Wie bei allen Themen die „naturheilkundlich behandeln“ beinhalten, ersetzen diese Hinweise und Tipps nicht den Besuch beim Arzt/Heilpraktiker, ebenso wenig wie das eigenverantwortliche Handeln. Auch wenn oben im TItel „behandeln“ steht, ist das nicht im Sinne einer Therapie zu verstehen. Chronische Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen sind nicht heilbar. Evtl. wird es in Zukunft eine Gen-Therapie, mit allen Risiken, geben. Bis dahin sind die Artikel als Linderung und Begleitung zu verstehen.
Erstmal allgemein etwas über Zöliakie:
Die Zöliakie ist eine immunologische Erkrankung des Darmes ungeklärter Ursache, die durch in Getreide enthaltenen Proteine ausgelöst wird, die man unter dem Begriff Gluten zusammenfasst. Es kommt zu einer intestinalen Unverträglichkeit gegenüber den Getreideeiweißen. Bei Kindern und Erwachsenen mit entsprechender genetischer Veranlagung führt die Aufnahme von glutenhaltigen Lebensmitteln zu einer Immunreaktion des Darms mit chronischer Entzündung und Rückbildung der Dünndarmzotten (Atrophie).
Zöliakie ist eine (bis dato) unheilbare Autoimmunerkrankung bei der der Körper allergisch-überempfindlich auf bestimmte Getreide-Eiweiße reagiert, dass eine ganze Reihe von Folgen nach sich zieht, besonders die Rückbildung der Darmzotten (Zottenatrophie). Durch die Zottenatrophie ist im oberen Dünndarm die Resorption von Nährstoffen und Mikronährstoffen (z.B. Eisen, B-Vitamine, Eiweiß, Kalzium, Zink, Kupfer) gestört. Dadurch resultiert ein vielfältiges, oft unspezifisches Symptombild, weshalb die Zöliakie auch als „Chamäleon der Gastroenterologie“ beschrieben wird.
Kennzeichnend für die Zöliakie ist nicht nur die strikte Diät, sondern auch das Muss einer absoluten Vermeidung. Das bedeutet, andere Teller, andere Rührgeräte, anderes Besteck usw. Hierbei handelt es sich nicht um ein Verhalten von „Helikoptereltern“, sondern ist für die Diät zwingend notwendig. Vergleichbar mit einem Nuss-Allergiker der strickt darauf achtet mit dem Allergen nicht in Berührung zu kommen.
Zöliakie vs. Glutenunverträglichkeit
Wichtig ist, die beiden Begriffe Zöliakie und Glutenunverträglichkeit nicht zu verwechseln. Nur etwa ein Prozent der Bevölkerung leidet unter der chronischen Dünndarmerkrankung Zöliakie und muss eine strikte glutenfreie Diät halten. Wesentlich mehr Menschen sind jedoch von der weniger stark ausgeprägten Glutenunverträglichkeit betroffen.
ergänzender Link: https://kiweno.com/de/hc/gluten-unvertraeglichkeit/
Thematisch ist die Zöliakie mit den CEDs artverwandt, wird aber (im Moment zumindest) nicht zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen gezählt.
CED-Patient*innen verzichten zudem häufig auf glutenhaltige Lebensmittel, um ihre Erkrankung und die zugehörigen Symptome zu kontrollieren.2 Führt der Verzehr von Gluten zu Beschwerden, könnte eine Zöliakie vorliegen, da diese Erkrankung häufig gemeinsam mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa auftritt: Die CED-Diagnose erhöht das Risiko für eine Zöliakie etwa um das Vierfache. Auch andersherum liegt bei vielen Zöliakie-Patient*innen eine CED vor – ihr CED-Risiko ist fast zehnfach erhöht.5 Hierbei handelt es sich nicht um eine Unverträglichkeit oder eine Allergie, sondern um eine chronische Autoimmunerkrankung: Das Klebereiweiß Gluten (ein Speicherprotein), welches sich in Getreidesorten wie u. a. Weizen, Dinkel und Gerste befindet, ruft im Dünndarm eine Immunreaktion hervor.5 Bereits geringe Mengen von Gluten können die Entzündungsprozesse hervorrufen und langfristig die Darmschleimhaut schädigen. Daher muss bei einer diagnostizierten Zöliakie lebenslang eine strikte glutenfreie Diät eingehalten werden
Quelle: https://www.ced-trotzdem-ich.de/nahrungsmittelunvertraeglichkeit-zoeliakie-ced
Und noch ein ergänzender Link: Zusammenhang zwischen CEDs und Zöliakie durch Forscher bestätigt
Die einzige Therapie ist eine strikte, lebenslange glutenfreie Ernährung – selbst winzige Spuren (z. B. Krümel) müssen vermieden werden. Zöliakie gehört zu den häufigsten Autoimmunerkrankungen weltweit. Die geschätzte Prävalenz liegt global bei etwa ca. 1 % der Bevölkerung – also etwa 1 von 100 Menschen.
