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Der kinesiologische Armtest

Beim kinesiologischen Armtest handelt es sich um eine einfache Technik, mit der man höchst effektiv sich Selbst, die Umgebung und auch etwaige Allergene testen kann. Das begrenzende Element hierbei ist, dass man zu zweit sein muss. Einer der testet – Tester (T) – und einer der getestet wird – Klient (K). Hierbei wird ein ähnliches System „angesprochen“ bzw. aktiviert, wie bei der Hypnose. Sollte schon bekannt sein, dass der Klient sich nicht hypnotisieren lässt, wird es mit dem Armtest ebenso schwierig werden. Dennoch lohnt es sich es auszuprobieren.

Eichung: T und K stehen sich gegenüber. K legt den Handteller des muskulär schwächeren Armes (Empfängerhand) auf sein Hara (energetische Körpermitte, etwa 2-4 Fingerbreit unterhalb des Bauchnabels) und hält den anderen Arm in Schulterhöhe waagerecht zur Seite hoch. T legt zwei Finger auf die oberseite des Handgelenks von K, mit den anderen stützt T das Handgelenk von unten.

K soll sich nun sich einem Ja-Nein-Test unterziehen. Dies dient vor allem der Auslotung der Polung von K. T soll sich zuerst etwas positives vorstellen, oder in Gedanken das Wort „Ja“ in die Luft schreiben. T zählt auf drei und versucht dann den Arm von K herunterzudrücken. Dabei merkt T sich den Widerstand von K, der mit aller Kraft gegen den Druck seinen Arm oben zu halten versucht. Das gleiche wird dann mit „Nein“ oder einem negativen Ereignis/Assoziation wiederholt. Nach dieser Probe zeigt sich, ob bei einem positiven Feedback der Arm gehalten wird, oder nicht. Je nachdem muss das Ergebnis auf die Testung abgewandelt werden. Nun kann der eigentliche Test durchgeführt werden.

Test: Der Ablauf ist im Prinzip wie unter „Eichung“ beschrieben. Die einzige Ausnahme ist die Positionierung der Hand des K. Sie wird für das Austesten von Fragen auf das Hara gelegt, bei der Testung von Chakren etwa eine Handbreit (direkt auf dem Körper geht auch) über das jeweilige Energiezentrum mit der Handinnenseite zum Körper gehalten und für das Testen von materiellen Objekten wird jenes dabei vom K in der Hand gehalten.

Die Aussagekraft: Der Armtest gibt an, ob ein Einwirkungsfaktor zur Zeit das Energiesystem schwächt, stärkt oder keine Wirkung hat. Achte auf genaue Fragestellungen. Die Antworten können an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit und mit anderen Personen unterschiedlich ausfallen. Bemühe dich immer darum, die Ergebnisse eines Armtests mit herkömmlichen Methoden zu überprüfen.

Der Armtest kann aber eine schnelle Methode sein, um zum Beispiel Allergene aufzuspüren, unabhängig ob diese in einer Verpackung sind oder nicht.

ätherische Öle – innere Einnahme

Zu diesem Thema muss man wissen, dass es eine englische und eine französische „Schule der Aromatherapie“ gibt, die sich genau bei diesem Sachverhalt immens unterscheiden. Während die englische Schule eine innere Einnahme strickt ablehnt, ist die französische Schule da weitaus generöser. Allerdings bekommt man in Frankreich dafür nicht alle ätherischen Öle, besonders die die bei innerer Einnahme sogar nach französischer Schule mindestens als problematisch gelten. (ausführlicher in diesem verlinkten Blogeintrag von Eliane Zimmermann) Viel entscheidender ist, dass die französische Aromatherapie von Ärzten durchgeführt wird, die in dieser Fachrichtung auch geschult sind. Sie praktizieren also wortwörtlich Aroma-Therapie.

Die meisten nationalen Hersteller für ätherische Öle, verzichten aus rechtlichen Gründen auf die Empfehlung der Anwendung, und deklarieren meist sogar „nicht für die innere Anwendung geeignet“. Dabei hat das weniger mit dem ätherischen Öl an sich zu tun, sondern es geht um die rechtlich geregelte Deklaration und die damit verbundene Verantwortung dem Käufer gegenüber.

