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Schamanismus

Teil A: Schamanismus allgemein

1. Was bedeutet Schamanismus?

In bestimmten Kulturen finden wir ein, von dem Glauben an Geister, geprägtes Weltbild. Es besteht aus drei Teilen: der Ober-, Mittel- und Unterwelt. Es gibt nun Menschen, sowohl männlichen wie auch weiblichen Geschlechts, denen die Fähigkeit nachgesagt wird, zwischen diesen Welten wandern zu können: Schamanen. Ihre Aufgabe ist es, die Welten im Gleichgewicht zueinander zu halten. Des weiteren können sie mit den dort lebenden Geistern und Toten kommunizieren und haben so auch die Funktion des Mittlers zwischen Mensch und  Übermenschlichem. Ihre angewandten Praktiken sind oftmals wissenschaftlich nicht nachvollziehbar, weshalb sie oft als Scharlatane oder einfache Geisterbeschwörer beschimpft werden.
Der Begriff „Schamanismus“ wurde westlichen Religionswissenschaftlern und Anthropologen geprägt und fasst nun genau diese Praktiken verschiedener Kulturen von Nordasien bis Nordamerika zusammen.

2. Der Ursprung:

Über den Zeitpunkt der Entstehung des Schamanismus ist sich die Wissenschaft nicht einig. Durch Archäologische Funde wie Schmuck und Opferstätten, aber vor allem auch durch Felsmalereien, versuchte man diesen zu bestimmen, scheiterte aber. Die Problematik liegt in der Interpretation: Anfangs wurden sämtliche seltsamen Funde und Zeichnungen mit Zauberei und somit auch mit Schamanismus verbunden, was sich als falsch herausstellte. Heute wird an dieser Stelle zwar mehr differenziert, doch die Interpretation gestaltet sich weiterhin schwierig: Es gibt vielerlei Wand-Zeichnungen, die Menschen mit Geweih auf dem Kopf oder anderem Schamanen-typischen Schmuck zeigen. In der Höhle von Lascaux zeigt eine Malerei zum Beispiel einen Mann der einen Stab hält, dessen Ende wie ein Vogel aussieht. Die Frage ist nur ob man diese „Beweise“ wirklich dem Schamanismus zuordnen kann oder ob sie anderen Zwecken dienten. Um nun aber doch eine ungefähre Zeiteinschätzung zu geben beziehe ich mich auf Joseph Campbell und Ake Hultkrantz, welche die ersten wahren Schamanen in der Zeit des späten Paläolithikums (vor ca. 10000 Jahren) schätzen. Worin man sich allerdings einig ist, ist der Ort des Ursprungs: Der Norden Sibiriens. Dort lassen sich die schamanistischen Praktiken sogar über fünf Jahrtausende zurück verfolgen. Man geht auch davon aus, dass das harte Klima dort, den Schamanismus in seinen Grundzügen geprägt hat.
Das Wort „Schamane“ stammt aus den manjutungisischen Sprachen des Sibirischen Lebensraumes und bedeutet „mit Hitze und Feuer arbeiten“. Als ein religiöser Funktionsträger wurde das Wort erstmalig 1194 von dem Chinesen Xu Mengshen verwendet.

3. Verbreitung:

In der Alten Welt kam der Schamanismus in seiner eindeutigen, „klassischen“ Form in Nordeurasien, Sibirien, Innerasien, in den Himalayaländern und Südostasien sowie Indonesien vor. Er war einigen Stämmen der Aboriginees bekannt, aber nicht allen. In der Neuen Welt trat er auch sowohl bei Pflanzer- als auch Wild- und Feldbeutergesellschaften vor. Seine Hauptverbreitung hatte er bei den Inuit/Eskimos und den angrenzenden Waldlandindianern im Norden, er erstreckte sich dann hauptsächlich über den Westen, weite Teile Mittel und Südamerikas bis hin zu den Feuerland Indianern an der Südspitze des Kontinents. Er fehlte also in Afrika und in nahezu allen archaischen Hochkulturen und deren unmittelbaren Einflussgebiete (Mesoamerika, Anden, Mittelmeerraum, Vorder- Mittel- und Südasien)

Daraus lassen sich folgende Schlussfolgerungen ziehen:

  • Der Schamanismus scheint hohen Alters, dass heißt originär an Wild- und Feldbeuterkulturen gebunden zu sein.
  • Er fehlte offensichtlich von Anfang an in Afrika, auch Felsbilder liefern keinen Hinweis auf ein Vorkommen.
  • Besonders verwurzelt, daher auch Überlagerungsprozessen gegenüber beständiger und insofern formal komplexer trat er in Asien, speziell in Sibirien in Erscheinung.
  • In den angrenzenden altweltlichen Entstehungsgebieten der archaischen Hochkulturen könnte er ursprünglich auch bestanden haben, dann aber verdrängt beziehungsweise ausgelöscht worden sein.


4. Typologie:

Die folgenden Haupttypen lassen sich grob unterscheiden:

1.) Ein primärer Elementarschamanismus, verbreitet vor allem bei Sammlerinnen-, Fischer- und Jäger-Gesellschaften am Rand der Ökumene und weiter im Innern in abgelegenen, insulären Lagen. Beispiel: Eskimo, Feuerland-Indianer, Australier. Seine bestimmenden Züge: Der Schamane wird von Wildgeistern berufen, sein Klientel bilden Lokalgemeinschaften oder Verwandtschaftsgruppen.
Seine Hauptaufgaben bestehen in der Sicherung des Jagderfolges, der Gesundheit und der Fortpflanzung der Gruppe, also insgesamt der Kontrolle und fürsorglichen Pflege der Tier- und Menschenseelen. Dazu bedient er sich der Ekstasetechnik, dass heißt er entäußert sich seiner Freiseele, und reist in Begleitung seiner Hilfsgeister ins Jenseits um dort nach den Ursachen des Geschehens auf der Erde zu forschen.
Das Ritual bleibt auf das Notwendigste beschränkt, Drogen, Trachten und Utensilien finden entweder gar keine oder nur rudimentäre Verwendung.

2.) Ein sekundärer Komplexschamanismus, verbreitet vor allem in den angrenzenden Übergangsgebieten, dass heißt bei den Hirtennomaden Nord- und Innerasiens sowie tropischen Pflanzergesellschaften, zumal in solchen, bei denen die Jagd noch eine wichtige Rolle spielt. Das Klientel bilden weiterhin Verwandtschaftsverbände beziehungsweise die Dorfgemeinschaften die aus ihnen bestehen. Es bleibt bei den genannten Hauptaufgaben und ihrer Bewältigung mittels Ekstase- und Jenseitskontakten, dazu treten Züge, die sich aus der Sesshaftigkeit ableiten: Die Schamanen werden häufig von Ahnengeistern berufen, die ihnen dann auch später als persönliche Schutzgeister dienen. Das Amt ist hierbei oftmals erblich. Der Schamane führt, priesterliche Funktionen übernehmend, auch häuslich-familiäre (Geburt, Namengebung, usw.) und kommunale (etwa agrarische Riten) durch. Die schamanischen Seancen gewinnen an Komplexität und finden an bestimmten Kultstätten statt. Der Schamane trägt dazu eine spezifische Tracht samt Accessoires. Die Trance wird mit Hilfe von gedanklicher Konzentration sowie Singsang, Rezitationen, rhythmischen Bewegungen und Tanz herbeigerufen. Auch halluzinogene Drogen werden verwendet. Die Bindung an den persönlichen Schutzgeist ist sehr eng, der Schamane muss ihm Opfer darbringen, damit er ihm hilft. Hier treten auch Schamaninnen häufiger auf als im Elementarschamanismus auf.

3.) Ein hochkulturlich-synkretistisch-islamistisch, lamaistisch, hinduistisch, schintoistisch, usw. überprägter Besessenheitsschamanismus, typisch vor allem für die bäuerlichen Dorfgesellschaften Südostasiens, also Tibet, Taiwan, Korea, Japan, teils auch Nepal. Deutlich überwiegend wird das Amt von Frauen ausgeführt. Charakteristisch ist die lebenslange Bindung an eine bestimmte Geistmacht oder Gottheit die noch erkennbar die Züge der persönlichen Schutzgeister aus den vorher genannten Formtypen trägt. Sie wird geradezu kultisch, gewöhnlich in eigenen kleinen Tempeln verehrt, dass heißt sie empfängt regelmäßige rituelle Dienstleistungen und Opfer. Der Aufgabenbereich entspricht dem erweiterten Spektrum des Komplexschamanismus, zentral bleibt der Heilauftrag, es geht aber mehr um Voraussagen und Zukunftsprognosen, das Klientel ist die Dorfgemeinschaft. Im Unterschied zum klassischen Schamanismus geht die Seele des Schamanen nicht mehr auf Reisen ins Jenseits, es handelt sich also nicht mehr um ekstatische sondern Besessenheitsseancen: der persönliche Partnergeist tritt in den Leib des Schamanen ein und heilt oder gibt Auskunft durch ihn. Typisch für den Schamanismus gegenüber den gängigen Beessenheitskulten bleibt jedoch, dass der Schamane die Geistmacht freiwillentlich zu sich ruft, er ist kein passives Organ.

