Archiv der Kategorie: Über mich

Lebenslauf – meine Zusatzqualifikationen

1990-2003: Schulische Laufbahn (Grundschule+Gymnasium)

2003-2005: Zivildienst, und „reinschnuppern“ ins Uni-Leben

2006-2008: Ausbildung zum psychologischen Berater in der Paracelsus Schule Tübingen

2007: Teilnahme am Seminar „Heilen mit Bachblüten“ in der Paracelsus Schule Tübingen

2008: Teilnahme am Seminar „Akupunkturmassage/Shiatsu“ in der Paracelsus Schule Tübingen

2008: Ausbildung zum spirituellen Lebensberater in der Paracelsus Schule Tübingen

2008: Teilnahme am Seminar „Hot Stone Massage“ in der Paracelsus Schule Tübingen

2009: Erhalten des Meister-/Lehrer-Grades im Usui-Reiki-System des natürlichen Heilens

2011-2014: Trauerbegleitung meiner Mutter nach dem Versterben meines Vaters

2014: Bewerbung an der Schule für Pflegeberufe in Tübingen

2015: Bewerbung Schule für Pflegeberufe Reutlingen/Bad Urach

2015-2018: Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger (GKP) in den Kreiskliniken Reutlingen

2018: Teilnahme am Kompakt-Seminar „Palliative Haltung“

2018-2020: GKP auf der Unfallchirurgie & Orthopädie im KKH Reutlingen

2020: Teilnahme am Basisfachkurs Aromaexperte an der KH-Akademie in Reutlingen Teil1

2021-*: Beruflicher Wechsel an die Orthopädie der Universitätsklinik Tübingen

2021

  • 2021: Teilnahme am Basisfachkurs Aromaexperte an der KH-Akademie in Reutlingen Teil2 (coronabedingte Fortsetzung aus 2020)
  • 2021: Teilnahme an der UKT-Fortbildung „Komplementäre Medizin und Pflege in der Onkologie“
  • 2021: Teilnahme am „Online Seminar: Paracelsus-Medizin – eine Einführung in die Spagyrik, Hausapotheke“ der Paracelsus Schule Tübingen
  • 2021: Teilnahme am „Online-Seminar: Paracelsus-Medizin –Spagyrik für die ganzheitliche Praxis, Aufbaukurs“ der Paracelsus Schule Tübingen
  • 2021: Teilnahme am Primavera „Aromatherapie Online Basiskurs“

2022

  • 2022: Teilnahme am AromaFachseminar Taoasis „Unterstützende Düfte für die Psyche“
  • 2022: CNE-Fortbildung „Komplementär pflegen“
  • 2022: CNE-Fortbildung „Komplementäres Schmerzmanagement“
  • 2022: CNE-Fortbildung „Palliative Care: Die Grundlagen“
  • 2022: CNE-Fortbildung „Palliative Care: Symptomkontrolle“
  • 2022: Teilnahme am Herbstkongress der AromaAlliance
  • 2022: Teilnahme an dem Webinar „Angewandte Paracelsusmedizin und die Praxis der Soluna-Spagyrik“ der edition Insole
  • 2022: Teilnahme am Taoasis Online Seminar „Aromatherapie Hausapotheke“
  • 2022: Teilnahme am Taoasis Online Seminar „Beewild – Die Bedeutung von Insekten für die Aromatherapie“

2023

  • 2023: CNE-Fortbildung „Chronische Wunden“
  • 2023: Teilnahme am Aromafachseminar Aromapflege.com „Aromapflege bei Demenz“
  • 2023: Teilnahme am Taoasis Online Seminar „Schmerz lass nach – Duftende Hilfe bei akuten & chronischen Schmerzen“
  • 2023: Teilnahme am Taoasis Online Seminar „Düfte komponieren – selbst gemacht – Duftkompositionen“
  • 2023: Teilnahme am Aromafachseminar aromainfo.at „Die Biochemie der ätherischen Öle“
  • 2023: Teilnahme an der UKT-Fortbildung „Schmerzmanagement am UKT“
  • 2023: Teilnahme am UKT-Seminar „Schwerkranke und Sterbende begleiten“
  • 2023: Teilnahme am Herbstkongress der AromaAlliance