Auch wenn jeder Anwender selbst für sich verantwortlich ist, so ist in einem Schadensfall, der Hersteller oder derjenige der die entsprechende Anwendung empfohlen hat haftbar. Und man muss sagen, dass der Mensch allgemein gesprochen, gerne die eigene Verantwortung auf Dritte abschiebt, auch wenn er selbst – auf diesen konkreten Fall bezogen – das Öl sich selbst auf die Zunge geträufelt hat, oder gar seinem Kind.

Natürlich sind Vielstoffgemische, und dazu zählen ätherische Öle ohne Zweifel, die von 200 bis zu 1200 aktive Wirkstoffverbindungen enthalten können (in nur einem Tropfen), keineswegs leichtfertig zu betrachten. Es handelt sich um hochkomplexe, und auch noch hochkonzentrierte Stoffe die wirken! Wenn man dieses Beispiel aufgreift, haben wir in einem Tropfen ätherischem Öl soviel Wirkstoff wie in 400 Tabletten. – Würde man sich ohne weiteres 400 Tabletten einwerfen? Nein, natürlich nicht. Allein schon die natürliche Entgiftungsreaktion des Körpers würde dabei greifen – wir würden erbrechen. Aber bei einer so konzentrierten Form wie bei einem ätherischen Öl, bei einem Tropfen, ist das nicht der Fall.

Egal ob man ätherische Öle biochemisch betrachtet, oder etwas mehr esoterischer als „Seele der Pflanze“, in jedem Fall greift das Zitat von Paracelsus „Die Dosis macht das Gift“.

Dies sollte man also grundsätzlich bedenken, wenn man über die Einnahme von ätherischen Ölen nachdenkt. Zumal die innere Einnahme nur einen Vorteil gegenüber der herkömmlichen „Verdünnung“, also dem emulgieren in fettem Öl (wahlweise auch Honig, Sahne, Salz, etc.) hat, nämlich die Geschwindigkeit wie das ätherische Öl von unserem Körper, genauer gesagt von den Schleimhäuten im Mund-Rachen-Raum, Magen und Darm aufgenommen wird. Das Auftragen auf die Haut, verzögert den Aufnahmeprozess, gestaltet ihn aber weitaus harmonischer. Ein expliziter Faktor bei der inneren Einnahme spielt dabei die Leber und die Stoffwechselprodukte die dadurch/dabei entstehen.

Einigen internationale Hersteller, mir sind da YL und DT bekannt, werben nicht nur mit der inneren Einnahme von ätherischen Ölen, sondern im Fall von DT bieten diese sogar Kapseln an, die ätherisches Oreganoöl (da kann man gut von 20 Tropfen pro Kapsel ausgehen) enthalten. Davor möchte ich ausdrücklich warnen! Zwar hat das ätherische Öl, eigentlich so gut wie jedes, eine starke antibakterielle, antifungale und antivirale Wirkung – leider vergessen diese Leute, dass unsere gesunde Darmflora ebenso aus diesen Lebewesen besteht, und mit der Einnahme von diesen Kapseln ebenso zerstört wird. Der Ausspruch mit Kanonen auf Spatzen schießen, reicht in diesem Fall als entsprechende Bild bei weitem nicht aus. Ich kann nicht in Worte fassen, wie verantwortungslos ich diese Aktion(-en) finde.

Es gibt natürlich Ausnahmen. Zum Beispiel Monika Werner die ihrem Buch gut dokumentiert hat, dass bei Übelkeit und Erbrechen einen Tropfen Pfefferminzöl vom Handrücken zu lecken sofort Linderung verschafft. Auch einen Tropfen Lavendel fein in einer Ölziehkur zu verwenden ist sogesehen eine innere Anwendung. Einen Tropfen Lorbeeröl auf einem Teelöffel Honig hilft mir wunderbar bei Erkältung und Kratzen im Hals.

