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Komplementärmedizin – äußere Anwendungen

Wie bei allen Themen die „naturheilkundlich behandeln“ beinhalten, ersetzen diese Hinweise und Tipps nicht den Besuch beim Arzt/Heilpraktiker, ebenso wenig wie das eigenverantwortliche Handeln.

Dies ist quasi ein Fortsetzungsbeitrag von „Wickel, Umschläge und Auflagen“ und soll diesen nun thematisch ergänzen. Ich war Ende September auf dem Kongress „Äußere Anwendungen in der naturheilkundlichen Praxis“ und hab da nicht nur ganz viele tolle Impulse mitgenommen, sondern auch sehr schöne Vorträge und ganz wunderbar gestaltete „Themeninseln“ besuchen dürfen, die ich hier ein bissel vorstellen möchte.

Wickel und Auflagen gehören zu den ältesten Therapieformen. Sie eignen sich für unterschiedliche Indikationen, zur Akutbehandlung (z.B. zur Fieberregulierung) wie auch als Anwendung mit Langzeitwirkung (z.B. bei chronischen Entzündungen).

Im Gegensatz zu Einreibungen oder Waschungen erfordern Wickel und Auflagen keine permanente Anwesenheit. Einmal angelegt, arbeiten sie „selbstständig“ weiter.

Verletzungen oder Erkältungen mit Wickeln und Auflagen zu behandeln, zählt zu den fast vergessenen, aber sehr sanften Methoden, um kleine Wehwehchen zu lindern. Diese traditionellen Anwendungen, ergänzt durch die wohltuende Wirkung ätherischer Öle, sind heute wiederentdecktes Wissen, dass sich durch seine sanfte und natürliche Herangehensweise auszeichnet. Solche Methoden sind nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder wunderbar geeignet und bieten eine einfache, aber effektive Möglichkeit, das Wohlbefinden zu steigern und Beschwerden zu lindern. Bei Wickeln, Packungen, Umschlägen oder Auflagen handelt es sich im Kern immer um dasselbe Prinzip: Ein Wirkstoff – sei es Wasser, ein Basisöl mit oder ohne ein ätherisches Öl – wird in (mehrere) Lagen Tuch eingewickelt und anschließend auf die Haut aufgebracht. Durch diese Methode werden die wohltuenden Substanzen langsam und sanft an die Haut abgegeben, was die natürliche Heilung fördert und das Wohlbefinden steigert.

Was Wickel und Auflagen alles können

Fieber senken, den Stoffwechsel anregen, die Verdauung harmonisieren, Schmerzen lindern, Abwehrkräfte stärken, beruhigen, entkrampfen – all das können Wickel und Auflagen. Und noch viel mehr. Sie erzielen ihre Wirkung durch einen Temperaturreiz (meist Wärme), durch die enthaltene Wirksubstanz und durch die menschliche Zuwendung, ohne die sich diese Therapieformen gar nicht anwenden lassen. Wickel und Auflagen sprechen den pflegebedürftigen Menschen ganzheitlich an, also nicht nur körperlich, sondern auch seelisch und geistig. Deshalb werden sie in der anthroposophischen Medizin und Pflege besonders geschätzt.

Für die häusliche Pflege sind Wickel und Auflagen so interessant, weil sie, einmal angelegt, noch lange nachwirken. Sie übernehmen sozusagen das Umsorgen, während man z.B. den Haushalt versorgt.

Bewährte Hausmittel für Groß und Klein

Zwiebelkraft: Bei Ohrenschmerzen haben sich sanfte Ohrkompressen mit Zwiebel bewährt: Die wohltuende Wärme und die ätherischen Öle unterstützen den Heilungsprozess – praktisch und angenehm anwendbar.

Zitrone für den Hals: Ein Halswickel mit Zitronenscheiben bringt Linderung bei Halsschmerzen (Für Kinder ab 2 Jahre und Erwachsene)

Kupfersalbe bei kalten Füßen – Kupfersalbe auf den Fußsohlen wirkt ableitend und regt den Wärmeorganismus an.

Eukalyptusölauflage für die Nasennebenhöhlen – dafür kann man entweder eine ferige Öl-Erkältungsmischung nehmen, oder einen Erkältungsbalsam. Dies auf eine Kompresse oder Wattepad geben, zwischen zwei Wärmequellen, z.B. Wärmflaschen, erwärmen und einige Minuten auf den Nasen-/Wangenbereich auflegen.

Aconitauflage bei Ohrenschmerzen – eine Alternative zu den Zwiebelauflagen bieten die Aconit-Ohrentropfen.

Auch Fußbäder entfalten eine wohltuende, entspannende und stoffwechselanregende Wirkung, je nach Wassertemperatur und Heilpflanzenzusatz. Die meisten Fußbäder werden im Bereich von 37 Grad Celsius angewendet. Zum Fieber senken wird 2 Grad unter Körpertemperatur mit Zitrone gearbeitet. Bei einer Blasenentzündung mit 39 Grad oder mehr und Eukalyptus. (mehr im Gesundheits-Ratgeber von Wala)

Eine weiter Möglichkeit ist die Auflage mit Bockshornklee. Zumindest wenn man keine Allergie, Abneigung gegen den Geruch, starke Hautempfindlichkeit oder ein Säugling ist, sind die Indikationen für eine warme Auflage chronische und degenerative Gelenkerkrankungen, rheumatische Erkrankungen und das Fibromyalgie-Syndrom (FMS); für eine kalte Auflage sind die Indikationen Abszesse, Furunkel, Sinusitis, akute entzündliche Erkrankungen von Sehnen und Gelenken.

