Apitherapie – Naturheilkunde der Bienenprodukte

Eigentlich hatte ich über Apitherapie schon länger vor einen Artikel zu schreiben, bin aber dann über Oxymel abgebogen und iwie hab ich dann das Thema aus den Augen verloren.

Apitherapie ist für viele ein Fremdwort. In dem Namen steckt die Honigbiene „Apis mellifera“. Die Honigbiene gehört wohl neben bekannteren Nutztieren wie Kuh, Schwein und Huhn, zu den Tieren die sehr früh in der Menschheitsgeschichte domestiziert wurden, und bereichert uns seither mit ihren Produkten. Die Bienen haben unermesslich viel Gutes für die menschliche Gesundheit geleistet und sie tun es immer noch, wenn wir ihre Schätze nur zu nutzen wissen, und die Bienen so wesensgemäß wie möglich behandeln.

Aktuell gerät die Honigbiene immer wieder in Kritik, da es sich im Grunde um eine Massentierhaltung handelt, die wohl u.a. für die Verbreitung der Varroamilbe verantwortlich ist. Außerdem stehen sie (meist) in Konkurrenz zu den sogn. Wildbienen um Nahrungsquellen. – Dies ist meiner Ansicht nach weniger die Schuld der Honigbiene, mehr des Menschen und vor allem der nicht wesensgemäßen Behandlung dieses Tieres. (mehr dazu in meinem Beitrag „Die Bienen retten – kritische Gedanken„)

Als Apitherapie wird die medizinische Verwendung von Bienenprodukte bezeichnet. So werden hauptsächlich Propolis, Gelée Royale, Honig, Bienenluft,& Bienengift und Bienenwachs gezielt zur Vorbeugung und Linderung von Krankheiten eingesetzt. Der Begriff „Apitherapie“ setzt sich aus dem lateinischen Wort „Apis“ (Biene) und der griechischen Bezeichnung „therapeia“ ([Dienst, Pflege, Heilung, Behandlung]) zusammen. Die Anfänge der Apitherapie reichen circa 6.000 Jahre in der Geschichte zurück. Schon amerikanische Ureinwohner nutzten Honig und Propolis nicht nur als Nahrung, sondern auch als Heilmittel bei Wunden und Verletzungen. In Deutschland war die Apitherapie noch weitgehend unbekannt, bis im Jahre 1986 der Bamberger Imker Wilhelm Hemme auf den Begriff „Apitherapie“ stieß. Am 17. Oktober 1986 wurde der Deutscher Apitherapie Bund e.V., eine Vereinigung der Freunde der Apitherapie, gegründet, dessen erster Präsident auch Hemme wurde. Auch in der Forschung ist die Apitherapie in den letzten Jahren vor allem bei der Bekämpfung von multiresistenten Bakterienstämmen und schwer heilenden Wunden wieder mehr ins Blickfeld geraten.

Quelle: https://imkergut.de/blog/apitherapie-heilen-mit-bienenprodukten/

Das Bienengift ist vor allem im Zusammenhang mit Gelenkserkrankungen und rheumatischen Erkrankungen, vor allem in der anthroposophischen Heilkunde, von Bedeutung – dort vor allem über die Injektion von Bienengift. Es wird auch im Zusammenhang mit Muskelverkrampfungen und zur Unterstützung bei Entzündungen eingesetzt, vorausgesetzt es besteht keine Allergie. Mehr dazu im Link: Apitherapie.de – Bienengift, Testbericht-deutschland.de – Top-5 Bienengiftsalben und Bienenherz.de – Bienengift in Kosmetik

Propolis ist vor allem durch sein aseptisches Wirkungsprofil bekannt, in erster Linie bei den Bienen für den Bienenstock, inzwischen aber auch immer mehr für den Menschen, der von Tinkturen für den Mund-Rachen-Raum, Bonbons zum Lutschen bis hin zu „ätherischem Öl“ – eigentlich ein Alkoholextrakt ähnlich der Tinktur – ein breites Portfolio der Anwendung findet. Mehr dazu im Link: Apitherapie.de – Propolis

Honig, das flüssige Gold, eigentlich ein dehydriertes Nektarkonzentrat der Biene, angereichert mit Enzymen, aspetischem Wasserstoffperoxid und spuren von ätherischen Ölen. Bei Honig handelt es sich um ein Zuckerkonzentrat, jedoch ohne chemische Bleichung im Vergleich zum Industriezucker. Leider, da die Herkunft oftmals nicht immer klar deklariert ist, können auch Pestizide und Herbizide sich im Honig anreichern – hier hilft nur konsequente Demeter-Produktion. Honig wird auch im medizinischen Bereich zur Wundheilung und aseptischen Wundbehandlung eingesetzt – führt da aber eher ein Schattendasein. In diesem Zusammenhang wird er meist von Survival-Experten angeführt, wenn man in der Wildnis nichts anderes zur Verfügung hat. Wie alles „honigsüße“ sollte dieser kostbare Rohstoff mit Bedacht eingesetzt und konsumiert werden. Mehr dazu im Link: Apitherapie.com – Honig

Pollen, oder meist unter dem Label Bienenpollen bekannt, können einen Beitrag zur Eiweiß- und Spurenelementsupplementierung liefern, müssen dazu aber „aufgeschlossen“ werden. Mehr dazu im Link: Apitherapie.com – Pollen

Da die einzelnen Pollenkörner eine sehr harte Außenwand haben, ist es ratsam, sie vor dem Verzehr einzuweichen. Besonders gut eignen sich dafür Jogurt oder andere Sauermilcherzeugnisse, aber auch Honig. Es ist ratsam, mit einer kleinen Menge Pollen pro Tag (ca. ½ Teelöffel) zu starten und diese Dosis langsam auf circa einen Esslöffel pro Tag zu steigern.