In jedem Fall, gibt es gute Gründe dafür und dagegen. – Und damit komme ich zum Fazit meines Beitrages. Es gilt, wenn man über die innere Einnahme von ätherischen Ölen nachdenkt – und man sollte definitiv immer zuvor nachdenken, dann gilt es sorgsam abzuwägen und bei entsprechenden Experten nachzufragen. Nach meiner Einschätzung, ist eine innere Einnahme nie alternativlos. Besonders hervorheben möchte ich die Möglichkeit der Hydrolate, die zur inneren Einnahme – meines Wissens – problemlos geeignet sind,

aus aktuellem Anlass ein ergänzender Link: https://www.vivere-aromapflege.de/2022/12/20/oregano-co-pro-und-contra-zur-einnahme-aetherischer-oele

Kräuter, Kräutermedizin, Heilpflanzenkunde, Phytotherapie

Bis zum heutigen Tage genießen Kräuter, Tees, Aufgüsse, Kräuterstempel, Kräuterpackungen uva. großes Ansehen in der Bevölkerung. Wohl muss man sagen, dass die letzten 200 Jahre ein deutlicher Einbruch zu verzeichnen war. Zumindest bei „uns“ im Westen. Das Ayurveda und die TCM (traditionelle chinesische Medizin) sind davon nicht betroffen gewesen, und haben vielleicht auf ihre Weise dazu beigetragen, dass Kräuter weiterhin einen hohen Stellenwert einnehmen.

In Zeiten, in denen Stress, Umweltbelastungen, Fast Food, und viele andere Faktoren immer mehr ins Bewusstsein rückten, sehnten sich die Menschen in den Industrienationen nach einer komplementären Ergänzung, wenn nicht sogar nach einer Alternative zu herkömmlicher Ernährung, chemisch-synthetischer Behandlung, und hin zu einer mehr naturverbundenen Art zu Leben und zu Heilen.

Die Phytotherapie, die Pflanzenheilkunde, nimmt dabei einen wichtigen Teil ein. Denn Pflanzen mit ihren Eigenschaften sich in ein Ökosystem einzufügen, und sich auf ihre Weise eine harmonische Nische zu sichern erweckt einen harmonisierenden Eindruck. Dass es nicht immer so harmonisch zu geht, zeigen die Pflanzen die durch Klimawandel und „ausbüchsen aus den Gärten“ als Neophyten in eine ökologische Umgebung gelangen, auf die diese nicht vorbereitet ist. Also wenn einheimische Pflanzen, die zum Beispiel weniger schnell wachsen, von anderen verdrängt werden, die aus Indien, China oder anderen Teilen der Erde „eingeschleppt“ wurden.

Pflanzenarzneien

Die Synthetisierung und Isolation bestimmter Inhaltsstoffe hat die moderne Medizin geprägt, und gleichzeitig zeigt sich darin auch die Beschränktheit und Gefahr selbiger. Sieht man zum Beispiel sich das Thema Antibiotika an, so bewegen wir uns mit Lichtgeschwindigkeit auf eine höchst bedrohliche Situation zu, wenn gewisse Erreger gegen alle 4 Antibiotika-Gruppen resistent werden, und diese Resistenzen vielleicht sogar an andere Bakterien weitergeben. Dem unverantwortlichen Gebrauch mit Antibiotika in Veterinär- und Humanmedizin, stellt uns die nächsten Jahre vor immense Herausforderungen.

Pflanzliche Extrakte, die in ihrer Komplexität kaum zu reproduzieren sind, könnten der Silberstreif am Horizont für uns sein. Besonders das Thema ätherische Öle sei hierzu erwähnt. Und ätherische Öle, wenn auch in geringer Konzentration, Teil der Pflanze. Wieso ist dann einen Tee aufbrühen noch keine Aromatherapie? Die Konzentration im Vergleich lässt sich mit 1000stel bis millionstel vergleichen. Man braucht für 1L Rosenöl ca. 1 Tonne Rosenblütenblätter. Das was wir als Tee aufgießen hat also schon Mengenmäßig bei weitem nicht dasselbe Wirkporfolio wie die ätherischen Öle, aber in diesem, man möchte fast homöopathischen Mass, eine wohltuende Wirkung. Wer kennt es nicht, dass man bei Magen-Darm-Beschwerden einen Fenchel-Anis-Kümmel-Tee zubereitet?! Die darin enthaltenen ätherischen Öle, mit vielen anderen Wirkstoffen, werden durch das heiße Wasser gelöst und von uns getrunken, mit nachweisbarer Wirkung.

In der heimischen Hausapotheke finden sich bestimmt bei den meisten mindestens Tee’s, wenn nicht sogar einige andere pflanzliche Heilmittel. Sei es die Arnika-Salbe, Schwedenbitter, Blutwurzel-Tinktur, Beinwell-Salbe etc. Im häuslichen Umfeld, haben sich diverse Pflanzenheilmittel bewährt und werden über Generationen weitergegeben, empfohlen und angewendet.