Eine weitere Form der Anwendung, die allerdings in die Hände von echtem Fachpersonal gehören, sind Auflagen mit hautreizenden Substanzen. Die Wirksubstanz in hier der wärmegebende Faktor, nicht die Auflage selbst. In der modernen Schmerzambulanz werden schon Pflaster mit hochdosiertem Capsaicin (Chilli) erfolgreich angewendet, diese sind allerdings nur Minuten auf der Haut. Ähnlich verhält es sich mit Auflagen mit Senfölen (aus schwarzem oder weißem Senf, Meerrettich oder Weißkohl/Wirsing), Lauchölen (Zwiebeln), Gingerolen oder Shogaolen (Ingwer) und Piperin (Pfeffer).

Die Dampfauflage, mir war diese so noch nicht bekannt, wurde mir beim Kongress „wärmstens“ als Alternative zur „Heißen Rolle“ empfohlen. Hier ein toller Link für eine Dampfauflage für die Leber mit Schafgarbe

Eine Ergänzung zur Salbenauflage möchte ich die Pechsalbe/Harzsalbe empfehlen, besonders bei allen entzündlichen Prozessen – auf die sie wie eine Zugsalbe wirkt. Vier Hersteller kann ich dabei besonder empfehlen: aromapflege.com, maienfelser-naturkosmetik.de, forpeople-skincare.de und sonnenmoor.at/bahnhof-apotheke.de

ergänzende Links:

weiterführende Literatur:

Podcast-Empfehlung: Aromatherapie für deine Ohren

Aromatherapie für Männer – Unterstützung der Prostata

Dies ist eine spezielle Übersicht zum Thema Prostata und welche Unterstützung ätherische Öle und Hydrolate bieten können.

Diese Auflistung hat wieder keinen Anspruch auf Vollständigkeit und soll eher einen Eindruck vermitteln, und mit den genannten Quellen die Selbstermächtigung stärken.

äth. ÖleHydrolate
AtlaszederZeder
Copaiba
Myrte ct. cineol
PfefferminzePfefferminze
Rosamrin cineolRosmarin
SandelholzSandelholz
Thymian ct. thujanol
SchwarzkieferWaldkiefer
ZypresseZypresse

Eine Rezeptur aus Aromapraxis für Pflege- und Heilberufe zur Unterstützung bei/nach Prostataerkrankungen als Körperöl:

  • 50ml Mandelöl
  • 4 Tr. Zypresse
  • 4 Tr. Orange
  • 2 Tr. Rosamrin cineol
  • 2 Tr. Atlaszeder

Doch die Koryphäen der deutschen Aromatherapie haben noch einen Inhalierstift im gleichnamigen Buch (Aromapraxis für Pflege- und Heilberufe):

  • 3 Tr. Lorbeer
  • 1 Tr. Pfeffer schwarz
  • 1 Tr. Copaiba
  • 1 Tr. Atlaszeder

In Aromapraxis für Pflege- und Heilberufe schreiben Frau Herber und Frau Zimmermann über das benigne Prostatasyndrom (früher benigne Prostatahyperplasie) in Zusammenhang mit der Studie von 2009 von Prof. Dr. Hanns Hatt über das Ionon und stellen 3 „Schambein- und Dammöle“ und ein Zäpfchenrezept bereit.

Die Iononhaltigen Öle Veilchenblätter, Mimose und Boronia kommen darin verstärkt zum Einsatz. Iris wäre ebenso denkbar.

Im Buch Hydrolatherapie: Heilen mit Pflanzenwässern wird die Einnahme einer Mischung aus den Hydrolaten Pfeffermize, Sandelholz, Waldkiefer und Zypresse (alle jeweils 100ml) während 40 Tagen , vor dem Frühstück und Mittagessen 1 Tasse warmes Wasser mit einem Kaffeelöffel dieser Hydrolatmischung zu trinken. Nach 40 Tagen eine Pause einlegen, falls nötig wiederholen. – Auch kann mit der Hydrolatmischung ein Wickel getränkt werden, und auf der Schamgegend aufgelegt werden.

In Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis wird eine Mischung von Eukalyptus (radiata oder staigeriana), Sandelholz, Teebaum und Zitroneneukalyptus (gesamt zusammen 18 Tr.) in 30ml Calophyllumöl und/oder Johanniskrautmazerat als Einreibung empfohlen, oder für eine Ölkompresse.

Quellenverzeichnis:

  • Bosson, L. Hydrolatherapie: Heilen mit Pflanzenwässern. 1. Aufl. Morges: USHA Veda Sàrl; 2017 (S. 293+294)
  • Steflitsch, W. & Wolz, D. & Buchbauer, G. & Heuberger, E. & Stadelmann, I. Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis. 3. überarbeitete Neuaufl. Wiggensbach: Stadelmann; 2023 (S. 201+202)
  • Wabner, D. Taschenlexikon der Aromatherapie. 1. Aufl. Bad Kötzting: Systemische Medizin AG; 2013 (S. 46, 235, 305, 440, 523)
  • Zimmermann, E. & Herber, S. Aromapraxis für Pflege- und Heilberufe. 1. Aufl. Stuttgart: Haug; 2024 (S. 145, 192)

ergänzende Links:

Aromatherapie für Männer – Unterstützung für Libido und Sexualkraft

Dies ist eine spezielle Übersicht zum Thema Libido und Unterstützung der Sexualkraft, und welche Unterstützung ätherische Öle und Hydrolate bieten können.

