen. Er kann für gute und böse Zwecke genutzt werden. Das Christentum zum Beispiel kennt Doppelgänger und den Satanismus.
Jedes Mal wenn man ein Bild benutzt, um das Böse zu erklären, wird es ein Verrückter anbeten.
Dasselbe gilt für Voudoun und Voodoo. Es gibt Leute die sich von den blutigen, dunklen Loa angezogen fühlen, um persönliche Macht von ihnen zu erhalten. – Nur um dann vielleicht in einem Alptraum aus Blut und Verzweiflung zu erwachen und, was vielleicht viel schlimmer ist, zu wissen das die wahre Macht dann bei den Loa’s liegt und nicht bei einem selbst wie erhofft.

Weiterführende Literatur:

Astrid Reuter – Vodoo

Pietro Bandini – Voodoo. Von Hexen, Zombies und schwarzer Magie

Papa Shanga – Praxis der Voodoo-Magie: Techniken, Rituale und Praktiken des Voodoo

Papa Nemo – Der Weg des Voodoo: Von den Grundlagen zur Praxis

Feng Shui – eine alte chin. Lehre

Feng Shui heisst wörtlich übersetzt Wind und Wasser.
Feng Shui ist die Kunst des Lebens in Harmonie mit der sichtbaren  und unsichtbaren Umgebung. Es gibt sowohl positive als auch negative Energien. Die für den Menschen positiven Energien werden häufig als Qi (Chi, Ki, Prana usw.) bezeichnet, die negativen als Sha.
Feng Shui ermöglicht uns positive Energien zu stärken und negative abzuwenden. Für  unsere Gesundheit ist es von grosser Bedeutung, uns  insbesondere  während  des Schlafes vor Sha zu schützen.

Leben in Harmonie bedeutet Gesundheit, Wohlbefinden, beruflichen Erfolg, persönliches Glück und spirituelles Wachstum.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist es notwendig, die für uns positiven Kräfte zu stärken und die negativen Kräfte zu meiden. In den alten Hochkulturen, so auch im alten China, war der Mensch bemüht, Harmonie zwischen sich und seiner Umgebung herzustellen. Hierfür war es erforderlich, die Gesetzmäßigkeiten der sichtbaren und unsichtbaren Welt zu studieren und zum Wohle des Menschen anzuwenden.

Die Kunst des Lebens in Harmonie mit unserer Umgebung stützt sich zum einen auf die Beobachtung der sichtbaren Welt, zum anderen aber auch auf die gefühlsmäßige Wahrnehmung der unsichtbaren Welt.

Historie

Seit 5000 Jahren beobachten Menschen in China die Gesetzmäßigkeiten der Natur und leiten aus den Zusammenhängen wichtige Grundsätze für ein harmonisches und gesundes Leben ab.

Trotz vieler Widerstände gelang es, dieses alte Wissen über viele Dynastien zu erhalten.

Im ersten Jahrhundert n. Ch. etablierten sich zwei Feng Shui Schulen mit unterschiedlichen Ansätzen, die Kompaß- und die Landschafts- oder Formschule. Bis zu dieser Zeit gab es in China ein Gesetz, das nur den Mitgliedern der kaiserlichen Familie und höchsten Beamten die Anwendung von Feng Shui erlaubte. Wer sich nicht an dieses Gesetz hielt, wurde hingerichtet.

Im Laufe der Zeit stand das Feng Shui Wissen dann auch dem Volk zu Verfügung.
Dennoch konnten sich immer nur die Reichen der Bevölkerung den Einsatz von Feng Shui Experten leisten, da sich die Meister sehr teuer bezahlen ließen.

Zur Zeit Maos war Feng Shui in China verboten.

In Hongkong wurde in dieser Zeit jedoch Feng Shui praktiziert und jeder kennt das enorme Wachstum dieser Wirtschaftsmetropole.

Die fünf Elemente oder auch Wandlungsphasen

Die Ursprünge des Feng Shui und des typisch Chinesischen Denkens sind auf viele Lehren des Taoismus gegründet, einer Philosophie der Beobachtungen. So stützen sich auch noch heute die Chinesischen Wissenschaften, besonders die Medizin auf solche Naturmetaphern.
Kaum ein anderes System kommt dabei so oft zur Anwendung, wie das der 5 Elemente oder auch 5 Wandlungsphasen. Man geht davon aus, das alle der 5 Elemente mit einander im Einklang stehen müssen, um einen optimalen Energiefluß zu garantieren, da sie sich gegenseitig kontrollieren, nähren oder sogar zerstören können. Wir finden jedes der einzelnen Elemente täglich in unserer Umwelt in Formen, Farben, Geschmack, Nahrungsmitteln, Eigenschaften, Materialien in Yin sowie auch Yang Qualität. Es werden auch die Körpereigenen Organe den einzelnen Elementen zugeordnet. So wird z.B. die Leber dem Element Holz oder die Lunge dem Element Metall zugeordnet. Man geht bei einer Erkrankung der Leber von einer Disharmonie des Elementes Holz aus. Durch gezielte genaue Betrachtung einer Person und Ihres direkten Umfelds, lassen sich oft viele Aspekte, innerhalb einer Feng Shui Beratung , klären.
Obwohl es sich um ein sehr altes System handelt, ist es in der Praxis des Feng-Shui hochaktuell und kann oft durch einfache Schritte beeinflußt werden. Durch gezielte Anwendung von Formen, Farben, Speisen lassen sich sämtliche Wandlungsphasen aktivieren. In der unten aufgeführten Tabelle finden sie die wichtigste Zuordnungen der Fünf Elemente.

Die 5 Elemente oder Wandlungsphasen sind das wichtigste Instrument im Feng Shui. Sie können auch analog zum Wandel der Jahreszeiten gesehen werden:
Holz – Frühling
Feuer – Sommer
Erde – Spätsommer
Metall – Herbst
Wasser – Winter

Siehe Graphiken:
 

ElementHolzFeuerErdeMetallWasser
OrganpaarLeber/ GalleHerz/ DünndarmMilz-Pankreas/ MagenLunge/ DickdarmNiere/ Blase
Geschmacksauerbittersüßscharfsalzig
SinnesorganAugeZungeMundNaseOhr
JahreszeitFrühlingSommerSpätsommerHerbstWinter
KlimaWindHitzeFeuchtigkeitTrockenheitKälte
EmotionWutFreudeSorgeTrauerAngst
GewebeMuskelBlutgefäßeBindegewebeHautKnochen
Farbegrünrotgelbweißblau
Geruchranzigverbranntduftendfischigfaulig
HimmelsrichtungOstenSüdenMitteWestenNorden
TugendGüteSittlichkeitVertrauenRedlichkeitWeisheit
Gefühlsäußerungschreienlachensingenweinenstöhnen

FENG SHUI Die 5 ElementeFeuer
rot, orange
Sommer, Mittag, Hitze 
spitze Formen
Feuer
Holz
grün 
Frühling, Morgen, Wind 
hohes Rechteck
Holz, Papier,
pflanzliche Materialien 
Erde
braun, gelb, beige
Spätsommer, Nachmittag
Quadrat, Rechteck quer
Stein, Keramik, Ton, Porzellan
Wasser
blau
Winter, Nacht, Kälte
Wellen, unregelmäßige Formen
Wasser, Kunststoffe, Glas
Metall
weiß, silber, gold
Herbst, Abend
Kreis, Kugel, Kuppelbauten
alle Metalle

Durch unterschiedliche Formen und Farben werden jeweils andere Stimmungen des Chi (der „Energie“) angeregt.
Wie die Jahreszeiten sollten auch die Wandlungsphasen im fließenden Wechsel ineinander übergehen. Wird dieses System auf Wohnräume angewandt, so sollten stets alle Elemente in einem Raum vorhanden sein.
Finden wir jedoch einen Raum vor, der hauptsächlich mit Stahl = Metall, Glas = Wasser und Holz = Holz gestaltet ist, so werden wir eine gewisse Wärme vermissen. Um diese herzustellen, wären noch die Elemente Feuer und Erde notwendig.

Das Holzelement
steht für Kreativität und Wachstum. Deshalb ist grün die ideale Farbe für Ateliers, Studios, aber auch Küchen – natürlich dosiert eingesetzt. Wollen Sie z.B. in der Küche die Raumwirkung kontrollieren, sollten Sie zwischen den „Konfliktparteien“
Herd = Feuer und Spüle / Kühlschrank = Wasser das Element Holz als Vermittler einsetzen.
Oder aber im Badezimmer, wo eindeutig das Wasserelement vorherrscht: Auch hier ist Holz ausgleichend – als Material oder auch als grüne Farbe.

