{"id":876,"date":"2022-05-11T11:12:06","date_gmt":"2022-05-11T10:12:06","guid":{"rendered":"https:\/\/grauer-magier.de\/?p=876"},"modified":"2025-11-11T10:00:27","modified_gmt":"2025-11-11T09:00:27","slug":"kraeuter-kraeutermedizin-phytotherapie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.grauer-magier.de\/?p=876","title":{"rendered":"Kr\u00e4uter, Kr\u00e4utermedizin, Heilpflanzenkunde, Phytotherapie"},"content":{"rendered":"\n<p>Bis zum heutigen Tage genie\u00dfen Kr\u00e4uter, Tees, Aufg\u00fcsse, Kr\u00e4uterstempel, Kr\u00e4uterpackungen uva. gro\u00dfes Ansehen in der Bev\u00f6lkerung. Wohl muss man sagen, dass die letzten 200 Jahre ein deutlicher Einbruch zu verzeichnen war. Zumindest bei &#8222;uns&#8220; im Westen. Das Ayurveda und die TCM (traditionelle chinesische Medizin) sind davon nicht betroffen gewesen, und haben vielleicht auf ihre Weise dazu beigetragen, dass Kr\u00e4uter weiterhin einen hohen Stellenwert einnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>In Zeiten, in denen Stress, Umweltbelastungen, Fast Food, und viele andere Faktoren immer mehr ins Bewusstsein r\u00fcckten, sehnten sich die Menschen in den Industrienationen nach einer komplement\u00e4ren Erg\u00e4nzung, wenn nicht sogar nach einer Alternative zu herk\u00f6mmlicher Ern\u00e4hrung, chemisch-synthetischer Behandlung, und hin zu einer mehr naturverbundenen Art zu Leben und zu Heilen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Phytotherapie, die Pflanzenheilkunde, nimmt dabei einen wichtigen Teil ein. Denn Pflanzen mit ihren Eigenschaften sich in ein \u00d6kosystem einzuf\u00fcgen, und sich auf ihre Weise eine harmonische Nische zu sichern erweckt einen harmonisierenden Eindruck. Dass es nicht immer so harmonisch zu geht, zeigen die Pflanzen die durch Klimawandel und &#8222;ausb\u00fcchsen aus den G\u00e4rten&#8220; als Neophyten in eine \u00f6kologische Umgebung gelangen, auf die diese nicht vorbereitet ist. Also wenn einheimische Pflanzen, die zum Beispiel weniger schnell wachsen, von anderen verdr\u00e4ngt werden, die aus Indien, China oder anderen Teilen der Erde &#8222;eingeschleppt&#8220; wurden.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pflanzenarzneien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Synthetisierung und Isolation bestimmter Inhaltsstoffe hat die moderne Medizin gepr\u00e4gt, und gleichzeitig zeigt sich darin auch die Beschr\u00e4nktheit und Gefahr selbiger. Sieht man zum Beispiel sich das Thema Antibiotika an, so bewegen wir uns mit Lichtgeschwindigkeit auf eine h\u00f6chst bedrohliche Situation zu, wenn gewisse Erreger gegen alle 4 Antibiotika-Gruppen resistent werden, und diese Resistenzen vielleicht sogar an andere Bakterien weitergeben. Dem unverantwortlichen Gebrauch mit Antibiotika in Veterin\u00e4r- und Humanmedizin, stellt uns die n\u00e4chsten Jahre vor immense Herausforderungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Pflanzliche Extrakte, die in ihrer Komplexit\u00e4t kaum zu reproduzieren sind, k\u00f6nnten der Silberstreif am Horizont f\u00fcr uns sein. Besonders das Thema \u00e4therische \u00d6le sei hierzu erw\u00e4hnt. Und \u00e4therische \u00d6le, wenn auch in geringer Konzentration, Teil der Pflanze. Wieso ist dann einen Tee aufbr\u00fchen noch keine Aromatherapie? Die Konzentration im Vergleich l\u00e4sst sich mit 1000stel bis millionstel vergleichen. Man braucht f\u00fcr 1L Rosen\u00f6l ca. 1 Tonne Rosenbl\u00fctenbl\u00e4tter. Das was wir als Tee aufgie\u00dfen hat also schon Mengenm\u00e4\u00dfig bei weitem nicht dasselbe Wirkporfolio wie die \u00e4therischen \u00d6le, aber in diesem, man m\u00f6chte fast hom\u00f6opathischen Mass, eine wohltuende Wirkung. Wer kennt es nicht, dass man bei Magen-Darm-Beschwerden einen Fenchel-Anis-K\u00fcmmel-Tee zubereitet?! Die darin enthaltenen \u00e4therischen \u00d6le, mit vielen anderen Wirkstoffen, werden durch das hei\u00dfe Wasser gel\u00f6st und von uns getrunken, mit nachweisbarer Wirkung.<\/p>\n\n\n\n<p>In der heimischen Hausapotheke finden sich bestimmt bei den meisten mindestens Tee&#8217;s, wenn nicht sogar einige andere pflanzliche Heilmittel. Sei es die Arnika-Salbe, Schwedenbitter, Blutwurzel-Tinktur, Beinwell-Salbe etc. Im h\u00e4uslichen Umfeld, haben sich diverse Pflanzenheilmittel bew\u00e4hrt und werden \u00fcber Generationen weitergegeben, empfohlen und angewendet.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Schulmedizin finden immerhin noch rund 500 Kr\u00e4uter Verwendung, wenn auch ganze Pflanzen nur selten in Gebrauch sind. Vielmehr liefern die Kr\u00e4uter das Ausgangsmaterial f\u00fcr die Isolierung oder Synthese konventioneller Medikamente. So wurde das als Herzmittel verwendete Digoxin aus dem Roten Fingerhut (<em>Digitalis purpurea<\/em>) gewonnen, und die Antibabypille synthetisierte man mit Hilfe von Substanzen, die aus der Yamswurzel (<em>Dioscorea villosa<\/em>) stammten.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Wirkungsweise von Heilpflanzen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Wirkungsweise l\u00e4sst sich am ehesten beschreiben, wenn man sich die Pflanze als Ganzes und Ganzheitlich vorstellt. So wie in unserem K\u00f6rper Prozesse so gut wie nie isoliert ablaufen, und fast alles systemisch verbunden ist, ist das bei den Pflanzen ebenso der Fall. In einer Pflanze gibt es nicht nur einen Wirkstoff, sondern viele, die von vielen weiteren Stoffen erg\u00e4nzt, gepuffert aber auch gemindert werden k\u00f6nnen. Das zeigt das gro\u00dfe Wirkprofil einer Heilpflanze, genauso wie ihre individuelle Wirkung auf den Organismus. So wie Witterung, Bodenbeschaffenheit und viele andere Faktoren daf\u00fcr verantwortlich sind, wie gesund und wirkstoffreich eine Pflanze sein kann, so gibt es ebenso bei unserem Organismus viele Rezpetoren an denen Wirkstoffe andocken und ihre Wirkung entfalten k\u00f6nnen, oder auch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus pharmazeutischer Sicht, Medikamente herzustellen die bei dem Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung &#8222;gleich&#8220; (nicht zeitlich sondern qualitativ) wirken, muss dieser individuelle Wirkungsmechanismus quasi von der Zielsetzung her herausgefiltert werden. Das dies allerdings oft auf Kosten von Vertr\u00e4glichkeit geht, und die Nebenwirkungen weitaus gravierender machen k\u00f6nnen als dies bei der Einnahme der gesamten Pflanze der Fall w\u00e4re ist offensichtlich.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Die Schulmedizin ist in der Lage, gef\u00e4hrliche Infektionen zu bek\u00e4mpfen oder bestimmte Lebensfunktionen auch dann noch aufrecht zu erhalten, wenn andere Behandlungsmethoden versagen. Moderne Operationstechniken wie die Mikrochirurgie und die plastische Chirurgie sowie der ganze Bereich der Diagnosehilfen und der heute verf\u00fcgbaren Apparatemedizin erh\u00f6hen die Chancen einer Gesundung nach ernsthaften Krankheiten oder Verletzungen betr\u00e4chtlich.<\/p>\n<cite><a href=\"https:\/\/amzn.to\/3kHOadw\">Andrew Chevallier &#8211; Die BLV Enzyklop\u00e4die der Heilpflanzen<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Das sind ohne Zweifel ganz offensichtlich die Leistungen der konventionellen Schulmedizin.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wirkweise von Kr\u00e4utermedizin entfaltet sich eher bei chronischen Erkrankungen, und\/oder bei akuten kleineren Beschwerden, und bietet damit einen wichtigen Vorlauf bevor zu synthetisch-chemischen Mitteln oder chirurgischen Ma\u00dfnahmen gegriffen werden sollte\/muss. Oder einen wichtigen begleitenden Behandlungsaspekt bei chronischen Erkrankungen. Denn so wie die Kr\u00e4utermedizin die Pflanze ganzheitlich betrachtet, so betrachtet sie den Menschen ebenso ganzheitlich. Rudolf Steiner bezeichnete den Menschen aus anthroposophischer Sicht als umgekehrte Pflanze. Die Abl\u00e4ufe die beim Menschen im Kopf und Nervensystem ablaufen, sind denen im Wurzelstock der Pflanze sehr \u00e4hnlich, w\u00e4hrend die Fortpflanzung in H\u00fcfth\u00f6he geregelt wird, bei den Pflanzen meistens \u00fcber Samen aus der Bl\u00fcte. Besonders \u00fcber die Signaturenlehre lassen sich viele R\u00fcckschl\u00fcsse \u00fcber die Wirkweise bei Pflanzen auf den menschlichen Organismus schlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die richtige Verwendung von Kr\u00e4utern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die meisten der gebr\u00e4uchlichen Heilpflanzen lassen sich gefahrlos nutzen. Einige k\u00f6nnen jedoch Nebenwirkungen zeigen, so dass sie, wie alle Arzneimittel, mit Vorsicht angewendet werden m\u00fcssen. Um nachteilige gesundheitliche Folgen zu vermeiden, sollte man bestimmte Pflanzen auf keinen Fall ohne Anleitung eines erfahrenen Pflanzenheilkundlers verwenden. Wenn eine Kr\u00e4uterarznei vorschriftsm\u00e4\u00dfig angewendet wird, ist die Wahrscheinlichkeit gef\u00e4hrlicher Nebenwirkungen allerdings sehr gering. Besonders die Anwendung von Kr\u00e4utern die aus belasteten Anbaugebieten kommen, bergen ein gro\u00dfes Gesundheitsrisiko. Ein Abkochen reicht daf\u00fcr nicht aus.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Komplexe Naturarzneien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie erw\u00e4hnt, ist eine Heilpflanze keine \u00bbWunderdroge\u00ab mit einer einzigen Wirkung, sondern eine komplexe nat\u00fcrliche Arznei, die sich aus vielen wirksamen Bestandteilen f\u00fcr verschiedene Organe zusammensetzt. Und durch wissenschaftliche Untersuchung der Inhaltsstoffe, durch klinische Beobachtung und durch das traditionelle Wissen \u00fcber die Nutzung der Pflanzen kann es uns gelingen, ein abgerundetes Bild \u00fcber die medizinische Verwendungen eines jeden Heilkrauts zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Die Wirkstoffe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die medizinischen Wirkstoffe einiger Pflanzen sind gut bekannt. Die Wirkstoffe wurden dagegen erst vor relativ kurzer Zeit isoliert und untersucht. Und eine gewisse Kenntnis dieser Inhaltsstoffe kann durchaus zum Verst\u00e4ndnis ihrer Wirkungsweise im K\u00f6rper beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schleime<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Viele Pflanzen enthalten aus langkettigen Zuckermolek\u00fclen (Polysacchariden) aufgebaute Schleime, die leicht Wasser aufnehmen und dabei zu einer klebrigen, kolloidalen Masse werden. Diese h\u00fcllen die Schleimh\u00e4ute des Verdauungstrakts ein und sch\u00fctzen sie so vor reizenden und entz\u00fcndlichen Stoffen. Die lindernde und sch\u00fctzende Wirkung der Schleime scheint aber auch auf andere Bereiche zuzutreffen, beispielsweise auf Rachenschleimh\u00e4ute, Lunge, Nieren und Harnwege.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Phenole<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In diese Gruppe chemischer Substanzen geh\u00f6rt z.B. die Salicyls\u00e4ure, der nat\u00fcrliche Vorl\u00e4ufer des Aspirins. Ein anderes Phenol ist Thymol, ein Inhaltsstoff des Thymians (<em>Thymus vulgaris<\/em>). Innerlich angewendet, wirken Phenole antiseptisch, also entz\u00fcndungshemmend; bei \u00e4u\u00dferer Anwendung kommt es dagegen zu Hautreizungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gerbstoffe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gerbstoffe kommen &#8211; in unterschiedlicher Konzentration &#8211; in allen Pflanzen vor. In Rinde oder Bl\u00e4tter eingelagert, verleihen sie diesen Pflanzenteilen einen unangenehmen, scharfen Geschmack und schrecken dadurch Insekten und Weidetiere ab. Gerbstoffe ziehen das K\u00f6rpergewebe zusammen, so dass man sie auch zum Gerben von Leder nutzt. Therapeutisch angewendet, wirken sie ebenfalls und verbessern so den Widerstand gegen Infektion.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Cumarine<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die verschiedensten Cumarine, die in vielen Pflanzen zu finden sind, haben h\u00e4ufig recht unterschiedliche Wirkungen. Das Cumarin des Steinklees (<em>Melilotus officinalis<\/em>) verd\u00fcnnt das Blut, w\u00e4hrend die Furanocumarine des Selleries (<em>Apium graveolens<\/em>) in Sonnenschutzmitteln zur Anwendung kommen. Das im Zahnstocherkraut (<em>Ammi visnaga<\/em>) enthaltene Khellin ist dagegen ein wirksames Relaxans f\u00fcr die glatte Muskulatur (besonders auf die Lunge).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anthrachinone<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Anthrachinone sin die&nbsp; Hauptwirkstoffe in Pflanzen wie Kassie (<em>Cassia senna<\/em>) und Medizinalrhabarber (<em>Rheum palmatum<\/em>), die beide bei Verstopfung verwendet werden. Anthrachinone haben stark abf\u00fchrende Wirkung, da sie Kontraktionen der Dickdarmwand verursachen, so dass etwa 10 Stunden nach Einnahme der Stuhlgang einsetzt. Au\u00dferdem machen sie den Stuhl weicher und erleichtern dadurch die Darmt\u00e4tigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Flavonoide<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Flavonoide haben ein breites Wirkungsspektrum und sind in vielen Pflanzen enthalten. Sie wirken entz\u00fcndungshemmend und sorgen f\u00fcr einen gesunden Kreislauf. So st\u00e4rkt beispielsweise Rutin, ein Flavonoid des Buchweizens (<em>Fagopyrum esculentum<\/em>) oder der Zitrone (<em>Cirtus limon<\/em>) die W\u00e4nde der Kapillargef\u00e4\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anthocyane<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Farbstoffe, denen Bl\u00fcten und Fr\u00fcchte ihre blauen, purpurfarbenen oder roten Fr\u00fcchte verdanken, helfen, die Blutgef\u00e4\u00dfe gesund zu halten. Brombeeren (<em>Rubus fruticosus<\/em>) und Weintrauben (<em>Vitis vinifera<\/em>) enthalten betr\u00e4chtliche Mengen an Anthocyanen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Glucosinolate<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Glucosinolate sind haupts\u00e4chlich in Senfpflanzen enthalten. Sie wirken hautreizend und verursachen Entz\u00fcndungen und Blasen. Bringt man sie in Form von Umschl\u00e4gen auf schmerzende Gelenke, steigern sie den Blutfluss in dem betroffenen Bereich und sorgen daf\u00fcr, dass sich dort keine Abfallprodukte ablagern (ein mitentscheidender Faktor bei Gelenksbeschwerden). Glucosinolate setzen au\u00dferdem die Schilddr\u00fcsenfunktion herab. Betr\u00e4chtliche Mengen dieser Substanzen sind in Radieschen bzw. Rettich (<em>Raphanus sativus<\/em>) und im Wei\u00dfen Senf (<em>Sinapis alba<\/em>) enthalten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00c4therische \u00d6le<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die durch Wasserdampfdestillation gewonnenen \u00e4therischen \u00d6le geh\u00f6ren zu den wichtigsten pflanzlichen Inhaltsstoffen. So enth\u00e4lt der Teebaum (<em>Melaleuca alternifolia<\/em>) z.B. \u00fcber 60 verschiedene dieser fl\u00fcchtigen Verbindungen, von denen viele stark antiseptische Wirkungen besitzen. Einige \u00e4therische \u00d6le, beispielsweise die der Echten Kamille (<em>Chamomilla recutita<\/em>), enthalten Sesquiterpene, etwa Azulen-Derivate, die eine entz\u00fcndungshemmende Wirkung haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Saponine<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Saponine werden nach ihrem chemischen Grundger\u00fcst in zwei Gruppen unterteilt: Triteroensapogenine und Steroidsapogenine. Letztere verdanken ihren Namen der \u00c4hnlichkeit mit den Steroidhormonen des menschlichen K\u00f6rpers. Viele Pflanzen mit Steroidsapogeninen beispielsweise das bekannte S\u00fc\u00dfholz (<em>Glycyrrhiza glabra<\/em>), zeigen in der Anwendung eine deutlich hormonelle Aktivit\u00e4t. Triterpensapogenine, beispielsweise aus der Schl\u00fcsselblume (<em>Primula veris<\/em>), sind oft starke Expektoranzien und k\u00f6nnen au\u00dferdem die Aufnahme von N\u00e4hrstoffen erleichtern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Herzglykoside<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Herzglykoside kommen in verschiedenen Heilpflanzen vor, von denen der weit verbreitete Rote Fingerhut (<em>Digitalis purpurea<\/em>), der Gelbe Fingerhut (<em>Digitalis lutea<\/em>) und der Wollige Fingerhut (<em>Digitalis lanata<\/em>) die bekanntesten sind. Herzglykoside wie Digitoxin, Digoxin und Gitoxin haben ein starke Wirkung auf das Herz, indem sie seine Aktivit\u00e4t steigern oder, wenn n\u00f6tig, die Kontraktionskraft erh\u00f6hen. Herzglykoside wirken aber auch harntreibend und sorgen daf\u00fcr, dass Fl\u00fcssigkeit aus dem Gewebe und dem Kreislaufsystem in den Harntrakt \u00fcberf\u00fchrt wird, was wiederum zu einer Blutdrucksteigerung f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Cyanglykoside<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl diese Glykoside den stark giftigen Cyaniden \u00e4hneln, haben sie in kleinen Dosen eine deutlich beruhigende und entspannende Wirkung auf Herz und Muskeln. Cyanglykoside sind in der Rinde der Sp\u00e4tbl\u00fchenden Traubenkirsche (<em>Prunus seotina<\/em>) und dem Schwarzen Holunder (<em>Sambucus nigra<\/em>) enthalten und tragen zur F\u00e4higkeit dieser Pflanzen bei, Reizhusten zu lindern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vitamine<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Einige Pflanzen enthalten betr\u00e4chtliche Mengen an Vitaminen. So besitzt die Brunnenkresse (<em>Nasturtium officinale<\/em>) sehr viel Vitamin E, w\u00e4hrend die Hagebutten der Hundsrose (<em>Rosa cania<\/em>) betr\u00e4chtliche Mengen an Vitamin C enthalten. Die meisten anderen Heilpflanzen weisen zumindest ein paar Vitamine auf, die, selbst wenn die Mengen gering sind, dennoch zur Deckung des t\u00e4glichen Bedarfs beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bitterstoffe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bitterstoffe sind eine recht heterogene Gruppe von Substanzen, die allein ihr bitterer Geschmack verbindet. Bitterstoffe regen die Sekretion der Speicheldr\u00fcsen und Verdauungsorgane an, so dass es zu einer deutlichen Verbesserung des Appetits und zu einer St\u00e4rkung des Verdauungstrakts kommt. Das f\u00fchrt wiederum zu einer verbesserten Verdauung und N\u00e4hrstoffaufnahme und damit zu einer optimaleren Versorgung des K\u00f6rpers. Es gibt viele Kr\u00e4uter mit bitteren Inhaltsstoffen, beispielsweise den Wermut (<em>Artemisla absinthium<\/em>) und das Chirettakraut (<em>Swertia chirata<\/em>).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alkaloide<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Alkaloide sind eine Gruppe stickstoffhaltiger Substanzen, denen die Aminogruppe (-NH2) pharmakologische Aktivit\u00e4t verleiht. Einige Alkaloide bilden die Grundlage bekannter Arzneien mit erprobter therapeutischer Wirkung. So wird z.B. das Krebsmittel Vincristin aus dem tropischen Immergr\u00fcn (<em>Catharanthus roseus<\/em>) gewonnen. Andere Alkaloide, etwa das Atropin aus der t\u00f6dlich giftigen Tollkirsche (<em>Atropa belladonna<\/em>), haben eine direkte Wirkung auf den K\u00f6rper, lindern z.B. Kr\u00e4mpfe und Schmerzen und vermindern K\u00f6rpersekretionen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mineralstoffe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Einige Heilkr\u00e4uter sind besonders reich an Mineralien, etwa der Ackerschachtelhalm (<em>Equisetum arvense<\/em>), der einen hohen Anteil Kiesels\u00e4ure enth\u00e4lt. Der L\u00f6wenzahn (<em>Taraxacum officinale<\/em>) weist dagegen gro\u00dfe Mengen an Kalium auf und kann so, im Gegensatz zu anderen Diuretika, die dieses Mineral aus dem K\u00f6rper schwemmen, einen hohen Kaliumspiegel aufrecht erhalten. Viele Pflanzen mit besonders hohen Konzentrationen einzelner Minerale werden allein aufgrund dieser Eigenschaft verwendet. Andere Kr\u00e4uter tragen nur zur allgemeinen Deckung des Mineralstoffbedarfs bei.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>erg\u00e4nzende Links:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.stintmed.de\/heilpflanzen\/\">https:\/\/www.sti<\/a><a href=\"https:\/\/www.stintmed.de\/heilpflanzen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">n<\/a><a href=\"https:\/\/www.stintmed.de\/heilpflanzen\/\">tmed.de\/heilpflanzen\/<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.stintmed.de\/natuerliches-antibiotikum\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.stintmed.de\/natuerliches-antibiotikum\/<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/heilpflanzenschule.de\/\">https:\/\/heilpflanzenschule.de\/<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>weiterf\u00fchrende Literatur:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/amzn.to\/3kHOadw\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Andrew Chevallier &#8211; Die BLV Enzyklop\u00e4die der Heilpflanzen<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/amzn.to\/3P0KSjv\" target=\"_blank\">Susanne Fischer-Rizzi &#8211; Medizin der Erde<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/amzn.to\/3wgRCBv\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Christian R\u00e4tsch,&nbsp;Claudia M\u00fcller-Ebeling,&nbsp;Wolf-Dieter Storl&nbsp;&#8211; Hexenmedizin<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/amzn.to\/38iSGg9\" target=\"_blank\">Scott Cunningham &#8211; Enzyklop\u00e4die der magischen Kr\u00e4uter<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/amzn.to\/38gpOVY\" target=\"_blank\">Ute York &#8211; Mondmagie und Liebeszauber<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis zum heutigen Tage genie\u00dfen Kr\u00e4uter, Tees, Aufg\u00fcsse, Kr\u00e4uterstempel, Kr\u00e4uterpackungen uva. gro\u00dfes Ansehen in der Bev\u00f6lkerung. 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