In der Schulmedizin finden immerhin noch rund 500 Kräuter Verwendung, wenn auch ganze Pflanzen nur selten in Gebrauch sind. Vielmehr liefern die Kräuter das Ausgangsmaterial für die Isolierung oder Synthese konventioneller Medikamente. So wurde das als Herzmittel verwendete Digoxin aus dem Roten Fingerhut (Digitalis purpurea) gewonnen, und die Antibabypille synthetisierte man mit Hilfe von Substanzen, die aus der Yamswurzel (Dioscorea villosa) stammten.

Die Wirkungsweise von Heilpflanzen

Die Wirkungsweise lässt sich am ehesten beschreiben, wenn man sich die Pflanze als Ganzes und Ganzheitlich vorstellt. So wie in unserem Körper Prozesse so gut wie nie isoliert ablaufen, und fast alles systemisch verbunden ist, ist das bei den Pflanzen ebenso der Fall. In einer Pflanze gibt es nicht nur einen Wirkstoff, sondern viele, die von vielen weiteren Stoffen ergänzt, gepuffert aber auch gemindert werden können. Das zeigt das große Wirkprofil einer Heilpflanze, genauso wie ihre individuelle Wirkung auf den Organismus. So wie Witterung, Bodenbeschaffenheit und viele andere Faktoren dafür verantwortlich sind, wie gesund und wirkstoffreich eine Pflanze sein kann, so gibt es ebenso bei unserem Organismus viele Rezpetoren an denen Wirkstoffe andocken und ihre Wirkung entfalten können, oder auch nicht.

Aus pharmazeutischer Sicht, Medikamente herzustellen die bei dem Großteil der Bevölkerung „gleich“ (nicht zeitlich sondern qualitativ) wirken, muss dieser individuelle Wirkungsmechanismus quasi von der Zielsetzung her herausgefiltert werden. Das dies allerdings oft auf Kosten von Verträglichkeit geht, und die Nebenwirkungen weitaus gravierender machen können als dies bei der Einnahme der gesamten Pflanze der Fall wäre ist offensichtlich.

Die Schulmedizin ist in der Lage, gefährliche Infektionen zu bekämpfen oder bestimmte Lebensfunktionen auch dann noch aufrecht zu erhalten, wenn andere Behandlungsmethoden versagen. Moderne Operationstechniken wie die Mikrochirurgie und die plastische Chirurgie sowie der ganze Bereich der Diagnosehilfen und der heute verfügbaren Apparatemedizin erhöhen die Chancen einer Gesundung nach ernsthaften Krankheiten oder Verletzungen beträchtlich.

Andrew Chevallier – Die BLV Enzyklopädie der Heilpflanzen

Das sind ohne Zweifel ganz offensichtlich die Leistungen der konventionellen Schulmedizin.

Die Wirkweise von Kräutermedizin entfaltet sich eher bei chronischen Erkrankungen, und/oder bei akuten kleineren Beschwerden, und bietet damit einen wichtigen Vorlauf bevor zu synthetisch-chemischen Mitteln oder chirurgischen Maßnahmen gegriffen werden sollte/muss. Oder einen wichtigen begleitenden Behandlungsaspekt bei chronischen Erkrankungen. Denn so wie die Kräutermedizin die Pflanze ganzheitlich betrachtet, so betrachtet sie den Menschen ebenso ganzheitlich. Rudolf Steiner bezeichnete den Menschen aus anthroposophischer Sicht als umgekehrte Pflanze. Die Abläufe die beim Menschen im Kopf und Nervensystem ablaufen, sind denen im Wurzelstock der Pflanze sehr ähnlich, während die Fortpflanzung in Hüfthöhe geregelt wird, bei den Pflanzen meistens über Samen aus der Blüte. Besonders über die Signaturenlehre lassen sich viele Rückschlüsse über die Wirkweise bei Pflanzen auf den menschlichen Organismus schließen.