Das Feuerelement
steht für Hitze, Ideen, Begeisterung, Dynamik, Leidenschaft, Blut.
Alle Arbeitsplätze mit hohem Energieeinsatz werden dem Feuerelement zugeordnet, auch Ärzte und Köche.
Die Farben Rot oder Orange werden eher sparsam verwendet, haben sie doch eine aufregende Wirkung, von der man nicht zuviel vertragen kann.
Gezielt eingesetzt, wirkt rot stimulierend und färbt die Stimmung sinnlich-erotisch.
 

Zyklus der Schöpfung Zyklus der Kontrolle
Der Zyklus der Schöpfung beschreibt wie die einzelnen Elemente ineinander übergehen und sich ineinander wandeln. Ebenso wie Geburt das Wachstum und dem Frühjahr der Sommer folgt, folgt dem Osten der Süden, dem Holz das Feuer und so fort. Die Energie, welche als Chi bezeichnet wird, sollte immer im Fluß von einem Element zum anderen sein, da nur dort Harmonie entstehen kann, wo die Zyklen harmonisch ablaufen. Ein ungleichmäßiger Kreislauf würde zu Krankheiten und Problemen führen.Der zweite wichtige Zyklus, ist der Kreislauf der Kontrolle. Dieser gibt Auskunft über jene Elemente, welche zueinander eine hemmende, also auch kontrollierende Beziehung haben. Auch innerhalb dieses Rades muß Gleichgewicht herrschen. Dieses tritt ein, wenn ein Element das übernächste des Schöpferischen Zyklus ausreichend kontrolliert, und wenn es selbst wiederum vom vorletzten Element genügend kontrolliert wird.

Feng Shui ist im Prinzip eine ökologische Wissenschaft: Sie beruht auf einer Deutung der Natur, die den Chinesen eine systematische Landwirtschaft ermöglichte, aber auch dem Studium der Himmelskörper, um den Zeitverlauf zu bestimmen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Deutung immer komplizierter und entfernte sich von ihrem ursprünglichen Zweck. Nachdem sich die Lehre von China aus verbreitete, vermischte sie sich mit regionalen Glaubensrichtungen, mit volkstümlichen Bräuchen und Aberglauben.

Glücklicherweise haben die alten Chinesen ihre Lehre schriftlich festgehalten, so daß wir noch heute nachlesen können, was sie wie meinten. Das Wissen, das im Feng Shui enthalten ist, findet sich in den meisten Kulturen wieder, aber es hat sich dort in verschiedene Disziplinen aufgespalten. In China liegt es allen Aspekten des Lebens zugrunde, angefangen von der Ernährung und Medizin bis zur Gymnastik und Kunst. Wenn wir die grundlegenden Ideen verstehen, können wir Gestaltungsmittel und Symbole aus unserer eigenen Kultur auswählen.
 

Das HolzelementHohe, schmale Formen, Grün unterstützt das Feuerelement und kontrolliert das Wasserelement.
Das FeuerelementSpitze, dreieckige Formen, rot, orange. Dämpft das Holzelement, unterstützt das Erdelement
Das ErdelementQuadratische und rechteckige Formen, Erdfarben, Naturtöne (beige, gelb, braun)Kontrolliert das Feuer, unterstützt das Metallelement
Das MetallelementRunde oder Kuppelformen, Metall und Metallfarben (gold, silber)Kontrolliert das Erdelement, fördert das Wasserelement
Das WasserelementWasser, blaue Farbe, Wellenformen. Unterstützt das Holzelement, kontrolliert Metall

Chinesisches Sprichwort:

“Erstens Glück; zweitens Schicksal; drittens Feng Shui; viertens Tugend; fünftens Bildung“.

Obwohl Feng Shui eine starke Kraft in unserer Lebensführung sein kann, ist es kein Allheilmittel. Das Glück spielt eine entscheidende Rolle und Persönlichkeit oder Karma sind mindestens genauso wichtig. Was wir mit unserem Leben anfangen und wie wir uns anderen gegenüber verhalten, ist mitentscheidend und unsere Bildung gibt uns ein Werkzeug in die Hand, um der Welt einen Sinn zu geben. Feng Shui ist einfach ein Teil des Gesamtpakets.

Die Lehre des Feng Shui wird von Menschen angenommen, die sich der Einwirkung der Umwelt bewusst sind und das Bedürfnis verspüren, ihr Leben zu verbessern. Die richtige Anwendung von Feng Shui ist jedoch eine Kunst und seine Grundsätze können nicht einfach den zufälligen Umständen eines Ortes oder Menschen angepasst werden. Mit Hilfe von Feng Shui können wir unseren Platz in der Umwelt zu unserem Vorteil verändern. Die Lage unserer Häuser und Büros ebenso wie ihre Innenausstattung beeinflussen jeden von uns positiv oder negativ.
Feng Shui hilft uns dabei, die günstigsten Plätze für uns herauszufinden, sowie die Einrichtung, die Farben und Muster, die uns unterstützen. Im Garten können wir die besten Plätze für die dort geplanten Aktivitäten festlegen, aber wir müssen auch
die Bedürfnisse der Pflanzen berücksichtigen, damit sie gut gedeihen können.

Energetisches Feng Shui

Energetisches Feng Shui ist eine seit tausenden Jahren überlieferte Tradition, Gebäude und deren Räume so in Energiefluß zu bringen, daß Menschen sich darin wohl fühlen und frei entfalten.

Wie wir alle wissen, reagieren wir nicht nur auf materielle Umwelteinflüsse sondern auch auf die uns umgebende Energiestruktur(-en). Wenn an einem Ort die Lebensenergie (Chi) unterbrochen, gestört oder gestaut ist, so hat das Auswirkungen auf unser Wohlbefinden. Ein solcher Raum oder Platz fühlt sich unbehaglich an, und wir sind an unserer freien Entfaltung gehindert. Instinktiv meiden wir Räume, die uns das entziehen, was wir zum Leben brauchen, nämlich Chi.

Wir verfügen über körpereigenes Chi. Verbrauchen wir unser eigenes Chi, reduziert sich die Sauerstoffaufnahme unserer Zellen, wir erkranken, fühlen uns verbraucht und kraftlos. Ist in einem Raum wenig oder gar kein Chi vorhanden, bedient er sich der Energie des Menschen, der ihn benutzt oder besucht, und entzieht ihm seine Energie. Ein gutes Beispiel dafür ist die Erschöpfung nach einem Einkaufsbummel.

Auch im Westen wird uns zunehmend bewußt, mit unserer Energie, unserem Chi, hauszuhalten und unsere Umgebung dem uns entsprechenden Energieniveau anzupassen. Hierbei hilft uns das energetische Feng Shui.
 

Chi, Qi, Ki, Prana – Die Lebensenergie

Um unsere Lebensenergie lange zu bewahren und um uns in unserem Lebensraum wohl zu fühlen, können wir für unsere Wohnung oder unser Haus sowie unseren Arbeitsplatz einen Feng Shui Berater beauftragen, den gestauten Chi-Fluß neu zu beleben und eine uns entsprechende Harmonie in unserem Umfeld herzustellen. In der Regel bedarf es dafür keine baulichen Maßnahmen.
„Chi“ ist ein Wort für das es in der deutschen Sprache, wie auch in anderen europäischen Sprachen keine richtige Entsprechung gibt. Wörter wie „Atmosphäre“, „Geist“ oder „Lebenskraft“ bezeichnen die Bedeutung von Chi nur ungefähr. Es handelt sich dabei um feinstoffliche Energien, die das gesamte Universum umschließen und alles, was sich darin befindet, miteinander verknüpfen. Die Erkenntnis vom ständigen Fluß des Chi ist die Grundlage der gesamten fernöstlichen Wissenschaft, besonders der Astrologie und der Medizin. In Japan wird diese Energie „Ki“ ausgesprochen ( bei uns auch in der Schreibweise „Qi“ bekannt), in Indien wird der Ausdruck „Prana“ dafür verwendet.

Es gibt zwei gegensätzliche Strömungen, deren Zusammenwirken ein hochaktives Wirkungsfeld erzeugt. Der von der Erde in das Universum aufsteigende Strom ist die Erdkraft, die aus dem Weltall auf die Erde einströmende Energie ist die Himmelskraft. Da sowohl die Erde als auch die übrigen Gestirne ständig in Bewegung sind und ihre Positionen untereinander ständig verändern, ist auch die Bewegung des gesamten Chi unablässiger Veränderung unterworfen. Die Gegenläufigkeit der beiden Ströme und die Richtungswechsel erzeugen wechselnde Intensitäten der Strömungen und Wirbel. Dieses wellenförmige oder mäanderartige Fließen, dass die altchinesischen Philosophen den „kosmischen Atem“ nannten, wirkt sich entlang der Erdoberfläche unmittelbar auf einzelne Menschen oder bestimmte Orte aus.

