Auch wenn die Astrologie von ihrer Sichtweise einem geozentrischen Weltbild entstammt, ist die neuere Bezeichnung eines anthropozentrischen Weltbildes hierfür weitaus dienlicher, und stellt den Menschen – respektive seine Persona – in den Mittelpunkt. Von diesem Mittelpunkt aus schauen wir mit unserem Blick in die Sterne und beziehen diese kosmobiologisch zurück auf unsere innersten Prozesse.
Allgemeine Astrologie deutet Horoskope als Hinweise auf Anlagen und Lebenszyklen; psychologische Astrologie verbindet astrologische Symbole mit menschlichem Verhalten, während esoterische Astrologie zusätzlich spirituelle Kräfte und die Entwicklung der Seele betont.
Da mir das aber als konkrete Einordnung zu wenig ist, hab ich das hier nochmal aufgeschlüsselt:
- Astrologie, allgemein (exoterisch, u.a. orthodox):
- Die Astrologie, als Wissenschaft über die Einflüsse der Sterne auf uns, sieht in dem komplexen Zusammenspiel von äußeren Einflüssen in einem mehrdimensionalen System aus Planetenhäusern, Planeten und Tierkreiszeichen und ihre jeweilige Stellung und Verbindung (oder Opposition) zueinander mit spezifischen Deutungsaphorismen.
- Das Grundgerüst bildet die Lehre der vier Elemente die aller Existenz innewohnt, und die Dynamik die in dem Zusammenspiel dieser Kräfte entstand, und wie einem fortlaufenden Tanz in einem Kontinuum weiterhin allumfassend Zusammenhänge produziert. Auf dem 360° Kreis hat jedes Segment seine festgelegte Bedeutung, und erst die Bewegung der Erde und damit der Bewegung der Himmelskörper die in diesen Kreis einberechnet werden, ergibt zum Beispiel anhand der Geburt einen Screenshot der Grundlegenden elementaren Energien und Zusammenhänge.
- Vergleicht man den Radix von zwei Personen, lassen sich spezifische Aussagen und Widersprüche ableiten, die auf eine passende Verbindung oder mangelndes Verständnis hindeuten kann.
- Qualität wird durch die Einbeziehung möglichst aller Faktoren erreicht – und je weniger Faktoren einbezogen werden, desto allgemeiner und unspezifischer sind die Aussagen+Deutungen.
- psychologische Astrologie:
- Die psychologische Astrologie versteht die Tierkreiszeichen als Archetypen. Grundmuster die tief in uns angelegt sind, die unser Denken und Handeln beeinflussen und in ihrer entsprechenden Resonanz unser individuelles Unbewusstes formen.
- Nach der psychologischen Astrologie symbolisieren Planeten Anlagen und Fähigkeiten, die auszubilden sind.
- Alle Anlagen und Fähigkeiten können in der Hemmung, in der Kompensation oder in erwachsener Form er- und gelebt werden.
- Das Grundgerüst bildet die allgemeine Astrologie, wird aber durch die Schablone der Archetypen und psychologischen Grundmuster (Abwehr- und Anpassungsmechanismen) betrachtet und analysiert.
- esoterische Astrologie:
- Die esoterische Astrologie verbindet transpersonale Psychologie mit Astrologie. Der Radix und unser Bewegen, einem Tanz gleich, durch die metaphorischen Musterentsprechungen der Tierkreiszeichen, Planeten und Häuser wird als Potential der Seelenentwicklung gedeutet.
- Das Grundgerüst ist dabei die Astrologie, wird aber verschiedenen esoterischen Konzepten (Rhythmik, Alchemie, Farblehre, Symbolik, Naturphilosophie, u. a.) kombiniert und in ihrer Deutung an die transpersonale Psychologie angelehnt.
Dabei scheint es, als würde es sich hierbei wieder um einen Dreiklang aus Körper (exoterische Astrologie), Geist (psychologische Astrologie) und Seele (esoterische Astrologie) handeln. Um Konzepte der esoterischen Astrologie zu erfassen, muss man zwangsweise die Grundlagen durcharbeiten, die in der exoterischen Astrologie – mehr oder weniger handfest – verkörpert und gelehrt werden. Erst dann kann eine Horizonterweiterung zu den beiden tieferen Ebenen erfolgen. Einen der Zwischenschritte zu überspringen führt zu Überforderung oder Chaos. Nicht ohne Grund sind esoterische Geheimnisse einem Einweihungsweg unterworfen, der den Initianten auf die entsprechenden Lehren vorbereitet. Mehr dazu in meinem Beitrag Astrologie – exoterisch und esoterisch
Die 12 Tierkreiszeichen beschreiben Entwicklungsbewegungen der Seele, die wiederum in den Kontext von weiteren archetypischen Einflüssen (im übertragenen Sinne der Planeten) und wieder zu uns selbst in Bezug gesetzt werden müssen.
Anfang, Verkörperung, Austausch, Bindung, Ausdruck, Ordnung, Ausgleich, Wandlung, Sinn, Form, Freiheit, Hingabe
Die vier Elemente Feuer, Erde, Luft und Wasser sind bewusst benannte Qualitäten, welche die Schöpfung und unser Sein metaphysisch umspannen. In der Humorallehre nach Hippokrates, Galen, und anderen, wurden den Elementen die vier Körpersäfte und die Qualitäten trocken, feucht, kalt und warm, sowie auch vier spezifische Temperamente Choleriker, Melancholiker, Sanguiniker und Phlegmatiker, zugeordnet. (mehr dazu in „Ätherische Öle in der traditionellen europäischen Medizin„)
Die elementaren Einfärbungen der Tierkreiszeichen stehen für die regulierenden Grundqualitäten des Lebendigen:
- Ich – Feuer: Streben nach Distanz, Entfaltung und Ich-Kraft
- Frühling, Beginn im Widder ♈, Choleriker, Der Kaiser, Anfang, Sternzeichen-Öle
- Widder kennzeichnet Durchsetzungskraft und legt den Fokus auf Ansehen und Geltungsbedürfnis.
- Sommer, Höhepunkt im Löwen ♌, Choleriker, Die Sonne/Lust, Ausdruck, Sternzeichen-Öle
- Löwe verlangt nach Anerkennung und gesteigertem Geltungsbedürfnis, setzt sich aber mit Mut und Großzügigkeit für andere ein.
- Winter, Ende vom Schützen ♐, Choleriker, Die Kunst, Sinn, Sternzeichen-Öle
- Beim Schützen scheidet sich besonders ob es sich um erlöste oder schattenhafte Aspekte handelt. Je nachdem führt das Verlangen nach Ansehen, Geltung und Einfluss zu Reichtum und Fülle oder innerer Leere und Hohlheit.
- Angst: vor Abhängigkeit, zu viel Nähe, Verlust des Ichs, Selbstaufgabe
- Wunsch: Selbstschutz, niemanden zu brauchen, unabhängig zu sein, stark zu sein, Abstand zu halten, unnahbar zu sein, nach Bestätigung von außen
- Ausdruck: Kontaktschwierigkeiten, Zweifel an der eigenen Liebesfähigkeit, Zweifel an der Aufrichtigkeit des anderen, Gefühle können nicht ausgelebt werden, Zyniker, Skeptiker, eventuell unbegründete Eifersucht, wirkt arrogant
- Stärken: Abgrenzungsfähigkeit, Eigenständigkeit, Konfliktfähigkeit, Entschlossenheit, Individualität, Ehrlichkeit, Zivilcourage
- Nicht nur im Denken des Widders – exemplarisch für die Grunddynamik des Feuers – herrscht Ordnung, sondern auch in seinem Leben. Er fragt sich, wie die Welt geordnet ist und wie er sich selber die Welt ordnen kann. Das verleiht seinem Leben und Handeln etwas Planmäßiges, Systematisches. Es besteht dabei die Gefahr, dass sein Denken allzu systematisch wird und etwas dogmatisches, ja klischeehaftes annimmt. Fixe Ideen machen es ihm dann Unmöglich, die volle Wahrheit zu erkennen.
