Ich persönlich hatte davon leider noch nichts gehört, und das obwohl einer der Unterstützer ein Lehrstuhlinhaber an der Uni-Tübingen ist. Über einen Newsletter von Forum Essenzia bin ich über das aktuelle Symposium im Februar „gestolpert“ hab mir die Infos auf der Seite kurz durchgelesen und mich sofort dafür angemeldet. Und das ganz unabhängig davon das ich die Zahl 13 sehr mag 😀
Das Kompetenznetz Integrative Medizin Baden-Württemberg (KIM) vereinigt die ärztliche, pflegerische, therapeutische und wissenschaftliche Expertise der beteiligten Kliniken, ambulanten Netze und wissenschaftlichen Institute im Bereich der Integrativen Medizin und Pflege. Gemeinsam arbeiten wir an der Entwicklung, Implementierung und Evaluation integrativer Behandlungskonzepte. Unsere Vision: Ein stetig wachsendes Netz, das für Wirksamkeit, Qualität und Sicherheit Integrativer Medizin steht.
Quelle: https://www.kim-bw.de/
Mehr dazu findet man auf der Website, und besonders unter https://www.kim-bw.de/newpage als Reiter „Über KIM“
Darin heißt es zum Beispiel:
„Integrative Medizin“ beschreibt die Verbindung sich sinnvoll ergänzender konventioneller und komplementärer Behandlungsangebote in einem patientenzentrierten Versorgungskonzept. Neben die leitlinienbasierte fachlich-medizinische Versorgung treten Behandlungs- und Beratungsangebote aus dem Bereich von Naturheilverfahren und Komplementärmedizin. Sie umfassen Naturmedikamente, traditionelle Behandlungsverfahren wie z.B. die Akupunktur, pflegerische Anwendungen wie Wickel und Einreibungen, Aromatherapie und Verfahren der Mind-Body-Therapie (Kunst- und Musiktherapie, MBSR/Meditation, Heileurythmie, Yoga, Tai Chi u.a.). Darüberhinaus geht es um gezielte Beratung und Begleitung zur Umsetzung gesundheitsfördernder Lebensstilveränderungen im Alltag.
Und das umfasst summa summarum das, was ich nicht nur als meinen persönlichen Auftrag als Pflegekraft empfinde, sondern genauso wie ich meine Aufgabe im Sinne des Pflegekompetenzgesetzes:
Im Pflegeberufegesetz soll der Vorlage zufolge klargestellt werden, dass Pflegefachpersonen im Rahmen der erworbenen Kompetenzen Heilkunde ausüben dürfen. Zugleich wird für Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in einem neuen Paragrafen 15a des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V, Krankenversicherung) und parallel in Paragraf 28 Absatz 5 des Elften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XI, Pflegeversicherung) festgelegt, dass Pflegefachpersonen bestimmte Aufgaben der ärztlichen Behandlung eigenverantwortlich erbringen dürfen.
Das Hauptthema des Symposiums war die „Mind-Body Medizin“ mit einem herausragenden Vortrag „Mind-Body Medizin für den krebskranken Menschen“ von Prof. Dr. med. Tobias Esch, gefolgt von dem tollen Vortrag „Integrativ-onkologische Pflege: „From body to mind““ von Franziska Yakisikli & Carmen Nagat, gehalten von Franziska Yakisikli.
Prof. Esch hat in seinem Vortrag sehr anschaulich und humoristisch aufgezeigt, dass die künstliche Trennung von Körper und „Geist“ – historisch zu Beginn des Mittelalters durch den Clerus zu verorten – genau das ist, eine künstliche Auseinanderdividierung, die zwar auch Vorteile bringt, aber um Krankheiten und Verhalten von kranken Menschen wirklich zu verstehen inzwischen eher hinderlich ist. Nach Prof. Esch kann Therapie im eigentlichen Sinne nur durch die Aktivierung der Ressourcen des Patienten gelingen, in dem ein dreibeiniger Stuhl als Modell aufgezeigt wurde. Medizin muss sich wieder ganzheitlich dem Menschen über zeigen und öffnen, um Antworten auf die aktuellen und zukünftigen Behandlungsfragen geben zu können.
Der Vortrag der integrativ-onkologischen Pflege hat vor allem durch das Fallbeispiel großen Eindruck hinterlassen. Eine onkologische Patientin wurde vorgestellt, mit Beschwerden wie zum Beispiel Mukositis und Herpes labialis, und wie innerhalb von 6 (!) Tagen mit der Behandlung durch Sanddornfruchtfleischöl eine normale Schleimhautfunktion wieder hergestellt werden konnte und damit Essen kein schmerzhafter Prozess mehr war. Diese Daten, es waren insgesamt 5-6 Krankheitsfaktoren, innerhalb von einer Woche mit komplementären Behandlungsmethoden u.a. wie Leberwickel und Einreibungen im Sinne der Aromapflege, zeigen welches Potential die integrative Medizin/Pflege hat und ist ein wahrer Lichtblick das „klassische Mediziner“ das nicht nur erkannt haben, sondern sich dafür „sogar“ stark machen.
Später wurden „Integrativ-onkologische Pflege: Studienergebnisse“ von Lea Raiber & PD Dr. med. Ann-Kathrin Lederer vorgestellt – die sprichwörtlichen harten Fakten, die ganz klar evidenzbasiert erhoben wurden, und nicht nur die starke Bereitschaft der Patienten durch alle Fachrichtungen hindurch zeigen, solche Pflegeangebote anzunehmen, sondern auch eine klare Besserung und Linderung ihrer Symptome.
Für mich war die Teilnahme am Symposium ein tolles Signal, mit dem wie ich Pflege verstehe – nämlich genau das was mit integrative Pflege benannt wurde – und den Stellenwert den Aromapflege und andere Behandlungsmethoden schon lange verdient haben um Patienten Linderung und Besserung zu verschaffen.
Im Moment werden die Votrtäge, Videomitschnitte und Skripte gerade verarbeitet und aufbereitet, aber wohl bald über https://www.kim-bw.de/rückblick aufrufbar sein.
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