Das erste das man am Beginn des Feng Shui Prozess macht ist deshalb die Umgebung des Hauses zu betrachten. Das wichtigste ist das Chi ungehindert fließen zu lassen und an gewissen Punkten zu Kraftzentren zu bündeln. Ideal ist es eine Landschaft die aus Gebirge, Hügeln, Flußläufen und locker verteiltem Pflanzenwuchs besteht. Den lange Gerade beschleunigen das Chi und das ist gefährlich, weil es dann zu einer belastenden Energie wird.

Die kosmischen Ströme umfließen aber nicht nur die Oberfläche der Erde sonder durchfließen auch Gebäude, wo immer sie Zutritt finden.
Das Chi dringt zur Eingangstüre in ein Haus ein, durchwandert alle Räume und tritt durch eine Öffnung auf der gegenüberliegenden Seite wieder aus. Wenn das Chi dazu gezwungen wird wieder durch den gleichen Eingang auszutreten durch den es hereingekommen ist, entstehen störende Wirbel und Störungen.
Das oberste Ziel des Feng Shui ist es, eine störungsfreie Zirkulation zu gewährleisten.

Grundsätzlich gilt: Die Wohnräume nicht zu sehr mit Möbeln und Dekorationsstücken vollstellen.
Weniger ist mehr. Sauberkeit und Aufgeräumtheit sind zwar für uns selbstverständlich, aber um ein gutes Feng Shui zu erreichen sind sie unabdingbar. Staub zum Beispiel hat eine eigenen Chi-Energie, die umso stärker stagniert, je älter sie ist.

Auch das langsam fließende Chi liegengelassener Gegenstände kann zu deiner Erschöpfung beitragen ebenso wie lange gelagerte Dinge.
Deshalb beim Frühjahrsputz alle Schränke und Räume nach Gegenstände durchsuchen die du nicht mehr brauchst und diese weggeben. Auch in Gästezimmern, die nur wenig benutzt werden stagniert das Chi.

Lange Korridore mit wenigen Türen und Fenstern beschleunigen den Chi Strom, es wird zu schnell fließendem Chi. Wenn man du dich nun oft in einem Raum am Ende eines langen Korridors aufhält wirst du bald von innerer Unruhe und Nervosität geplagt sein.

Das schneidende Chi entsteht wenn sich gegenüber ihres Hauses oder an ihren Möbelstücken scharfe Kanten befinden. Das um diese Ecken fließende Chi erzeugt Wirbelströme die sich störend auf dein eigenes Chi auswirken könne.

Gebäude haben auch die Eigenart etwas von der Chi Energie, die sie einmal durchflossen hat, zu speichern. Wenn du also ein älteres Haus beziehst ist es wichtig etwas über die Vergangenheit des Hauses herauszufinden. Wer hat vorher darin gewohnt, welches Schicksal hatten diese Menschen.
Wenn du auf eine ungünstige Lebensgeschichte stößt, solltest du Maßnahmen zur Änderung des vorhandenen Feng Shui ergreifen.

Verschiedene Schulen

Zu den Grundlagen des Feng Shui, wie es im Westen bisher bekannter ist als energetisches Feng Shui, gehören verschiedene Schulen, das heißt, verschieden Betrachtungsweisen. Zum einen gibt es die sogenannte Kompassschule, die ein tiefes Verständnis der Entstehung von Himmel und Erde, Einsicht in Natur und Kosmos voraussetzt und sehr philosophisch aufgebaut ist. Sie ist gleichzeitig die hintergründigste und rätselhafteste und bedarf fundierter Kenntnisse chinesischer Philosophie und Literatur, um sie richtig verstehen zu können. Die Landschaftsschule untersucht natürliche geologische Formen und künstliche Formen wie Straßen, Häuserblöcke und Städte. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Einfluss, den diese Formen auf einzelne Gebäude haben. Ziel dieser Schule ist es, Erkenntnisse üben den Energiefluss und dessen Qualität an einem bestimmten Ort zu gewinnen. Um diese Energie, das Chi, bestimmen und finden zu können, legen die Chinesen verschiedene philosophische Lehren und Theorien zugrunde wie Taoismus, I-Ging, Yin und Yang, das magische Quadrat Lo-Shu, die Fünf Elemente oder die Acht Trigramme. Bei dieser Art des Feng Shui gibt es mehrere Möglichkeiten, selbst in den Chi-Fluss im eigenen Zuhause einzugreifen und ihn in positive Bahnen zu lenken. Einige Veränderungen, die das Chi am Entweichen hindern, sind ganz einfach vorzunehmen: Der Toilettendeckel sowie auch die Tür zum Badezimmer sollte immer geschlossen sein, beim Betreten einer Wohnung sollte kein Spiegel an der gegenüberliegenden Wand hängen und ein im Fenster hängendes Windspiel lenkt den Energiefluss zurück in den Wohnbereich, um nur einige Beispiele zu nennen. Ziel beider Arten des Feng Shui ist es immer, das Chi positiv zu beeinflussen und den Menschen in Einklang mit sich und seiner Umgebung zu bringen. Dies kann auf spirituelle Art geschehen, durch einfaches Umorganisieren der Möbel oder durch die Hilfe eines Beraters, der der uralten Kunst des energetischen Feng Shuis mächtig ist.

Das Bagua

Das Bagua (= 8 Ecken) beinhaltet eine Zuordnung der 8 Lebensbereiche zu den Himmelsrichtungen. Mit ihm therapeutisch zu arbeiten wurde erst notwendig und sinnvoll, nachdem die Engländer in Hongkong Gebäude im Kolonialstil errichteten, also nicht nach der alten chinesischen Lehre des Lo-Shu und des Wasserdrachen.
Wenn wir heute in unserer Umgebung eine Bauweise vorfinden, die wenig auf die Bedürfnisse der Individuen eingeht, so wird verständlich, daß gerade aus diesen Gründen Feng Shui und das Bagua bei vielen Menschen ein neues Nachdenken über ihre Wohnsituation auslöst.

Die 8 Lebensbereiche des Bagua:
Im NORDEN: Karriere, im NORDOSTEN: Wissen/Weisheit, im OSTEN: Familie/Gesundheit, im SÜDOSTEN: Wohlstand/Reichtum,
im SÜDEN: Anerkennung/Ruhm, im SÜDWESTEN: Ehe/Partnerschaft, im WESTEN: Kinder/Kreativität, im NORDWESTEN: Unterstützung/hilfreiche Beziehungen

Problemzonen, die mit der Kompass-Schule analysiert wurden, können mit dem Bagua therapeutisch korrigiert werden.

Wichtig: Man sollte nicht die häufig in der Literatur beschriebenen Bagua-Symbole einsetzen, wenn man sich in seinen Räumen wohlfühlt. Das Entscheidende in Räumen ist der Energiefluß, der Fluß des „Chi“.
Nur wenn Probleme wirklich belastend sind, sollte man die betreffenden Zonen untersuchen und eingreifen. Ebenso, wenn der Grundriss Fehlbereiche aufweist. Z.B. wenn der Bereich der Karriere außerhalb der Wohnung/des Hauses liegt. In diesem Fall sollte man in 2 Räumen diesen Bereich betonen.
Die Veränderung können sanft und vorsichtig geschehen. Oft kann man mit einfachen, vorhandenen Mitteln viel erreichen.

Feng Shui in heutiger Zeit

In der heutigen Zeit ist Feng Shui eine anerkannte Wissenschaft, die sich von Südostasien über Amerika nun auch nach Europa ausbreiten konnte.

Ein entscheidender Grund dafür ist, daß man auch in westlichen Ländern erkennt, wie wichtig gute Energie im Umfeld des Menschen ist, um sich wohlfühlen zu können.

Gegenwärtig steht uns in Europa nun auch das gesamte Wissen des Feng Shui zur Verfügung.

Es handelt sich dabei um zwölf Disziplinen:

 1. Kosmisches Qi und die Qualität der Luft
 2. Die Prinzipien von Yin und Yang
 3. Die Energien der fünf Elemente
 4. Landschafts-Feng Shui
 5. Das Trigramm der acht Lebenssituationen
 6. Das Trigramm des früheren Himmels
 7. Das Ost-West-System
 8. Das Lo-Shu und die „Fliegenden Sterne“
 9. Geobiologie und Geomantie
10. Wasserdrachen – Feng Shui
11. Feng Shui für die Bestattung und das Grab
12. Spirituelles Feng Shui – die höchste Stufe

Die meisten Feng Shui Berater im deutschsprachigen Teil Europas und in Nordamerika arbeiten nur mit den ersten fünf Disziplinen.