Die richtige Verwendung von Kräutern

Die meisten der gebräuchlichen Heilpflanzen lassen sich gefahrlos nutzen. Einige können jedoch Nebenwirkungen zeigen, so dass sie, wie alle Arzneimittel, mit Vorsicht angewendet werden müssen. Um nachteilige gesundheitliche Folgen zu vermeiden, sollte man bestimmte Pflanzen auf keinen Fall ohne Anleitung eines erfahrenen Pflanzenheilkundlers verwenden. Wenn eine Kräuterarznei vorschriftsmäßig angewendet wird, ist die Wahrscheinlichkeit gefährlicher Nebenwirkungen allerdings sehr gering. Besonders die Anwendung von Kräutern die aus belasteten Anbaugebieten kommen, bergen ein großes Gesundheitsrisiko. Ein Abkochen reicht dafür nicht aus.

Komplexe Naturarzneien

Wie erwähnt, ist eine Heilpflanze keine »Wunderdroge« mit einer einzigen Wirkung, sondern eine komplexe natürliche Arznei, die sich aus vielen wirksamen Bestandteilen für verschiedene Organe zusammensetzt. Und durch wissenschaftliche Untersuchung der Inhaltsstoffe, durch klinische Beobachtung und durch das traditionelle Wissen über die Nutzung der Pflanzen kann es uns gelingen, ein abgerundetes Bild über die medizinische Verwendungen eines jeden Heilkrauts zu bekommen.

Die Wirkstoffe

Die medizinischen Wirkstoffe einiger Pflanzen sind gut bekannt. Die Wirkstoffe wurden dagegen erst vor relativ kurzer Zeit isoliert und untersucht. Und eine gewisse Kenntnis dieser Inhaltsstoffe kann durchaus zum Verständnis ihrer Wirkungsweise im Körper beitragen.

Schleime

Viele Pflanzen enthalten aus langkettigen Zuckermolekülen (Polysacchariden) aufgebaute Schleime, die leicht Wasser aufnehmen und dabei zu einer klebrigen, kolloidalen Masse werden. Diese hüllen die Schleimhäute des Verdauungstrakts ein und schützen sie so vor reizenden und entzündlichen Stoffen. Die lindernde und schützende Wirkung der Schleime scheint aber auch auf andere Bereiche zuzutreffen, beispielsweise auf Rachenschleimhäute, Lunge, Nieren und Harnwege.

Phenole

In diese Gruppe chemischer Substanzen gehört z.B. die Salicylsäure, der natürliche Vorläufer des Aspirins. Ein anderes Phenol ist Thymol, ein Inhaltsstoff des Thymians (Thymus vulgaris). Innerlich angewendet, wirken Phenole antiseptisch, also entzündungshemmend; bei äußerer Anwendung kommt es dagegen zu Hautreizungen.

Gerbstoffe

Gerbstoffe kommen – in unterschiedlicher Konzentration – in allen Pflanzen vor. In Rinde oder Blätter eingelagert, verleihen sie diesen Pflanzenteilen einen unangenehmen, scharfen Geschmack und schrecken dadurch Insekten und Weidetiere ab. Gerbstoffe ziehen das Körpergewebe zusammen, so dass man sie auch zum Gerben von Leder nutzt. Therapeutisch angewendet, wirken sie ebenfalls und verbessern so den Widerstand gegen Infektion.

Cumarine

Die verschiedensten Cumarine, die in vielen Pflanzen zu finden sind, haben häufig recht unterschiedliche Wirkungen. Das Cumarin des Steinklees (Melilotus officinalis) verdünnt das Blut, während die Furanocumarine des Selleries (Apium graveolens) in Sonnenschutzmitteln zur Anwendung kommen. Das im Zahnstocherkraut (Ammi visnaga) enthaltene Khellin ist dagegen ein wirksames Relaxans für die glatte Muskulatur (besonders auf die Lunge).

Anthrachinone

Anthrachinone sin die  Hauptwirkstoffe in Pflanzen wie Kassie (Cassia senna) und Medizinalrhabarber (Rheum palmatum), die beide bei Verstopfung verwendet werden. Anthrachinone haben stark abführende Wirkung, da sie Kontraktionen der Dickdarmwand verursachen, so dass etwa 10 Stunden nach Einnahme der Stuhlgang einsetzt. Außerdem machen sie den Stuhl weicher und erleichtern dadurch die Darmtätigkeit.

Flavonoide

Flavonoide haben ein breites Wirkungsspektrum und sind in vielen Pflanzen enthalten. Sie wirken entzündungshemmend und sorgen für einen gesunden Kreislauf. So stärkt beispielsweise Rutin, ein Flavonoid des Buchweizens (Fagopyrum esculentum) oder der Zitrone (Cirtus limon) die Wände der Kapillargefäße.