- Hier geht es wie im Frühling um die Ich-Kraft, die unbändige Energie der Sonne entgegen zu wachsen nach dem kalten Winter – Durchsetzungsfähigkeit/Aggression (Mut/Wut), Aufbruch, Dynamik, Sexualkraft, Lebens-Wille – genau dies, was Widder in seinem Kern symbolisiert, spiegelt sich jeden Frühling in der Natur wieder.
- Die Themenschwerpunkte sind Abgrenzung & Selbstbestimmung, Balance & Verbundenheit, Ruhe & Stabilität
- Affirmation: Du darfst dich um dich selbst kümmern. Ich bin der Architekt meines Lebens. Ich baue die Grundlage und wähle den Inhalt aus, zum Wohle aller.
- Frühling, Beginn im Widder ♈, Choleriker, Der Kaiser, Anfang, Sternzeichen-Öle
- Ihr – Erde: Streben nach Dauer, Struktur, Transformation
- Frühling, Stier ♉, Melancholiker, Der Hohepriester, Verkörperung, Sternzeichen-Öle
- Stier ist von Beharrlichkeit und Ausdauer den eigenen Zielen gegenüber eingefärbt und steht unter der Prämisse Praktikabilität, Genussfähigkeit und Verwertbarkeit.
- Herbst, Jungfrau ♍, Melancholiker, Die Kaiserin, Ordnung, Sternzeichen-Öle
- Jungfrau kennzeichnet durch Gewissenhaftigkeit, Genauigkeit und Methodik die Verfolgung der Ziele.
- Winter, Steinbock ♑, Melancholiker, Der Teufel, Form, Sternzeichen-Öle
- Der Steinbock wird von brennendem Ehrgeiz und gleichzeitigem Sichern des Materiellen gekennzeichnet, dass mit herausragender Zähigkeit erreicht wird.
- Angst: vor Chaos, Grenzenlosigkeit/Freiheit, faulen Kompromissen, Inkonsequenz und Angst ein Risiko einzugehen
- Wunsch: alles muss seine Ordnung haben, Absicherung, alles soll so bleiben, wie es ist, Gefühle haben keinen Platz, nur der Verstand steuert
- Ausdruck: Perfektionismus, Konservatismus, Intoleranz, Systematik, Nörgler, Mangel an Einsichtigkeit, kontrollierend, Unnachgiebigkeit, wenig Spontanität
- Stärken: Verlässlichkeit, Treue, Bodenständigkeit, Stabilität, Ausdauer, Verantwortungsbewusstsein, Korrektheit
- Im Winter vollzieht sich die Transformation, wenn aus dem scheinbaren Tod neues Leben entsteht, bis es im Frühling aus der Oberfläche hervorbricht – hier ahnt man schon den alchemistischen Transformations-/Fermentationsprozess der sich vollzieht. Kettet sich das Ego zu sehr an Materiellem kann die Transformation nicht vollzogen werden und es entsteht Leid – Kernaussage des Teufels im Tarot.
- Die Themenschwerpunkte sind Klarheit & Stärke, Bedürfnisorientierung & Entscheidungskraft, Erdung & Kraft
- Affirmation: Ich bin fest verwurzelt und ruhe in meiner Mitte wie ein Fels in der Brandung.
- Frühling, Stier ♉, Melancholiker, Der Hohepriester, Verkörperung, Sternzeichen-Öle
- Wir – Licht – Luft: Streben nach Wechsel, Vermittlung zwischen Logik und Kreativität
- Sommer, Ende vom Zwilling ♊, Sanguiniker, Die Liebenden, Austausch, Sternzeichen-Öle
- Zwilling kennzeichnet an diesem Punkt innere Unruhe, die vielen Neigungen und Anlagen unter einen Hut zu bringen, es hilft das Was auf das Wie um zu positionieren.
- Herbst, Waage ♎, Sanguiniker, Die Ausgleichung, Ausgleich, Sternzeichen-Öle
- Waage definiert beruflichen Erfolg nach gesellschaftlichen Kriterien und ist von Pragmatismus gekennzeichnet, Herzlichkeit und Freundlichkeit sind mehr anerzogene Verhaltensweisen als echte Empfindungen.
- Winter, Wassermann ♒, Sanguiniker, Der Stern, Freiheit, Sternzeichen-Öle
- Der Wassermann erscheint geradezu wankelmütig und ist von Umbrüchen und Neubeginnen gekennzeichnet, jedoch wird in jedes Luftschloss mit voller Energie investiert.
- Angst: vor Festlegung, Unfreiheit, Einengung, Richtlinien und Prinzipien
- Wunsch: sich nicht festzulegen, keine Entscheidungen treffen zu müssen, nach Unvergänglichkeit, das innere Empfinden nach außen auszudrücken
- Ausdruck: ständig auf der Suche nach Selbstbestätigung, Verdrängung von Schuldgefühlen, Ausweichen vor Unangenehmem, Partner dienen zur Selbstdarstellung im Außen, Ungeduld, Unzuverlässigkeit
- Stärken: Kreativität, Begeisterungsfähigkeit, Offenheit, Charme und Verführungskunst, Neugier, Flexibilität, Kontaktfreudigkeit, Aufgeschlossenheit, Spontanität
- Die Themenschwerpunkte sind Selbstwahrnehmung & Selbstfürsorge, Ausdruck & Kontakt, Sicherheit & Geborgenheit
- Affirmation: Ich sage Ja zum Licht und zum Leben. Mein Herz ist voller Wärme und Freude. Ich vertraue mir.
- Sommer, Ende vom Zwilling ♊, Sanguiniker, Die Liebenden, Austausch, Sternzeichen-Öle
- Du – Wasser: Streben nach Nähe, Löslösung von Lasten aus der Vergangenheit
- Sommer, Krebs ♋, Phlegmatiker, Der Wagen, Bindung, Sternzeichen-Öle
- Im Krebs zeigt sich das mit Diplomatie und Anpassungsfähigkeit an die Rhythmik des Lebens, Ziele besonders erfolgreich umgesetzt werden können.
- Herbst, Skorpion ♏, Phlegmatiker, Der Tod, Wandlung, Sternzeichen-Öle
- Skorpion zeigt sich beharrlich, zäh und energetisch, dagegen auch rücksichtslos und ehrgeizig.
- Winter, Fische ♓, Phlegmatiker, Der Mond, Hingabe, Sternzeichen-Öle
- Den Fischen fehlt es an beruflichem Ehrgeiz; Von spiritueller Versenkung bis hin zum rechthaberischen Eiferer ist hier alles möglich was die neptunische Realitätswahrnehmung zu bieten hat.
- Angst: verlassen zu werden, vor Isolation, Einsamkeit, Ungeborgenheit
- Wunsch: umsorgt, geborgen und aufgehoben zu sein, eine Stütze zu haben, im anderen aufgehen zu können, Nein sagen zu können, sich für das Wohl der anderen verantwortlich zu fühlen
- Ausdruck: Verlustangst, Selbstmitleid, Abhängigkeit, Jammern, Übernehmen der Dulderrolle, übertriebene Bescheidenheit
- Stärken: Einfühlungsvermögen, Geduld, Hingabefähigkeit, Zärtlichkeit, Ausgeglichenheit
- Im Herbst beginnt der Abstieg in die Dunkelheit, bei dem man sich mit den inneren Schatten auseinandersetzt, die nach außen wirkenden Kräfte langsam reduziert und sich auf den Winterschlaf vorbereitet. Gleichzeitig wird die Sehnsucht nach Nähe und Zugehörigkeit verstärkt.