Bibel- und Kirchenkritik

Die Bibel – in großen Teilen zutiefst inhuman und ethisch nicht vertretbar

Für mich ist es erschreckend wie für die Bibel, mit diesem Inhalt, letztinstanzliche ethische Verbindlichkeit beansprucht wird. Die als Quelle wie kein Buch sonst verbreitet wird, erscheint nicht nur die Vielzahl der Sachverhalte, die mit der Todesstrafe belegt werden, sondern auch die immer wieder zu spürende Einstellung eines unversöhnlich-unbarmherzigen und exzessiven Strafbedürfnisses, im Rahmen dessen diese Sanktionen gefordert und vollzogen werden.
Die „heilige“ Schrift, die als göttliche Inspiration gilt, sollte sittliche Normen und Verhaltensleitbilder angeben („Die heiligen Schriften enthalten das Wort Gottes, und weil inspiriert, sind sie wahrhaft Wort Gottes“ Katholischer Katechismus 1993 S. 135). Dieses  Strafbedürfnis zeigt sich selbst noch über den Tod hinaus. Es macht noch nicht einmal vor der Leiche des Hingerichteten halt: „Wenn jemand ein Verbrechen begangen hat, auf das die Todesstrafe steht [Man bemerke: Im Buch Levitikus aufgeführte „Verbrechen“, steht auf fast alles die Todesstrafe!], wenn er hingerichtet wird und du den Toten an einen Pfahl hängst, dann soll die Leiche nicht über Nacht am Pfahl hängenbleiben, sondern du sollst ihn noch am gleichen Tag begraben; denn ein Gehängter ist ein von Gott Verfluchter“ (Dtn. 21; 22). Dieses fast unstillbare Strafbedürfnis des biblischen Gottes über den Tod des Missetäters hinaus zeigt sich auch an seiner „Begier“, die Schuld an der jeweiligen Nachkommenschaft bis zur „dritten und vierten Generation“ zu verfolgen (z.B. Ex. 20; 5 u. 34, 6; Dtn. 5; 9).

Nicht nur die Androhung prompter Bestrafung, sondern ebenso die Art der Strafen nach Vielfalt und Schwere bei Nichtbefolgung der göttlichen Gebote und Weisungen muss jeden empören, der sich gegen erschreckende Strafandrohungen der Bibel, dort induzierte Ängste und Denkhemmungen, die sich schon auf kleine Kinder auswirken, noch einen Rest prometheischen Widerstandsgeistes, „metaphysischer Zivilcourage“ (G. Anders) und humaner Sensibilität bewahrt hat, und lässt eine Akzeptierung der Bibel auch noch in heutiger Zeit nur schwer verständlich erscheinen.
(Dtn. 28; 15, 20, 22, 26-29, 32, 35, 53, 58-61) Man sollte sich immer wieder klar machen, was ein solches Gottesbild psychologisch anrichten kann!
Man sollte sich wieder selbst durch eigene Lektüre überzeugen, dass die aufgeführten Stellen nicht nur vereinzelte „Inseln“ in einem sonst ganz anderen Kontext darstellen, sondern dass diese Einstellung der massiven Strafdrohungen und eines exzessiven Strafbedürfnisses den ganzen Pentateuch (die fünf Bücher Mose) durchziehen. Dass daneben auch Wohltaten und Wohlergehen als Lohn für Wohlverhalten versprochen werden, kann den zitierten und den zahlreichen anderen entsprechenden Stellen den Charakter eines ethisch und psychologisch begründeten vernichtenden Einwandes gegen die Bibel als göttlich inspirierte Normquelle nicht nehmen.
(Ich konnte nicht sämtliche anstößigen Bibelzitate herausschreiben, bzw. Verweise aufführen, da diese einfach zu zahlreich waren! Deshalb habe ich die wichtigsten Ausgewählt.)

Das Alte Testament:

Die fünf Bücher Mose: Der biblische Gott hat Wohlgefallen an Eroberungs- und Vernichtungskriegen und ordnet sie an. (Num. 21; 2-3), (Num. 25; 16,17), (Num. 32; 27)
Teilweise führt der biblische Gott selbst Eroberungs- und Vernichtungskriege an! (Ex. 33;2),
(Num. 24; 8), (Dtn. 7;1), (Dtn. 9;1-3), (Dtn. 31; 2-5), (Dtn. 32;42)
Der biblische Gott befiehlt ausdrücklich die mitleidlose Hinschlachtung von Kindern, Frauen, Greisen und Männern. (Dtn. 2; 30, 31, 33, 34), (Dtn. 3; 1-4, 6), (Dtn. 7; 1, 2, 16, 20, 22, 23),
(Dtn. 20; 10-17, 19), (Num. 31; 2, 7, 9, 10, 14-18, 19, 24), (Ex. 4; 21 u. 10; 20 u.a.), (Ex. 11; 4-6), (Ex. 12;12)
Das Buch Jesaja: Die „Heiligen Krieger“ des biblischen Gottes, „seine hochgemuten, jauchzenden Helden“, „zerschmettern Kinder vor den Augen“ ihrer Eltern. (Jes. 13; 3, 5, 7, 8, 9, 15-18), (Jes. 19; 2), (Jes. 25; 3), (Jes. 42; 13), (Jes. 54; 16)
Auch nach diesem, nach Lehre der Kirche ebenfalls göttlich inspirierten, Gottes Wort enthaltenden Buch ist Gott eindeutig der Bewirker auch von Israel selbst nicht geführter Kriege, ja der eigentlich Kriegführende. (Jes. 41; 2-4)
Die Psalmen: Neben den fünf Büchern Mose dürften die Psalmen unbestritten zu den Kernteilen nicht nur des Alten Testaments, sondern darüber hinaus der ganzen Bibel gehören.
Und wieder: „Wohl dem, der deine Kinder packt und sie am Felsen zerschmettert“: das große Ausmaß an Gewalt- und Rachebedürfnis, verbunden mit egozentrischer Selbstgerechtigkeit, das sich in den Psalmen äußert. Die in den Psalmen offenbar werdende, teilweise enthusiastische Bejahung der Gewalt gegen ethnische Feinde und des (Vernichtungs-)Krieges. (Ps. 2; 7-9), (Ps. 3;9), (Ps. 18, 38, 39, 41-43, 47, 48), (Ps. 21), (Ps. 44;6), (Ps. 47; 4), (Ps. 56; 8), (Ps. 72; 8, 9), (Ps. 82; 10, 11), (Ps. 106; 34), (Ps. 110;1, 3 u. 4, 5, 6), (Ps. 135; 1, 3, 8, 10, 21), (Ps. 136; 1, 4, 10), (Ps. 137; 8, 9), (Ps. 144; 1), (Ps. 149; 5-9)

Die Faszination des biblischen Gottes und seiner Anhänger für (vergossenes) Blut
(Ex. 24; 4-6, 8), (Lev. 17; 11), (Jes. 34; 1-8)

Resümee: In den Kernbüchern des Alten Testaments, wird mit Normabweichung (Sünde) unmenschlich umgegangen.

Fazit: Es zeigt sich insgesamt eine weitgehend durchgängige Einstellung, normabweichendes Verhalten durch barbarische Strafen bis hin zur physischen Vernichtung oder durch deren Androhung zu „bewältigen“ (fürwahr ein göttlich-moralisches Modell!). Dass diese Einstellung nicht nur vereinzelt vertreten wird, sozusagen eine „Panne“ oder einen „Betriebsunfall“ darstellt, sondern weitgehenst die hier herangezogenen Kernbücher des Alten Testaments kennzeichnet, dürfte die Fülle der aufgeführten – durchaus noch vermehrbaren – Zitate gezeigt haben. Ihr argumentatives Gewicht gegen die Bibel als Normquelle göttlichen Ursprungs, als einem heutigen Menschen mit auch nur bescheidenen humanen ethischen Standards noch zumutbare „göttliche Offenbarung“, wird auch durch die ebenfalls zu findenden, wenngleich insgesamt eher zurücktretenden human oder ethisch positiv zu bewertenden Stellen nicht aufgehoben: Es wäre psychologisch ganz unwahrscheinlich, dass die Bibel gerade als menschliches Produkt oder Ergebnis einer Projektion menschlicher Zuständigkeiten und Weltinterpretationen in ein höheres Wesen, eben Gott, ethisch und human nur negativ zu beurteilende Aussagen enthielte.
Aber: Ein Buch, das den Anspruch erhebt, eben nicht nur menschlichen Ursprungs, sondern (gar in „allen ihren Teilen“) göttlich inspirierter Basistext und letzte Leitlinie und Instanz ethisch-moralischen und religiösen Denkens und Handelns zu sein, darf nicht in diesem großen Ausmaß exzessiv inhuman-archaische Projektionen, Modelle und Leitbilder enthalten.