2024

  • 2024: CNE-Fortbildung „Interdisziplinäres Schmerzmanagement“
  • 2024: Teilnahme an der UKT-Fortbildung „Schmerzmanagement am UKT“
  • 2024: Teilnahme am AromaFachseminar Taoasis „Aromamedizin Online“
  • 2024: Teilnahme am Taoasis Online Seminar „Reiki-Energie und Ätherische Öle: Energiebalance für den Alltag“
  • 2024: CNE-Weiterbildung Fachwissen Onkologische Pflege „Pflege bei Krebs und therapiebedingten Auswirkungen“
  • 2024: CNE-Weiterbildung Fachwissen Onkologische Pflege „Bei Diagnostik und Therapie mitwirken“
  • 2024: Teilnahme am Aromafachseminar ViVere: „Online Seminar Ätherische Öle in der Pflege“
  • 2024: Teilnahme am Aromafachseminar ViVere: „Online Seminar Von altem Wissen und neuen Studien“
  • 2024: Teilnahme am Aromafachseminar ViVere: „Online Seminar Duftdialog in der (Aroma-) Pflege“ (entspricht dem Modul 1 der Ausbildung in Duftkommunikation von Christine Lamontain)
  • 2024: Teilnahme am Aroma Botanica Kongress 2024 in Eppan
  • 2024: Teilnahme am „Akupressur–Basiskurs – Begleitende Hände in der Arbeit mit kranken Menschen“ (entspricht dem Basismodul MediAkupress®)
  • 2024: Teilnahme am Herbstkongress der AromaAlliance

2025

  • 2025: Teilnahme am Aromafachseminar ViVere: „Online Seminar Im Land der Moleküle“ (Biochemie)
  • 2025: Teilnahme am Aromafachseminar ViVere: „Online Seminar Ätherische Öle im Hospiz und in der Palliativpflege“
  • 2025: Teilnahme am Taoasis Online Seminar „Aromapressur – eine Verbindung von Aromatherapie und Akupressur“
  • 2025: Teilnahme am Fach-Kongress „Äußere Anwendungen in der naturheilkundlichen Pflege“ 2025 in Bingen am Rhein
  • 2025: Teilnahme am Taoasis Online Seminar „Duftende Heilkunst: Salben, Balsame und Zäpfchen mit ätherischen Ölen“
  • 2025: Teilnahme an der Aromafachschulung ViVere Duft-Coach: „Seelenbalance finden – den Duftbotschaften auf der Spur – Modul 1“
  • 2025: Teilnahme am Taoasis Online Seminar „Astrologie und Aromatherapie – welcher Duft passt zu welchem Sternzeichen“
  • 2025: Teilnahme am Herbstkongress der AromaAlliance
  • 2025: Teilnahme am AromaFachseminar Taoasis „Aromapflege – Ätherische Öle in der Geriatrie und Palliativpflege“
  • 2025: Podcast Aromatherapie für deine Ohren Folge 156
  • geplant 2025: Teilnahme am Spagyrikseminar „Astrologie & Spagyrik“ Teil1 von Phylak Sachsen

2026

  • geplant 2026: Teilnahme am Spagyrikseminar „Astrologie & Spagyrik“ Teil2 von Phylak Sachsen
  • geplant 2026: Teilnahme am Taoasis Online Seminar „Ethnobotanik & Aromatherapie – Pflanzenweisheit aus aller Welt für deine Duftpraxis“
  • geplant 2026: Teilnahme am AromaFachseminar ViVere: „Chemo und OP besser bewältigen“
  • geplant 2026: Teilnahme am Taoasis Online Seminar „Duft & Archetypen – Eine Reise zu deiner inneren Heldin“
  • geplant 2026: Teilnahme am AromaFachseminar Taoasis „Aromapressur- Ayurveda- Traditionelle europäische Medizin“
  • geplant 2026: Teilnahme am Earthbound-Festival
  • geplant 2026: Teilnahme am Taoasis Online Seminar „Wickel und Auflagen mit ätherischen Ölen“

Wem Wissen „gehört“

Aus aktuellem Anlass ist das hier ein „ich denke mal laut“-Artikel 😀

Ich erinnere mich noch, wie ich in meinem zarten Jugendalter davon ausging, dass besonders in der Spiritualität/Esoterik man an Wissen teilen, verbreiten interessiert ist und man sich sogar geschmeichelt fühlt wenn man zitiert wird. Und musste sehr unsanft, mit einer Abmahnung und Anwalt-/Gerichtsandrohung konfrontiert, feststellen das dies keineswegs so ist.