- Die Themenschwerpunkte sind Offenheit & Entwicklung, Loslassen & Vertrauen, Entlastung & Freiraum
- Affirmation: Ich bin ausgeglichen und zufrieden mit mir und der Welt
- Sommer, Krebs ♋, Phlegmatiker, Der Wagen, Bindung, Sternzeichen-Öle
Und wie als würde man es hier stellvertretend für das Resonanzprinzip aufführen, tragen wir alle diese vier Qualitäten in unterschiedlicher Gewichtung psychosomatisch in uns. Und genau da „beginnt“ die Möglichkeit der Harmonisierung, der Rhythmisierung, der Re-Synchronisation.
In der Auflistung sieht man schön, welches Entwicklungspotential in jedem Tierkreiszeichen steckt, und wie es die Qualitäten des jeweiligen Elements transformiert. Doch sind die jeweiligen Zeichen nicht nacheinander, sondern in einer harmonischen Abfolge angeordnet die dem Prinzip Feuer, Erde, Luft, Wasser folgt.
Widder kennzeichnet Durchsetzungskraft und legt den Fokus auf Ansehen und Geltungsbedürfnis. Stier ist von Beharrlichkeit und Ausdauer den eigenen Zielen gegenüber eingefärbt und steht unter der Prämisse Praktikabilität, Genussfähigkeit und Verwertbarkeit. Zwilling kennzeichnet an diesem Punkt innere Unruhe, die vielen Neigungen und Anlagen unter einen Hut zu bringen, es hilft das Was auf das Wie um zu positionieren. Im Krebs zeigt sich das mit Diplomatie und Anpassungsfähigkeit an die Rhythmik des Lebens, Ziele besonders erfolgreich umgesetzt werden können. Löwe verlangt nach Anerkennung und gesteigertem Geltungsbedürfnis, setzt sich aber mit Mut und Großzügigkeit für andere ein. Jungfrau kennzeichnet durch Gewissenhaftigkeit, Genauigkeit und Methodik die Verfolgung der Ziele. Waage definiert beruflichen Erfolg nach gesellschaftlichen Kriterien und ist von Pragmatismus gekennzeichnet, Herzlichkeit und Freundlichkeit sind mehr anerzogene Verhaltensweisen als echte Empfindungen. Skorpion zeigt sich beharrlich, zäh und energetisch, dagegen auch rücksichtslos und ehrgeizig. Beim Schützen scheidet sich besonders ob es sich um erlöste oder schattenhafte Aspekte handelt. Je nachdem führt das Verlangen nach Ansehen, Geltung und Einfluss zu Reichtum und Fülle oder innerer Leere und Hohlheit. Der Steinbock wird von brennendem Ehrgeiz und gleichzeitigem Sichern des Materiellen gekennzeichnet, dass mit herausragender Zähigkeit erreicht wird. Dagegen erscheint der Wassermann geradezu wankelmütig und ist von Umbrüchen und Neubeginnen gekennzeichnet, jedoch wird in jedes Luftschloss mit voller Energie investiert. Den Fischen fehlt es an beruflichem Ehrgeiz, von spiritueller Versenkung bis hin zum rechthaberischen Eiferer ist hier alles möglich was die neptunische Realitätswahrnehmung zu bieten hat.
Der Tierkreis oder Zodiak hat eine Ausdehnung von 360 Grad. Da er zwölf Zeichen umfasst, entfallen auf jedes Zeichen 30 Grad. Die Astrologie unterteilt aber auch jedes einzelne Zeichen wiederum in drei Dekanate, also 0-10, 10-20 und 20-30 Grad. Jedem Tierkreiszeichen ist ein Planet als Herrscher zugeteilt. Er beherrscht auch jeweils die ersten 10 Grade eines Zeichens, während das zweite und dritte Dekanat „Mitherrscher“ besitzt. Und jeder Mitherrscher gibt seine eigene Note und Färbung für das Tierkreiszeichen mit. Die folgende Tabelle zeigt diese Dekanatherrscher in übersichtlicher Form:
| Ausdehnung der Zeichen | Herrscher | 1. Dekanat | 2. Dekanat | 3. Dekanat |
| Widder ♈ (0°-30°) | Mars | Mars | Sonne | Jupiter |
| Stier ♉ (30°-60°) | Venus | Venus | Merkur | Saturn |
| Zwilling ♊ (60°-90°) | Merkur | Merkur | Venus | Uranus |
| Krebs ♋ (90°-120°) | Mond | Mond | Mars | Neptun |
| Löwe ♌ (120°-150°) | Sonne | Sonne | Jupiter | Mars |
| Jungfrau ♍ (150°-180°) | Merkur | Merkur | Saturn | Venus |
| Waage ♎ (180°-210°) | Venus | Venus | Uranus | Merkur |
| Skorpion ♏ (210°-240°) | Pluto | Pluto | Neptun | Mond |
| Schütze ♐ (240°-270°) | Jupiter | Jupiter | Pluto | Sonne |
| Steinbock ♑ (270°-300°) | Saturn | Saturn | Venus | Merkur |
| Wassermann ♒ (300°-330°) | Uranus | Uranus | Merkur | Venus |
| Fische ♓ (330°-360°) | Neptun | Neptun | Mond | Mars |
Damit kann man anschaulich nachvollziehen, wie die jeweiligen Dekanatenherrscher die Qualitäten des Tierkreiszeichens einfärben, und verschiedene Aspekte betonen.
Der Radix, das Geburtshoroskop
Das Instrument der Astrologie ist der Radix (~ Wurzel), das Geburtshoroskop, ist im wesentlichen immer gleich aufgebaut: (die Ekliptik wird bisweilen auch mit dem Bild einer Uhr verglichen: die Tierkreiszeichen bewegen sich wie die Zeiger, die Häuser sind statisch wie das Ziffernblatt)
- Häuser (äußerste Schicht/Kreis): repräsentieren die Orientierung des Menschen in der Welt, und sind konstant
- Tierkreiszeichen (eine Schicht/Kreis weiter innen): repräsentieren angeborene Anlagen, und bewegen sich in der Ekliptik, langsam aber stetig.
- Planeten (eine weitere Schicht/Kreis innen): Repräsentieren die menschliche Wesenskräfte, bzw. symbolisieren zugleich auch die körperlichen Organe. Die Planeten bewegen sich in der Ekliptik am schnellsten, oder man möchte sagen am ätherischsten. Im Gegensatz zur Astronomie zählen bei der Astrologie auch errechnete Punkte wie Aszendent, Deszendent, Mondknoten (auf- und absteigend), Medium Coeli und Imum Coeli, Lilith, Chiron u. a.
- Aspekte: bilden strichförmige Verbindungen zwischen Planeten und repräsentieren den inneren Schaltplan oder die Bewusstseinsstruktur, manchmal wird zwischen Hauptaspekten und Nebenaspekten unterschieden. Bei den Aspekten handelt es sich um bedeutsame Abstände der Planeten untereinander. Sogenannte harmonische und disharmonische Aspekte ergeben sich (wie in der Musik) aus der Teilung des Kreises durch die Grundzahlen, wodurch harmonische und disharmonische Aspekte (Klänge) entstehen.
- Wesenszentrum (in der Mitte des Horoskops befindet sich ein weißer Kreis, welcher nicht beschrieben wird): Dieser symbolisiert das Selbst des Menschen, den inneren Wesenskern. Andere Bezeichnungen dafür wären, Seele, höheres Selbst, usw. – wird aber nicht immer explizit dargestellt.
Auch gibt es Radix-Darstellungen, da sind die Häusersegmente von innen nach außen dargestellt, ändern aber an der Deutung nichts.