Das Neue Testament:

Da das Neue Testament sich zur Zeit seiner Entstehung an eine gesellschaftliche Minderheit, an eine Art Sekte wandte, richtet sich die ebenfalls in nicht geringem Ausmaß zu findende Gesinnung der Gewalttätigkeit und das viele Teile des Neuen Testaments bestimmende intensive Strafbedürfnis vor allem gegen Anders-, Ungläubige und (nach eigenen Standards) „Sittenlose“.
Immerhin stellt Christus in der Offenbarung des Johannes, einem wie wenige andere gewalttätigen Buch, als offenbar erstrebenswerte Belohnung in Aussicht: „Wer siegt und bis zum Ende an den Werken festhält, die ich gebiete, dem werde ich Macht über die Völker geben. Er wird über sie herrschen mit eisernem Zepter und sie zerschlagen wie Tongeschirr (und ich werde ihm diese Macht geben wie auch ich sie von meinem Vater empfangen habe…“) (Offb. 2;26-28)
Krieg, das „gegenseitige Abschlachten“, wird als himmlisch angeordnetes und verursachtes Handeln wie selbstverständlich offensichtlich auch hier im Neuen Testament bedenkenlos akzeptiert. „Als das Lamm das zweite Siegel öffnete, hörte ich das zweite Lebewesen rufen: <Komm!> Da erschien ein anderes Pferd, das war feuerrot. Und der, der auf ihm saß, wurde ermächtigt, der Erde den Frieden zu nehmen, damit die Menschen sich gegenseitig abschlachten. Und es wurde ihm ein großes Schwert gegeben“ (Offb. 6;3,4)
Das in Verkündigung und Kunst verbreitete Motiv der apokalyptischen Reiter wurde immer vornehmlich als Angst- und Drohinhalt eingesetzt, die ethische Provokation, die das darin implizierte Gottesbild darstellt, offenbar nicht gesehen oder unterdrückt.
Wie selbstverständlich (und wie sadistisch ausmalend) kriegerische Gewalttätigkeiten auch neutestamentlich gegen Feinde und Anders- oder Nichtgläubige als Mittel der Wahl propagiert wird, zeigt schließlich (auch wenn möglicherweise nur „bildhaft“ zu verstehen) folgende Stelle: „Dann sah ich den Himmel offen, und siehe, da war ein weißes Pferd, und der, der auf ihm saß, heißt <der Treue und Wahrhaftige>; gerecht richtet er und führt er Krieg…, bekleidet war er mit einem blutgetränkten Gewand, und sein Name heißt <das Wort Gottes>. Die Heere des Himmels folgten ihm auf weißen Pferden; ..aus seinem Mund kam ein scharfes Schwert; mit ihm wird er die Völker schlagen. Und er herrscht über sie mit eisernem Zepter, und er tritt die Kelter des Weines, des rächenden Zornes Gottes… Dann sah ich einen Engel, der in der Sonne stand. Er rief mit lauter Stimme allen Vögeln zu, die hoch am Himmel flogen: <Kommt her! Versammelt euch zum großen Mahl GottesFreßt Fleisch von Königen, von Heerführern und von Helden, Fleisch von Pferden und ihren Reitern, Fleisch von allen, von Freien und Sklaven, von Großen und Kleinen!> Dann sah ich das Tier und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, um mit dem Reiter und seinem Heer Krieg zu führen. Aber das Tier wurde gepackt und mit ihm der falsche Prophet,… bei lebendigem Leib wurden beide in den See von brennendem Schwefel geworfen. Die übrigen wurden getötet mit dem Schwert, das aus dem Mund des Reiters kam; und alle Vögel fraßen sich satt an ihrem Fleisch“ (Offb. 19;11,13-15, 17-21).
Die Ungläubigen, „abscheuliche Menschen, die zu nichts Gutem taugen“: Intoleranz, lieblose und extrem abwertende Beschreibung von Andersgläubigen und (Wunsch-) Phantasien über ihre Vernichtung und Bestrafung im Neuen Testament.
„Wer glaubt und sich taufen lässt, der wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden“ (Mk. 16;16)
Soweit das nach Ansicht vieler theologischer und nichttheologischer Verteidiger ethisch so weit höher stehende Neue Testament.

1. Die unlösbare Legierung positiv-humaner (Liebesgebot) mit gewalttätig-grausamen Einstellungsmomenten gegenüber abweichendem oder „sündigem“ Verhalten

Wird das Alte Testament durch das Neue Testament eventuell „aufgehoben“, „geheilt““, „überholt“ (für ein „Gotteswort“ eigentlich eine Unmöglichkeit, aber denken wir einmal diese theologische Unmöglichkeit)? Gibt es nicht doch fundamentale Unterschiede zwischen Altem und Neuem Testament, was den Umgang mit normabweichendem Verhalten, mit Frevlern, Sündern, usw. angeht?
Die Überprüfung wesentlicher neutestamentarischer Aussagen im Hinblick auf diese Frage zeigt, dass auch die in diesem Zusammenhang zitierbaren und immer wieder zitierten positiven Aussagen zum Verzeihen und zur Feindesliebe eng gekoppelt und eingebunden sind in einen sich ganz folgerichtig aus dem alttestamentarischen Gottesverständnis ergebenden Hintergrund der gewalttätigen Bestrafung des Sünders, die gipfelt in der nicht mehr überbietbaren exzessiven Strafe der ewigen Höllenqualen für teilweise auch relativ geringe zeitliche Vergehen.
Dass auch die Interpretation des Kreuztodes als Sühneopfer und Erlösungstat, das zentrale Ereignis für alle christlich-biblischen Religionen, überhaupt nur auf dem Hintergrund eines auf Strafe bedachten gewalttätigen alttestamentarischen Gottes psychologisch erklärbar wird, finde ich empörend.

2. Die Lehre des Jesu der synoptischen Evangelien von den ewigen Höllenstrafen.
Seine häufig übersehene Neigung zu einer undifferenzierten Leistungsethik und entsprechend gewalttätigen Bestrafungspraktiken.

Jesus führt eine für das Neue Testament spezifische Strafvorstellung ein, nämlich von der ewigen Höllenstrafe, eine Strafandrohung, deren unheilvolle, psychisch verheerende Wirkung in der Geschichte des Christentums auf unzählige Menschen gar nicht übertrieben werden kann.
Man versuche, sich von aller Gewöhnung durch religiöse Erziehung einmal frei und sich hier klarzumachen, was eine Drohung mit ewig dauernden extremen Qualen psychologisch bedeuten muß; dagegen verblassen alle sonst bekannten Folterungen und Strafen, weil diese immerhin zeitlich endlich sind. Bei aller Anerkennung der positiven Züge Jesu (und bei aller Schonung der Gefühle der Gläubigen): Kann ein ethisch und religiöser Lehrer, der solche Strafandrohungen wie selbstverständlich heranzieht und mit ihnen umgeht, der solche Strafphantasien offenbar unproblematisch akzeptiert oder entwickelt, kann ein solcher Mann heute nicht als Verkörperung des absoluten Guten, der absoluten Liebe, als Gott verkündet werden?

3. „Ohne dass Blut vergossen wird, gibt es keine Vergebung“: Die eindeutig-klare neutestamentliche Interpretation des Kreuztodes Jesu als Sühneopfer setzt das alttestamentarische archaisch-inhumane Gottesbild voraus

(Hebr. 9; 11-15, 18-22, 26, 28 u. 10; 19, 20), (Offb. 5; 9), (Röm. 5; 6, 9, 10), etc.
 

Die absolute Willkür des biblischen Gottes und die Forderung nach bedingungslos-rechtloser Unterwerfung des zum Guten aus eigener Kraft unfähigen, die ewige Verdammnis verdienenden Menschen unter die völlig frei-ungebundene Gnade Gottes

Neben den schon bislang deutlich gewordenen problematischen Eigenschaften des biblischen Gottes, seiner Gewalttätigkeit, Grausamkeit, seinem Gefallen an vergossenem Blut, seiner Eifersucht, usw. scheint auch gerade unter psychologischen Aspekten seine an keine vorgegebenen Normen gebundene Willkür gefährlich im Hinblick auf eine adäquate psychische Entwicklung.
Der biblische Gott, alt- wie neutestamenarisch, verhärtet und verschließt die Herzen der Menschen, damit er sie anschließend bestrafen und schlagen kann (Ex. 4; 21, u. 10, 1, 20, u.a.):
„Gott läßt sie der Macht des Irrtums verfallen, so daß sie die Lüge glauben; denn alle müssen gerichtet werden, die nicht der Wahrheit geglaubt, sondern die Ungerechtigkeit geliebt haben“
(2 Thess. 2; 11, 12).
Der Willkür dieses biblischen Gottes, auch neutestamentlichen Gottes, der liebt und haßt, verstockt macht, wen er will, und sich erbarmt, wessen er will, wird das entsprechende Menschenbild gegenübergestellt, dem eigenes Wollen und Streben nicht nützt, der sich vielmehr der „Vorherbestimmung“, der „freien Wahl“ und dem „Erbarmen Gottes“ wie ein willenloses Tongefäß auszuliefern und zu unterwerfen hat, dem es nicht zusteht, mit Gott zu rechten, also um Begründung einer Entscheidung zu bitten oder gar Einwände zu machen; vgl. (Röm. 9; 10-22).
Die entsprechende alttestamentarische Auffassung vom Verhältnis des Menschen zu Gott – „Weh dem, der mit seinem Schöpfer rechtet, er, eine Scherbe unter irdenen Scherben. Sagt denn der Ton zu dem Töpfer: <Was machst du mit mir?> Und zu dem, der ihn verarbeitet: <Du hast kein Geschick>?“ (Jes. 45; 9) – wird hier ausdrücklich durch eine der zentralsten Schriften des Neuen Testaments, den Römerbrief, bestätigt. Die Kirchengeschichte zeigt auch hier die unermeßlich verhängnisvollen psychischen Auswirkungen dieser Theo- und Anthropologie, gipfelnd und am ausgeprägtesten etwa in der an düsterer Inhumanität kaum zu übertreffenden kalvinistischen Lehre von der absoluten, unbeeinflussbaren Vorherbestimmung des Menschen für ewige Verdammnis oder Seligkeit.