Diese Auflistung hat wieder keinen Anspruch auf Vollständigkeit und soll eher einen Eindruck vermitteln, und mit den genannten Quellen die Selbstermächtigung stärken.

äth. ÖleHydrolate
Angelikawurzel
BasilikumBasilikum
BergamotteBergamotte
Cabreuva
ChampakaChampaka
Ingwer
JasminJasmin
Kewra AttarKewra
MuskatellersalbeiMuskatellersalbei
PatchouliPatchouli
Pfeffer schwarz
RoseRose
RosengeranieRosengeranie
Rosmarin ct. cineolRosmarin
SandelholzSandelholz
SchwarzkieferWacholderbeere
Ylang-YlangYlang-Ylang
Zimt

Bei diesem stark stigmatisiertem Thema ist es noch entscheidender das die Nase desjenigen, der die Mischungen aufgetragen bekommt, mit entscheidet!

Eine Rezeptur aus Aromapraxis für Pflege- und Heilberufe zur Partnermassage:

  • 30ml Mandelöl
  • 20ml Pflaumenkernöl
  • 5 Tr. Pfeffer schwarz
  • 4 Tropfen Orange
  • 2 Tr. Lorbeer

Eine Rezeptur aus Aromapraxis Heute bei erektiler Dysfunktion:

  • 50ml Mandelöl
  • 5 Tr. Orange
  • 2 Tr. Rosmarin cineol
  • 2 Tr. Muskatellersalbei
  • 2 Tr. Sandelholz
  • 1 Tr. Ingwer
  • 1 Tr. Peffer schwarz

Diese Mischung soll auf der Innenseite der Oberschenkel und dem Unterbauch aufgetragen werden.

Eine Rezeptur aus dem Klinikhandbuch von Prof. Wabner, ebenso aus Aromapraxis Heute, als stimulierende Einreibung:

  • 50ml Jojobaöl
  • 8 Tr. Bergamotte
  • 5 Tr. Ingwer
  • 5 Tr. Sandelholz
  • 5 Tr. Ylang-Ylang
  • 3 Tr. Muskatellersalbei

Diese Mischung soll auf der Oberschenkelinnenseite und der Lendenwirbelsäule aufgetragen werden.

Im Buch Hydrolatherapie: Heilen mit Pflanzenwässern wird die Einnahme morgens und mittags einer Tasse warmen Wassers mit 1 TL Waldkieferhydrolats. Abends 1 Tasse warmes Wasser mit 1 TL Sandelholzhydrolat.

Bauch und Geschlechtsorgane mit Sandelholzhydrolat besprühen. Andere Hydrolate wie Jasmin, Kewra, Champaca, Ylang-Ylang und Angelikawurzel ebenso denkbar.

Desweiteren wird eine Massageölmischung nach folgender Rezeptur (Menge der ätherischen Öle wurde abgewandelt) empfohlen auf Unterbauch und Geschlechtsorgane aufzutragen:

  • 100ml Aprikosenkernöl
  • 4 Tr. Rosengeranie bourbon
  • 4 Tr. Rose destl. 10%
  • 6 Tr. Fokienia-Zypresse, Siamholz
  • 6 Tr. Wacholderbeere
  • 3 Tr. Ylang-Ylang
  • 8 Tr. Bergamottminze

Zusätzlich, zur Stimulation der Nebennieren, empfiehlt Lydia Bosson einen Tropfen Schwarzkiefer (Lariciokiefer) mit dem Handrücken den unteren Rücken massieren.

In Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis wird eine Mischung von Ingwer, Muskatellersalbei, Pfeffer schwarz und Sandelholz in einer 2%igen Mischung als Einreibung empfohlen.

Um die psychische Situation bei diesem Thema zu stabilisieren könnte man auch eine individuelle Bachblüten-Mischung erwägen mit den Bachblüten Oak (Eiche), Olive (Olive), Pine (Kiefer), Clematis (Waldrebe), Sweet Chesnut (Edelkastanie) und Rock Rose (Gemeines Sonnenröschen)

Als Gemmomazerat wird Mammutbaum im besonderen, und Rosmarin und Stiel-Eiche empfohlen. Diese kann man entweder hier, oder hier beziehen.

Ein Tee-Rezept zur Stärkung der männl. Libido aus Tee-Rezepte für die humoralmedizinische Praxis enthält Saturejae herba (Bohnenkraut), Damianae folium (Damianablatt), Zingiberis radis (Ingwerwurzel)/Calami rhizoma (Kalmuswurzel) und Eleutherococci radis (Taigawurzel) in einem Verhältnis 30/30/15/25. 2-3mal täglich 1-2 Teelöffel mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen und 10-15min bedeckt ziehen lassen. Die Zugabe von 1/4 TL Honig wird empfohlen.

Eine weitere Rezeptur wäre Calami rhizoma (Kalmuswurzelstock), Aurantium dulc. pericarpium (Süss-Orangenschale), Cinnamomi cortex (Zimtrinde), Juniperi fructus cont. (Wacholderbeere angestossen), Rosmarini folia (Rosmarinblatt) und Foeniculi fructus cont. (Fenchelfrucht angestossen) in einem Verhältnis 20/20/20/20/10/10 1-2 Teelöffel mit 1 Tasse siedendem Wasser übergießen und 10-15min bedeckt ziehen lassen. (bei empfindlichen Nieren Wacholderbeeren durch Goldrutenkraut ersetzen) Die Zugabe von Honig oder Süßholz kann die austrocknende Wirkung abmildern.