Geistiges Eigentum ist eigentlich ein Oxymoron an sich, und doch schützenswert. So lange man nachweisen kann, dass es wirklich die eigene Idee ist. – Und dabei ist dieses „Nachweisen“ gerade für beide Seiten eigentlich nur mit Stress, Geld und jede Menge Zeit und Nerven verbunden. – Aber was tut man nicht alles, wenn man sich im recht fühlt?!

Ich kann nachfühlen, wenn Journalisten oder andere Menschen überhaupt die mit ihrer Arbeit Wissen aufbereitet haben, und das für andere bereitstellen, dafür Geld verlangen. Man kauft nicht das Wissen, man bezahlt die Arbeit die sie gemacht haben, die Arbeit die in der Recherche und der Aufbereitung dahinter steckt.

Lässt man eine Marke, einen Begriff, schützen so ist das meiner Ansicht irgendwie auch ein ein zweischneidiges Schwert. Gibt das einem das Recht dann von geistigem „Besitz“ zu sprechen?! Ist etwas geistig zu besitzen nicht ein Widerspruch in sich?!

Natürlich sind hier Recht, und das was man persönlich als gerecht empfindet, zwei völlig verschiedene paar Stiefel. – Doch lässt man es wirklich auf eine Rechtsprechung ankommen, besteht nicht nur die Chance das ganz entgegen der eigenen Empfindung entschieden wird, es ist auch mit erheblichem pekuniären Aufwand verbunden.

Doch wie sieht es aus, wenn man etwas entwickelt, dass man nur zum Teil selbst entwickelt hat. Oder überhaupt nur die Verbindung das einzigartige ist?!

Wenn man das aktuelle Beispiel der Duftkommunikation anschaut – das ist quasi der Casus knacktus, ist es eine Verbindung aus Kommunikationscoaching und dem Duftkreis von Martin Henglein. Von dem Herzblut, dass bei dieser Verbindung und der Ausarbeitung hineingesteckt wurde, dass will ich gar nicht absprechen und definitiv würdigen. Doch trennt man die eigentlichen Hauptbestandteile, verfällt im Grunde der Copyrightanspruch. Denn weder die Coachingtechniken sind von C. L. erfunden worden, noch der Duftkreis. Ihre Interpretation und die Ausarbeitung – das ist das was man als geistiges Eigentum benennen könnte.

Fügt man den Duftkreis mit eigenen Ideen und Ansichten, und anderen Coaching-Ansätzen wieder zusammen, hat man etwas anderes. – Natürlich wäre es schön, wenn sich diese Andersartigkeit auch anders ausdrückt, und nicht den gleichen oder ähnlichen Ausdruck Duftgespräch oder Duftdialog oder what ever verwenden würde.

Doch ich frage mich, wie würde es C.L. wohl gefallen, würde man nun „Duftkommunikation“ schützen lassen, und es ihr untersagen diesen Begriff zu verwenden, obwohl eine andere Form danach gelehrt wird, als man vom Begriff her eigentlich eine Kongruenz erwarten würde?!

Oder, nun perfide weitergedacht, was würde passieren wenn I.K. nun den Begriff sich schützen lässt, um eine österreichische Hochburg der Duftkommunikation aus rein kapitalistischer Herangehensweise für sich zu sichern!? – Wo ich mir sicher bin, dass da der Ursprung des „Dorn ins Fleisch treiben“ liegt. Immerhin hat sie dies mit dem Begriff „Aromapraktiker“ auch gemacht. (ganz aktuell redet sie bei Facebook in diesem Zusammenhang über Berufsethik, ich weiß gar nicht ob das schon SO Selbstironisch is, oder ob die die Einschläge einfach nicht mehr hört)

Martin Henglein hat, bis auf ein paar veröffentlichte Beiträge in Aromazeitschriften und seinen Vorträgen, leider nie seine Arbeit fixiert. Vielleicht wäre das auch gar nicht in seinem Sinne gewesen, denn seinen Artikeln kann man entnehmen, dass er Wissen als dynamisch empfunden hat.