Im Häusersystems der esoterischen Astrologie bildet das jeweilige Haus mit dem gegenüberliegenden eine Achse als Spektrum der Entwicklung: (entnommen, zusammengefasst und erweitert aus „Grundlagen der esoterischen Astrologie – Martina Döhring; S. 114-124“
- Die Beziehungsachse 1. Haus Widder ♈ (Mars) – 7. Haus Waage ♎ (Venus)
- Die Bedeutung dieser Achse, die zwischen der elementaren Ich-Struktur (Widder) und der beziehungsabhängigen Du-Struktur (Waage) sich erstreckt, liegt in dem jeweiligen Spannungsfeld/Spektrum. Die Kräfte der Ich-Struktur sind für sich erstmal für „Raum schaffen, den eigenen Platz in der Welt finden“ charakteristisch, werden aber erst in Bezug zu einem Anderen in den Kontext gesetzt, und erlangen durch das „wie behandle ich denn dieses nicht-ich“ an Bedeutung – und darin liegt die qualitative Herausforderung der Ich-Struktur. Die qualitative Herausforderung der Du-Struktur ist eine Balance darin zu finden, nicht als „People pleaser“ sich selbst zu vergessen, sondern einen Ausgleich aus gesundem Egoismus und Empathie zu schaffen. In diesem Wechselspiel dieser beiden Prinzipien zeigt sich das Potential der Beziehungsachse.
- Die Werteachse 2. Haus Stier ♉ (Venus) – 8. Haus Skorpion ♏ (Pluto)
- Während das 2. Haus die Werte beschreibt die offensichtlich vorhanden sind (Spektrum von „ein Dach über dem Kopf“ bis hin zu Genuss in seinem vollen Bedeutungsspektrum) – und einem inneren Impuls an Sicherheitsdenken und Absicherung zu entsprechen, geht es im 8. Haus um verborgene, unbewusste und ideelle Werte, sowie die Verarbeitung karmischer Prozesse. Während das 2. Haus eine Grundlage bildet, auf der aufgebaut werden kann, geht es im 8. Haus um das inhaltliche Füllen dieser Grundlage. Die qualitative Herausforderung des 2. Hauses besteht also in der Transformation von materiellen zu ideellen Werten, während das 8. Haus als qualitative Herausforderung das Loslassen und neu finden in einem übertragenen Stirb-Werde-Prozess verkörpert, dass aber ohne Grundlage keinen Bestand hat. Das Potential der Werteachse zeigt sich im Umgang mit Materiellem und Immateriellen Werten in Bezug zur Rhythmik unseres Seins.
- Die Denkachse 3. Haus Zwilling ♊ (Merkur) – 9. Haus Schütze ♐ (Jupiter)
- Mit der Denkachse wird als Spektrum des Denkens umschrieben, dass sowohl Informationsaufnahme (inkl. Selektion und Separation) als auch den Hunger nach Austausch, Wissen und Kommunikation in sich vereint, im „Gegensatz“ zur metaphysischen Einordnung von Informationen im Sinne von Religion, Philosophie oder auch Spiritualität. Das 3. Haus, das all den merkurischen Aspekten bis hin zu Janus entspricht, erkennt analytisch die Dualität unseres Seins und ist ein Versuch der Vermittlung – wobei meist eher ein Prozess der Er-Mittlung. Hingegen das 9. Haus versucht im alchemistischen Sinne eine Synthetisierung und Verbindung herzustellen. Informationen und Kommunikation per se bedeuten wenig, wenn kein qualitativer Inhalt sie füllt, ohne hoffentlich missionarischem Eifer zu unterliegen. Das Potential der Denkachse liegt in der Öffnung von Sichtweite, Horizonterweiterung in ihrem ganzen Bedeutungssinn, und in ihrer Synthese der Gegensätze.
- Die Elternachse 4. Haus Krebs ♋ (Mond) – 10. Haus Steinbock ♑ (Saturn)
- Mit Elternachse wird das Konzept von Entwicklung innerer und anerzogener Muster beschrieben, evtl auch epigenetische Anteile. Das vierte Haus umschreibt die Verbindung von elterlichen Mustern, in Bezug zu Rückzug und emotionaler Sicherheit – quasi dem Urvertrauen. Dabei ist es nicht immer ein realer Bezug zu realen Eltern, sondern im metaphysischen Sinne der Auseinandersetzung von Animus und Anima mit unserer kindlichen Entwicklung kein direkter Teil einer symbiotischen Einheit zu sein. Die Sehnsucht nach dieser Einheit, und der Sinnsuche in dieser (scheinbar) separierten Existenz ist Kernthema vom 4. Haus und vom Krebs. Das 10. Haus ist im Vergleich dazu fast schon hart, und lehrt die erdenschwere Existenz mit der Schönheit, Grausamkeit und Komplexität der Natur zu verbinden. Gleichzeitig sind Grenzen immanent und wichtig. Sie bewahren uns davor uns zu verflüssigen und über Grenzenlosigkeit kein Gefühl mehr von Struktur und Halt zu empfinden. Das Potential der Elternachse liegt in der strukturellen und emotionalen Wahrnehmung und Anerkennung von Grenzen.
- Die Schöpfungsachse 5. Haus Löwe ♌ (Sonne) – 11. Haus Wassermann ♒ (Uranus)
- Im 5. Haus geht es um die Schöpfung und Kreativität die damit verbunden ist, aber immer gebunden an einer selbstdarstellerischen (nicht zwangsweise bösartigen) Absicht. Geltungsbedürfnis und Belohnung stehen in der Bedürfnispyramide ganz oben. Dabei ist das Ich ganz klar der Fokus dieser auf Lebensfreude und Leichtigkeit betonten Qualität. Der Archetypus des Inneren Kindes wird hier umrissen. Im 11. Haus geht es ebenso um künstlerische und schöpferische Themen, die jedoch in einen kollektiveren Zusammenhang gestellt werden. Es geht um den Ausdruck, die Botschaft, weniger um den Künstler. Dabei fehlt dem 11. Haus oftmals die nötige Bindung an das Hier und jetzt, und ist durch einen Mangel an Ich-Energie leicht erschöpft und verliert sich in Luft-Schloss-Bauerei. Das Potential der Schöpfungsachse liegt in der Ausrichtung und Herangehensweise an Themen des Ausdrucks. Eine Ausbalancierung dieser Achse führt zu mehr Balance in uns Selbst.
- Die Transzendenzachse 6. Haus Jungfrau ♍ (Merkur) – 12. Haus Fische ♓ (Neptun)
- Die Transzendenzachse umfasst, wie wir arbeiten – egal ob an einem Projekt, mit/an unseren Mitmenschen oder an uns selbst. Das 6. Haus umfasst hier rationelle, kategorisierende und strukturelle Muster die von innerer wie äußerer Organisation bis hin zu Perfektionismus und Detailverliebtheit sich erstrecken. Der merkurielle Anteil wird hier deutlich ersichtlich für dieses scheinbar erdenschwere Thema. Dabei geht es auch um esoterische und spirituelle Themen, die aber untransformiert mehr als „To Do“ aufgefasst werden, und meist nur schwer integriert werden können. Gerade diese Integration umfasst das 12. Haus in seiner ganzen Bandbreite. Von spiritueller Versenkung bis hin zum rechthaberischen Eiferer ist hier alles möglich was die neptunische Realitätswahrnehmung zu bieten hat. Dabei spielt das „sich erhöht fühlen“ nach spiritueller Arbeit eine große Rolle wie Transzendenz gelebt und gelehrt wird. Das Potential der Transzendenzachse liegt in der (Selbst-)Wahrnehmung des eigenen Seins und Handelns.
Von dem fixen Häusern, den etwas beweglicheren Tierkreiszeichen, kommen wir jetzt zu den Planeten die im Vergleich geradezu durch den Tierkreis „rasen“. Dabei gibt es natürlich unterschiedliche Geschwindigkeiten, und den schnellsten „Planeten“ stellt der Aszendent dar, der Stern der bei der Geburt aufgeht, der sich innerhalb von 15 Minuten ändert. Darum ist die Uhrzeit, und der Geburtsort von dem aus die Sterne betrachtet werden, bei der Erstellung eines Radix so wichtig.