Anthocyane

Diese Farbstoffe, denen Blüten und Früchte ihre blauen, purpurfarbenen oder roten Früchte verdanken, helfen, die Blutgefäße gesund zu halten. Brombeeren (Rubus fruticosus) und Weintrauben (Vitis vinifera) enthalten beträchtliche Mengen an Anthocyanen.

Glucosinolate

Glucosinolate sind hauptsächlich in Senfpflanzen enthalten. Sie wirken hautreizend und verursachen Entzündungen und Blasen. Bringt man sie in Form von Umschlägen auf schmerzende Gelenke, steigern sie den Blutfluss in dem betroffenen Bereich und sorgen dafür, dass sich dort keine Abfallprodukte ablagern (ein mitentscheidender Faktor bei Gelenksbeschwerden). Glucosinolate setzen außerdem die Schilddrüsenfunktion herab. Beträchtliche Mengen dieser Substanzen sind in Radieschen bzw. Rettich (Raphanus sativus) und im Weißen Senf (Sinapis alba) enthalten.

Ätherische Öle

Die durch Wasserdampfdestillation gewonnenen ätherischen Öle gehören zu den wichtigsten pflanzlichen Inhaltsstoffen. So enthält der Teebaum (Melaleuca alternifolia) z.B. über 60 verschiedene dieser flüchtigen Verbindungen, von denen viele stark antiseptische Wirkungen besitzen. Einige ätherische Öle, beispielsweise die der Echten Kamille (Chamomilla recutita), enthalten Sesquiterpene, etwa Azulen-Derivate, die eine entzündungshemmende Wirkung haben.

Saponine

Die Saponine werden nach ihrem chemischen Grundgerüst in zwei Gruppen unterteilt: Triteroensapogenine und Steroidsapogenine. Letztere verdanken ihren Namen der Ähnlichkeit mit den Steroidhormonen des menschlichen Körpers. Viele Pflanzen mit Steroidsapogeninen beispielsweise das bekannte Süßholz (Glycyrrhiza glabra), zeigen in der Anwendung eine deutlich hormonelle Aktivität. Triterpensapogenine, beispielsweise aus der Schlüsselblume (Primula veris), sind oft starke Expektoranzien und können außerdem die Aufnahme von Nährstoffen erleichtern.

Herzglykoside

Herzglykoside kommen in verschiedenen Heilpflanzen vor, von denen der weit verbreitete Rote Fingerhut (Digitalis purpurea), der Gelbe Fingerhut (Digitalis lutea) und der Wollige Fingerhut (Digitalis lanata) die bekanntesten sind. Herzglykoside wie Digitoxin, Digoxin und Gitoxin haben ein starke Wirkung auf das Herz, indem sie seine Aktivität steigern oder, wenn nötig, die Kontraktionskraft erhöhen. Herzglykoside wirken aber auch harntreibend und sorgen dafür, dass Flüssigkeit aus dem Gewebe und dem Kreislaufsystem in den Harntrakt überführt wird, was wiederum zu einer Blutdrucksteigerung führt.

Cyanglykoside

Obwohl diese Glykoside den stark giftigen Cyaniden ähneln, haben sie in kleinen Dosen eine deutlich beruhigende und entspannende Wirkung auf Herz und Muskeln. Cyanglykoside sind in der Rinde der Spätblühenden Traubenkirsche (Prunus seotina) und dem Schwarzen Holunder (Sambucus nigra) enthalten und tragen zur Fähigkeit dieser Pflanzen bei, Reizhusten zu lindern.

Vitamine

Einige Pflanzen enthalten beträchtliche Mengen an Vitaminen. So besitzt die Brunnenkresse (Nasturtium officinale) sehr viel Vitamin E, während die Hagebutten der Hundsrose (Rosa cania) beträchtliche Mengen an Vitamin C enthalten. Die meisten anderen Heilpflanzen weisen zumindest ein paar Vitamine auf, die, selbst wenn die Mengen gering sind, dennoch zur Deckung des täglichen Bedarfs beitragen.