Bei Heuschnupfen oder anderen Formen von Allergien können mitunter schwere allergische Reaktionen auftreten, wenn man den Pollen pur zu sich nimmt. Die Einnahme sollte bei bekannter Allergie nicht erfolgen beziehungsweise nur unter therapeutischer Begleitung.

Quelle: https://www.mellifera.de/blog/biene-mensch-natur-blog/bluetenpollen-natuerliche-kraftpakete-fuer-biene-und-mensch.html

Apilarnil – Seinen Namen, „Apilarnil“, hat dieses Produkt von seinem Erfinder dem rumänischen Imker Nicolae Iliesiu. Eines Tages, vor etwa 30 Jahren, berichtete sein Nachbar von seiner sich – im Gegensatz zu früheren Jahren – auffällig schnell entwickelten Entenbrut. Der Imker Iliesiu hatte den Entenküken die ausgeschnittenen Drohnenwaben zum Auspicken gegeben. Nach dieser Beobachtung hat er das Experiment wiederholt mit dem Ergebnis, dass die Küken, die Drohnenlarven bekamen, schneller wuchsen als die Vergleichsgruppe. Daraus schloss er, dass wohl die Drohnenlaven der Grund für das gute Wachstum der jungen Enten sein müssen und entdeckte so das große Potential, das in den Drohnenlarven steckt. Mehr dazu im Link: Apitherapie.de – Apilarnil und Imkerpate.de – Apilarnil

Gelee Royale, oder auch Weiselfuttersaft, den die Arbeiterinnen und Drohnen nur in den ersten Tagen ihres Larvenstadiums erhalten, bekommt die Königin ihr ganzes Leben lang. Nur dadurch werden die Eigenschaften einer Königin genetisch getriggert und gleichzeitig der hohe Energieaufwand der Eiablage abgedeckt. Gelee Royal hat die Farbe und Konsistenz von Naturjoghurt und schmeckt ebenfalls säuerlich. Nur sehr junge Bienen sind in der Lage ein hochwertiges Gelee Royal herzustellen. Später verlieren sie diese Fähigkeit. Nach den aktuellen Demeter-Richtlinien wird Gelee Royale nicht mehr demeter-zertifiziert angeboten, da der Eingriff eine zu starke Störung des Stocks darstellt. Mehr zu Gelee Royale im Link: Apitherapie.de – Gelee royal

Bienenbrot ist in den Waben konservierter, milchsauer vergorener Pollen. Der so geerntete Pollen ist für den menschlichen Verzehr bestens geeignet durch die Fermentierung und hat im Wesentlichen die gleichen Eigenschaften wie frischer Pollen. Mehr dazu im Link: Imkerpate.de – Bienenbrot und Bienenherz.de – Bienenbrot

Bienenstockluft – Die ersten dokumentierten Ideen über das therapeutische Potenzial der Bienenstockluft entstanden 1920 in Russland, gefolgt von Weiterentwicklungen in Ungarn 1953 und in Österreich 1962 (Theodore Jachimowicz). Der eigentliche Durchbruch gelang 1987 in Österreich, als die Familie Hüttner ein technisches System entwickelte, das gereinigte Bienenstockluft direkt in eine Atemmaske leitet und so die Anwendung durch Menschen und Tiere (einschließlich Pferde und Kamele) ermöglicht. Bienenstockluft ist angereichert mit Stoffen wie Propolis, Pollen und Nektar, hat eine Temperatur von 36,5 Grad und ist relativ feucht. Speziell für Lunge und Bronchien, ist die Wirkung entzündungshemmend und gleichzeitig regenerierend. Bienenstockluft schenkt uns Tiefenentspannung und Wohlbefinden. Sie wirkt antidepressiv und schenkt erholsamen Schlaf. Mehr dazu im Link: Apitherapie.com – Bienenstockluft

Bienenwachs – Von der Antike bis heute erhellt Bienenwachs unsere Nächte – im wörtlichen Sinne durch den warmen Schein seiner Kerzen und im übertragenen Sinne als Quelle der Heilung und Inspiration. In verschiedenen Kulturen diente es der Medizin, um die Gesundheit zu erhalten und zu schützen, und der spirituellen Praxis, indem es Momente der Besinnung, inneren Friedens und der Verbindung zum Heiligen förderte. Bienenwachs in Form von Kerzen verströmen einen angenehmen balsamischen Duft, doch als Wickel kombiniert das Wachs auf der Haut eine Wärmeanwendung mit oder ohne beigefügte Inhaltsstoffe. In der Kosmetikindustrie ist ein ein wichtiger Konsistenzgeber, doch vor allem in der Naturkosmetik offenbart sich dieser Schatz.

weiterführende Literatur:

weiterführende Links:

Categories:

4 Kommentare zu „Apitherapie – Naturheilkunde der Bienenprodukte“

  1. […] auf Bienengift/Bienenprodukte besteht, könnte man die entsprechenden Bienengiftsalben im Sinne der Apitherapie […]

  2. […] auf Bienengift/Bienenprodukte besteht, könnte man die entsprechenden Bienengiftsalben im Sinne der Apitherapie […]

  3. […] dabei liebe ich Bienenprodukte, wie man in meinem Artikel über Apitherapie auch lesen kann. Die unschätzbaren Vorteile die Bienenwachs bietet, der gesundheitliche Benefit […]

  4. Avatar von Grauer-Magier

    06.08.26: Beitrag um die entsprechenden gängigen Bienenprodukte Bienenstockluft, Propolis, Gelee Royale, Pollen, Bienenwachs, Honig, Bienengift, Bienenbrot und Apilarnil ergänzt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Möglicherweise interessante zusammenhängende Posts :