Die Planeten in der esoterischen Astrologie:
- Sonne:
- Kreativität, persönliche Schöpferkraft, Selbstbewusstsein; Seelisches Bedürfnis nach Ausdruck, Würde und Resonanz
- Die Sonne steht als Symbol für die Lebenskraft schlechthin. Im Horoskop ist sie das Kernstück der Persönlichkeit. Es ist eine Lebens- und Entwicklungsaufgabe, das zur Entfaltung zu bringen, was sie durch ihre Hausstellung und das Tierkreiszeichen, in dem sie sich befindet, an Potenzial enthält ( = Selbstverwirklichung). Sie ist somit grundlegend für die Identität eines Menschen, aber auch für sein Selbst und die Entwicklung dorthin.
- Sie steht darüber hinaus für den Willen, für Geist und Bewusstsein, für das Prinzip, das – kreativ – etwas erschaffen möchte. Sie ist der Dirigent im Orchester der Planeten und besitzt als solche eine integrierende Kraft.
- Nach Hajo Banzhaf liegen die ernsten Gefahren des Sonnen-Prinzips, wenn es im Unmaß gelebt wird, in Stolz, Arroganz, Selbstgefälligkeit, Eitelkeit und Arroganz.
- Mond:
- Sicherheitsbedürfnis, Nähe, Geborgenheit, Mütterlichkeit, Unterbewusstsein; Seelisch geprägt von Bindung, Erinnerung und Fürsorge
- Der Mond ist der Sonne gegenüber nicht minder wichtig. Der Unterschied besteht darin, dass er etwas passiv aufnimmt und es verarbeitet („weibliches“ Prinzip), wohingegen die Sonne aktiv in die Welt hinein erschafft („männliches“ Prinzip). Die Sonne, als aktiv-schöpferisches Prinzip, bildet im Individualhoroskop die väterliche Seite ab. Im engeren Sinn steht sie also für den Vater oder eine andere Autoritätsperson. Im Horoskop eines Mannes zeigt die Sonne, zusammen mit dem Mars, seine männliche Identität. Entsprechend geben Sonne und Mars im Horoskop einer Frau Auskunft über deren Männerbild (Animus).
- Er steht im Horoskop für die Gefühle, das Gemüt, für Stimmungen – dafür, wie man äußere Eindrücke verarbeitet. Er zeigt mit seiner Haus- und Zeichenstellung, wie jemand instinktiv, unverstellt von Bewusstseinsprozessen, spontan reagiert.
- Nach Hajo Banzhaf liegen die ernsten Gefahren des Mond-Prinzips, wenn es im Unmaß gelebt wird, in Trägheit, Launenhaftigkeit, Verantwortungslosigkeit, Phlegma und Hoffnungslosigkeit.
- Merkur:
- Intellekt, Kommunikation, Austausch; Seelische Suche nach Verbindung, Austausch und geistiger Beweglichkeit, Seelisches Streben nach Klarheit, Präzision und Dienlichkeit.
- Merkur verkörpert das Prinzip der Wahrnehmung und der Orientierung in der Welt. Wie man Informationen aufnimmt, sie verarbeitet und weiter vermittelt, untersteht seiner Domäne. So ist er das Symbol für die Verstandestätigkeit, das Unterscheidungsvermögen, den Intellekt und die Logik. Er sagt durch seine Haus- und Zeichenstellung im Horoskop etwas darüber aus, wie und was ein Mensch lernt. Denken, Sprechen, Lesen und Schreiben gehören ebenfalls in seinen Bereich. Außerdem steht er für die Art, wie ein Mensch mit anderen in Kontakt tritt und kommuniziert.
- Nach Hajo Banzhaf liegen die ernsten Gefahren des Merkur-Prinzips, wenn es im Unmaß gelebt wird, in Neid, Eifersucht, Schadenfreude, Missgunst, Boshaftigkeit und Hass.
- Venus:
- Persönliche Liebe; Seelisch Suche nach Beständigkeit, Sicherheit und Nähe, Seelische Vermittlung zwischen Gegensätzen und Beziehungen
- Venus ist im Horoskop das Symbol für jene Kraft im Menschen, die Harmonie sucht – sei es durch Beziehungen, die Liebe zu einem anderen Menschen, oder durch die Beschäftigung mit dem ästhetisch Schönen, wie es in der Kunst zum Ausdruck kommt. Sie steht aber auch für den Selbstwert, und konfrontiert uns mit der Frage: wie gehe ich mit mir um, was mute ich mir selbst zu.
- Nach Hajo Banzhaf liegen ernste Gefahren des Venus-Prinzips, wenn es im Unmaß gelebt wird, in Wollust, Gier, Verschwendungssucht, Machthunger und sexueller Sammelwut.
- Mars:
- Handlung, Durchsetzung, Aggression; Seelischer Wille zur Selbstbehauptung und zur unmittelbaren Existenz
- „Mars ist die Kraft, die den Samen zum Keimen drängt„, sagte Dane Rudhyar in Astrologie der Persönlichkeit, München 1979 (Zitiert nach: Liz Greene/ Howard Sasportas: Dimensionen des Unbewussten in der psychologischen Astrologie. München 1995). So steht dieser Planet zunächst einmal für den Anfangsimpuls, für die allererste treibende Kraft. Er zeigt durch seine Haus- und Zeichenstellung im Horoskop, wie ein Mensch an Dinge herangeht, wie er etwas in die Tat umsetzt und wie er sich behauptet, wie er seine Energie entlädt und sich selbst in Bewegung bringt. Triebe aller Art sind seine Domäne. Mars symbolisiert Willenskraft und die Freude an der Eroberung. Er kann aber auch für unbeherrschte Aggression, Wut, Jähzorn und ein Strohfeuer stehen. Außerdem beschreibt er die sexuelle Energie.
- Nach Hajo Banzhaf liegt die ernste Gefahr des Mars-Prinzips, wenn es im Unmaß gelebt wird, in Wut, Zorn, Zerstörungslust und Rachsucht.
- Jupiter:
- Universales Bewusstsein, erweiterte Sicht, Gesetze; Seelische Ausrichtung auf Zukunft, Hoffnung und geistige Weite
- Jupiter steht für Kräfte, die über das, was für die Entfaltung der Persönlichkeit eines einzelnen Menschen nötig ist, hinausgehen, nämlich gesellschaftlich Relevantes. Bei Jupiter sind dies Gerechtigkeit im Sinne einer höheren Ordnung, Moral, Ethik, sowie Religion als göttliche Regelung. Diese Dinge ermöglichen das Zusammenleben vieler Menschen in einer Gemeinschaft oder Gesellschaft.
- Wenn Jupiter agiert, macht er ganz und heil, er bringt Verstehen, Weisheit, aber auch Aufschwung, er entwickelt die Dinge, beschleunigt (dynamisiert) sie – im Guten wie im Bösen. Er steht für das Prinzip der Expansion, und sagt mit seiner Haus- und Zeichenstellung im Horoskop eines Menschen etwas darüber aus, in welchem Bereich und auf welche Weise dieser seinen Horizont zu erweitern sucht – sei es durch Reisen in ferne Länder und die Beschäftigung mit anderen Kulturen, durch philosophische und weltanschauliche Betrachtungen, oder eine religiöse Überzeugung. In dem Haus, in dem Jupiter im Horoskop steht, sucht man nach höheren Werten, nach Sinn und möchte über sich selbst hinauswachsen.
- Bei Jupiter geht es um das „größere Ganze“, um ein ein ganzheitliches Erfassen, im Gegensatz zu Merkur und dessen Sinn fürs Detail bzw. Fähigkeit, einzelne Fakten zusammenzutragen.
- Nach Hajo Banzhaf liegt die ernste Gefahr des Jupiter-Prinzips, wenn es im Unmaß gelebt wird, in Völlerei und Maßlosigkeit.
- Saturn:
- Begrenzung, Hemmung, Leid und Reinigung; Seelisches Streben nach Verantwortung, Struktur und innerer Autorität
- Saturn als letzter sichtbarer Planet unseres Sonnensystems gilt von altersher als „Hüter der Schwelle“. Er ist Symbol für Begrenzungen und steht als „Herr der Zeit“ für das definitive Ende der Dinge ebenso wie für das Unendliche, denn er unterliegt der Zeit nicht mehr.