Neben männlichen kamen also auch weibliche Schamanen vor, ihre Zahl und Bedeutung war in den sesshaft lebenden, also überwiegend agrarischen bäuerlichen Gesellschaften. Im Elementar- und Komplexschamanismus dominierten dagegen, bis auf wenige Ausnahmen, immer die männlichen Schamanen. Sie galten institutionell als stärker als weibliche Schamaninnen. Dies rührte daher, dass die Männer durch die Jagd, Handel und Krieg einen weitreichenderen Bewegungsradius hatten als die Frauen. Dies wirkte sich im Glauben auch auf die Seelenreise aus, bei welcher die Männer durch ihre Bewegungsfreiheit weiter reisen konnten.
Die Schamaninnen behandelten manchmal eher leichtere Erkrankungen mit Kräutern, da sie durch die Sammeltätigkeit in diesem Bereich die größeren Erfahrungen hatten.

5. Die Weltanschauung:

In Gebieten, in denen Schamanismus verbreitet ist, finden wir, wie schon erwähnt, ein bestimmtes Weltbild. Es besteht aus den drei Ebenen, Unter-, Mittel-, und Oberwelt. Die drei Ebenen werden durch eine sogenannte Mittelachse verbunden, die man sich als Pfahl oder Baum vorstellt, der bis zum Polarstern reicht. Basis für dieses Weltbild bildet der Glaube an die beseelte Natur: fast alle natürlichen Gegenstände, wie zum Beispiel Wasser und Steine, haben demnach einen Geist. Die Kommunikation mit diesen geistigen Wesen, seien sie nun aus unserer (Mittelwelt) oder aus den anderen Welten, ist im Prinzip jedem möglich. Der Schamane ist jedoch der Einzige, der dies bewusst und gezielt tun kann, daher auch seine Funktion als Mittler und seine Aufgabe die Welten im Gleichgewicht zu halten. Alle anderen Menschen können den Kontakt nicht von sich aus aufnehmen, sondern müssen auf Zeichen der Geister warten. Bei alledem gibt es keine Unterscheidung von gut und böse wie wir sie kennen.


Nicht nur das Weltbild besteht aus drei Ebenen, auch der Körper wird als dreiteilig betrachtet:

  • die vergängliche Physis
  • die weniger vergängliche Vitalseele: Sie verleiht dem Körper die Lebenskraft, hält organische Funktionen aufrecht. Sie spielt eine wichtige Rolle, da sie mit dem Essen und der Fortpflanzung verbunden wird. Für sie gibt es stärkende Mittel, auch magische.
  • die leibunabhängige, unvergängliche Freiseele: Diese macht den Menschen erst zu einem Lebewesen. Sie gilt als Sitz des Bewusstseins, als Zentrum der Gedanken- und Vorstellungsbildung, Erinnerung, Imagination, ist entscheidend für soziales Zusammenleben.

Der Körper und die Vitalseele sind aneinander gebunden, beide allein sind nicht lebensfähig. Aber die Freiseele ist nicht unbedingt gebunden, im Traum streift sie umher, kann bis in die Unterwelt gelangen und bringt von dort Traumbilder mit.
Gesund ist der Mensch dabei nur, wenn diese drei Teile eine Einheit bilden, Verletzungen oder Krankheiten, die eine dieser drei Ebenen befallen, schädigen somit das ganze System. Krankheiten der Freiseele sind zum Beispiel Halluzinationen, Wahnsinn (Irrsein) und Psychosen. Begründet werden alle Krankheiten und Verletzungen mit dem eigenen oder dem Verschulden von Angehörigen. Sie werden als Warnhinweise und Strafaktionen der Ahnen und Götter gesehen, wenn Regeln verletzt oder Tabus nicht eingehalten werden.

Teil B: Der Schamane

1.) Wer ist zum Schamanen berufen?

Als erstes sollte man wissen, dass man nicht einfach so zum Schamanen wird, sondern entweder durch die Geister berufen wird, oder sich durch eine schwere Krise, die auch einer psychischen Erkrankung gleich kommen kann, auserwählt wird. Nur in seltenen Fällen ist dies ein Freiwilliger Prozess, da allein schon die Initiation zum Schamanen die „Vernichtung“ der bisherigen Persönlichkeit voraussetzt. Gleichzeitig erhält der Schamane bei der Einweihung seine Kraft, die ihn zu den schamanistischen Praktiken befähigt.

„Diese Kraft, diese Macht ermöglicht es dem Schamanen , Diener der außermenschlichen, übernatürlichen Mächte zu sein und gleichzeitig auch als menschlicher Vertreter der Sozialgruppe wirkmächtig diesen außermenschlichen Kräften gegenüberzutreten. Die „Possession“ des Schamanen hat eine doppelte Bedeutung: Aktiv-transitiv bedeutet sie Macht. Der Schamane hat Einfluss auf und Gewalt über die Geister, er kann sie beherrschen, lenken, herbeiholen. Im passiv-intransitiven Sinn bedeutet Possession, dass der Schamane mit seinem bewussten ichhaften Willen zurücktritt, seine Seele auf die Reise schickt, aus dem Körper austritt und diesen Körper als Wirkstätte von Geister-Kräften zur Verfügung stellt. Dann ist der Schamane zwar noch in seiner leiblichen Physiognomie da, ist aber ein anderer geworden: Metamorphose […] Die Übertragung der Kraft in der Initiation geschieht (wie die Berufung, von der sie sich nicht immer klar unterscheiden lässt) in Traum und Visionen, in Naturereignissen, in spontanen oder provozierten Ekstasen oder in der sogenannten Initiationskrankheit. Die sogenannte Schamanenkrankheit ist als Zuschreibung eurozentrischer Beobachter und ihrer übereilten Pathologisierungsneigung erkannt worden. Die Initiationskrankheit folgt bei aller Vielfalt der äußeren Erscheinung einem Grundmuster von Zerstückelung und Wiederherstellung, von Untergang und Selbstheilung. Darin ist das Prinzip von Untergang als Voraussetzung der Erneuerung und Wandlung. Es findet sich in verschiedenen Grenzsituationen, in Initiation und Krise, in toxischen und reaktiven und auch sogenannten schizophrenen Desintegrationszuständen. Die initiale „Krankheit“ ist nicht überall bekannt, aber wo sie vorkommt, wird sie als besondere Krankheit unterschieden. Die Symptomaufzählung allein genügt für eine Differenzierung nicht. Solche Krankheitszustände können sich über Jahre erstrecken. Der Beistand anderer Schamanen und das eigene Schamanisieren sind wichtig für das Bestehen dieser Krise. Fehlen sie, so droht das Abgleiten in eine „gewöhnliche“ Krankheit. Wenn der Initiant die sogenannte Schamanenkrankheit besteht, von der Bewusstseinsreise in die Anderswelten zurückkehrt in die Alltagswelt seiner Gemeinschaft, so ist er ein Gewandelter, er besitzt Macht über die Geisterwelt oder kann sich auch als Wirkstätte hilfreicher Geister zur Verfügung stellen. Er hat in der Wiederherstellung „neue Augen“ eingesetzt erhalten. Er vermag mehr und anders zu sehen als gewöhnliche Menschen.“ ¹

Scharfetter, Christian Prof. Dr.: Der Schamane. http://www.schamanismus-information.de; Torsten Passie 2003


Die Prozedur der Zerstückelung kennt mehrere Varianten: Eine davon ist die, dass der angehende Schamane von einem Tier gefressen wird, und von diesem wiedergeboren wird, als Kind des Tieres das nun gleichzeitig sein Schutzgeist ist. Eine andere Variante ist, dass Dämonen den Schamanen zerstückeln und auffressen. Dann sammelt die Göttin (in Gestalt eines Vogels) die Knochen ein, fügt sie zusammen und birgt diese in einem Ei das sie in einem Nest auf dem Weltbaum ausbrütet. Dadurch hat der Schamane nicht nur die Seelenflügel erhalten um sich beliebig durch die Welten zu bewegen, sondern kann auch die Krankheiten heilen, deren Dämonen sein Fleisch gefressen hatten.