Das Kind darf auch nicht mit kleinsten Krümeln oder Spuren (beispielsweise Mehlstaub) an seinen Schleimhäuten in Kontakt kommen. Es bringt darum meist eigene Speisen mit oder braucht sichere, glutenfreie Alternativen. Es darf nicht vom gemeinsam verwendeten Toaster, Brotbrett, Buttermesser etc. essen. Auch Bastelmaterialien können Gluten enthalten (z. B. Knete, Kleber).
Außenstehende – sie sehen den schwer erkrankten Darm der betreffenden Person freilich nicht – äußern nicht immer Verständnis und finden bisweilen, dass die betroffenen Eltern ihr Kind zu sehr verhätscheln. Uns liegt diese Aufklärung am Herzen, damit betroffene Familien leichter mit dieser starken Einschränkung der Alltags leben können. Die Broschüre ‚Zöliakie verstehen‘ kann (derzeit) kostenfrei runtergeladen und auch gerne verteilt werden.
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Zöliakie kann die Serotonin-Produktion, den Butyrat-Spiegel und das gesamte Darm-Nerven-System beeinflussen, was sich realistisch und deutlich auf Stimmung, Reizbarkeit und psychisches Gleichgewicht auswirken kann.
Quelle: vivere-aromapflege.de – Newsletter 23.01.26
Entzündungen sind eigentlich in unserem Körper da, auf einen Missstand aufmerksam zu machen, den Fokus darauf zu legen, und eigentlich diesen zu beheben und die Entzündung wieder abklingen zu lassen.
Normalerweise generiert unser Körper nicht nur entzündungsfördernde Stoffe, sondern ebenso Stoffe die die Entzündung wieder abheilen lassen. Auf vielfältige Weise (inkl. Cortisolgaben und NSAIDs) werden diese blockiert, werden chronisch und verlassen den Bereich für den sie eigentlich gedacht sind.
Nährstoffmangel ist bei den Zöliakie ein großes Thema, denn aufgrund der Durchfälle ist eigentlich grundsätzlich von einer Maldigestion, eher aber von einer Malabsorption auszugehen. Das heißt, dass wichtige Bestandteile aus der Nahrung weder verarbeitet noch überhaupt aufgenommen werden können. Auch wenn eine Obstipation (Verstopfung) vorliegt, anstatt einer Diarrhoe (Durchfall) ist dennoch die Nährstoffaufnahme gleich gestört. Der länger im Darm verbleibende Stuhl kann genauso nachteilige Zustände nach sich ziehen, wie bei Durchfällen. Bei Obstipation steigt das Darmkrebsrisiko und vor allem das Risiko eines Ileus (Darmverschluss).
Leider hat sich der Begriff Mangel hier ebenso wie bei den restlichen Gesundheitsthematiken nicht in dem Sinne durchgesetzt, wie ihn die Medizin versteht. Diese geht meist erst bei einem massiven Fehlen der entsprechenden Mikronährstoffe davon aus, diese substituieren zu müssen. Dabei werden sowohl die Regulationsprinzipien die in unserem Körper „den Körper am laufen halten“ ignoriert, als auch das gesamte Chronifizierungsprinzip. Der geneigte „Schulmediziner“ substituiert meist erst, wenn das Kind sprichwörtlich in den Brunnen gefallen ist und der Körper mehr oder weniger aus dem letzten Loch pfeift.
Neben vielen wichtigen Spurenelementen und Mikronährstoffen wie Eisen, Zink und Selen, ist Vitamin D, B-Vitamine und Omega3 die wichtigsten Punkte die ich hier in den Vordergrund stellen möchte.
Studien zu Omega3 haben gezeigt wie wichtig diese sind um silent inflammations in den Griff zu bekommen, und wie diese wiederum an diversen Stoffwechselprozessen regulierend wirken, genauso wie Vitamin D, dass streng genommen ein Halbhormon ist.
Daher empfehle ich die Substitution von Vitamin D Kapseln oder Öl, Omega 3, B-Vitaminen, Eisen, Zink und Magnesium.