- Das von Saturn verkörperte Prinzip lautet Konzentration, wobei es ihm um das Wesentliche, die Essenz der Dinge geht. Hierin stellt er einen Gegensatz zu dem von Jupiter verkörperten Prinzip der Expansion dar. Als Struktur gebendes Prinzip verleiht Saturn Halt und Festigkeit.
- Nach Hajo Banzhaf liegt die große Gefahr des Saturn-Prinzips, wenn es im Unmaß gelebt wird, in Geiz und Habsucht.
- Uranus:
- Was über den Intellekt hinausgeht, höhere Oktave Merkurs, Schöpfungskraft der höheren Ebenen; Seelisches Bedürfnis nach Eigenständigkeit, Distanz und geistiger Freiheit
- Uranus symbolisiert plötzliche Umschwünge und den Vorstoß in eine andere Dimension. Betrachtet man für die Interpretation dieses Planeten auch die Zeit seiner Entdeckung, was in der Astrologie bei neu entdeckten Planeten üblich ist, so repräsentiert er die Ideale der Französischen Revolution (1789): Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und überhaupt die humanistischen Ideale der Aufklärung.
- In der persönlichen Radix drückt Uranus das revolutionäre Potenzial eines Menschen aus. Da er sich im Horoskop von Menschen mehrerer Jahrgänge im selben Zeichen befindet, ist seine Zeichenstellung weniger individuell als seine Hausstellung. Sein Haus zeigt den Bereich an, in dem ein Mensch unkonventionell ist, zu spontanen Verhaltensweisen neigt, Grenzen sprengt und gerne ungebunden sowie originell ist. Ist er schwierig gestellt, neigt die betreffende Persönlichkeit unter Umständen dazu, alles zwanghaft anders machen zu müssen. Auch elitärer Dünkel kann zu den uranischen Schattenseiten gehören.
- Nach Hajo Banzhaf liegen die ernsten Gefahren des Uranus-Prinzips, wenn es im Unmaß gelebt wird, in Rastlosigkeit, Willkür, Vertragsbrüchigkeit, Überheblichkeit dem banalen des Lebens Beachtung zu schenken.
- Neptun:
- Was über die Liebe hinausgeht, höhere Oktave der Venus, Mystik, spirituelle Erkenntnis, Egoauflösung, Transzendenz; Seelische Sehnsucht nach Verbundenheit, Mitgefühl und Auflösung von Trennung
- Dem Charakter dieses Planeten entsprechend, ist das typisch Neptunische nur schwer in Worte zu fassen. Während Uranus die von Saturn gesetzten Grenzen durchbricht und eine neue Dimension erschließt, löst Neptun diese Grenzen unmerklich, aber nachhaltig auf, so wie Wasser Felsen zersetzen kann. Er steht für die Sehnsucht des Menschen, in etwas Größerem aufzugehen, für Transzendenz und Spiritualität. Er ist Symbol für die Inspiration.
- Nach Hajo Banzhaf liegen die ernsten Gefahren des Neptun-Prinzips, wenn es im Unmaß gelebt wird, in Verzweiflung, Grenzenlosigkeit, Suchtgefahr, Verantwortungsdiffusion, Melancholie, Verwirrung und Selbsttäuschung.
- Pluto:
- Entwicklung und Bewusstheit, höhere Oktave des Mars, Wandlung, Tod, Wiedergeburt, Tor zur spirituellen Entwicklung; Seelische Suche nach Wahrheit, Intensität und Transformation
- Pluto symbolisiert völlige Extreme, er steht für höchste Höhen und tiefste Tiefen, für Engel wie Teufel, Destruktives und Heiliges, für absolute Liebe wie rachsüchtigen Hass – und die entsprechende Gegensatzspannung. Er will das Totale, ist keinesfalls neutral, lasch oder lau, gibt sich radikal (gemäß dem Motto ‚Alles oder Nichts‘), geht nötigenfalls über Leichen, ohne Rücksicht auf mögliche (emotionale oder materielle) Verluste bzw. Opfer.
Die Gefahr einer Plutobetonung im individuellen Horoskop liegt darin, dass das Geistige/ der ‚Kopf’/ Theoretisch-Abstraktes ein unnatürliches Übergewicht erhält, insbesondere dass bis zuletzt an (zwischenzeitlich überholten) Gedankensystemen oder Prinzipien festgehalten wird. So entsteht eine mentale wie emotionale Fixierung/ Inflexibilität. Plutos Zielrichtung ist letztlich jedoch Ideelles, Immaterielles, eine Durchlichtung, Vergeistigung des Seelischen. - Plutothemen sind Macht und Ohnmacht, fixe Leitbilder, Projektionen, absolute Gewissheiten, Abhängigkeit bis hin zu seelischen Verstrickungen, Sexualität, Tabus aller Art. Im besten Sinne steht er für die vollkommene Hingabe an den Augenblick und damit für höchste Intensität, für den wahren Kern einer Sache. Er weist auf überpersönliche Notwendigkeiten hin, gerade auch der Sippe/ des Kollektivs, denen sich der einzelne beugen muss.
- Nach Hajo Banzhaf liegen die ernsten Gefahren des Pluto-Prinzips, wenn es im Unmaß gelebt wird, in Zwanghaftigkeit, Besessenheit (Fanatismus) und Kontrollsucht.
- Lilith:
- Liliths Themen leben oft in unserem Schatten. Wir fühlen uns vielleicht stark zu bestimmten Erfahrungen hingezogen oder von ihnen abgestoßen – beide Reaktionen offenbaren noch nicht geheilte Anteile, die nach Integration verlangen. Werden diese Energien ignoriert, können sie dazu führen, dass wir uns entfremdet fühlen oder von inneren Konflikten zerfressen werden. Werden sie jedoch mit Achtsamkeit und Mitgefühl erforscht, kann unser Leben wahrhaftiger und erfüllter werden.
- Mondknoten/Drachenpunkte:
- aufsteigender (nördlicher) Mondknoten:
- Der nördliche oder aufsteigende Mondknoten symbolisiert Qualitäten oder Verhaltensweisen, deren Entwicklung ein Teil der Lebensaufgabe des Horoskopeigners ist.
- absteigender (südlicher) Mondknoten:
- Der südliche oder absteigende Mondknoten verkörpert unbewusste, automatische Verhaltensweisen, in der karmischen Astrologie auch Altlasten aus früheren Leben.
- Der südliche/absteigende Mondknoten wird als unveränderlich betrachtet, während der nördliche Hinweise auf Entwicklungspotential gibt. – Das Tierkreiszeichen, in dem sich der Nordmondknoten befindet, zeigt die Energien an, die wir umarmen sollten (die Kleidung, die wir morgens tragen sollten), und das astrologische Haus zeigt den Lebensbereich an, der zum Ausdruck gebracht werden soll.
- aufsteigender (nördlicher) Mondknoten:
- MC (Medium Coeli, Himmelmitte):
- Als höchster Punkt im Horoskop symbolisiert das Medium Coeli den Bereich, wo ein Mensch nach außen tritt. Da er die durch das IC symbolisierte schützende Atmosphäre der Privatheit vor allem dann verlässt, wenn er seinem Beruf nachgeht, zeigt das Medium Coeli zusammen mit dem zehnten Haus auch den Beruf, genauer: die Berufung eines Menschen an. Es steht für seine Stellung in der Öffentlichkeit bzw. Gesellschaft. Im Gegensatz zum Deszendenten geht es hier nicht um ein konkretes Gegenüber, sondern um das unbestimmtere Kollektiv, zu dem er als Individuum seinen Beitrag beisteuert. Der tschechische Astrologe Milan Spurek spricht hier von der „Autoritätskomponente, die durch Selbstreflexion das Handeln der Persönlichkeit reguliert“.