Schlussendlich ist Duftkommunikation, Duftdialog, Duftgespräch eine Worthülse die mit Inhalt gefüllt wurde, und dieser Inhalt ist an sich als Ganzes genommen einzigartig, doch die Grundbausteine sind es nicht. Damit ist eigentlich kaum von geistigem Eigentum zu sprechen, denn nur die Synthese und die Ausarbeitung ist hier tatsächlich das, was als geistiges Eigentum klassifiziert werden könnte.

Die eigentlich spannende Frage wäre, was würde Martin Henglein zu dieser „Auseinandersetzung“ sagen?

Selbstoptimierung – eine Gratwanderung von der Chance bis zum Wahn

Als ich das erste mal den Begriff Selbstoptimierung hörte, dachte ich äußerst simpel – das Optimieren der eigenen Gesundheit, entgegen den zahlreichen „Wehwehchen“ des Alltags, inklusive allen Stress und was der Alltag sonst noch so mitbringt.

Im Zuge der Selbstermächtigung, also zum Beispiel Skills/Fähigkeiten zu erlernen die mir helfen mich gut zu fühlen und mehr Verantwortung für mich selbst zu übernehmen, hörte sich Selbstoptimierung doch erstmal ziemlich gut an. – Wie Dietrich Wabner wohl öfters sich sein Motto vergegenwärtigte: „wenn schon Mist, dann Optimist“. Zu Wissen, dass nach Murphy’s Gesetz „Shit happens“, und wenn dann richtig und alles, und das in einer optimistischen Grundhaltung zu begegnen – ist das Optimismus, oder schon toxischer Positivismus?! Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen, oder wie Paracelsus wohl sagen würde, die Dosis macht das Gift. Es liegt im Maß der Dinge, in welches Extrem das Pendel ausschlägt, oder ob wir die goldene Mitte wählen oder zumindest anstreben.

Um das anhand eines Beispiels etwas griffiger zu gestalten:

  • Selbstermächtigung ist nicht, die eigenen Symptome zu googeln und dann blind einer Empfehlung zu folgen, oder diese dem behandelndem Arzt/Heilpraktiker um die Ohren zu hauen.
  • Selbstermächtigung ist nicht, die eigene Verantwortung für das Wohlbefinden ohne das eigene Gehirn zu benutzen an jemand drittes abzugeben, egal ob Guru, Arzt, o.a.
  • Selbstermächtigung ist nicht, bei Symptomen die schon seit Wochen bestehen in die Notaufnahme zu gehen.
  • Selbstermächtigung ist nicht, jemand anders um Rat zu fragen, wenn man selbst noch nicht recherchiert hat.

  • Selbstermächtigung ist, sich Wissen anzueignen, und die Transferleistung auf die eigene Situation anzuwenden.
  • Selbstermächtigung ist, entsprechend der eigenen Möglichkeiten, die Behandlung von nicht akuten, nicht Notfällen, selbst zu behandeln zu versuchen. Sei es Wadenwickel, Wundauflagen, das gesamte naturheilkundliche Potpourri.
  • Selbstermächtigung ist, zu Wissen was ein Notfall ist, und dann entsprechend zu handeln. So wie jeder Fahrschüler erste Hilfe Maßnahmen im Falle eines Unfalls beigebracht bekommt.

Selbstermächtigung ist also, um den linguistischen Nerd in mir zu würdigen, das Gegenteil der Hilf-losigkeit oder Ohn-Macht.

Selbstermächtigung, zum Beispiel was die eigene Gesundheit angeht, und diese durch Supplements (aka Nahrungsergänzungsmittel) zu optimieren – ist das nicht Selbstoptimierung?

Wie sich nach Recherche zum Begriff herausstellt, weit gefehlt. Der Begriff kommt aus der Mathematik/Technik (Prozessoptimierung), und hat dort auch den entsprechenden kapitalistisch-objektivistischen Touch.

Schneller, höher, weiter – das Leitbild scheint jedoch zunehmend der gesamtgesellschaftliche Trend zu sein. Denn es durchzieht sämtliche Lebensbereiche, zum Teil ohne dass wir es merken. Was anfangs zur Unterstützung gedacht war, führt zu absurden Szenarios: Menschen unterwerfen sich regelrecht bestimmten Idealen mithilfe der Technik. Dabei geht es weniger um allgemein übliche Routinen der Körperpflege, sondern mehr um gezieltes Bearbeiten – beispielsweise des eigenen Körpers, um ein bestimmtes Schönheitsideal zu erreichen.