Um noch eine Variation zu zeigen, wäre Eleutherococci radis (Taigawurzel), Gentianae radis (Enzianwurzel), Imperatoriae rhizoma (Meisterwurzelstock) und Liquiritiae radis (Süssholzwurzel) in einem Verhältnis 50/20/15/15. 2-3mal täglich 1-2 Teelöffel mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen und 15min bedeckt ziehen lassen.

Quellenverzeichnis:

  • Beier, C. & Demleitner, M. & Hamm, D. & Danner, H. Aromapraxis Heute. 1. Aufl. Urban & Fischer in Elsevier; 2022 (S. 140+141)
  • Bosson, L. Hydrolatherapie: Heilen mit Pflanzenwässern. 1. Aufl. Morges: USHA Veda Sàrl; 2017 (S. 283, 293+294+295)
  • Hutter, L. Tee-Rezepte für die humoralmedizinische Praxis. 1. Aufl. Schiedlberg:BACOPA; 2020 (S. 42, 83, 136)
  • Steflitsch, W. & Wolz, D. & Buchbauer, G. & Heuberger, E. & Stadelmann, I. Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis. 3. überarbeitete Neuaufl. Wiggensbach: Stadelmann; 2023 (S. 314+315)
  • Stern, C. Gemmotherapie Grundlagen – Indikationen – Behandlung. 2. vollständig überarbeitete und erweiterte Aufl. Stuttgart: Haug; 2025
  • Wabner, D. Klinikhandbuch Aromatherapie. 1. Aufl. Bad Kötzting: Systemische Medizin AG; 2017 (S. 510)
  • Zimmermann, E. & Herber, S. Aromapraxis für Pflege- und Heilberufe. 1. Aufl. Stuttgart: Haug; 2024 (S. 136)

ergänzende Links:

Aromatherapie für Männer

Dies wird nicht nur ein Sammelbeitrag von Beiträgen die schon existieren, sondern durch ein aktuelles Webinar von Oshadhi „Aromatherapy for men’s health and wellbeing“, kam ich ins Grübeln, dass es neben den geschlechtsunspezifischen Beschwerden jede Menge Infos inzwischen zur Frauengesundheit gibt – ganz besonders weil diese in der Heilkunde lange Zeit vernachlässigt wurden – dennoch ein expliziter Beitrag der sich auf die Männerbeschwerden fokussiert fehlt. Das Webinar wurde von Beverly Higham aus England gehalten, und basiert auf ihren Erfahrungen.

Ich weise explizit darauf hin, dass diese Tipps, Links und Hinweise keinesfalls den Besuch beim Arzt/Heilpraktiker*In ersetzen, und hier zu Informations- und Selbstermächtigungszwecken dienen sollen. Auch auf die Nebenwirkungen von ätherischen Ölen sei verwiesen.

Die Datenlage ist mehr als spärlich, als ob es zu ätherischen Ölen sowieso an diesem Forschungsgebiet mangelt, gibt es was männerspezifische Erkrankungen angeht wenn nur Laborstudien – und die Erfahrungsmedizin. Darum seht es mir bitte nach, ich werde trotzdem nach Studien graben, aber diese vielleicht erst nach einiger Zeit einfließen lassen.

Bei vielen Themen kann man quasi „unisex“ über Gesundheit, Gesunderhaltung und generelle Unterstützung sprechen. Doch gibt es speziell auch für Männer Themen die sozusagen „herausragend“ sind.

Die typischen Erkrankungen/Beschwerden von Männern kann man grob zusammenfassen:

Obwohl die gender-health-gap sehr deutlich gemacht hat, wie in der Medizin und Forschung Männer über Jahrzehnte (Jahrhunderte!?) bevorzugt wurden, sterben Männer nach wie vor früher als Frauen. – Das liegt unter anderem daran, dass Männer statistisch deutlich seltener und deutlich verzögerter zum Arzt gehen und Vorsorgeuntersuchungen deutlich stigmatisierter sind als bei Frauen – wenigstens einmal etwas was die Frauen mal nicht erdulden müssen.

Und woran es liegt, dass Männer dieses statistisch auffallende Verhalten zeigen, liegt wahrscheinlich an vielerlei Gründen. Beginnend mit dem „ein Mann/Indianer kennt keinen Schmerz“-Sprüche aufgewachsen zu sein – sehr irrig wo doch so viele Indianer hier in Westeuropa leben (der korrekte Ausdruck „indigene Völker“ wurde hier absichtlich zur Verdeutlichung des Sprichwortes nicht gewählt).

Weiter über vorpubertäre Stigmatisierung von allem was mit Intimität zu tun hat, bis hin zu den Untersuchungsmethoden (Proktologe, Urologe, Androloge) die allein bei der Vorstellung den meisten Männern Schweißausbrüche bescheren. Gekrönt wird dies wahrscheinlich mit dem großen Wort „Gewohnheit“. Damit möchte ich nun nicht sagen, dass Männer die Sturheit für sich gepachtet hätten, aber das Sprichwort „sturer Bock“ kommt schließlich auch nicht von ungefähr. 😉

Ebenso wird das strukturelle Problem das es immer weniger Hausärzte gibt, und so gut wie nur überlaufene Facharztpraxen hier ebenso wenig in Rechnung gestellt.

Erkrankungen/Beschwerden die geschlechtsunabhängig(-er) sind:

Vielleicht wird die geneigte Leser*In nun denken, Harnwegsinfekte, kardio-vaskuläre Probleme und Hormonschwankungen sind doch ebenso (und manchmal auch deutlich häufiger) bei Frauen zu finden. Bei Männern gehört der Harnwegsinfekt zu den schwerwiegenden Erkrankungen, denn durch die längere Harnröhre braucht es deutlich mehr Bakterien bis sich eine Infektion als solche überhaupt „bilden“ kann.