„Die Initiation selbst beginnt mit einem Scheitern des Menschen in seiner bisher vertrauten äußeren Orientierung und mit einem Hineingerissenwerden in eine bestürzend neue innere Wahrheit. Der Schamane in seiner Initiation das Tagesbewusstsein und schlüpft in seinen Träumen und Visionen sozusagen in die Innenseite der Dinge. Er identifiziert sich mit Tieren. Er vereinigt sich mit Geistern. Er durchlebt die verschiedensten Krankheiten. Er durchfliegt Himmel und Unterwelten. Das Reich der Toten wird ihm vertraut. Vor allem aber durchlebt er den eigenen Tod. Er erfährt, wie er zerstückelt oder aufgefressen wird. Gerade durch seinen eigenen Tod hindurch findet er zu einer neuen Identität. Was er bisher war, wird zerstört und stirbt. Wenn wir das, was zerbricht, das Ich nennen, so lässt sich sagen: Schamanismus ist der Tod des Ichs und das Erreichen einer neuen Identität, begleitet durch die wirre Vielfalt schrecklicher und heilsamer Träume und Visionen.“ ³

Gasper, Hans [Hrsg.]: Lexikon der Sekten, Sondergruppen und Weltanschauungen. Herder, Wien 1990


Nach der Initiation begibt sich der Schamane in die Lehrzeit, wobei es sich hierbei um eine Lehre bei einem älteren Schamanen handelt, es aber auch vorkommt, dass die Geister bei der Initiation selbst dem angehenden Schamanen einige Geheimnisse schon verraten haben.

„In dieser Lehrzeit lernt der neue Schamane die Selbstinduktion verschiedener Bewusstseinszustände, das Sich-Hineinversetzen in die Ekstase und die Rückkehr aus dem veränderten Bewusstseinszustand. Er lernt den Umgang mit den Hilfsmitteln zum Schamanisieren, seinen Berufsinstrumenten, seiner Ausrüstung. Er lernt Mythologie, Kosmologie, Anthropologie, die Seelenlehre, die Geschichte, die Tradition und Ethik seines Volkes. Er wird zum Geschichts- und Geschichtenerzähler, zum Epiker, zum Lehrer, Berater, geistlichen Führer seines Volkes.“ ¹

Scharfetter, Christian Prof. Dr.: Der Schamane. http://www.schamanismus-information.de; Torsten Passie 2003

„Die Schamanen praktizieren Kasteiung mit dem Ziel, ihr Bewusstsein so weit auszuweiten, bis ihnen die Tür zur Welt der Geister und Götter wieder offen steht. In ihren Ekstasen steigen sie in die Himmel hinauf und in die Unterwelt hinunter. Sie bringen den Göttern Opfertiere, sie begeleiten die Verstorbenen ins Land der Toten. Mit Trommeln und Tanz, mit Versenkungsübungen und Initiationsriten, manchmal sogar mit den von der Tradition sanktionierten Drogen begeben sie sich auf ihre Seelenreise. Als Drogen werden Pflanzen (Peyote, Hanf, Fliegenpilz, Mutterkorn) verwendet, die meist gekaut, aber auch als Sud getrunken werden. Für den Schamanen bedeuten Drogen, sich das anstrengende motorisch und akustische Zeremoniell zu ersparen, das zur Ekstase führt; es wird „kleines Schamanieren“ genannt. Hilfsgeister, oft in Gestalt von Tieren begleiten die Schamanen auf ihrer „Reise“. Mit diesen Hilfsgeistern gelingt es dem Schamanen auch, Geister der Krankheit zu erkennen und sie aus Patienten herauszulocken oder herauszutreiben. Auf seiner Seelenreise spricht der Schamane mit Geistern und Göttern, mit Tieren und Dingen, mit Verstorbenen und mit Krankheiten.“ ³

Gasper, Hans [Hrsg.]: Lexikon der Sekten, Sondergruppen und Weltanschauungen. Herder, Wien 1990


„Der Schamane ist ein Bewusstseinskundiger, der sich selbst induziert aus dem Bereich des Alltagsbewusstseins in außergewöhnliche Bewusstseinszustände und damit in die Anderswelt begeben kann. Damit wird er erst zu seiner Mittlerfunktion befähigt. Der Schamane stellt die Beziehung zwischen der sichtbaren Welt des Alltagsbewusstseins und der unsichtbaren transintelligiblen Kräftewelt her. Damit steuert der Schamane die Beziehungen zwischen der menschlichen und außermenschlichen, der sozialen und der asozialen Wirkbereiche. Er ordnet das Verhältnis zwischen der Menschenwelt, der Welt der Tiere, Pflanzen, Steine, der Erde und der Welt der transzendenten Kräfte, der Geister. […] Unter den zahlreichen Aufgaben des Schamanen ist das Heilen von Krankheiten eine seiner vornehmsten. Als spiritistischer (das heißt mit Geistern umgehender) Heiler wirkt der Schamane neben anderen Trägern von kurativen Funktionen, neben dem Kräuterkundigen, dem Knochenspezialisten, den verschiedenen Organspezialisten, neben der Hebamme. Der Schamane vermittelt nicht ichhaft, sondern medial immaterielles, nicht technisches, „geistiges“ Heilen. Die Voraussetzung das Heilens ist die Diagnose. Der Schamane hat im besonderen Bewusstseinszustand den diagnostischen Durchblick in den Leib des kranken Menschen. Er „weiß“ dann unmittelbar, was der Kern der Erkrankung ist. Im besonderen Bewusstseinszustand der Ekstase geschieht der diagnostische Prozess: das Erkennen der Krankheit und ihrer Ursachen als Voraussetzung für das Finden der rechten therapeutischen Maßnahmen. […] Der Schamane wird aufgrund seiner Macht gebraucht, verehrt, aber auch mit Scheu betrachtet. Er ist eine ambivalente Gestalt, unentbehrlich und zugleich gefürchtet. Durch seine paranormalen Fähigkeiten ist er eine marginale Gestalt, anders als die weltliche Zentralfigur des Stammeshäuptlings und anders als in den Hochreligionen der Priester als religiöser Funktionsträger.“ ¹

Scharfetter, Christian Prof. Dr.: Der Schamane. http://www.schamanismus-information.de; Torsten Passie 2003

2.) Seine Aufgaben und gesellschaftliche Funktion

Die Vermittlungstechnik des Schamanen ist die Ekstasetechnik.

„Die schamanische Technik par excellence besteht im Übergang von einer kosmischen Region zur anderen: von der Erde zum Himmel oder von der Erde zur Unterwelt. Der Schamane kennt das Geheimnis des Durchbrechens der Ebenen. Dieser Verkehr zwischen den kosmischen Zonen ist durch die Struktur des Universums möglich gemacht. Dieses wird […] im Großen aus drei Stockwerken – Himmel, Erde und Unterwelt- bestehend gedacht, die untereinander durch eine Mittelachse verbunden sind. Die Symbolik, in der sich Zusammenhang und Verbindung zwischen den drei kosmischen Zonen ausdrückt, ist ziemlich komplex und nicht immer frei von Widersprüchen. Der Grund dafür ist, dass diese Symbolik eine Geschichte hat und im Lauf der Zeit oftmals mit anderen jüngeren kosmologischen Symbolismen kontaminiert und dadurch modifiziert worden ist. Doch das Schema, auf das es ankommt, scheint durch alle Einflüsse hindurch: Es gibt drei kosmische Regionen, welche man der Reihe nach durchmessen kann, weil sie durch eine Mittelachse miteinander in Verbindung stehen. Und diese Achse gilt als „Öffnung“, als „Loch“; durch dieses Loch steigen die Götter auf die Erde herab und die Toten in die unterirdischen Gefilde, durch dieses Loch vermag die Seele des in Ekstase befindlichen Schamanen aufzufliegen oder abzusteigen, wie er es bei seinen Himmels- oder Unterweltsreisen bedarf. […] Diese Kosmologie erfuhr, wie zu erwarten, eine genaue Wiederholung in den Mikrokosmos der Menschen. Die Weltachse fand ihre konkrete Darstellung in den Pfeilern, welche die Wohnung tragen, oder in einzeln stehenden Pfählen, den „Pfeiler der Welt“. Für die Eskimos zum Beispiel ist der Himmelspfeiler völlig identisch mit dem Pfosten in der Mitte des Hauses.“ (4)

Eliade, Mircea: Schamanismus und archaische Ekstasetechnik. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1974


Der Sinn des Schamanen liegt im Verändern von schicksalsabhängigen Gegebenheiten wie Krankheit, Jagdglück, Fruchtbarkeit usw. Dies ist zurückzuführen auf eine Wechselbeziehung zwischen der Erdenwelt mit der Über- und Unterwelt.