Bitterstoffe

Bitterstoffe sind eine recht heterogene Gruppe von Substanzen, die allein ihr bitterer Geschmack verbindet. Bitterstoffe regen die Sekretion der Speicheldrüsen und Verdauungsorgane an, so dass es zu einer deutlichen Verbesserung des Appetits und zu einer Stärkung des Verdauungstrakts kommt. Das führt wiederum zu einer verbesserten Verdauung und Nährstoffaufnahme und damit zu einer optimaleren Versorgung des Körpers. Es gibt viele Kräuter mit bitteren Inhaltsstoffen, beispielsweise den Wermut (Artemisla absinthium) und das Chirettakraut (Swertia chirata).

Alkaloide

Alkaloide sind eine Gruppe stickstoffhaltiger Substanzen, denen die Aminogruppe (-NH2) pharmakologische Aktivität verleiht. Einige Alkaloide bilden die Grundlage bekannter Arzneien mit erprobter therapeutischer Wirkung. So wird z.B. das Krebsmittel Vincristin aus dem tropischen Immergrün (Catharanthus roseus) gewonnen. Andere Alkaloide, etwa das Atropin aus der tödlich giftigen Tollkirsche (Atropa belladonna), haben eine direkte Wirkung auf den Körper, lindern z.B. Krämpfe und Schmerzen und vermindern Körpersekretionen.

Mineralstoffe

Einige Heilkräuter sind besonders reich an Mineralien, etwa der Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense), der einen hohen Anteil Kieselsäure enthält. Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) weist dagegen große Mengen an Kalium auf und kann so, im Gegensatz zu anderen Diuretika, die dieses Mineral aus dem Körper schwemmen, einen hohen Kaliumspiegel aufrecht erhalten. Viele Pflanzen mit besonders hohen Konzentrationen einzelner Minerale werden allein aufgrund dieser Eigenschaft verwendet. Andere Kräuter tragen nur zur allgemeinen Deckung des Mineralstoffbedarfs bei.

ergänzende Links:

weiterführende Literatur:

Spagyrik: Meine Erfahrungen

Die Spagyrik ist ein komplexes Heilsystem. Das habe ich in einem anderen Beitrag schon thematisiert.

Hier soll es um meine persönlichen Erfahrungen gehen.

Letztes Jahr habe ich zwei Fortbildungen zum Thema Spagyrik online besucht. Die erste die einen groben Überblick über die verschiedenen Hersteller gab, die andere die in das Heilsystem an sich vertieft.

Was die verschiedenen Hersteller unterscheidet, ist zum Teil ihre philosophische Herangehensweise und, zum Beispiel das Auslassen einer der 4 alchemistischen Teilprozesse wie das der Mazeration oder Gärung. Ich persönlich denke, dass diese Unterschiede das System als Ganzes bereichern, denn so individuell unser Organismus in seiner Verstoffwechselung von Stoffen (und in diesem Fall von Medikamenten) ist, so modular und flexibel sind die MIttel mit denen wir versuchen die verschiedenen Krankheite zu kurieren, lindern oder zumindest die Symptome zu behandeln.

Die ganzheitliche Berücksichtigung, nicht nur des Menschen in seiner Umwelt, sondern Umweltfaktoren als solches in die Herstellung und Verwendung von Heilmitteln zu integreieren, findet man heutzutage vor allem in der komplementären Medizin. Weltweit betrachtet sind die Heilsysteme des Ayurveda, die TCM (traditionelle chinesische Medizin) und andere hierzu ebenso zu nennen.

Für mich ist der Begriff Komplementärmedizin sehr wichtig, da ich inzwischen der Meinung bin, dass man nicht in Konkurrenz zur „Schulmedizin“, die ganze Sache betrachten sollte, auch wenn es viel berechtigte aber eben auch unberechtigte Kritik beiderseits und gegenseitig gibt. – Wie kann man von einer ganzheitlichen Sicht sprechen, wenn man dann doch wieder einen Teil ausgrenzt der nunmal auch da und etabliert ist?! Diese Frage sollte jeder für sich selbst beantworten, und beantworten können, bevor man sich in das argumentative Getümmel stürzt. Zumal es, vor allem im Internet Schein- und Halbwissen zu hauf gibt.

Dieser kleine gedankliche Exkurs, war nun notwendig.