Obwohl Männer und Frauen über eine Vielzahl von Hormonen und Neurotransmittern verfügen die bei beiden vorkommen, so gibt es signifikante Unterschiede in der Mengenverteilung. Testosteron wird beispielsweise zwar von beiden primären Geschlechtsdrüsen gebildet, aber in deutlich anderer Konzentration.

Ebenso natürlich die kardio-vaskulären Probleme, vor allem beim Herzinfarkt, unterscheiden sich die Symptome drastisch von denen beim Mann, weshalb auch viele Herzinfarkte bei Frauen unerkannt und damit leider unbehandelt bleiben. Was die Herzinfarkte+Schlaganfälle bei Männern deutlich hervorhebt ist die Tendenz in deutlich jüngerem Altern zu erkranken, denn den Männern fehlt das protektive Östrogen.

Und wer in diesem Zuge denkt, dass HPV sowieso nur Frauen betrifft, der ist wohl auch der Ansicht das Geschlechtsverkehr nur Singulär stattfindet 😉 (beim Link zu „Auch der/die PartnerIn sollte sich behandeln“ springen, aber besser den ganzen Beitrag lesen)

Neben vielen naturheilkundlichen Dingen die man für den Mann tun könnte – spontan denke ich an die Gemmotherapie und das Gemmomazerat Mammutbaum – soll es hier um die Aromatherapie im speziellen gehen. (mehr dazu in Stern, C. Gemmotherapie Grundlagen – Indikationen – Behandlung. 2. vollständig überarbeitete und erweiterte Aufl. Stuttgart: Haug; 2025)

  • Herzerkrankungen – äth. Öle können kardioprotektiv, gefäßschützend und entzündungshemmend unterstützen
  • Prostata – äth. Öle können die Vergrößerung der Drüse reduzieren, den PSA-Wert senken und (zumindest im Labor bestätigt, invitro) auf Karzinome wirken
  • Schlaganfall – äth. Öle können neuroprotektiv wirken, unterstützen die Erholung sowohl physisch als auch psychisch
  • Diabetes – äth. Öle können Stresslevel reduzieren, und wirken ausgleichend auf unsere Gemütslage, können bei Insulinresistenz wirken und hormonmodulierend wirken
  • Lebererkrankungen – äth. Öle können entzüdnungshemmend wirken und den Gallenfluss unterstützen
  • Lungenerkrankungen – äth. Öle können abschwellend, antibiotisch und heilungsunterstützend wirken
  • Libido – äth. Öle können hormonregulierend wirken, entspannen und Wohlbefinden steigern
  • Depression – äth. Öle können begleitend eine Therapie bei Depression unterstützen, wirken ausgleichend und aufbauend
  • Schlafprobleme – äth. Öle können bei überarbeiteter Schlafhygiene und -routine unterstützend wirken

Die „Top ätherischen Öle für den Mann“

Ergänzend wurden die Öle mit dem äth. Öle Lexikon auf aromapraxis.de verlinkt, wer da mehr darüber lesen möchte. – Ich betone hier nochmals, dass es sich bei meiner Auflistung zum Großteil um Erfahrungswerte handelt. Die Tabelle erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!