„Der sichtbaren Diesseitswelt ist eine energetisch-animistische transintelligible [über den Intellekt hinausgehende] Welt zugehörig. Der Schamane kann sie sehen und beeinflussen. Der Mensch ist dem Ganzen verbunden, ist systematisch eingebunden in das Ganze des Kosmos. Diese Einbindung bedeutet Eingeordnetsein und Aufgehobensein genauso wie Verpflichtung oder Rücksichtnahme auf die Geisterwelt. Es ist eine ökologisch-systemische Ethik. Der Mensch hat darauf zu achten, die Geister, die Herren der Tiere und Pflanzen, des Flusses, des Sees, der Berge, des Wetters nicht zu kränken.“ ¹

Scharfetter, Christian Prof. Dr.: Der Schamane. http://www.schamanismus-information.de; Torsten Passie 2003


„Die verschiedenen Reiche der Geister befinden sich nicht immer auf anderen kosmischen Ebenen, sondern sind ebenso auf dieser Erde zu finden, und es ist dann die Aufgabe des Schamanen, zu bekannten Plätzen in vertrauter Landschaft zu fliegen. Aber selbst auf der Erde wird die Andersartigkeit dieser Reiche durch physische Unzugänglichkeit oder Tabus, die Lage betreffend, betont, etwa durch das furchteinflößende Aussehen eines Felsens oder einer Höhle.“ ²

Viebsky, Piers: Schamanismus – Reisen der Seele, magische Kräfte, Ekstase und Heilung. Duncan Baird Publishers Ltd 2001


„Schamanistisches Tun hat eine altruistische Zielsetzung als Mittler zwischen Diesseits und Jenseits, als Anwalt der Seele und des Lebens, das vor negativen Einflüssen geschützt werden soll. Schamanen sollen durch ihr Wirken, für die Gruppe, Leben sichern und Lebensqualität verbessern. […] Der klassische Schamane ist wahrscheinlich ein eigenes und neues Phänomen in der Religionsgeschichte. Trotzdem begegnen wir in ihm Grundzügen einer Art archaischer Mystik, wie wir sie auch bei zahllosen Medizinmännern, Magiern, Zauberern und Geistheilern in Indonesien, Australien, Afrika und Amerika finden. Archaische Ekstasetechnik  im Dienst der Gemeinschaft ist nicht auf einen Kulturkreis beschränkt. Sie realisiert wahrscheinlich eine menschliche Urmöglichkeit, die sich mutatis mutandis auch heute aufgreifen und aktualisieren lässt.“ ³

Gasper, Hans [Hrsg.]: Lexikon der Sekten, Sondergruppen und Weltanschauungen. Herder, Wien 1990

3.) Kleidung und Werkzeug

„Der Schamane hat meistens eine besondere Ausrüstung. Das wichtigste davon sind seine Kleidung und seine Trommel (oder ein anderes Instrument zur Erzeugung rhythmischer Geräusche, z. B. eine Rassel).
Die Tracht stimmt zwar im allgemeinen in der Grundstruktur mit der lokalen Kleidung überein, kann bei manchen asiatischen und nordamerikanischen Völkern aber auch transvestitische Elemente aufweisen. Die Kleidungsstücke müssen aus dem Fell oder Leder besonderer Tiere und mit besonderen Instrumenten hergestellt werden. Zum Teil werden auch mehrere Kleidungsstücke, je nach Oberwelt- und Unterweltfahrt benötigt. Die Kleidung kann mit Farben geometrisch, mit Figuren von Tieren, Sonne, Mond, Sternen bemalt sein. Sie kann behangen sein mit Glocken, Schellen, Fransen, Metallstücken, mit Ketten, Masken (Darstellung des Schutzgeistes). An Handschuhen und Stiefeln lässt die Bemalung ihre Symbolik als Tierbeine erkennen. Auf dem Kopf trägt der Schamane eine besondere Kappe, einen Helm, ein geweihartiges Metallgebilde, Federn. Die Kleidung des Schamanen repräsentiert semantisch die Verbindung des Schamanen mit der Geisterwelt.
Zahlreich sind die Instrumente, die der Schamane für seine Tätigkeit braucht: Schale, Seil, Teile von Tieren, Kerzen und Musikinstrumente (Trommel, Rassel, Saiteninstrumente, Glocke, Schelle). Manchmal hat er auch noch Werkzeug für Tieropfer zur Hand.
Das bedeutendste Instrument des Schamanen ist seine Trommel. Sie ist das Medium seiner Reise. Sie wird zum Reittier, zum Pferd, Vogel, Rentier. Die Trommel ist Repräsentant des Schutzgeistes und materialisierter Träger der schamanischen Macht. Die Herstellung und Belebung der Trommel ist ein bedeutender Abschnitt im Werdegang des Schamanen. Das Suchen des geeigneten Baumes (oft Birke oder Lärche), das Gewinnen des Holzes, ohne den Baum dabei zu abzutöten, das Zurichten der Trommelform (rund, eiförmig, oval), das Bespannen mit dem Fell eines bestimmten Tieres sind aufwendige heilige Akte. In der Weihe der Trommel gewinnt diese ihre machtvolle Seele, ihr eigentliches unfassbares Wesen.
Zum Flug in die Anderswelt gehört die räumliche Erhöhung: ein Pfahl, ein Baum, eine Leiter, eine Plattform können dazu dienlich sein.“ ¹

Scharfetter, Christian Prof. Dr.: Der Schamane. http://www.schamanismus-information.de; Torsten Passie 2003

4.) Die Trance – Reise in eine andere Welt

„Veränderter Bewusstseinszustand bedeutet Erfahrung einer anderen Welt außerhalb des Alltagsbewusstseins mit seiner kontinuierlichen nicht umkehrbaren Zeit und dem dreidimensionalen Weltraum. Die logischen Gesetzte des mittleren Tageswachbewusstseins, das Sichausschließen von Gegensätzen und die Stabilität von Identitäten gelten in dieser Anderswelt nicht. Da ist kein stabiles Ich mehr. Selbst die Erfahrungen der verschiedenen Sinne fließen ineinander, wie auch Wahrnehmung, innere Schau, Vorstellung, Fühlen, Ahnen, Zukunfts- und Vergangenheitsschau ineinander übergehen können. In dieser Anderswelt der veränderten Bewusstseinszustände schließt der Tod das Leben nicht aus, vorgeburtliche Existenz geht in nachgeburtliche über. Innen und außen sind nicht mehr geschieden. Gestalten sind vertauschbar in der ständigen Metamorphose animistischen Kräftespiels. Das aus der Perspektive des Alltagsbewusstseins historisch Ungleichzeitige kann dem Menschen im veränderten Wachbewusstsein gleichzeitig erscheinen. – Solcherart ist die andere Wirklichkeit, erfahren im Außeralltagsbewusstsein.
Die funktionelle Bedeutung der veränderten Bewusstseinszustände beim Schamanisieren ist klar. Im veränderten Bewusstseinszustand nämlich ist dem Schamamen das Erkennen (die Diagnose) und das Handeln (die Therapie) möglich. […] Das sind zwei Hauptvorgänge in der schamanischen Ekstase: die extrakorporierte Seele geht auf die Reise, um sich der verlorenen Seele des Patienten zu bemächtigen. Oder der Schamane impersoniert im „entseelten“ Zustand den Schutzgeist und die Hilfsgeister. Es sind mehrere Stufen, sozusagen Tiefendimensionen der Trance zu unterscheiden. Der Schamane beginnt mit oft stundenlangem Trommeln, Singen, Tanzen, Springen, Anrufen der Geister und inszeniert dabei imaginäre, verbale und averbale dramatische Darstellungen des Geschehens auf seiner Seelenreise. Schließlich erreicht er einen „wilden“, ekstatischen, agitierten Höhepunkt der Trance. Diese kann manchmal mit Zuständen der Bewegungslosigkeit und Starre enden. Die Tiefe der Trance kann während der Session mehrmals wechseln.
Der persönliche Schutzgeist des Schamanen ist sein wichtigster Helfer. Er wird in der Initiation „gefunden“, entdeckt, erworben. Oft ist es der Geist der schamanistischen Vorgänger, deren Funktion der Initiant zu übernehmen hat. Entsprechend der Kulturstufe der Jäger und Sammler und der nomadisierenden Tierzüchter tritt der Schutzgeist häufig als Tier in Erscheinung. Er nimmt die Gestalt der Tiermutter an.  […] In dieser totemischen Verbindung von Tier und Mensch als Einheit ist der Quell der schamanistischen Kraft. Menschliche und tierische Lebewesen bilden eine Sippe, sind miteinander Verwandt, können sich ineinander verwandeln. Hilfsgeister, auch vielfach in Tiergestalt, können je nach Bedarf vom Schamanen und seinem Schutzgeist zugezogen werden. Sie können als Sendboten und als Kampfgefährten wirken.“ ¹
 

Scharfetter, Christian Prof. Dr.: Der Schamane. http://www.schamanismus-information.de; Torsten Passie 2003

5.) Literaturangaben
 

Teil A: Schamanismus allgemein
 


Teil B: Der Schamane
 

Grundsätzliches zur Magie

Schwarze oder weiße Magie?

Als erstes lässt sich sagen, dass Magie weder „schwarz“ noch „weiß“ ist. Sie ist einfach, was sie ist. Der/die Magieanwender*in, gibt ihr die Richtung. Schwarze Magie ist eine gängige Bezeichnung für Praktiken in und mit der Magie, die sich mit destruktiven und manipulativen Methoden befassen. Mehr dazu in dem Beitrag über schwarze Magie

Viele sind der Auffassung, dass die „schwarze“ Magie angeblich stärker ist als die „weiße“. Auch das stimmt so nicht. Magie ist grundsätzlich nur so stark, wie der Wille, der Glaube und die Imaginationskraft eines Magiers. Diese drei Dinge sind die Säulen auf denen die Magie steht – oder auch fällt.
 