Quelle: karrierebibel.de

Und mit diesem gesamtgesellschaftlichen Trend zeichnet sich auch ein wahnsinniger Druck ab, ein Druck der zum Beispiel bei jungen Menschen Eindruck macht, und dadurch Druck erzeugt. – ergänzender Link: einguterplan.de – Gegen die Härte der Selbstoptimierung hilft nur eins: hinlegen

Hinter der Selbstoptimierung, stecken ganz menschliche Bedürfnisse von Kontrolle, Erwartungen, Vergleiche und eine Spur Perfektionismus die mehr oder weniger jeder in unterschiedlicher Ausprägung in sich trägt.

Und gerade in dem Umgang mit diesen Bedürfnissen zeigt sich, ob man die Gratwanderung zwischen Selbstoptimierungswahn und kritisch-selbstreflektierender Selbstpflege (Self Care) meistert. Die großen Gegengewichte zum Wahn scheinen Selbstakzeptanz und Selbstliebe zu sein. Als würde man die Energie, die man zuvor aufgewendet hat anderen zu gefallen oder deren Erwartungen zu entsprechen, nun nach innen lenkt. „Verbesserung“ um seiner Selbst willen. – Dabei kann diese Gleichung natürlich genauso in die andere Richtung kippen und die eigenen narzisstischen Züge deutlich zu sehr nähren, und statt der Erwartungen von außen entwickelt sich ein egozentrisches Weltbild.

Es ist also nicht die Frage an sich, nach etwas besserem zu suchen und zu streben, sondern wie ist der Motor der Fragestellung gestaltet und von was wird er angetrieben. Die Motivation ist also ausschlaggebend.

Unsere Haut ist ständig sich verändernden Einflüssen unterworfen, und darauf zu reagieren, nach der „besseren“ (geeigneteren) Hautpflege zu suchen, ist also noch lange kein Zwang sich das neueste und teuerste auf die Hornschicht zu klatschen, sondern erstmal reine Reaktion auf Erfordernisse – schlägt das dann irgendwann in Selbstoptimierungsschienen die bis hin zur Sucht nach Schönheits-OPs führen, so hat man die goldene Mitte eindeutig verlassen.

Ich lebe im Pluralismus meiner Rezepturen, wenn ich eine DIY-Produkt selbst herstelle, oder von ausgewählten Firmen denen ich vertraue, deren Rezepte aber auch alle anders sind. Das Austesten, welches davon nun für mich am besten funktioniert, dass wäre meine naive Vorstellung von Selbstoptimierung gewesen, wie ich den Begriff ursprünglich für mich selbst definiert hätte.

Konsum ist ein Bestandteil unserer Grundstruktur – unser Körper konsumiert Nährstoffe um Energie zu generieren, genauso konsumieren wir viele andere Dinge in vielen Lebensbereichen – mal mehr mal weniger existenzialistisch betrachtet. Bei Dingen, die für unser Überleben aber nicht essenziell sind, können wir durch unsere Entscheidungen sehr wohl einen Einfluss darauf haben, welche Konzepte und welchen Geistes Kind wir mit unserer Kaufkraft unterstützen.

Selbstoptimierung umfasst alle möglichen Methoden der Selbstverbesserung, sowohl neuste Technologien als auch weitgehend technikfreie traditionelle Praktiken wie Bildung, Körpertraining, Diät oder Meditation. Auch im Zeitalter der Selbstoptimierung verbessern sich die Menschen keineswegs nur mit technischen Mitteln, sondern zu einem großen Teil durch Überwindung von Gewohnheiten und Feilen an der eigenen Lebensführung, durch Arbeit an sich selbst und ihrer Persönlichkeit

Quelle: bpb – Bioethik Selbstoptimierung

[…] sehr oft der Wunsch nach Kontrolle über das Selbst in einer immer unkontrollierbarer werdenden Umwelt die Ursache dieses Trends ist. Experten warnen davor, dass das Selbstoptimieren zu einem endlosen Prozess werden kann, in dem die bloße Zahl überhöht, ein „optimaler“ Zustand jedoch nie erreicht werden kann. Was also ist der Schlüssel zu einem gesunden und langen Leben? Wie viel Selbstkontrolle tut gut?