Ein empfehlenswertes Kombi-Präparat wäre Histabalance von nadarra.eu
Histabalance enthält eine Kombination aus Vitamin C, Zink, L-Glutamin, L-Methionin, B-Vitaminen, Kupfer und Quercetin.
Ein ganz großes Thema bei Entzündungen ist Weihrauch, besonders die Boswelliasäuren, die nur in den Extrakten des Weihrauchharzes zu finden sind, nicht im ätherischen Öl. In Studien hat sich gezeigt, dass die Boswelliasäuren (es gibt verschiedene) im Vergleich zu Cortisol oder NSAIDs zwar an der Entzündungskaskade ebenso „zu schaffen machen“ aber regulativ eingreifen, ohne die körpereigenen Enzyme zu behindern die die Entzündung auch wieder abheilen lassen. Die AKBA (eine der wirksamsten Boswelliasäuren) baut sogar ein zuvor entzündungsauslösendes Enzym um, in eines das Entzündungen abheilen lässt.
Empfehlenswertes Produkt sind diese BoswelliaSan Kapseln. – Hier muss natürlich jeder selbst die Verträglichkeit testen. Ich erinnere mich noch wie eine Freundin mir einmal vor Jahren sagt, dass sie Weihrauch-Kapseln probiert hätte, und diese sich mit ihrer Colitis nicht vertragen hätten. Unklar war ob diese überhaupt echten Weihrauch enthielten (es wird viel gefälscht und gepanscht), daher hier die beiden Empfehlungen an vertrauenswürdige Hersteller.
Bromelain, dass Ananasenzympräparat macht im Moment auch bei entzündlichen Prozessen Rund um CEDs, Arthrose und Rheuma von sich reden. Dabei kann es ebenso zu Durchfällen führen – da muss man schauen wie man es verträgt. Ebenso die Einnahme mit anderen Medikamenten sollte um 30min verzögert werden.
Sollte es Cistrose als Kapsel geben, wäre diese zu favorisieren. Bis dahin haben sich Kapseln mit Eucalyptus ebenso als hilfreich erwiesen.
Die innere Einnahme von Melissenhydrolat hat bei Reizdarm, genauso wie bei CEDs Wirkung gezeigt. Eine Besserung wurde nach 3 Tagen der Einnahme von 1 EL Melissenhydrolat beschrieben. Daher erwähne ich das hier bei Zöliakie ebenso.
Eine äußerliche Einreibung einer Öl-Mischung in Johanniskraut- und Arnika-Mazerat dürfte gute Dienste leisten. Denkbare ätherische Öle darin gemischt sind Kanuka, Majoran, Melisse 30% in Lavendel (Primavera), Weihrauch indisch, Narde, Fragonia, Elemi, Rose destilliert.
Auch eines der praktischen Mundsprays von Phylak Sachsen kann man ergänzend anwenden. Exemplarisch hier PS Mischung 645.1, noch zwei weitere Varianten 645.0 und 645.2 sind zum Thema chronisch entzündliche Darmerkrankungen verfügbar. Die PS Mischung 659 wird bei Intoleranz bei Gluten und Milchprodukten betitelt.
Die Schüßler-Salze empfehlen Nr. 7, Nr. 8 und Nr. 19. Denkbar sind noch andere.
Als Gemmomazerate werden Preiselbeere, Silberlinde, Feigenbaum, Libanonzeder, Hainbuche, schwarze Johannisbeere, Moorbirke und Schwarzerle empfohlen. Die kann man entweder hier, oder hier beziehen.
Folgende Ceres Präparate wären denkbar: Salvia Urtinktur, Chamomilla Urtinktur und Allium ursinum Urtinktur
Einen Selbsttest für zu Hause findet man bei der Central Apotheke Leipzig: https://shop.central-apotheke-leipzig.de/gluten-alarm-selbsttest-fuer-zuhause-kopie.html – bitte die Beschreibung beachten!
Podcast Empfehlung:
Nochmal der Link zu der wunderbar gestalteten Broschüre: „Zöliakie verstehen„
ergänzender Link: deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V.
ergänzender Link: deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. – Zöliakiegruppen finden
ergänzender Link: globuli.de – Chronische Darmbeschwerden und Homöopathie
ergänzender Link: homöopathie-beratung.com – Zöliakie
ergänzender Link: zöliakie-austausch.de
ergänzender Link: Zöliakie sichtbar machen
ergänzender Link: kiweno.com – Zöliakie
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