ätherisches Ölzugeschriebene WirkungVerweis auf weitere Info
Basilikum, Ocimum basilicumbei Stress mit Rosengeranie, stimmungsaufhellend, neurotonisch, entzündungshemmend, wirksam bei Angst und Schlafstörungenergänzend einer Studie von 2023 antimykotisch
Bergamotte, Citrus bergamiaentzündungshemmend, Anxiety reduzierend, stimmungsaufhellend, schlaffördernd(in der Verlinkung zum Beitrag von Eliane Zimmermann tonnen von Infos enthalten)
Boronia, Boronia megastigma„krampflösend, der relevante Inhaltsstoff beta-Ionon wirkt In vitro regulierend und [hemmend] auf das Wachstum von Prostatatumorzellen […], in privaten Beobachtungen konnte der stark erhöhte PSA-Wert deutlich verringert werden (in Suppositorien/Zäpfchen eingearbeitet und als Öl für die Schambeingegend, winzige Mengen (0,5 bis 1 Prozent scheinen zu genügen)“ schreibt Eliane Zimmermann in ihrem Öle-Lexikonbei feeling in einer 10% Verdünnung erhältlich; (in der Verlinkung zum Beitrag von Eliane Zimmermann tonnen von Infos enthalten)
Cabreuva, Myrocarpus fastigiatuswird als besonders hormonell regulierend beschrieben, vor allem für Männer in einem Review von 2015 wird die antibakterielle und antifungale Wirkung beschrieben
Copaiba, Copaiva, Copaiferabesonders entzündungshemmend bei Arthritis, schmerzlindernd und wundheilungsfördernd; psychisch schlaf- und entspannungsförderndReview 2017 zur antibakteriellen und antimykotischen Wirkung von Copaibaöl
Eukalyptus, cineol und staigerianaals Blasenauflage, evtl auch mit Lavendel bei Harnverhalt und Harnwegsinfekt; schleimlösend (nach Signaturenlehre „austrocknend“); E. staigeriana wird als libidosteigernd beschriebenin einer Veröffentlichung 2005 wird die schmerzlindernde Wirkung in Kombination mit Majoran, Lavendel, Rosmarin und Pfefferminze mit einer Einreibung bei Arthritis beschrieben
Gewürznelkenknospe, Syzygium aromaticumdurch den hohen Eugenolgehalt (Phenol) stark antibiotisch, stark schmerzlindernd, stark durchblutungsfördernd, auch lokal betäubend und seit Jahrhunderten in der Zahnheilkunde eingesetztin einer Studie von 2019 wurde die wundheilungsfördernde Wirkung der Beta-Caryophyllen beschrieben, ergänzend einer Studie von 2022; neben der stark durchblutungsfördernden und antibiotischen Wirkung, wurde wohl auch eine Wirkung auf die Haarfolikelstammzellen beobachtet, die hier das Thema Haarausfall streift (Studie bisher dazu nicht gefunden)
Hopfen, Humulus lupuluskommt bei mir als CO2-Extrakt in Mischungen zum Schlafen zum Einsatz, durch die Zugehörigkeit zur Familie der Cannabispflanzen auch eine ergänzend schmerzlindernde Wirkung denkbarergänzend Review 2018 zur antibiotischen Wirkung; soll laut Wabner eine anaphordisierende Wirkung haben
Ingwer, Zingiber officinalefür eine Solarplexusmassage zur deutlichen Stressreduktion, Ingwer schenkt eine innere Wärme die besonders in den Wintermonaten fehlt; wirkt sexuell stimulierend, erdend, kräftigend und übelkeitsreduzierend in Kombination mit Zitrone und Pfefferminz Review 2012 – Ein kurzer Überblick über die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Anwendung der Aromatherapie bei Übelkeit und Erbrechen
Iris, Iris germanicafein pudriger Duft in niedriger Dosierung, wirkt psychisch stark aufbauend und ist mit seinem enthaltenen Ionon besonders interessant bei Prostatabeschwerden, soll aber auch bei Asthma und Bronchitis gute Dienst leisten(in der Verlinkung zum Beitrag von Eliane Zimmermann tonnen von Infos enthalten)
Jasmin, Jasminum grandiflorumeine Einreibung mit Jasmin niedrig dosiert (!) könnte bei erektiler Dysfunktion sowie sexueller Unlust unterstützenindolhaltige Medikamente werden bei erektiler Dysfunktion bereits eingesetzt; ergänzend Studie 2023 und Review 2023
Kamille röm., Chamaemelum nobileneuroprotektiv, antidepressiv, blutdrucksenkende Wirkung; die römische Kamille gilt als Herz- oder Seelenkamille, überzeugt aber genauso im Ischias-Wohl Rollon bei SchmerzenStudie 2022 – Eine Übersicht über seine traditionellen Verwendungszwecke, chemischen Bestandteile, pharmakologischen Wirkungen und Qualitätskontrollstudien
Khella, Ammi visnagain Mischungen zum Durchatmen und tiefem Einatmen, bekannt durch Mischungen von Sabrina Herber und Eliane Zimmermann „In die Weite atmen„, entkrampfend und wirksam auf Leber+Niere+HerzReview 2020 – Ammi Visnaga L., eine potenzielle Heilpflanze
Review 2023 – Ammi-visnaga-Extrakt; ein neuartiges pflanzliches antivirales Mittel gegen Rinder-Rotaviren
Lariciokiefer/Schwarzkiefer, Pinus nigra subsp. laricioVeneninsuffizienz, schwere Beine, Muskel- und Gelenkschmerzen, Rheuma, Gicht, Arthrose, Arthritis, Prostatabeschwerden, Fatigue, Erkältungen, Sinusitis, Kehlkopfentzündungen, katarrhalische Bronchitis, Asthma(Verlinkung im Moment noch auf französisch)
Lavendel fein, Lavandula angustifoliakann viel zur Stressbewältigung beitragen, besonders in einer Mischung mit Bergmotte und Rosengeranie; Lavendel wird oft als eigenständige Mini-Apotheke aufgrund seines großen Wirkspektrums bezeichnetin einer Studie 2016 als effektive Methode der Schmerzreduktion bei Arthritis;
eine Studie von 2025 hat die entzündungshemmenden und stabilisierenden Eigenschaften von Lavendel untersucht in Bezug auf Prostatitis (wobei ich die Verwendung von Vaseline+Paraffin äußerst kritisch sehe)
Lavendelsalbei, Salvia lavandulifoliawurde im Webinar mit einer Mischung aus Wacholderbeere und Ylang-Ylang vorgestellt um Anxiety (deutsches Synonym ist schwer zu finden) zu reduzieren und Wohlbefinden zu fördern; begleitend bei Störungen des Gedächtnisdie konzentrationsfördernde Wirkung, auch durch die Acetylcholinesterasehemmung wurde in einem Review 2011 erneut festgestellt
Lemongrass, Cymbopogon flexuosusnicht nur antiviral wirksam, ähnlich wie Melisse verdünnungsabhängig wirksamin einer Studie von 2015 als besonders wirksam bei Kopfhautschuppen getestet
Mandarine, Citrus reticulatastimmungsaufhellend, Stress reduzierend, angst- und krampflösend, fokussierend, antibiotisch wirksam, antioxidativReview 2020 – Chemische Zusammensetzung, antioxidative und antimikrobielle Wirkung von ätherischen Ölen aus Mandarine (Citrus reticulata L.), Grapefruit (Citrus paradisi L.), Zitrone (Citrus lemon L.) und Zimt (Cinnamomum zeylanicum Blume)
Mastix, Pistacia lentiscusbei Prostatahyperplasie, Lymphstauungen, aber auch bei Atemwegsproblemen und antibakteriell wirksamergänzender Blogeintrag von essences-naturelles-corses.fr; ergänzender Blogeintrag von aromapraxis.de
Review 2023 zum Thema Keime im Mund und die desinfizierende Wirkung von Mastix
Melisse, Melissa officinalishier möchte ich vor allem die antiviralen Eigenschaften des lokal erhältlichen Öls ansprechen, das besonders bei Herpes eine durchschlagende Wirkung zeigt; zudem eine stark beruhigende Wirkung wenn niedrig dosiert erneut in einer Studie von 2016 thematisiert
Muskatellersalbei, Salvia sclareadeutlich mehr bekannt bei Frauenbeschwerden, kann es dennoch hormonmodulierend (besonders auf Cortisol) und kardioprotektiv eingesetzt werdenzusätzlich zu seinen antibiotischen Eigenschaften in Kombination mit Teebaumöl die laut einem Review von 2023 das quorum sensing angreifen (ergänzend eine Studie von 2015)
Myrte türkisch, ct. cineol, Myrtus communisbei Beschwerden der Prostata, entstauend, krampflösend und bei Atemwegserkrankungen wirksamergänzend antivirale Wirkung in einer Studie von 2024; Studie von 2023 bezüglich Prostatakarzinome; deutsche-apotheker-zeitung.de
Osmanthus, Osmanthus fragransstimmungsaufhellend, ausgleichend bei Stress und Ängsten, sowie Atemwegserkankungen wirksamergänzendes Review 2022: „Pharmakologische Studien haben gezeigt, dass O. fragrans und seine Wirkstoffe eine Vielzahl biologischer Wirkungen haben, darunter antioxidative, antitumorale, entzündungshemmende, blutzuckersenkende, antithrombotische, melanogenesehemmende, neuroprotektive und hepatoprotektive Wirkungen“
Pfeffer schwarz, Piper nigrumnicht nur wunderbar schmerzstillend, sondern bringt mit Ylang-Ylang und Ingwer wieder Feuer in die Lenden/Libido; angewendet auf den beinen und dem unteren Rücken; wie bei Eliane Zimmermann nachzulesen sind auch neuroprotektive und antidepressive Wirkungen zu beobachten, sowie tolle Ergebnisse beim Thema Schluckstörung und RaucherentwöhnungStudie 2021 – Anxiolytische und antidepressive Wirkungen des ätherischen Öls aus den Früchten von Piper nigrum Linn. (Schwarzer Pfeffer) bei Mäusen: Beteiligung des serotonergen, jedoch nicht des GABAergen Transmissionssystems