Weiterführende Literatur:

Franz Buggle – Denn sie wissen nicht was sie glauben

Karlheinz Deschner – Kriminalgeschichte des Christentums Band 1 (10 Bände gesamt)

Karlheinz Deschner – Abermals krähte der Hahn

Karlheinz Deschner – Opus Diaboli

Hubertus Mynarek – Die neue Inquisition

Vom Ketzer- zum Hexenprozess – eine Kriminalgeschichte des Christentums

391 n. Chr. Das Christentum wurde offiziell als Staatsreligion ernannt. Und alles, was den Stand und das Ansehen der Kirche zu bedrohen schien, wurde versucht, zu eliminieren.

1000 n. Chr. Vorerst duldete die katholische Kirche keine Personen die mit dem Teufel in Verbindung standen oder sich in teuflischen Künsten übten. Den Hexenglauben aber leugnete sie.Aufgrund der Verbreitung von häretischen (ketzerischen) Sekten in europäischen Ländern nahm die Kirche den Kampf gegen die Ketzerei und Zauberei auf. 1179 rief das Lateran-Konzil die weltlichen Mächte zur Bekämpfung der Ketzerei auf, und begann eine entsprechende Kampagne. Die bischöflichen Gerichte führten die Inquisition ein. Um 1200 gab die Kirche das Prinzip der Nichtexistenz von Dämonen und Hexen auf. Angeblich fand der erste Prozess 1264 in Frankreich statt.

1118/1119 n. Chr. Der Templer-Orden wurde 1119 von Hugo von Payens in Jerusalem begründet als ein geistlicher Ritterorden, der dort auf dem Tempelberg sein Domizil hatte, seit 1291 jedoch auf Zypern. Der lateinische Name ist „Frates militiae templi“. Der Templerorden wurde vorübergehend zum mächtigsten Ritterorden, der besonders in Frankreich über große Besitztümer verfügte. Andere Quellen teilen 1118 als Gründungsjahr mit und nennen den heiligen Bernhard als Mitbegründer.


12. Jh
Personengruppe: Katharer (griech. die Reinen; nannten sich auch „veri christiani“.) in Frankreich auch Albigenser genannt. Als kirchenkritische Bewegung lehnten sie die Ehe, die Leistung von Eiden, die Verehrung von Bildern, Heiligen und Reliquien sowie den Kriegsdienst ab. Bei den Katharern galt nur das Neue Testament, die Psalmen und nur ein kleiner Teil des Alten Testaments; sie pflegten als Glaubensgrundlage die Gnosis (Lehre des Dualismus) ebenso wie die Templer. Die Katharer waren eine Ordensgemeinschaft, manche sagen, eine Sekte,  die vom 10. bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts in den meisten westlichen und südlichen Ländern Europas verbreitet war, oft auch unter anderen Bezeichnungen. Fast zeitgleich mit den Templern entstand die Bewegung der Katharer, blühte auf und wurde dann ebenfalls von König und Inquisition verfolgt und praktisch ausgelöscht. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es zwischen beiden Gruppen geistigen Austausch gab, dass manche Menschen in Personalunion beiden angehörten, belegt ist es jedoch nicht. Immerhin beteiligten sich die Templer nicht an der Verfolgung der Katharer. Beiden Gruppen gemeinsam war die Ablehnung der Vorstellung Jesus Christus sei am Kreuz gestorben. Beide lehnten die Ansicht ab, dass der göttliche Geist in der Stofflichkeit, im verweslichen und tötbaren Körper gefangen gewesen sein sollte.

Vorwürfe: Dualismus, d.h. die Anerkennung zweier Prinzipien: des göttlichen, das Geist, Seele und Himmel schuf, und des teuflischen, das Körper und die Erde schuf.

Motive hinter den Vorwürfen: Furcht der katholischen Kirche vor berechtigter Kritik (z.B.: Verweltlichung des Klerus). Furcht vor Unterwanderung.

Reaktion:Uneinheitliches Vorgehen der Kirche, teilweise auch Verbrennung. Später fallen sie der Inquisition zum Opfer. Papst Innozenz III befiehlt den Kreuzzug. Ausrottung nicht nur der Albigenser, sondern von Teilen der Bevölkerung der Provence.

nach 1215
als Folge davon: Unter Innozenz III und Gregor IX wird die Inquisition unabhängig von den Bischöfen und direkt dem Papst unterstellt. Eine Art des Prozesses ist im Entstehen.

1234
Personengruppe: Stedinger Friesen (Bauern)

Vorwürfe: Teufel in Gestalt eines Bockes / FroschesHomagium wird verweigert (Homagium = Gehorsam gegenüber dem Lehnsherrn)Unzucht

Motive hinter den Vorwürfen: Dem Erzbischof von Bremen ging es um die Abgaben der Stedinger, die sie ihm aus politischen Gründen verweigerten.

Reaktion: Kein Prozess, sondern Kreuzzug: Vernichtung der Aufständischen bei Altenesch, der Rest erkennt die Forderungen an.

1307 – 1322
Personengruppe: Templer (vorwiegend Söhne französischer Adliger; die durch die Kreuzzüge enorme Reichtümer angehäuft hatten), der Templerorden wurde vorübergehend zum mächtigsten Ritterorden, der besonders in Frankreich über große Besitztümer verfügte. Ebenso wie die Katharer teilten die Templer Glaubensüberzeugungen der Gnosis (Guter Gott erschuf Himmel und Seele, böser Gott erschuf Erde und Körper). Es ist anzunehmen, dass die Templer auf spirituelle Geheimlehren stießen, die ihnen sowohl die Welt besser verständlich machten als auch einen persönlichen Weg der Erlösung wiesen.

Vorwürfe: Anbetung eines Dämonen namens Baphomet, sexuelle Vermischung, widerchristliche Praktiken parallel zum christlichen Ritus, Verhöhnung des Kruzifixes und die Feier des Sabbats in ihrer Kapelle in Laon (Frankreich).

Motive hinter den Vorwürfen: finanzielle Sorgen des Königs (Philipp der Schöne)

Reaktion: Verhaftung und Einziehung des Vermögenskeine juristische Verteidigung gestattet, Papst löst den Orden auf (1322) Verbrennung der Templer auf den Scheiterhaufen (der letzte Großmeister der Templer war Jacques de Molay, der 1314 auf dem Scheiterhaufen starb)

1335 – 1353
Personengruppe: Prozess von Toulouse

Vorwürfe: Anbetung des Teufels, Sabbat, Reigentanz

Motive hinter den Vorwürfen: religiöser Fanatismus der Inquisitoren

Reaktion: Ketzerprozess

Da die Verurteilten geständig waren: 8 Todesurteile, 11 lebenslängliche Haftstrafen, 44 mal 20-Jahre

1400

Jetzt entsteht der eigentliche Hexenbegriff. Er wird untrennbar an das Teufelsdogma gekoppelt. Kurz danach erscheinen verschiedene christliche Hexenbücher. Sie zielen auf eine Vernichtung der Hexerei ab, wobei der eigentliche Kampf dem Teufel gilt. 1484 erwirkten die Inquisitoren und Dominikaner Sprenger und Insitoris Kramer von Papst Innozenz VIII einen Erlass, der ihnen die alleinige Zuständigkeit für die Hexenverfolgung sicherte. Sie veröffentlichten auf Ersuchen des Papstes den „Hexenhammer“ (Malleus Melleficarum). Er beinhaltete sämtliche Elemente der Hexerei sowie das System der Ausrottung und Vernichtung. Durch den Buchdruck war er weit verbreitet. Er wurde zum Leitfaden der Hexenrichter und bis 1669 wurde er in verschiedenen Sprachen 29mal verlegt.