Die Hersteller mit denen ich bisher am meisten Erfahrungen gemacht habe, sind die Soluna Solunate, die Pekana Komplexmittel und die Phylak Komplexmittel. Alle drei sind Komplexmittel, also Mischungen nach vorgegebenen Rezepturen (viele gehen dabei auf Alexander v. Bernus und/oder Paracelsus zurück). Und diese Komplexmittel ebenso wieder zu kombinieren um sie in den jeweiligen Situationen einzusetzen, eine Therapie zu unterstützen oder ein akutes Symtom zu behandeln, bin ich autodidaktisch vorgegangen. Ich habe also Erfahrungswerte vorhandener Autoren/Bücher zu Rate gezogen, um einen Behandlungsplan aufzustellen, habe diesen individuell geprüft, manchmal in Dosis und Verabreichungszeitraum abgeändert und dann quasi an mir selbst beobachtet wie, und wie effektiv die Mittel ihre Wirkung entfalten.

Auf körperlicher Ebene haben vor allem die Solunate bei mir am Besten ihre Wirkung gezeigt. Sei es bei Fieber, Durchfall, Grippe und Erkältung, zur Leberkur oder zum Frühlings-Detox. An mir selbst konnte ich keine Nebenwirkungen feststellen, auch wenn ich bei Cordiak und Sangusiol (alte Bezeichnungen zwei der Komplexmitel) und dem enthaltenen Johanniskraut vorsichtig wegen Wechselwirkungen war (was eigentlich unbereichtig war, wie man hier nachlesen kann). Inzwischen teste ich die Auswirkung auf die psychische Ebene, bei der die Dosierung wesentlich geringer angesetzt wird, als wenn auf körperlicher Ebene gearbeitet wird. Bisher hat sich gezeigt, dass der Ausgleichende und Beruhigende Effekt spürbar vorhanden ist.

Die Pekana Komplexmittel hab ich erst seit letztem Winter im „Sortiment“ meiner Hausapotheke, und kamen bisher bei spannungsbedingten Kopfschmerzen zum Einsatz. Bisher hat sich nur eine mäßige Wirkung entfaltet, muss allerdings dazu sagen, dass ich die 2stündliche Einnahme nicht kontinuierlich einhalten konnte.

Die Phylak Komplexmittel sind als nächste in der Testung. Bisher konnte ich das spagyrisch hergestellte Parfüm Orange und ein Aura-Spray erfolgreich testen.

Update:

Es stellte sich heraus, dass die Mittel der Phylak Sachsen GmbH gar nicht so einfach zu beziehen sind, wenn nicht eine Apotheke diese im Sortiment hat. Nach einem sehr kontrovers anzusehenden Vortrag über „alternative Medizin und die Corona-Impfung“ ging ich eine weile auf Abstand zu Phylak.

Durch einen erneuten starken Migräne Schub in den letzten Monaten, erinnerte ich ein Komplexmittel von Phylak in meinen Links abgespeichert zu haben. Gefunden, bestellt – und wtf was für eine Wirkung. Ich bin ja wahrlich kein unerfahrener Anwender in der Komplementärmedizin, aber einen solchen Effekt hatte ich bisher noch nie beobachtet. Der Schmerz hörte augenblicklich auf, der Gehirnnebel zog sich bis unter die oberste Schädeldecke zurück und war nur noch als dumpfes Pochen wahrzunehmen. Und das von einer einzigen Anwendung. Ich war total geflasht. Meiner bisherigen eher skeptischen Haltung Phylak Sachsen gegenüber war ein solcher Placebo-Effekt nicht zu erwarten, und doch konnte selbst ich es kaum glauben. 3 Hübe in den Mund und nahezu Beschwerdefrei. Dazu muss natürlich gesagt werden, dass es auf die Ursache der Migräne ankommt. – Wie sich herausstellte wirkt diese Rezeptur im Spray besonders bei Muskelverspannungen die dann „hoch ziehen“. Bei hormonell oder wetterbedingten Ursachen, ist der Effekt nicht ganz so bahnbrechend aber dennoch hilfreich.

Es handelte sich um das Migräne-Spray das ich über die central apotheke Leipzig bezogen hatte.

Noch ein kleiner Tipp für alle die gern selbst stöbern: Wenn die Inhaltsstoffe aufgelistet werden, und dort ein paar Indikationen aufgeführt werden, so sind diese nicht bindend an das Komplexmittel. Gebt in das Suchfeld oben lieber direkt das ein was ihr Sucht, also zum Beispiel „PS Sodbrennen Spray“ und schaut was euch angezeigt wird. Phylak hat nämlich auch zur selben Indikation verschiedene Rezepturen entwickelt, da sollte man testen.