Es gibt mehrere Gesetze in der Magie. Bzw. prinzipielle Wirkungsweisen, wie die Magie wirkt:

„Ursache und Wirkung“

Eine Gesetzmäßigkeit die jeder kennt. Wenn man etwas tut, hat dies eine Auswirkung. In der Magie ist das nicht anders.
Es kann durchaus sein, dass eine unmittelbare Auswirkung eintritt, ebenso wie eine Langzeitwirkung eintreten kann. Zum Beispiel ein Kerzenritual wird nur in den seltensten Fällen eine unmittelbare Reaktion hervorrufen. Da die Art, wie die Kerzenmagie wirkt, eine Fächerwirkung hat. Der Anstoß für das beabsichtigte Ereignis gibt die Kerze mit der Energie des Magieanwenders, doch welche weiteren Wege diese Energie nimmt, ist nicht direkt abzusehen.
 

„Wie oben so unten“

Diese Aussage bezieht sich auf die Annahme, dass das was im Mikrokosmos (hier unsere wahrgenommene Realität) geschieht eine direkte Auswirkung auf den Makrokosmos (hier im Grunde das gesamte Multiversum) hat. Aber dies darf man nicht zweidimensional sehen! Denn schon alleine die Einflüsse, die auf unseren Mikrokosmos wirken sind weit mehr als nur zwei.
Im Grunde gibt es keine Grenzen in der Magie, lediglich die Begrenztheit des Geiste des Magieanwenders, der sprichwörtliche eigene Horizont, stellt die Begrenzung dar.
Je geübter ein Magieanwender ist, desto stärker wird die Auswirkung auf die Magieströme.
 

„Was man aussendet bekommt man 3 mal zurück“

Durch den magischen Input in das Gefüge von Magie und Lebensenergie, bleibt bei jeder magischen Handlung ein kleiner Energiefaden in den magischen Strömen zurück, alleine schon um den magischen Input aufrecht zu erhalten.
Sollte der Zauber, an dem der Energiefaden hängt, zurückgeworfen oder anderweitig gestört werden, so wird durch diesen Faden ein Echo mit dreifacher Stärke zurückgeschickt. Ein Echo aus dem Lebensstrom, eines aus den Magieströmen und eines direkt über die Wirkungsenergie des Magiers.
Ergo, sollte man sich sehr genau überlegen was man magisch angeht, anstatt „wild drauflos zu zaubern“.
 

„Anziehung“

Wie jede magische Handlung Konsequenzen hat, so erzeugt jene auch eine Art Anziehungspunkt. Wenn man so will, eine Art hellere Lichtquelle als der Rest der Magieströme in unberührtem Zustand.
Dieser Anziehungspunkt zieht Energien/Wesenheiten an, die nicht von dem Magier gerufen worden sind. Dabei kann alles Mögliche angezogen werden. Von Elementarwesen über Geister, bis hin zur Aufmerksamkeit von Schwarzmagiern.
Jegliche magische Handlung hat also auch unbeabsichtigte Konsequenzen, die sehr schnell zur Bedrohung werden können. Selbstschutz, Schutzkreise, Auraarbeit und dergleichen mehr sind fast schon zwingend notwendig, um unbeschadet „sein Ding“ zu machen.

Zurück zum allgemeinen über die Magie. – Man kann die Magie in positive und negative Magie einteilen. Dass hat nichts mit „Gut“ oder „Böse“, oder „Schwarz“ oder „Weiß“ zu tun! Diese richtet sich z.B. nach den Mondphasen. Positive Magie besteht aus magischen Handlungen und Ritualen, mit denen man etwas gewinnen oder erreichen möchte, der etwas ältere Begriff „etwas mehren“ kommt der eigentlichen Bedeutung deutlich näher. Und die Zeit hierfür liegt in der Phase des zunehmenden Mondes. Bei der „negativen Magie“ handelt es sich – im Gegensatz dazu – um Zauber, mit denen man Dinge verringern, verlieren oder loswerden möchte. Wie bei einem Magneten, dessen abstoßende Seite etwas abweißt. Die Zeit hierfür liegt in der Phase des abnehmenden Mondes.

Beispiele für „positive“ Magie:

  • Zauber, die das Gesunden/Gesundheit fördern
  • Rituale für Kraftkonzentration (Talismanweihung, etc.)
  • Zauber, die das erreichen von Zielen unterstützen
  • Vollmond- oder „Zunehmender Mond“-Rituale

Beispiele für „negative“ Magie:

  • Zauber die etwas verringern, oder wegschicken
  • Reinigungsrituale und/oder Bannzauber
  • Neumond- oder „Abnehmender Mond“-Rituale

Formen in der Magie

Im Grunde kann man sagen, dass es genauso viele Formen der Magieausübung gibt wie es Magieausübende gibt.
Da die Magie selbst, sozusagen als Ursprungsphänomen, formlos ist, werde ich nun einen Versuch der Kategorisierung der Magieanwender machen. Ein Versuch impliziert die Wahrscheinlichkeit der Unvollkommenheit.

Hexen

Hexen praktizieren im allgemeinen ja sehr viele Varianten der Magie und okkulter Praktiken. Die einen nehmen es mit Riten und Zeremonien etwas genauer, die anderen verlassen sich auf ihre Intuition und Imaginationskraft. Viele Hexen arbeiten mit Runen, Heilsteinen, Kräutern und zum Teil magischen Beschwörungen.
Allerdings gibt es keine feste Form die die Kategorie Hexe umschließt. Einige der Basics habe ich ja schon genannt, aber jede Hexe/Hexer definiert sich seine Praktiken selbst und auf andere Weise.
Ein paar Dinge sind aber für Hexen kennzeichnend: Sie schöpfen aus einer Mischung aus Naturenergien und sich selbst die magische Kraft. Hexen sind keiner speziellen Konvention unterworfen (bei den Wicca ist das etwas anderes), und jede Hexe geht meist ihren eigenen speziellen Weg. Auch hell und dunkel sind für die Hexe meist relative Begriffe.
Die Hexe, oder Hagazussa wie sie auch mal hieß, ist eine Zaunreiterin zwischen der unsrigen „realen“ Welt, und der Welt der Energien, Magie, Geister etc. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Grenzgängerin und schöpft daraus z.T. ihre Kraft. Geistig lässt sich eine Verwandtschaft mit den Schamanen erkennen. Ergänzend, siehe Beitrag über Wicca

Priester/Kleriker

Kleriker hört sich im ersten Moment wie eine magische Klasse aus WoW oder DnD an, ist aber lediglich eine altertümliche Bezeichnung für Priester, man spricht vom sogn. Clerus/Klerus.

Sie schöpfen ihre Kraft entweder von hohen Mächten oder direkt aus sich selbst. Es gibt hauptsächlich die dualistischen Extreme bei den Priestern, also dunkle oder Helle P., mit eher wenigen Schattierungen.
Am deutlichsten lässt sich das Anhand des Voodoo veranschaulichen.
Beide Typen haben allerdings eines gemeinsam: Beide operieren nach strikten Regeln und Ritualen. Die Formen der In- und Evokation sind Praktiken die zum Grundwerkzeug der Priester gehören.

Schamanen

Schamanen bewegen sind in der Welt der Geister. Mehr noch als die Hexe lassen sich Schamanen auf Beeinflussung von Geistern auf Interaktionsebene ein.
Schamanen praktizieren eigentlich fast keine Rituale zum Kanalisieren, Bannen, Fukossieren oder Schutz. Ihre „Rituale“ dienen meist nur zur Selbstversenkung um in den Trancezustand zu kommen in dem sie mit den Geistern kommunizieren können.
Kontrolle ist entweder etwas relatives für Schamanen, oder existiert gar nicht.
Geister müssen überredet werden, besänftigt werden damit sie sich eventuell dem Willen des Schamanen beugen.
Allerdings ist damit nicht gesagt, dass sich die Geister sich nicht auch gegen den Schamanen wenden können.
Rituale, Bannzauber und ähnliches vertreiben oder bannen die Geister.
Schamanen schöpfen ihre gesamte Kraft aus/von den Geistern. Die innere Kraft des Schamanen wird wahrscheinlich nur dazu genutzt in den Trancezustand zu gelangen.
Zum Schamanen wird man nicht, man ist dazu berufen (durch die Geister die einen auswählen). Traditionell ist es so, dass man sein ganzes Leben lang die Wege des Schamanismus lernen muss, entweder vom vorherigen Schamanen oder durch die Geister. Ergänzend siehe Beitrag über Schamanismus

Neoschamanen

Die neueste Variante des Schamanen in unserer heutigen Zeit. Sie vermischen den traditionellen Schamanismus, bzw. suchen sich die für sie passenden Stücke ‚raus, und erstellen eine Art Patchwork. Dabei fließt Hexentum, Heilkunde und diverse esoterische Lehren in diese Form mit ein.
Diese Form entspricht nicht dem traditionellen Schamanismus, sondern ist eine an die westliche Welt angepasste Variante, in der es auch einem berufstätigen Anwalt am Wochenende möglich ist, sich in die Schwitzhütte zu setzen und sich Schamane zu nennen. Nachdem er ein paar Wochen an einem Schamanismusseminar teilgenommen hat. – Das klingt im ersten Moment vielleicht etwas abwertend, soll aber auch der Tradition der Naturvölker Rechnung tragen, die ihre schamanistischen Traditionen bis heute auf ihre Art pflegen.

Formlose Anwender (Wilde Magie/Chaosmagie)

Wie der Name schon sagt, sind dies Anwender der Formlosen Magie. Ich nehme an, dass diese „Form“ der Magieanwendung mit der schamanistischen Verwandt ist. Wer sich dafür interessiert, findet hier einiges mehr: pagan-info.de

Druiden

Druiden, quasi die Seher und Priester bei den Kelten, sind wahrscheinlich eine Mischung aus Hexe und Priester gewesen. Die heutige Druidenbewegung, die sich auf diese alten Wurzeln beruft, bewegt sich in diesem Spektrum. Ähnlich wie die Hexen bezieht der Druide ein Teil seiner Magie aus der Erde und der Natur. Und ähnlich wie der Priester fungiert der Druide als Handlanger der göttlichen Kraft.

Zauberer

Mehr ein Stadium als eine Magieanwenderform. Sozusagen eine prä-Magier Form. Der Zauberer besitzt schon okkultes-magisches Wissen und Kräfte/Talente, aber entspricht noch keiner Richtung, keiner Schule der Magie.
Man könnte auch sagen, dass die Magie des Zauberers zügellos und unkontrolliert ist, aber unkonkret trifft es vielleicht besser.

Magier

Magier bedienen sich sämtlicher Register der Magie. Von Kräutern über Heilsteine, bis hin zur hohen Magie bedient sich der Magier als Werkzeug. Die Meisterung der elementaren Kräfte gehört zum Grundwerkzeug des Magiers.
Magierschulen/-Orden gibt es in den unterschiedlichsten Ausprägungen und Ansichten. Deshalb gibt es nicht nur die dualistischen Varianten, sondern auch alle möglichen Schattierungen zwischen Schwarz und Weiß. Es gibt durchaus Magier die einem höheren Zweck „dienen“, genauso wie es Magier gibt, die nur sich selbst und ihre Handlungen ins Zentrum stellen.
Der Magier bedient sich der Kräfte der Elemente, der Umwelt, seiner psychischen und geistigen Kräfte und den Mächten des Universums.
Im allgemeinen halten Magier nichts davon, unkontrollierte Magie zu praktizieren. Schließlich ist die Magie das Werkzeug, und nicht der Magier. Rituale, ausgeklügelte Zeremonien die geradezu vor Symbolträchtigkeit strotzen, dass ist die Spezialität der Magier. Ihre Kommunikation mit Geistern und Gottheiten ist eher spärlich. Nie würde ein Magier sich absichtlich von einer solchen Wesenheit in Besitz nehmen lassen.

ergänzend mein Beitrag über Elemente, Farben und Zuordnungen

Symbole und ihre Bedeutung

Symbole sind die Knoten, die unsere Wirklichkeit mit den elementaren Kräften verbinden, und uns Zugriff auf die dahinterliegenden großen Mysterien gewähren.

Okkulte Praktiken benutzen die Symbolik im Zusammenhang, in dem die Symbole für „göttliche“ Prinzipien und Wirkungsweisen stehen. Die Beeinflussung der Symbole (also Anordnung, Kombination und Re-Aktion) steht für die Beeinflussung der „göttlichen“ Prinzipien.
In dieser Tradition steht die Alchemie/Hermetik, die Magie, die Astrologie (hier im passiven Deutungssinne gemeint), das Tarot (im analytischen Bereich) und noch viele andere okkult-esoterische Praktiken.

Bei dieser Betrachtung steht nicht die Verwissenschaftlichung dieser Traditionen im Vordergrund, sondern viel mehr der Mensch, der im Zusammenhang mit den Symbolen bzw. den göttlichen Prinzipien steht.

Aus diesem Kontext heraus ist das Futhark, das Runenalphabet, zu betrachten. Genauso wie andere Alphabete, die über eine Zahlen- und Buchstabenmystik in den „Schöpfungsprozeß“ mit eingebunden werden. – Und aus dieser Tradition wiederrum entstanden Techniken wie Numerologie, Kabbalah und andere.

Symbole sind ein unentbehrliches Werkzeug, für den-/diejenigen der Magie praktizieren will. Sie sind der Zugang, der uns auf die Kräfte des Universums zugreifen lässt.
Und dabei verwenden wir tagtäglich Symbole, und erschaffen Welten (beim Lesen oder Schreiben), schaffen Gesprächsebenen, signalisieren tausend verschiedene Dinge, und dabei ist dies ja immer noch ein kleiner Teil der Anwendungsmöglichkeiten.

Schlussendlich, wer die Macht hinter einem Symbol zu verstehen und zu benutzen weiß, wird dann auf die Symbole verzichten können, und kann direkt auf diese Kräfte zugreifen. Zumindest bis zu dem Grad, der einen wieder Gegenstände und Symbole benutzen lassen muss, um den Überblick zu behalten, bzw. sich auf andere Dinge zu fokussieren. Darum gibt es in fast jedem Bereich eine fast unübersichtliche Analogietabelle, denn so wie die Knoten die Mächte binden, so ist durch unsichtbare Fäden alles miteinander verbunden.

Ein paar der wohl bekanntesten Symbole in Magie und Esoterik

Das Pentagramm
Abgleitet von griechisch penta = fünf und gramma = Buchstabe, bedeutet also eigentlich „fünf Buchstaben“. Gemeint ist aber das seit Jahrtausenden bekannte Fünfeck. Da es in vielfacher Weise den Goldenen Schnitt enthält, war es seit Pythagoras bei den Wissenschaftlern, Philosophen und Magiern ein beliebtes Zeichen, das Harmonie und Gesundheit symbolisierte. Außerdem symbolisiert es die Herrschaft über die Elemente: Für die Kontrolle des Geistes (Spitze des Fünfeck) über die vier Elemente (Feuer, Wasser, Erde, Luft). Es war (und ist) fester Bestandteil der Rituale, nicht nur bei den Druiden sondern auch bei den Hexen und Magiern.
Je nach Ziehweise kann man ein bannendes oder ein rufendes Pentagramm benutzen, für die jeweiligen Energien.
Interessant: Nimmt man Da Vinci’s Menschendarstellung, und legt das Pentagramm darüber, so entsprechen die vier Ecken/Elementen, den Gliedmaßen, und die fünfte Ecke (Spitze) dem Kopf/Geist. Dadurch entspricht das Pentagramm in der Alchemie und der Magie dem Mikrokosmos, dem Abbild unserer Welt.
Die Fünf ist 4 + 1 oder 2 + 3. Im ersten Fall ist sie Symbol der Herrschaft des Geistes über die vier Elemente und wird somit zu einer magischen Zahl. Im zweiten Fall ist sie die Vereinigung der ersten weiblichen mit der ersten männlichen Zahl und wird zum Symbol der Sinnlichkeit und der (vorwiegend männlichen) Sexualität in ihrer Wildheit und Ursprünglichkeit. Die Fünf war die Zahl der altbabylonischen Göttin Ischtar. In der Alchemie wurde durch sie die quinta essentia ausgedrückt, das gesuchte spirituelle Prinzip in jeder Materie. Dadurch unterschied sich die belebte von der unbelebten Materie, die Quintessenz war der Geist, der im aufrechtstehenden Pentagramm die Herrschaft über die vier Elemente symbolisiert.
Ein sehr umstrittenes Zeichen.
Es gibt mehrere Auslegung für dieses Symbol.
Die eine, aus der Wicca Ecke, vereinnahmt dieses Zeichen als verkanntes Symbol des Gehörnten Gottes. Also als kanalisierendes Symbol für die eher animalischen, destruktieven Energien.
Aus der christlichen Ideologie ist dies das Zeichen für den Dämon Baphomet. Es wird/wurde als Teufelszeichen verwendet.

Aus hermetischer Tradition, umfasst das Pentagramm den invozierenden, also beschwörenden Aspekt der magischen Arbeit. Hierzu werden Energien, Wesenheiten u.a. gerufen um bestimmte Praktiken und/oder Bedürfnisse zu erfüllen. Wichtig aus meiner Sicht ist vor allem zu wissen, dass das Symbol an sich Energie aus der Umgebung zieht, auch wenn man es „nur“ um den Hals trägt.
Die Vier Farben/Elemente
Wasser 
Das zweitbeweglichste Element. Sehr flexibel, tiefgründig, gefühlsbetont, weiblich.
Im Tarot durch die Kelche symbolisiert. Kelche als Allegorie auf den Schoß der Frau.
Fruchtbarkeit, Gefühle, intuitives Wissen, aber auch Hang zur Depression und Wankelmütigkeit. Das Wasser ist eines der Elemente, vielleicht weil unser Körper zu ca. 75% daraus besteht, dass uns am tiefsten berührt und sprichwörtlich bis in unsere Seele vordringt.

Feuer 
Das ernergiegelandeste Element. Anpassungsfähig, leidenschaftlich, männlich.
Im Tarot durch die Stäbe symbolisiert. Stäbe, als Phallussymbol, mit aufstrebenden Ambitionen.
Führungsnatur, Stolz, Mitziehend, aber auch Herrschsüchtig und Egozentrisch. Das Feuer, auf den ersten Blick destruktivste Element, entfacht in uns den Wunsch und den Drang nach Höherem. Für das höhere Wohl dürfen kleinere Opfer gebracht werden.

Erde 
Das stabilste Element. Sehr bodenständig, geduldig, weiblich.
Im Tarot durch die Scheiben oder Münzen symbolisiert. Scheiben als Allegorie auf die fruchtbare Erde.
Ausdauer, Durchsetzungskraft, Gründlichkeit, aber auch Hang zum Perfektionismus und Engstirnigkeit. Die Erde. Durch ihre ernährenden Eigenschaften, ist sie das Mutterbild schlechthin. Der Stirb-und-Werde Prozess ist in ihr verewigt.

Luft 
Das beweglichste Element. Extrem flexibel, intellektbetont, männlich.
Im Tarot durch die Schwerter symbolisiert. Schwert, als Phallussymbol, mit einschneidendem Charakter.
Geistige Beweglichkeit, schnelle Auffassungsgabe, aber auch Hang zur Luftschloßbauerei und Pragmatismus. Die Luft, dass unfassbare Element. Träger von Träumen, Wünschen und Gedanken die in den unbeherrschbaren Winden zu anderen Menschen getragen werden.
Das Hexagramm
Auch unter dem Begriff „David’s Stern“ oder „Siegel Salomos“ bekannt, symbolisiert das Hexagramm die Dualitäten Licht und Dunkel.
Mit diesem Siegel soll es Salomo gelungen sein, den Dämon Asmodeus als Beschützer des Tempels zu rekrutieren.
Bei den Pythagoräern war die Sechs aufgrund ihrer harmonischen Vermischung des ersten männlichen mit dem ersten weiblichen Prinzip und ihrer großen Vollkommenheit ein beliebtes Symbol für die Ehe.
Interessant ist, dass auf den ersten Blick die beiden alchemischtischen Symbole für Feuer () und Wasser () darin enthalten sind. Auf den zweiten Blick, durch die Kombination der beiden Dreiecke ergeben sich die Striche die die beiden Symbole von Erde () und Luft () ausmachen.
Die Symbolbedeutung der Sechs als Produkt von 2 x 3 ist der Fünf (2 + 3) ähnlich, auch als Symbol für die Sexualität in ihrem spirituellen, sinnlichen und zärtlichen Aspekt. Die Sechs ist auch 3 + 3 und potenziert damit die Schöpfungskräfte der Drei. Als Zahl des Kubus ist sie eine Weltenzahl, in der Magie und Alchemie steht sie jedoch als Hexagramm im Gegensatz zum Pentagramm für den Makrokosmos und die Durchdringung von Geist und Materie, Raum und Zeit, sichtbare und unsichtbare Welt. Eine weitere alchemistische Bedeutung ist das Chaos, welches aus der Vereinigung von Feuer und Wasser resultiert. Und wie zu vermuten ist, dass nur aus dem Chaos neues entstehen kann. In einer „sterilen“ Ordnung kann keine Schöpfungskraft entstehen.
Ankh ist ein altägyptisches Wort für Leben. Meist wird damit das Ankh-Kreuz bezeichnet. Dieses Henkelkreuz in Schlüsselform wird traditionell von den Göttern getragen und symbolisiert immerwährendes Leben, und Zeugungskraft.
Saturn galt in der Astrologie eine Zeitlang als großer Übeltäter. Heute schätzt man ihn wieder als Zeichen, das Erfahrung schenkt und Einsicht in den Lauf des Lebens gibt. Er zeigt aber auch Grenzen auf und konfrontiert mit dem Unausweichlichen.
Die Teufelsanbeter sehen darin die Teufelsgabel, die das Kreuz abschneidet.

Am ehesten versteht man die Symbole in ihrer angewandten Form in Talismanen oder Amuletten. siehe hierzu Beitrag über Talismane und Amulette

weiterführende Links:

Schwarze Magie

Vorwort

Unter schwarzer Magie verstehen die meisten Leute Dämonenbeschwörung, Schadenszauber, Puppenmagie die einen zur willenlosen Marionette macht oder dergleichen mehr beängstigendere Vorstellungen.
Nun, schwarzmagische Praktiken befassen sich durchaus mit derlei Dingen, und wahrscheinlich noch vielmehr als uns bewusst ist.
Über die Praktizierenden dieser schwarzen Künste weiß man recht wenig, was diesen Menschen sehr recht ist. Wahrscheinlich ist die Angst vor ihnen schon Eine ihrer größten Waffen.
Es gibt zwar einiges an Material bzw. Anleitungen zum praktizieren der schwarzen Magie, aber eine analysierende Schrift zur Einordnung verschiedener Praktiken ist wahrscheinlich nur Eingeweihten zugänglich.


Grunddifferenzierung

Die Magie an sich ist farblos.
Die namentlich schwarze Magie ist keine parallele Strömung (zumindest lässt sie sich nicht so einfach in eine Schublade packen), sondern eine Kanalisierung derselben Energie, die auch der „normale“ Magieanwender benutzt. Lediglich Ursache und Wirkung sind unterschiedlich. Und genau dieser Unterschied macht die schwarze Magie zu dem was sie ist.
Wenn man sich vor Augen führt, was die schwarze Magie für Bereiche umfasst, so lässt dies auch Rückschlüsse auf den Magieanwender zu. Damit sage ich nicht, das Magieanwender anderer „Gesinnungen“ nicht auch zu schwarzer Magie greifen könnten. Tatsächlich besteht darin eine der größten Prüfungen eines Magieanwenders, seine und besonders diese Kräfte NICHT anzuwenden.

In der kathegorisierten Magie gibt es wahrscheinlich hunderte von Strömungen, wie Magie betrieben werden kann. Für jede davon, gibt es positive, wie negative, Anwendungsmöglichkeiten. Positiv und Negativ sind dabei nicht mit schwarz und weiß gleichzusetzen.
Positiv, beschreibt einen unterstützenden, additiven, abschirmenden und heilsamen Prozeß.
Negativ, steht für einen destruktiven Prozeß wie Loslassen, Fortschicken, Bannung und Verflüchtigung.

Jegliche Magietradition, ob weiße oder schwarze Magie enthält beide dieser Formen der Magieanwendung. Wie zwei Seiten einer Münze.

Deshalb kann man einen Bokor (schwarzmagischer Voodoopriester) ebenso um einen Heilzauber bitten, wie einen Weißmagier um ein Trennritual. 


Was ist schwarze Magie?

Schwarze Magie und Satanismus hängen nicht zwingend zusammen. Ebenso muss man nicht an Dämonen glauben um schwarze Magie zu praktizieren.

In der Magie gibt es die drei Unterscheidungen praktische, imaginative und hohe Magie. Diese drei Unterscheidungen grenzen sich durch die verwendeten Bestandteile der magischen Komponenten von einander ab.
In der schwarzen Magie ist das nicht anders.
 

Die praktische Magie:

Die unterste, nicht immer die schlechteste Form ist die der praktische Magie, der Volksmagie oder der niederen Magie. Sie beinhaltet die Grundübungen Wahrsagen, Analogie- und Sympathiezauber, Schutz- und Bannrituale und viele andere Fähigkeiten.
Doch in der Einfachheit liegt auch die größte Gefahr: Das unreflektierte Ausführen von „Rezepten“ fördert den Aberglauben und kann sogar gefährlich für den unbedarften Anwender werden.

In der schwarzen Magie läuft diese Experimentierphase genauso ab. Dazu gehören manipulative Zauber die auf Körper und Geist wirken, und theoretisch schon die Beschwörung von Wesenheiten, ob dunkel oder nicht.
 

Die imaginative Magie:

Die nächste Stufe ist die imaginative Magie, bei der die praktischen Übungen weniger mit materiellen Hilfsmitteln als im Geist durchgeführt werden. Viele schamanische Techniken haben hier ihren Ursprung – Trancen, Visualisierung und auch die Beschäftigung mit Träumen gehören dazu und das Wünschen und Wollen. Auch hier gibt es alle Schattierungen von Weiß bis Schwarz und die entsprechenden positiven und negativen Auswirkungen.

Die imaginative schwarze Magie, befaßt sich in dieser Stufe mit Verwünschung, Verfluchung, Schadensmagie und deren „Einpflanzung“ in das Lebensnetz (äquivalent mit Gesamtgefüge zu verstehen), dass eine Wechselwirkung zwischen Lebensnetz und den magischen Strömungen zur Folge hat.
 

Die hohe Magie:

Die hohe Magie verzichtet fast vollständig auf Materielles und ist ein rein geistiger Akt. In ihr verbergen sich die wahren Mysterien, und je nachdem, wie man sich ihnen nähert, führen sie zur Erleuchtung oder zum Wahnsinn.

Die hohe schwarze Magie umfasst das direkte Manipulieren von Magie und Leben, in der Hinsicht alles umgestalten, verändern und pervertieren zu können. Man löst quasi eine direkte Echowirkung durch die Manipulation in der Lebensstruktur aus.
 


Wie wirkt die schwarze Magie?

Ich zähle nun sechs Kategorien auf, die veranschaulichen welcher Wege sich die schwarze Magie bedient.
Es ist durchaus möglich, dass es noch mehr gibt, aber dies hier soll auch nur einen Einblick gewähren.
 

Die Verwünschung:

Die Verwünschung ist sehr wörtlich zu nehmen. Der Schwarzmagier projiziert eine Wunschvorstellung auf eine bestimmte Person. Durch Gefühle wie Wut, Hass aber auch Angst wird diese Wunschvorstellung in die magischen Ströme eingefügt. Dies löst, wie bei einer Dominokette ähnlich, negative Ereignisse um die Person herum aus, bis diese selbst zu Schaden kommt. Sobald der „Schadenswunsch“ erfüllt ist, verpufft meist die Verwünschung in den magischen Strömen, sollte nicht eine weitere Projektion des Schwarzmagiers folgen.
 

Der Fluch:

Der Fluch ist ein eindimensionaler Schadenszauber. Das heißt ohne höhere Breiten- und Tiefenwirkung, zumindest im Allgemeinen.
Der Fluch ist wie eine Vergiftung, die langsam und schleichend ihre Wirkung entfaltet. Entweder heftet sich der Fluch direkt an das Opfer und „zerstört“ es von innen heraus, indem er es in den Wahnsinn treibt, oder der Fluch verteilt sich im Umfeld des Opfers und wirkt dann bei Kontakt.
 

Der Schadenszauber:

Der Schadenszauber ist ein multidimensionaler Fluch, der in den unterschiedlichsten Stärkegraden vorkommt. Hierbei wird die Lebensstruktur der Umgebung des Opfers vergiftet. Wie bei einem Spinnennetz zieht sich der Zauber dann immer mehr um sein Opfer zusammen, bis dieses den Zauber schließlich direkt zu spüren bekommt. Der Schadenszauber wirkt auf Körper, Geist und Seele. Ein schleichender Prozess der am Ende zu Wahnsinn oder Tod führt.
 

Die Figuren-/Puppenmagie:

Hierbei wird die energetische Verbindung aller körpereigenen Bestandteile ausgenutzt. Über diese Verbindung kann der Schwarzmagier direkt sein Opfer beeinflussen und schädigen.
Eine Kontrolle im bewußten Sinne über das Opfer, ist eher nicht denkbar, da dafür die energetische Verbindung zu schwach ist.
Eine Beeinflussung des Unterbewußtseins, und der Träume, ist aber durchaus möglich.
 

Die (Dämonen-)Beschwörung:

Auch wenn die Beschwörung an sich nicht ausschließlich in die schwarze Magie gehört, so ist die Verwendung von Wesenheiten, bösen Geistern oder dämonischer Kräfte zum Schaden anderer, definitiv ein Teil der schwarzen Magie.
Hierbei tritt der Schwarzmagier als indirekter Schadensverursacher auf. Allerdings den Preis den er bezahlt, um sich dieser Mächte zu bedienen kann immens sein. Bei einem Schwarzmagier kann man von einem geistigen Verfall sprechen, der sich (ob bewusst oder unbewusst) immer abhängiger von Wesenheiten macht, wo unklar ist was deren Absichten und Ziele sind. Ob man in so einem Fall überhaupt noch von „Macht ausüben“ sprechen kann, oder ob derjenige nicht eher nur noch benutzt wird, ist wohl Ermessenssache.
Diese Mächte übernehmen dann die Schadensverursachung und sind mit der Wirkungsweise eines Schadenszaubers zu vergleichen
 

Die Gefühle:

Nun die Gefühle an sich werden eher als Transmitter, also Botschafter, verwendet. Schwarzmagische Fähigkeiten gekoppelt an starke Gefühle und den Wunsch nach Beeinflussung oder Veränderung können durchaus eine Verwünschung auslösen.
Die Ausnutzung von starken Gefühlen bei dem Opfer eines Schwarzmagiers, kann möglich sein, ist aber eher unwahrscheinlich.
Wenn es sich nicht gerade um einen Liebeszauber handelt, ist das Anzapfen der Gefühle eine zu umständliche Methode, und deshalb unwahrscheinlich.
Gefühle als Einfallstore, oder gar Kraftpotential der Schwarzmagier zu sehen, halte ich für verfehlt.
 

Konsequenzen der schwarzen Magie

Ich will hier nicht über Moral und Ethik referieren. Jeder sollte selbst wissen, auf welche Gebiete er sich einlässt.

Keiner soll jedoch glauben, dass irgendeine Tat ohne Konsequenzen bleibt. Vielleicht ist keine unmittelbar eintretende Konsequenz ersichtlich, aber auf lange Sicht, bleibt keiner vom Gesetz von Ursache und Wirkung verschont.

Menschen, die sich der schwarzen Künste bedienen, sind meist dumm oder ehrgeizig genug Rücksichtslos ihr Kunst zu praktizieren.
Das sie dabei auch einen erheblichen Schaden bei sich selbst anrichten, ist ihnen meist nicht bewusst oder egal.
Der Umgang mit schwarzer Magie hinterlässt Spuren in Körper, Geist und Seele, ebenso wie die Magie auf eines ihrer Opfer wirkt. Ein solcher Umgang mit diesen destruktiven Kräften geht einher mit dem schrittweisen Zerfall des Körpers durch Auszehrung, Abbau der geistigen Fähigkeiten und Raubbau an der Seele.

Wie bei der Puppenmagie, fungieren Blutopfer oder ähnliches als Tribut an dämonische Mächte, und sind für den Schwarzmagier ebenso bindend.
Da die meisten Schwarzmagier auf Macht über andere aus sind, sollten sie vielleicht mal überdenken, ob sie mit dem Tribut an dunkle Mächte nicht die Kontrolle über sich selbst vielleicht aufgeben.

Wie schützt man sich?

Ignoranz und Verleugnung schützen nicht vor einem Angriff. Weder in der physischen, noch in der metaphysischen Welt!

Genauso könnte man den Baum verleugnen, in den man bei einem Autounfall gefahren ist. Der Unfall, wie der Baum, bleiben bestehen. Selbst wenn man das ignorieren möchte.
Gerade in der heutigen Zeit, wo viele glauben, ein Unglauben schütze sie vor den Gefahren und Auswirkungen verschiedenster Einflüsse ist eine Aufklärung sehr wichtig. In der Medizin ist das genauso wie in der Magie.

Die Aura, unser psychisches Schutzschild, muß gepflegt und gereinigt werden, besonders wenn man magisch arbeitet.
Löcher, also Schwachstellen in der Aura, bieten einem Schwarzmagier der es darauf anlegt, eine gute Möglichkeit mit einem Fluch den körpereigenen Energiehaushalt vollkommen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Manchmal ist zu lesen, dass ein Schwarzmagier komplett auf solche Techniken verzichtet. Das ist für mich nicht nachzuvollziehen, da er sich ja auch anderen gegenüber angreifbar macht.

Bei magischer Arbeit einen Schutzkreis zu ziehen schützt einen vor unliebsamer Aufmerksamkeit anderer Magieanwender und Wesenheiten. Zumindest bis zu einem gewissen Grad.
Mit einem Schutzkreis kann man auch kurzzeitig die Wirkung schwarzmagischer Zauber unterbrechen.

Generell ist es schwer etwas über Schutzmaßnahmen zu sagen.
Jeder Fluch und Schadenszauber hat ja individuelle Auswirkungen, und deshalb gibt es kein Patentrezept.
Sich Rat und kompetente individuelle Hilfe zu holen, ist der erste Schritt zur Brechung eines Fluches. Ähnlich wie dem Schritt zur Gesundung, zum Arzt zu gehen.