Quelle: 3sat Doku: Selbstoptimierung – Willst du ewig leben?

Die große Herausforderung, gesellschaftlich sowie für jeden Einzelnen, besteht wohl darin sich auf das einzulassen was letzten Endes doch nicht kontrolliert werden kann, weder durch Messungen, Trackingdaten oder Entwicklungsprognosen die „eventuell“ nicht eintreten.

Dabei suggerieren Daten und „Fakten“ oftmals eine Handfestigkeit/Greifbarkeit die sich im realen Leben oft nicht abbildet, und damit den Selbstoptimierungswahn eigentlich die ideologische Grundlage entzieht.

Die Lernmaxime heißt also auch: sich auf das Unkontrollierbare und Nichtmessbare des Lebens einzulassen. Und dabei nicht zu verhaftet an den Dingen und Glaubenssätzen zu hängen/bleiben, und sich eine gewisse geistige Flexibilität anzueignen. – Entwicklung und Optimierung als Spektrum zu Begreifen, dass wie bei einem Ideal nie wirklich erreicht werden kann, und darum realistische Ziele braucht.

ergänzende Links:

„von der Natur emanzipieren“ – Gedanken

Nachdem ich neulich in dem Beitrag über naturwissenschaftlichen Meinungsimperialismus schrieb – ich steh auf diese Namesschöpfung, auch wenn es natürlich nicht meine eigene ist 😀 – folgt hier mehr oder weniger ein Zusatz.

Jedenfalls hat es mich eben daran erinnert, dass ich eigentlich auch noch eine andere Aussage von „Dr. Mai Thi Nguyen-Kim“ sehr bedenklich finde, wortwörtlich als auch vom Sinn her. Es ging darum, dass wir uns „von der Natur emanzipieren sollen“. In ihrem Beitrag wurde dann zum Beispiel die Irrläufer mancher evolutionärer „Fehlkonstruktionen“ angeführt (ein Horn eines Tieres das mit der Zeit sich so „kräuselt“ das es das Hirn des Tieres anbohrt). Dies sei ja der Beweis, dass die Natur – „Mutter Natur“ – nicht der Evolution letzter Schluss sei – durchaus zutreffend, denn Stillstand bedeutet Tod – und ob das ein legitimes Eingreifen des Menschen in die natürlichen Abläufe damit zu rechtfertigen wäre – frei nach dem Mechaniker-Grundsatz, was kaputt erscheint muss auch repariert werden – finde ich höchst fragwürdig. Das dabei schon in der Vergangenheit in komplexe Systeme eingegriffen wurde, und sich hinterher gezeigt hat, dass man so gar nicht wirklich verstanden hat was man da gemacht hat, war der Schaden oft schon angerichtet.

Der Begriff „Mutter Natur“ suggeriert sehr romantisiert eine fürsorgliche Umgebung in der sich die „Kinder“ so richtig ausleben können, ohne Gefahr und vor allem ohne Verantwortung. Und da liegt die Krux begraben! Jedesmal wenn der Mensch eingreift und sich der Verantwortung entzieht, zieht sich eine Katastrophe nach der anderen hinterher. Vielleicht ist das auch diesem biblischen Un-Satz geschuldet „er [der Mensch/Mann] solle sich die Erde [/Natur] untertan machen“ – einen besseren Imperativ für „macht wie ihr denkt, aber bitte macht euch keine Gedanken um die Konsequenzen“ gibt es fast nicht.

Es erscheint, als wären wir kleine Kinder die von Mutter Natur nur nehmen wollen/sollen, aber beim Geben oder bei etwaigen mütterlichen Zornesausbrüchen, sollen wir uns als „Trotzreaktion“ dann emanzipieren?! Wie undifferenziert diese gedankliche Fehlzündung ist, sieht man meiner Meinung schon allein daran, dass diese Verklärung als gegeben hingenommen und als Argumentationsgrundlage genommen wird. Als würde es keine Naturkatastrophen geben, als würden Gifte, in Fauna wie Flora nicht existieren oder keine Bedrohung für den Menschen darstellen. Diese Ausblendung, diese mangelhafte Differenzierung durchzieht die gesamte Argumentation.