1435
Personengruppe: Jeanne d’Arc (Johanna von Orlean)

Vorwürfe: Bezweiflung der Autorität der Kirche

Motive hinter den Vorwürfen:politische Gründe der Engländer

Reaktion: politischer Justizmord, als Ketzerprozess geführt, Verbrennung

1459
Personengruppe: „Vauderie“ von Arras

Vorwürfe: Teufel in Gestalt eines Bockes, Ritt auf gesalbten Stöcken zum Sabbat, Verunglimpfung der katholischen Kirche, sexuelle Vermischung

Motive hinter den Vorwürfen: religiöser Fanatismus der Inquisitoren

Reaktion: Übergang vom Ketzer- zum Hexenprozeß
Es wird dem Prozeß das Denunziationsprinzip hinzugefügt.

um 1450

Der Buchdruck wird erfunden. Die Verbreitung von Schriften gegen Ketzer und Hexen verschärft die Verfolgungen.


1458 „Ketzergeißel“, Flagellorum haereticorum fascinariorum, des Dominikaners Jacquier – setzt die Existenz einer satanischen Sekte voraus, die den katholischen Glauben unterhöhlt, und deren Taten, einschließlich des Fluges, auf Realität beruhen. Er fügt den Merkmalen des Teufelsbundes das „Stigma diabolicum“ hinzu.


1459 „Fortalicium fidei“ein Grundlagenwerk von Alphonso de Spina gegen Ketzer, Juden und andere Nichtchristen. Die Luftfahrt „zauberischer Frauen“ (ein abgrenzender Begriff wie Hexe wird noch nicht verwendet) wird noch als Vorgaukelung von Dämonen gesehen, was jedoch die Schuld der Frauen nicht mindert.


1484 „Summis desiderantes“Ketzer/Hexenbulle des Papstes Innozenz VIII richtet sich gegen den Abfall vom katholischen Glauben bei Männer und Frauen gleichermaßen. Der Vorwurf der Schadenszauberei konzentriert sich auf die Verhinderung der Fruchtbarkeit bei Mensch, Tier und Pflanze.


1487 „Hexenhammer“Malleus maleficarum, verfasst von Jacob Sprenger und Heinrich Krämer (Institoris). Dieses Werk betrachtet die Frau als Hauptfeindin der Kirche. Durch seine genauen Anweisungen für die Prozessführung wurde es zu einem während der Zeit der Hexenverfolgung immer wieder gedruckten Gebrauchswerk für Hexenrichter.


1493 In Spanien werden rund 100 000 Menschen der Ketzerei angeklagt, 10 000 davon werden auf dem Scheiterhaufen verbrannt.


16. Jh.
Personengruppe: Besonders Frauen, aber auch Männer und Kinder

Vorwürfe: Hexenunwesen (d.h. Ketzervorwürfe auf Frauen zugespitzt, mit dem Zusatz der Schadenszauberei, und der Ausübung magischer Künste).

Motive hinter den Vorwürfen: Die Motive lassen sich immer weniger rational erfassen. Man kann sie nur noch als frauenfeindlich und menschenverachtend bezeichnen.

Reaktion: Hexenprozeß (im Gegensatz zum Ketzerprozess stand das Todesurteil im voraus fest)


1585 ließ der Erzbischof von Trier so viele Frauen als „Hexen“ verbrennen, dass in zwei Dörfern jeweils nur noch zwei Frauen übrigblieben.


17. Jh.
Personengruppe: besonders Frauen, aber auch Männer und Kinder

Vorwürfe: Hexenunwesen (d.h. Ketzervorwürfe auf Frauen zugespitzt, mit dem Zusatz der Schadenszauberei, und der Ausübung magischer Künste).

Motive hinter den Vorwürfen: Die Motive lassen sich immer weniger rational erfassen. Man kann sie nur noch als frauenfeindlich und menschenverachtend bezeichnen.

Reaktion: Hexenprozeß (im Gegensatz zum Ketzerprozess stand das Todesurteil im voraus fest)


1610 Letzte Hexenhinrichtung in Holland.


1630 Der Bischof von Würzburg lässt 1200 Männer und Frauen verbrennen.


1630 Der Erzbischof von Bamberg lässt 600 Frauen und etliche Männer verbrennen.


1632/1633 Prozess gegen Galileo Galilei, der seinen ketzerischen Thesen (die Welt ist nicht der Mittelpunkt des Universums) abschwören muss, um dem Feuertod zu entgehen.


1676 Der Erzbischof von Salzburg lässt 97 Frauen wegen Anstiftung einer Viehseuche verbrennen.


1684 Letzte Hexenhinrichtung in England.


1700 Höhepunkt der Hexenverfolgung, nach der Zeit der Reformation (Gegenreformation).Zu dieser Zeit war zwar die Phase der Wissenschaftsgeneration, doch kam diese zu spät, der Hexenwahn war nicht mehr aufzuhalten.Danach, der Beginn aufklärender Tendenzen.Die Männer, die den Hexenwahn schon lange bitter bekämpft hatten, der Jesuit Friedrich Spee, der Reformierte Balthasar Bekker, Christian Thomasius und Johann Weier, fanden langsam Gehör.


1745 Letzte Hexenhinrichtung in Frankreich.


1775 In Deutschland wird zum letzten Mal ein Scheiterhaufen angezündet. (Was nicht heißt, dass keine Hexen mehr verurteilt wurden!)


1782 Letzte Hexenhinrichtung in der Schweiz.


1792 In Polen wird zum letzten Male einer Frau der Hexenprozess gemacht:Todesurteil, dass natürlich schon vor der Verhandlung klar war.


1800 Nur wenige Fälle realer Hexenverfolgung bekannt.Verschiebung des Hexenbildes im Volksbewußtsein ins Märchenhafte, Naive, und Lächerliche. Integration der Hexe in die Märchenbücher.


1952 In England wurde das letzte Gesetz gegen Hexerei aus den Büchern gestrichen.


Gegenwart
In alleine dieser Zeit sind, seit dem 14. Jahrhundert, circa 100 000 Menschen am Scheiterhaufen qualvoll zu Tode gekommen. Diese Zahlen wurden aus überlieferten Unterlagen entnommen weitere Untersuchungen haben aber ergeben, dass mindestens doppelt so viele Menschen der Inquisition und deren Schergen zum Opfer gefallen sind. Wie viele Menschen aber wirklich diesem kollektiven Wahn zum Opfer gefallen sind, darüber gehen die Meinungen weit auseinander, von 500 000 bis zu neuneinhalb Millionen. 90% der Opfer der Brandjahre waren Frauen.

Doch wie man an den folgenden Beispielen sehen kann  werden auch in unserer heutigen Gesellschaft Minderheiten ausgegrenzt, schikaniert und verfolgt.


1995 In Tennessee beschwerte sich ein neunjähriges Mädchen über ihren Babysitter, weil er sie sexuell belästigt hatte. Die Mutter, sie war eine Wicca, des Mädchens wollte daraufhin den Babysitter anzeigen. Doch dieser drehte den Spieß um und beschuldigte sie der sexuellen Nötigung. Seine Mutter spazierte zur Polizei und zeigte die junge Mutter an. Bei einer Hausdurchsuchung wurden ihr Athame und ihre Tarotkarten sichergestellt. Beim folgenden Prozess verwickelte sich der Babysitter in viele Wiedersprüche. Doch auf Grund seinen Aussagen das sie ihn zum Geschlechtsverkehr, zum trinken von Blut und zur Einnahme von Drogen gezwungen hatte, wurde sie trotzdem zu zwölf Jahren Haft verurteilt.


North Carolina Dieser Fall ereignete sich in Onslow County, North Carolina. Dort suchte Kathleen Jones die Hilfe der örtlichen Sozialbehörde (Departement of Social Services). Ein Angestellter der DSS kam zu Mrs. Jones in die Wohnung und sah ihren Altar und weitere religiöse Gegenstände, denn Mrs. Jones war eine Wicca. Kurze Zeit später wurde ihr Sohn, damals 12 Jahre alt aus ihrem Haushalt weggenommen und in Fürsorge gegeben. Das Gericht ordnete sogar an das er jeden Sonntag einen christlichen Gottesdienst besuchen mußte.

In einem anderen Fall, der sich in der Medical Clinic in Camp LeJeune in Jacksonville ereignete. Ein Militärkaplan stellte eine christliche Mailingliste zusammen, damit er allen täglich Gebete senden konnte.
Ein dort stationierter Heide beantrage eine Genehmigung für eine Mailingliste für Heiden aufzustellen. Diese wurde ihm wiederholt verweigert. Sogar mit Aussagen wie, „Eine E-Mail ist nicht der richtige Platz für dich um verlorene Seelen zu rekrutieren.“.
Sein Executive Officer erkämpfte ihm das Recht eine Mailingliste einzuführen, doch dessen Vorgesetzter machte das ganze Vorhaben zunichte, weil so etwas auf keinen Fall auf seiner Base stattfinden würde.