Review 2021 – Antioxidative, hepatoprotektive und antimykotische Wirkungen des ätherischen Öls von schwarzem Pfeffer (Piper nigrum L.)
Pfefferminze, Mentha piperitabekannt bei Konzentrationsprobleme, erfrischend, für klarere Gedanken; bei Erkältungskrankheiten, Nasennebenhöhlenprobleme, Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen, insbesondere bei IBS (Reizdarm) wirksamlaut einem Review 2022 wird Pfefferminze mit „entzündungshemmender, antibakterieller, antiviraler, skolizider, immunmodulierender, antitumoraler, neuroprotektiver, gegen Müdigkeit wirksamer und antioxidativer Wirkung“ beschrieben, bin mir aber nicht sicher was mit „skolizider Wirkung“ gemeint sein könnte, jedoch fehlt mir in dieser Auflistung eindeutig schmerzstillend
Rosengeranie, Pelargonium graveolenshilft die Dinge wieder in den Fluss zu bringen, als Blasenauflage nach urologischer Behandlung in Kombination mit Rose und Bergamotte; besonders bei Pilzinfektionen sehr hilfreich; hilft Stress abzubauen und zur eigenen Mitte zurückzufindenStudie 2023 – Das Einatmen von ätherischem Öl aus Pelargonium graveolens lindert Schmerzen und damit verbundene Ängste und Stress bei Patienten mit lumbaler Spinalkanalstenose und mäßigen bis starken Schmerzen.
Rosmarin, Salvia rosmarinus ehem. Rosmarinus officinalishilft zu Erinnern (auch im Riechtraining), blutdruckregulierend, stimulierend; das Öl das einem die Ellenbogen stärkt, wenn das eigene Ich mehr platz brauchtleicht osteoprotektiv, konzentrationsfördernd, kann das Haarfolikelwachstum anregen
Sandelholz, Santalum albumwurde besonders im Webinar mit der Regulation des Testosteronspiegels während des Schlafs betitelt; Sandelholz wird von Männern gern gerochen und trägt zumindest zum Wohlgefühl bei, außerdem wird eine leicht antibakterielle und schmerzstillende Wirkung beschrieben und kann zur Erhaltung der Hautgesundheit beitragenReview 2017+2024; Studie 2004+2018
Sellerie, Apium graveolensim Fachbuch von Eliane Zimmermann erwähnt, kommt es bei mir sehr erfolgreich in Mischungen bei Gicht zum Einsatz; soll auch bei Hämorrhoiden und Arthritis wirksam seindarf nur sparsam eingesetzt werden; bei naturadb.de kann man viel botanisches erfahren
Thymian, Thymus vulgarisneben der bekannten Wirkung auf Keime, wärmend, rehabilitierend, ct. linalool, geraniol und thujanol mild und gut verträglichlaut einer 2019 Studie effektiv gegen Osteoprose
Veilchenblätter, Viola odorata„Von depressiver Verstimmung, über Fieber bei krebskranken Kindern, Hilfe bei Vergrößerung der Prostata und der Regulation vom Cholesterol (=Cholesterin), [… ] gibt [es] einige spannende Erkenntnisse zu diesem [unscheinbaren] Pflänzlein.“ schreibt Eliane Zimmermann in ihrem Öle-Lexikonergänzend ein Review von 2023 über chemische Variabilität und antimikrobielle Aktivität
Vetiver, Vetiveria zizanioides (syn. Chrysopogon zizanioides)wurde im Webinar als Öl vorgestellt „das gegen das männliche Altern“ helfen soll; es ist ein tolles Anti-Stress Öl, erdend, gleicht aus, und wirkt entzündungshemmendReview 2021 – Mögliche therapeutische Wirkung von Chrysopogon zizanioides (Vetiver) als entzündungshemmendes Mittel
Wacholderbeere, Juniperus communisregt die Entwässerung und Regeneration stark an; in Kombination mit Pfefferminze und Eukalyptus effektiv bei rheumatoider Arthritis, antibiotisch bis in den BiofilmReview 2022 – Das ätherische Öl von Juniperus communis begrenzt die Biofilmbildung von Mycobacterium avium und Mycobacterium intracellulare auf Polystyrol in Abhängigkeit von der Temperatur.
Ylang-Ylang, Cananga odoratadieses sehr feminin duftende äth. Öl ist in Mischungen besonders wirksam mit der inneren Weiblichkeit/Mutter in Kontakt zu kommen, schenkt Weichheit und Geborgenheit, wirkt blutdruckregulierend und damit auch bei Impotenz und/oder erektiler Dysfunktion der Einsatz denkbarReview 2022 – Das ätherische Öl von Cananga odorata (Magnoliales: Annonaceae) ruft bei Mücken ein signifikantes Vermeidungsverhalten hervor
Review 2022 – Das ätherische Öl von Ylang-Ylang (Cananga odorata (Lam.) Hook. f. & Thomson) reduzierte neuropathische Schmerzen und damit verbundene Angstsymptome bei Mäusen
Review 2023 – Das Einatmen von ätherischem Öl aus Cananga odorata lindert Angstzustände bei Ratten mit autistischen Symptomen durch Regulierung des Serotonin- und Dopaminstoffwechsels
Zeder, Atlas- (Cedrus atlantica) und Himalaya- (Cedrus deodara)vom Haarthema einmal abgesehen zeigt sich Zeder als stark psychisch stabilisierendes Öl, antientzündlich, lindernd bei Heuschnupfen und kardio-vaskulär protektiv wirktin einer fast schon antiken Studie von 1998 wurde das Thema kreisrunder Haarausfall untersucht; in einem Review von 2020 wird das zwar nicht bestätigt, aber „[…] several botanical and natural ingredients do show promise in treating androgenetic alopecia and alopecia areata.“ (Mehrere pflanzliche und natürliche Inhaltsstoffe zeigen vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung von androgenetischer Alopezie und Alopecia areata
Zitrone, Citrus limonRaumluft reinigend, klärend, stimmungsaufhellend, Stress reduzierend, antiviral, antibiotischin dem Review von 2022 wurde die desinfizierende Wirkung von Zitronenöl beschrieben, als möglicher Ersatz für Schwefelsäure bei der Bio-Alkohol Herstellung; ergänzender Beitrag auf aromapraxis.de zur Wirkung von Zitrone auf Lebertumore