Natürlich würde es manche Nahrungsmittel die wir kennen, so gar nicht geben, wenn der Mensch sie nicht durch Kreuzung und/oder Züchtung hervorgebracht hätte. Weizen, Reis, Bananen usw. würde es so nicht geben – genauso wie manche Unverträglichkeiten. Aber legitimiert das eine so bedenkenlose/gedankenlose Aussage?

Bei gentechnisch veränderten Lebensmitteln, wissen wir eigentlich nichts über die Langzeitwirkungen. Wie werden diese verstoffwechselt, entstehen dabei andere Stoffwechselprodukte, steigt das Krebsrisiko, nehmen Unverträglichkeiten zu, wie wechselwirken diese mit den Umweltgiften wie Pestiziden und Herbiziden? Wir wissen es schlichtweg nicht – dennoch taucht oftmals die verharmlosende Frage auf „Wie kann dürreresistenter Reis Schaden verursachen?“ – nunja, dazu muss man eben einen Schritt weiter denken, als nur das „Füttern“, um mal in diesem kleinkindlichen Wortjargon zu bleiben.

In diesem falsch verstandenen Darwinismus – nicht der Mensch muss sich anpassen, sondern er passt die Natur an – kommt mir der Spruch in den Sinn „was nicht passt, wird passend gemacht“. Dabei zeigt uns die Evolution und auch oftmals unser Körper mit seinen verschiedensten Prozessen, dass nicht alles so linear abläuft wie wir das vielleicht gerne hätten oder uns denken.

Evolution ist Anpassung – und das dieser Prozess zum Leben gehört, ja immanent ist, sollte gerade eine Wissenschaftsjournalistin begreifen, und gerade in ihrer Polemik ein bisschen mehr überlegen. Und natürlich ist Anpassung nie fehlerfrei. Weder beim Menschen, noch bei der Natur als Ganzes.

Als Penicillin entdeckt wurde, respektiv Antibiotika, war das Thema Resistenzbildung überhaupt nicht im Fokus (fairerweise muss man sagen, dass der Entdecker keinen Monat danach vor Resistenzen gewarnt hat). Das führte zu einer in Fleisch und Blut übergegangenen Praxis, diese Mittel gießkannenartig einzusetzen, ohne mögliche Folgen abzuwägen oder zu bedenken. Heute stehen wir vor 3MRGN und klopfen bei 4MRGN an die Tür – und die angeblich so umsorgende Pharmaindustrie zeigt keinerlei Intention sich dieser immer näher kommenden Katastrophe konsequent und vielleicht auch ganzheitlich stellen zu wollen. Wahrscheinlich mitunter befeuert vom Naturheilkunde-Bashing von Dr. Mai Thi Nguyen-Kim. Es mutet so an, wie die Öl-Riesen die noch das letzte Quentchen aus dem Geschäft mit Erdöl quetschen wollen, bevor auch nur in Erwägung gezogen wird, welche schädlichen Konsequenzen schon entstanden sind, und noch entstehen, und ob Alternativen dazu nicht schon entwickelt und gefördert gehören.

Und in dieser Art Behaviorismus sollen sich die Menschen von der Natur emanzipieren, also unabhängig machen? Den Ast absägen auf dem sie sitzen?! Selten (naja, leider nicht wirklich so selten) so einen Blödsinn gehört.

Ich frage mich in diesem Zusammenhang, welche Dystopie Dr. Mai Thi Nguyen-Kim hier eigentlich gedanklich beschwören wollte. Und vor allem, wieso sie dann ein Kind in die Welt setzt?! – Wenn man ihre Argumentation durchdekliniert, scheint es mir wie ein Widerspruch zu sein.

Solange wir uns nicht als Teil der Welt verstehen in der wir leben, stellt eine Emanzipierung von der Natur einen isolationistischen-ausbeuterischen Ansatz dar, der mit Schimpf und Schande durchdekliniert, enttarnt und auf den Sondermüll gedanklicher Fehlzündungen gehört.

Wenn wir hingegen (wieder) lernen, mit statt gegen die Natur zu leben, die Vielzahl an Heilmitteln integrativ und komplementär zu nutzen – vielleicht sichert das unser Überleben.