Nebraska Das Kuratorium einer Bibliothek, in Hastings Nebraska, setzte die Empfehlung eines Bürgerkomitees nicht um und weigerte sich, mehr als 40 Kinderbücher mit Sachverhalten wie Hexerei und Gespenstern zu entfernen. Ein Treuhänder bemerkte, höchst vernünftig, daß alles in der Bücherei irgend jemandem anstoßvoll sei. Das Kuratorium merkte an, daß Eltern, die über solche Sachen besorgt sind, die Literaturauswahlen ihrer Kinder ja selbst überprüfen können.


Arkansas Terry Riley wusste, daß es nicht einfach sein würde, einen Esoterikladen im kleinen Brookland, Arkansas zu öffnen. Am Tag, an dem er Dagdas Occult Cauldron öffnete, erschienen 35 Christen um zu protestieren und Hymnen zu singen. Kurz danach erhielt er von seinem Vermieter eine Zwangsräumung. Eine Bürgerinitiative stellte eine Bittschrift an den Bürgermeister und den Stadtrat zusammen, die den Ausschluss des Ladens aus dem Ort verlangte. Eine andere verlangte die Kündigung der Bürgermeisters, da er die Öffnung des Ladens nicht verhinderte. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass er gesetzlich nichts gegen den Laden ausrichten kann. Riley (der Kontroverse gewöhnt ist, nachdem er dazu gezwungen wurde, ein Geschäft in dem naheliegenden Jonesboro, zu schließen), sagte, sein Geschäft boomt.


Boston Zwei große Kaufhausketten, Kmart und Wal-Mart, entfernten CDs von der Bostoner Band Godsmack aus ihren Regalen, nachdem sich Eltern über die profanen Lyrics und ein Pentagramm auf dem Cover beschwerten. Der Sänger der Band, Sully Erna, erzählte Reportern schon früher, er sei eine Hexe. Er erzählte: “Das ist wirklich nichts groß Aufregendes. Für eine Hexe, ist ein Zauber dasselbe wie ein Gebet für einen Katholiken. Es ist dasselbe Konzept, nur eine andere Vorgehensweise.“


Detroit Am Freitag, dem 21. Mai entschied ein amerikanisches Bundesgericht zugunsten dreier katholischer Familien, die sich durch ein Unterrichtsprojekt in einer staatlichen Schule des Bedford Central Schulbezirks, in ihren religiösen Rechten verletzt fühlten. Die Geschichte begann im Jahr 1995 als Schüler im Westchester Verwaltungsbezirk anfingen das magische Strategie-Kartenspiel ‘The Gathering’ zu spielen. Einige Eltern beschwerten sich über diese Karten, da sie der Ansicht waren, daß die Bilder darauf eindeutig satanisch seien. Die Empörung steigerte sich noch, als eine Lehrerin im Rahmen einer Unterrichtsstunde über Indien ihre Schüler anhielt Elephantenköpfe aus Zeitschriften auszuschneiden und sie mit Hilfe von Zahnstochern und Garn in Ganesha-Figuren zu verwandeln. Diese Puppen wurden im hauseigenen Laden der Schule auf einem neu errichteten Altar für eine ‘Tag der Erde-Liturgie’ angeordnet und an Schüler verkauft, um böse Träume von ihnen fernzuhalten. „Das Geschäft mit den entsetzlichen Puppen ist ein widerliches Beispiel für die Verbreitung von Aberglauben unter Kindern in sehr jungem und beeinflußbarem Alter“, sagte der U.S. Bezirksrichter Charles Brieant und befahl dem Bedford Central Schulbezirk diese Aktivitäten sofort zu stoppen. Brieant wies die Anschuldigungen im Bereich des Kartenspiels, sowie des Yoga-Unterrichts und dem Besuch von Friedhöfen zurück. Aber in dem Erdaltar sah er einen „subtilen Druck sich in die Lehren der Hindu-Religion hineinziehen zu lassen. … Während das Lesen der Ganesha-Geschichte Teil eines neutralen, nichtreligiösen Lehrplans sein kann, scheitert dieser Gerichtshof daran irgendeine Rechtfertigung für die Aufforderung an leicht beeinflußbare Schüler zu finden, Abbilder eines bekannten religiösen Gottes herzustellen.“

Während der Bedford Central Rechtsanwalt Warren Richmond enttäuscht von einer entmutigenden Wirkung dieses Urteils spricht, zeigt sich Mary Ann DiBari – eine der klagenden Parteien – sehr erfreut darüber, wenn sie auch gehofft hätte, daß auch das magische Kartenspiel unter die Verbote gereiht worden wäre.


1998 Papst Johannes Paul hat sich für die Verfehlungen der Römisch Katholischen Kirche während des Holocaust entschuldigt. Er meinte „Der Holocaust war das Werk eines durch und durch Neo-Heidnischen Regimes.“ (Associated Press, 3/16/98)

Ein Teenager in Wisconsin hatte sich darüber beschwert das sie über die Internetverbindung der Schulbibliothek keine Seiten über das Hexentum, Magie und Erd-bezogene Religionen ansehen konnte. Der Leiter des Abteilung teilte dem Mädchen mit das sie sich nur über Christliche Religionen informieren könne. Der Schulbezirk hat Richtlinien um Schüler vor unangemessenen Internetseiten zu schützen, überwacht durch Erwachsene Aufsichtspersonen. Ein Schulsprechen sprach sich jetzt gegen diese Einschränkung der Redefreiheit aus, die Familie des Mädchens nahm sich einen Anwalt.


Schätzung der bei Hexenprozessen seit 1500 umgekommenen Menschen:

100.000 sind in den überlieferten Unterlagen festgehalten.
200.000 nach Robbins, R.H.: Encyclopedia of Witchcraft and Demonology. New York 1959. S.50, 207ff.
9.000.000 in den Nachforschungen der Würzburger Uni

Mit dem „Sieg“ der Vernunft der Aufklärung kam es langsam aber sicher zu einem Ende der Hexenverfolgungen. Die Aufklärung war der größte geistige Befreiungs – und Entlastungsversuch der Geschichte. Das 18. Jahrhundert wurde das Jahrhundert der Aufklärung. Die wichtigsten Reformen für die Hexenprozesse waren:

  1. Abschaffung der Folter im Strafprozeß.
  2. Die Quälereien bei Hinrichtungen sollten abgeschafft werden.

Voltaire (1694 – 1778): „Seitdem es in Frankreich Philosophen gibt, beginnen die Hexen zu verschwinden.“
Der Hexenglaube wurde als Aberglaube gebrandmarkt.

Land:Zeit:Sonstiges:
Niederlande16/17. JahrhundertWar seit dem 16. Jahrhundert ein Zufluchtsort für Verfolgte.
England17. JahrhundertLetzte Hinrichtung einer Hexe war 1684
Island17. Jahrhundert1685 wurde das letzte Opfer verbrannt.
Habsburgische Erblande18. JahrhundertUngarn: Letzte Hinrichtung 1752; Reformen von Maria Theresia (Abschaffung der Folter), 1740 wurde die bestehende Rechtsordnung für Hexenprozesse aufgehoben.
Bayern18. JahrhundertDon Ferdinand Sterzinger Gegner der Hexenprozesse. Letzter Prozeß 1775 im Reichsstift Kempten.
Schweden18. Jahrhundert1779 Todesstrafe auf Zauberei aufgehoben durch König Gustav III.
Schweiz18. JahrhundertFast noch das ganze 18. Jahrhundert grausame Prozesse. Letzte Hinrichtung 1782 in Glarus
Polen18. JahrhundertProzesse gegen Zauberei mit dem Reichstag von 1792 verboten.
Deutschland18. JahrhundertLetzter Prozeß 1793 im Großherzogtum Posen

Die Hexenprozesse von Glarus in der Schweiz 1782 und der im deutschen Posen 1793, beide mit der Vollstreckung des Urteils, sind die beiden letzten bekannten Prozesse im mittleren Europa.
Die Folter hatte jedoch erst im Laufe des 19. Jahrhunderts ihre Bedeutung verloren und wurde dann erst abgeschafft.

Weiterführende Literatur:

Colett Piat – Als man die Hexen verbrannte

Wolfgang Behringer – Hexen: Glaube, Verfolgung, Vermarktung

Gerd Schwerhoff – Die Inquisition: Ketzerverfolgung in Mittelalter und Neuzeit

Sönke Lorenz – Wider alle Hexerei und Teufelswerk: Die Europäische Hexenverfolgung

Johannes Dillinger – Hexen und Magie

Brian P. Levack – Hexenjagd: Die Geschichte der Hexenverfolgungen in Europa

Malcom Gaskill – Hexen und Hexenverfolgung: Eine kurze Kulturgeschichte

Heike Albrecht – Hexenglauben,Hexenverfolgung, Hexenwahn in Deutschland der frühen Neuzeit

Wikipedia – Hexenverfolgung