- IC (Imum Coeli, Himmelstiefe):
- Als tiefster Punkt im Horoskop symbolisiert das Imum coeli den Bereich, wo ein Mensch ganz bei sich selbst ist. Es ist der Ort größter Intimität, aber auch größter Verletzlichkeit. Hier liegen die Wurzeln der Persönlichkeit im wörtlichen (Familie) wie im übertragenen Sinn (Seele), sowie die archetypischen Gefühlsmuster. An diesem Punkt kann man sich am besten fallen lassen.
- Oftmals ist einem Menschen das, was sein Imum coeli symbolisiert, nicht bewusst, gerade weil es ihm von frühester Kindheit an so vertraut ist. Es steht für die Vergangenheit, im Gegensatz zum Medium coeli, das eher die Zukunft bzw. Bestimmung symbolisiert.
- Das Tierkreiszeichen am Imum coeli gibt Auskunft darüber, wie ein Mensch tief innen wirklich beschaffen ist, welcher Prägung seine innersten Empfindungen und Bedürfnisse sind.
- Aszendent:
- Der Aszendent gilt als derjenige Punkt, der die Zielrichtung des individuellen Lebensplans sowie die Absicht der Seele anzeigt, welcher verdeutlicht „was wir bei unserer Geburt auf diese Welt mitbekommen haben und über das wir frei verfügen können: es ist unsere Anlage“ (Christopher Weidner: Aszendent – Quelle der Kraft, Knaur-Verlag, München 2006). Darüber hinaus zeigt er, wie ab den 1980er Jahren formuliert wird, wie ein Mensch spontan auf seine Umwelt zugeht, wie er sich ihr zeigt, aber auch, wie er von dieser wahrgenommen wird. Damit tritt die Wirkung des Aszendenten auf die Umwelt als Gegenüber in den Vordergrund.
- Deszendent:
- Der Deszendent gilt als der Du-Punkt im Horoskop. Er zeigt an, wie der Horoskopeigner das Gegenüber wahrnimmt. Damit ist häufig der Beziehungspartner gemeint, doch beschränkt sich die Symbolik nicht darauf. Es geht um die Wahrnehmung des gesamten mitmenschlichen Bereichs und der Beziehungen, die damit verknüpft sind, auch wenn die Partnerschaft im engeren Sinne im Mittelpunkt steht.
- Gleichzeitig zeigt der Deszendent an, wie andere auf den Horoskopeigner zukommen. Das Zeichen am Deszendenten und etwaige Planeten in Konjunktion mit ihm verleihen ihm die besondere persönliche Färbung. Auf die genau entgegengesetzte Art und Weise, wie am Aszendenten das eigene Wesen, die eigene Art bzw. Persona zum Ausdruck kommt, wird hier der Horoskopeigner „bewirkt“ und erwartet vom Gegenüber eine Bewirkung. Insofern ist der Deszendent, wie auch der Aszendent, eine bestimmte Art von Brille oder Filter, die die Erwartungen beeinflusst und steuert.
- So wie der Deszendent die notwendige Ergänzung und das Gegenstück des Aszendenten ist, so ergänzt das Du das Ich, um zur Ganzheit zu gelangen. Es geht bei einer Begegnung allerdings nicht um eine symbiotische Verschmelzung, sondern um neue Erfahrungen, die alleine zu machen nicht möglich ist.
- Im innerpsychologischen Sinne repräsentiert der Deszendent den Schatten einer Persönlichkeit
- Chiron:
- Chirons Themen sind die Ambivalenz von geistiger Größe und körperlicher Unvollkommenheit, von Heilen und der Schwierigkeit der Selbstheilung, sowie von Opfer und Erlösung.
Mehr zu den Planeten und den anderen Punkten in Astrologie – Detailwissen
Folgende Tabelle (entnommen aus „Astrologie, ein methodisch aufgebautes Lehrbuch – Gertrud I. Hürlimann; S. 69“) gibt einen Überblick der Aspektdeutungen nach Johannes Kepler:
| 0° | Konjunktion | Stärke durch Verbindung, Schwäche durch Abstoßung |
| 30° | Semisextil | Anregung, Wechselbeziehung, Möglichkeit |
| 36° | Dezil +108° Tridezil | Zusammenhang, Vermittlung, Chance |
| 45° | Halbquadrat | Haken, Treppe, Störung, Hürde |
| 60° | Sextil | Ordnung, Förderung, Gunst |
| 72° | Quintil | Ausgleich, gutes Zusammenspiel, Rührigkeit |
| 75° | Bilin | Heimtücke, Leidenschaft, Leiden |
| 90° | Quadrat | Spannung, Sperre, Härte, Pressung |
| 105° | Trilin | Unruhe, Erschütterung, Kampf |
| 120° | Trigon | Harmonie, Vorteil, Erfolg, Glück |
| 135° | Trioktil | Schickung, Fügung, Versperrung, Angriff |
| 144° | Biquintil | Anschluß, Schlüssel, Gewinn |
| 150° | Quinconux | Täuschung, Sehnsucht, Entscheidungszwang, Verzicht |
| 165° | Tao | Hinterhalt, Krise |
| 180° | Opposition | Gegensatz, Ergänzung, Widerstreit, Zwietracht |
Hierbei erahnt man, welche Komplexität und vielschichtige Mehrdimensionalität die Astrologie zu bieten hat.
Mehr zu den Hauptaspekten und Nebenaspekten in den jeweiligen verweisenden Links
Sinn und Zweck der esoterischen Astrologie
Im Prozess der Individuation kann die esoterische Astrologie wertvolle Hinweise und Richtungen geben, die uns bei der Selbsterkenntnis von Nutzen sein kann.
Sie [(die Tiefenpsychologie)] behauptet zwar keinesfalls, dass das Bewusstsein nichts zu melden habe. Aber dennoch vertritt sie die Ansicht, dass Persönlichkeitsreifung sehr wesentlich gesteuert wird von instinktartigen Mustern, denen der Mensch sich so wenig entziehen kann wie dem Körperwachstum, der Gestaltwandlung oder dem Alterungsprozess. Vielmehr sieht die analytische Psychologie diese körperlichen Prozesse in Verbindung mit bestimmten Themen und Mustern, die in den Mythologien der ganzen Welt farbig und anschaulich ausgestaltet sind, und nennt sie archetypisch, urbildhaft.
Und sie behauptet, dass sich diese archetypischen Verhaltensmuster ungefragt zur Stelle melden, falls das Individuum auf einer Stufe zu lange fest sitzt. […] In dieser Erkenntnis- und Integrationsarbeit liegt eine entscheidende Reifeleistung auf dem Weg zur Individuation.
Unterwegs können sich die archetypischen Inhalte tatsächlich wie autonome Anteile, „personenhafte Wesenheiten“ benehmen, welche die Persönlichkeit geradezu tyrannisieren mit Zwängen und Projektionen auf andere.
Quelle: Spielfeld der Götter – Brigitte Romankiewicz; S. 156+157
Die esoterische Astrologie zeigt uns unsere kosmische Verankerung, unsere geistigen Strukturen bis hin zu karmischen Verstrickungen und den damit verbundenen Hürden.
Das Geburtshoroskop wird deshalb exakt auf den Moment des ersten Atemzugs gestellt, weil erst dann der neugeborene menschliche Organismus anfängt, in einen unmittelbaren Austausch von Energie mit dem Universum zu treten, unbeeinflusst von der Energie der Mutter. Im Moment des ersten Atemzugs beginnt das Kind seinen eigenen Lebensrhythmus; es beginnt seine eigne Einstimmung auf die Energie des Universums.
[…]
Die Planeten bezeichnen bestimmte Dimensionen der Erfahrung. Die [Tierkreis-]Zeichen bedeuten bestimmte Qualitäten der Erfahrung. Die Häuser zeigen bestimmte Bereiche der Erfahrung an, in welchen die Energien von Planeten und Zeichen wirken. Die Aspekte (oder Winkelbeziehungen zwischen den Planeten) zeigen, wie die verschiedenen Dimensionen der Erfahrung im Individuum integriert sind.