Zur Vorbehandlung können und sollen Hydrolate eingesetzt werden! Melissenhydrolat bei Juckreiz bis hin zu Virusinfekten hat sich da bewährt, neben vielen anderen. Ein Hydrolat anzuwenden, ist wie der Haut eine Tasse Tee anzubieten. Zudem wird die Aufnahmefähigkeit der Haut für die Folgeanwendung erhöht. (mehr zu Hydrolate unter Hydrolate (engl. Hydrosols) – Pflanzenwässer)

Eine Rezeptur, inspiriert aus dem Buch Hydrolatherapie: Heilen mit Pflanzenwässern, zum Thema Haarausfall ist die Mischung aus 3 Hydrolaten mischen, z.B. Atlaszeder, Rosmarin verbenon und Zypresse, diese nach dem Haare waschen einmassieren und die Kopfhaut damit massieren. Auch wird darin empfohlen die Mischung zu trinken.

Eine Rezeptur die von Beverly Higham vorgestellt wurde die sie „Spartan“ nennt, soll besonders bei Muskel- und Gelenksbeschwerden zum Einsatz kommen (ich habe die Rezeptur für mich modifiziert und abgeändert):

  • 100ml Steinkleemazerat (Ringelblumen- oder Arnikamazerat geht auch)
  • 100ml Johanniskrautrotöl
  • 100ml Olivenöl
  • 15 Tr. Majoran
  • 15 Tr. Lavendel fein
  • 10 Tr. Wacholderbeere
  • 10 Tr. Zypresse
  • 5 Tr. Lemongrass
  • 5 Tr. Pfeffer schwarz
  • 10 Tr. Rosengeranie

Einige Rezepte werden noch folgen in extra Beiträgen. Hier jedoch ne kleine Stelle der Verlinkung:

Als kleiner witziger Sideeffekt meiner Studien-Suche, bin ich über dieses kleine „Schmuckstück“ aus 2023 gestolpert, und musste herzhaft lachen. Es soll zeigen, dass es auch sehr schlecht gemachte Studien geben kann, die inhaltlich völlig falsch abgebogen sind. „Lemongrass (Melissa officinalis)“ – heißt eigentlich Cymbopogon flexuosus. Melissa officinalis ist zwar der korrekte lateinische Name der Melisse, worum es in der Studie auch gehen sollte, aber dann einfach Lemongrass davor zu schreiben ist schon ein Knüller. 😀

Quellen:

ergänzende Links: