Pflanzen in Kummunikation

Pflanzen und ihre Inhaltsstoffe treten nicht nur mit uns in Kommunikation, nicht zuletzt mit Düften aus Pflanzen in der Duftkommunikation, sondern sie kommunizieren ebenso mit anderen Pflanzen und Pilze in ihrer Umgebung. Ob man dabei von Pflanzenintelligenz, oder gar einem „Wood Wide Web“ sprechen kann, ist bisher noch nicht abschließend geklärt.

Den Stellenwert den Pflanzen seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte haben ist sowohl in Bereichen Nahrung, Heilmittel und Ethnobotanik unbestritten. Und nicht erst seit der Epoche der Romantik ist Naturphilosophie und Naturheilkunde ein fester Bestandteil in so gut wie allen Lebensbereichen.

Bäume regen Menschen zum Träumen an. Sie repräsentieren Stärke, Sicherheit und im Verbund des Waldes die Sehnsucht nach unergründeten Welten. Doch viele Gedichte des 19. Jahrhunderts beschäftigen sich nicht nur mit der Wirkung, die Bäume auf uns Menschen haben, sondern stellen die Pflanzen selbst als denkende und fühlende Wesen dar. Dichter wie Heinrich Heine und Johann Wolfgang von Goethe ließen sie in ihren Werken Freude oder Schmerz spüren – und gaben ihnen die Fähigkeit, diese Gefühle zu verbalisieren. Auch in Gestalt von Pflanzengeistern wie Feen, Dryaden und Elfen wurde im Grunde den Pflanzen eine Stimme verliehen.

Doch, obwohl wir die Pflanzen als „Nutzpflanzen“ schätzen, so gestehen wir ihnen als Lebewesen kaum Qualitäten zu. Hat eine Pflanze keinen erkennbaren Nutzen, ist sie ein Un-Kraut. Dabei zeigt sich gerade in den Bereichen Bio-Diversität und ökologische Verschränkung, was den Stellenwert von Pflanzen ausmacht, und wie empfindlich sich Konsequenzen auswirken wenn gedanken- und bedenkenlos mit derlei Balancen umgegangen oder nicht umgegangen wird.

Einige Forscher vergleichen diverse Zellstrukturen und ihre Reaktionen auf die Umwelt mit den nervlichen Möglichkeiten, die Tier und Mensch zur Verfügung haben. Sie haben nachweisen können, dass in der Pflanze so genannte Aktionspotenziale ausgelöst werden können, bislang laut Lehrmeinung nur möglich bei Kreaturen mit Nervensystem.

Der Forscher Eric Brenner vom Botanischen Garten in New York konnte nachweisen, dass sich diese „Nervenimpulse“ über 30 Zentimenter weit innerhalb einer Sonnenblume ausbreiten können. Er ist sich sicher, dass Pflanzen als Gesamtorganismus auf Umweltreize reagieren können, und nicht – wie bislang angenommen – nur in einzelnen voneinander getrennten Bereichen. Er und seine Forschergruppe wollen das Informationsnetzwerk innerhalb von Pflanzen entschlüsseln.

Quelle: https://aromapraxis.de/2009/07/13/die-erde-ist-eine-scheibe-und-pflanzen-sind-dumm-wie-bohnenstroh/

Für mich besonders spannend ist die Kommunikation von Pflanzen und Tieren mit Duftstoffen. Anhand folgenden Beispiels, mehr davon in der Quelle bei Eliane Zimmermann zu lesen, wird deutlich wie verschränkt wiedermal unser Ökosystem ist, und wie angewiesen es auf Biodiversität ist.

Kiefern „erkennen“ den Kleber der gefährlichen Kiefernblattwespe, deren Larven ganze Wälder kahl fressen können, und „rufen“ bald nach deren Eiablage eine andere Wespenart, welche die Eier [parasitiert]. Diese „Buschtrommel“ erfolgt mit dem Ätherisch-Öl-Duftstoff trans-beta-Farnesen und nur die „gute“ Wespe versteht den „Hilferuf“, selbst wenn er aus bis zu zwei Kilometern Entfernung ausgesendet wird.

Quelle: https://aromapraxis.de/2009/07/13/die-erde-ist-eine-scheibe-und-pflanzen-sind-dumm-wie-bohnenstroh/

Es entsteht wiedermal der Eindruck, dass in einer gewissen verzögerten Rhythmik die Natur ihr Ökosystem im Gleichgewicht hält, in dem auf Überpopulation mit Freßfeinden geantwortet wird, die sich in einem Jäger-Beute Gleichgewicht (Räuber-Beute-Beziehung oder seltener Räuber-Beute-Verhältnis) halten. Ähnliches ist der Biologie bei Greifvögeln und z. B. Nagetieren bekannt.

Greift der Mensch in diese Abläufe ein, kommt dabei so gut wie nie etwas Gutes heraus. Zum Beispiel werden bestimmte Eigenschaften von Pflanzen weggezüchtet, weil sie einen bitteren Geschmack oder das Wachstum verlangsamen, weil sie mit ihren Abwehrmechanismen beschäftigt sind, statt zu wachsen. Für die kapitalistische Landwirtschaft ist das schon Grund genug, auf Saatgut zurückzugreifen die diese „nervige“ Eigenschaften nicht mehr hat. Ob damit dann in ein Verhältnis zu Raupen-Räuber-Parasiten eingegriffen wird, ist entweder egal oder wird nicht beachtet.

So entstehen Unterbrechungen in Kreisläufen, die eigentlich unser Ökosystem schützen, Biodiversität erhalten und für Gleichgewicht sorgen sollen.

Vor einigen Jahren machte der Begriff „Wood Wide Web“ von sich reden, von dem manchmal berichtet wurde, es handle sich um ein Kommunikationsnetzwerk, dass sogar weltumspannend sei. Manchmal war auch nicht ganz klar, ob es sich um ein reines Wurzelwerk von Bäumen in Wäldern handle, oder ob Pilze mit ihren Myzel daran beteiligt sind (Mykorrhiza).

Der Austausch von Botenstoffen und Nährstoffen scheint ein deutlicher Hinweis zu sein, der aber Vergleiche mit dem WorldWideWeb dennoch etwas hinkend erscheinen lässt. Vor allem wenn man bedenkt, wie Anstrengend es für Pflanzen ist, über derartige Signale zu kommunizieren.

Die Forschenden stellen zusammenfassend fest, dass die öffentliche Erzählung vom „Wood Wide Web“ über die unterirdischen Pilz-Netzwerke durch Übertreibung verzerrt ist. Bei der zusätzlichen Analyse von Zitierungen in Fachartikeln zum Thema habe sich außerdem gezeigt, dass es hier ein Tendenz zur Zitierung positiver Effekte gebe.

Quelle: https://www.mdr.de/wissen/wald-baume-sprechen-unterirdisches-netzwerk-pilze-100.html

Unter Verweis auf den Intelligenz-Begriff beim Menschen (u. a. verbunden mit kreativen Leistungen) argumentiert Kutschera, Pflanzen seien „lebende Sonnenkraftwerke mit Herz ohne Seele“, die ein hohes Maß an Sensibilität aufweisen, nicht aber über Intelligenz und Bewusstsein verfügen. Mit der Zuschreibung einer „Grünen Intelligenz“ sei eine „Abgrenzung zur Pflanzen-Esoterik“ und dem weit verbreiteten Volks-Glauben an metaphysische Lebenskräfte usw. kaum noch möglich, argumentierte Kutschera.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Pflanzenintelligenz

Auch wenn ich der Begriffsableitung der Intelligenz hier zustimmen würde, so muss ich (wohl der Pflanzen-Esoteriker in mir) gerade im Zusammenhang mit ätherischen Ölen, bei „ohne Seele“ vehement den Kopf schütteln. Wir sprechen hier doch von einem komplett anderen Organismus. Wieso muss, um eine Wertigkeit zu erreichen, eine Pflanze mit einem Menschen verglichen werden?!

ergänzend mein Beitrag über „Sind äth. Öle intelligent?„

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