Aus diesen vier Faktoren setzt sich das astrologische Alphabet zusammen, und die Kunst der Kombination der Buchstaben dieses Alphabets bringt die Sprache der Energie hervor, die man Astrologie nennt.
Quelle: Astrologie, Psychologie und die vier Elemente – Stephen Arroyo; S. 87+93
Die esoterische Astrologie erzeugt einen alchemistischen Spiegel, der uns in unser Innerstes blicken lässt, und Prozesse im Außen auf das Innen beziehen lässt, um dann wiederum Rückschlüsse und Transferdenken auf die großen Mysterien zu zulassen bzw. zu ermöglichen. Denn je öfter Muster enttarnt werden, sich „rote Fäden“ überkreuzen und uns mit Hinweisen auf des Pudels Kern geradezu Leuchtpfeile aufzeigen, desto eher sind wir geneigt uns in dieser Hinsicht zu ent-konditionieren und eine Erweiterung unseres Horizonts zu zulassen. Im besten Sinne also eine Musterunterbrechung in der Erkenntnis dieser Muster.
Spürt man diesen Mechaniken nach, so stellt man immer mehr fest, dass wir in einem Netz eingebunden sind, dass Alles mit Allem verbindet. Und zwar wortwörtlich, wie metaphorisch. Diese Berührungspunkte, durch die wir mit dem Netz verbunden sind, kann man als Knotenpunkte sehen.
Knoten die geheim/versteckt die Fäden der Welt zusammenhalten. Diese Knoten und Fäden sind in Farben, Art und Weise zu erkennen und zu unterscheiden. Und genau das beschreibt im Kern der Sache, wie ich die Esoterik sehe; Spiritualität lässt uns diese Zusammenhänge erkennen und spüren, die Esoterik bringt diese in einen Zusammenhang.
Sie sind Kette und Schuss, um bei der Allegorie des Webens zu bleiben, die die Welt (im Sinne von Kosmos) im innersten zusammenhalten – ganz im faustischen Verständnis.
Wir ordnen sie Farben, Mustern, Qualitäten und Archetypen zu, um für uns es leichter zu machen sie zu unterscheiden. Indem wir das Muster auftrennen, es untersuchen, erlangen wir eine Ahnung des Ganzen. Obwohl diese Muster ebenso aus diversen Fäden bestehen, geben ihre Zusammensetzung, und ihre Kombination uns die Gelegenheit Rückschlüsse auf z. B. tiefenpsychologischer Ebene zu treffen.
Durch die Verbundenheit mit allem was ist, erklären sich die universellen Bedeutungen die grundlegend für derlei Interpretationen sind. Die Unterschiede erklären sich meist aus interkulturellen Zusammenhängen, die diese jeweiligen Grundinterpretationen aufgreifen, aber in ihrer Art und Weise einfärben, und zu einer speziellen Deutung verweben.
Zerlegen wir (Be-)Deutungen in ihre elementaren Informationen, so gelangen wir meist immer mehr auf einen gemeinsamen Nenner. Erst in den größer werdenden Verbindungen, durch verschiedene Einflüsse, färben sich diese unterschiedlich ein.
Esoterisch betrachtet sind die zwölf Häuser nichts Äußerliches. Vielmehr symbolisieren sie das zwölffach abgestufte Lichtfeld, das unseren physischen Körper umgibt und uns in Resonanz mit der Umwelt versetzt. Die Häuser sind also in uns; sie sind die Widerspiegelung des Tierkreises, der im Augenblick unserer Geburt unserem Energiekörper als Lichtinformation aufprägt und ihm seine zwölffach abgestufte atomare Substanzqualität verleiht. […] So nehmen wir die zwölf astrologischen Häuser auch nur deshalb wahr, weil sie als zwölf Schwingungszustände in uns sind.
Quelle: Esoterische Astrologie, Das Praxisbuch – Gunda Scholdt; S. 398
Die Häusersysteme geben uns die Struktur, gleichsam einem an der Hand nehmen um uns durch den Jahreskreis mit seiner Thematik zu begleiten.
Die Tierkreiszeichen stehen für die tiefenpsychologischen Grundmuster unserer uns innewohnenden Handlungsgrundlagen.
Die Planeten geben uns die variable Einfärbung und Dynamik, konfrontieren uns dennoch mit ihren innewohnenden Thematik, geben uns aber auch die Chance durchzuatmen, durch die Geschwindigkeit mit der die Planeten durch die Ekliptik ziehen.
Zwar mag der Eindruck entstehen, dass das Häusersystem wie Schubladen nur ihren eigenen Bereich abdecken, doch muss man hierzu bedenken, dass es die Persona ist, die durch die Häuser, mit den Tierkreiszeichen und Planeten wandert – und in dieser Wanderung zwar zyklisch sich die Themen wiederholen, doch je nach Lernfeld eine Entwicklung immanent vollzieht, die dann zur Spiralentwicklung führt. – Also, auch wenn die Planeten und Tierkreiszeichen durch die Ekliptik wandern, so ist es der Bezug in den wir uns setzen, der dem Ganzen Relevanz und Sinn gibt.
Auch ist es zwar in gewisser Weise möglich, laboralchemistische Prozesse auf die Häuser, den Tierkreis und die Planeten anzuwenden, doch klammert man dadurch den Individuationsprozess der jeweiligen Seele und Persona aus. In diesem Zusammenhang darf man Alchemie als solches tatsächlich als Metaphysik begreifen, die nicht 1:1 übertragbar und vor allem so nicht reproduzierbar ist, da die Individualität der eigenen Seele und Persona dazu viel zu spezifisch ist.
- Zusammenfassend:
- Die klassische, exoterische (manchmal auch orthodoxe) Astrologie befasst sich mit den Themen und Konstellationen, für eine Ist-Zustand Analyse mit dem Potential der „Zukunftsvorhersage“ in direkter Ableitung der Charakteristika des Radix.
- Die psychologische Astrologie charakterisiert die Tierkreiszeichen als archetypische Muster und setzt diese mit uns in Bezug um dem Horoskopeigner die eigenen Stärken, Schwächen, Schattenthemen und Harmonisierugsmöglichkeiten auf zu zeigen.
- Die esoterische Astrologie betrachtet den Radix als seelisches Entwicklungspotential, respektive als Tanzfläche für den Spiraltanz der Seele, für eine kosmobiologische Ausgleichung von Körper, Geist und Seele.
Wie Vielgestaltig diese Arbeit an sich Selbst sein kann, zeigt die integrale Osmologie nach Martin Henglein, sowie die alchemistische Aromatherapie – hier könnte ein erneuter Dreiklang aus Duftkommunikation, Astrologie und Spagyrik erkennbar sein.
ergänzende Beiträge von mir:
- Astrologie – Detailwissen
- Astrologie – exoterisch und esoterisch
- esoterisches Grundwerkzeug
- Rhythmik – das Auf und Ab des Lebens
- Alchemistische Aromatherapie
- Die Seele – Matrixschablone unseres Un-Bewusstseins
- Aroma – Energie – Medizin
- Wieso gibt es Kategorien, Unterteilungen, Allegorien, Querverweise und Entsprechungen?
- Integrale Osmologie und der Duftkreis – nach Martin Henglein
- Duftkommunikation – Düfte in Resonanz und Interaktion mit unserer Psyche
ergänzende Buchempfehlungen:
- esoterische Astrologie:
- psychologische Astrologie:
- Grundlagenwerk der psychologischen Astrologie
- Der tiefe Brunnen: Die zwölf Archetypen der psychologischen Astrologie
- Spielfeld der Götter: C. G. Jungs Archetypenlehre und die Astrologie
- Der ganzheitliche Ansatz der Psychotherapie
- Astrologie und Psychologie – Eine neue Synthese
- Lehrbuch der astrologischen Lebensberatung Band 1
- Lehrbuch der astrologischen Lebensberatung Band 2
- astrologische Deutungshilfen:
ergänzende Links:
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