{"id":6318,"date":"2026-10-06T10:46:05","date_gmt":"2026-10-06T09:46:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.grauer-magier.de\/?p=6318"},"modified":"2026-10-06T10:46:06","modified_gmt":"2026-10-06T09:46:06","slug":"invasive-pflanzen-und-tiere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.grauer-magier.de\/?p=6318","title":{"rendered":"Invasive Pflanzen und Tiere"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So wie die Rhythmik und Balance in unserem Organismus (inkl. Geist und Seele) eine zentrale Rolle spielt, so tun sie das auch im \u00fcbertragenen Sinne in unserem \u00d6kosystem. Wirbellose Tiere, Insekten, V\u00f6gel, S\u00e4ugetiere von klein bis gro\u00df, genauso aber auch Pflanzen und Pilze, sind \u00f6kologisch verschr\u00e4nkt, besetzen entsprechend vorhandene Nischen und schaffen mit ihrer Vielfalt und Regulation der Population das, was wir unter Biodiversit\u00e4t verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Artenvielfalt wird schon allein durch das Eingreifen des Menschen bei Fl\u00e4chenversiegelung, Steing\u00e4rten statt Bl\u00fchwiese, M\u00e4h- und Schneideverhalten, Pflanzen- und Insektengift, bis hin zu dem Ordnungswahn den manche in ihrem Garten an den Tag legen, beeinflusst. Der Druck, durch Mangel an Nahrungsangebot, der die gesamte darauffolgende Nahrungskette beeinflusst, wird immer gr\u00f6\u00dfer. Dazu z\u00e4hlt dann auch das Konkurrenzverhalten durch Massentierhaltung, dem Monokulturanbau und der damit auch verbundenen Pesti- und Herbizidverwendung in der Landwirtschaft. Die Zusammenh\u00e4nge des \u00d6kosystems, und leider ebenso die Zusammenh\u00e4nge wenn in dieses eingegriffen wird, sind fast un-fassbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Klimawandel beschleunigt dies noch um ein Vielfaches, wenn D\u00fcrreperioden sich immer weiter ausdehnen, die allgemeine Temperatur steigt, unausgeglichen Starkregen herabf\u00e4llt, begradigte Fl\u00fcsse \u00fcber die Ufer treten und Bodenerosion auf dem Zukunftsplan steht. Pflanzen und Tiere, wie zum Beispiel aus S\u00fcdeuropa, die sich mit Trockenheit und Hitze besser angepasst haben, wandern nach Mittel- und Nordeuropa, und verdr\u00e4ngen einheimische Arten. Die Welt ger\u00e4t aus den Fugen &#8211; sie verliert immer mehr ihre Balance und Rhythmik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Tierarten wandern, um sich erfolgreich fortzupflanzen und wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben. Daher ist es ganz normal, dass Tiere und Pflanzen neue Lebensr\u00e4ume besiedeln. Diese F\u00e4higkeit wird auch angesichts des Klimawandels zur Erhaltung von Arten immer wichtiger werden.<strong>&nbsp;Organismen wandern allerdings normalerweise lokal, meist \u00fcber kurze Distanzen in Gebiete mit \u00e4hnlichen Bedingungen, wobei Meere und Gebirge seit jeher nat\u00fcrliche Barrieren bilden.<\/strong>&nbsp;Diese sind f\u00fcr die meisten Arten un\u00fcberwindbar und grenzen verschiedene Lebensr\u00e4ume voneinander ab \u2013 w\u00e4re da nicht der Mensch. Er hilft vielen Tierarten bewusst oder unbewusst beim Wandern und bringt sogenannte invasive Arten in neue Lebensr\u00e4ume.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vor allem durch Schifffahrt und Flugverkehr k\u00f6nnen gro\u00dfe Distanzen in kurzer Zeit spielerisch \u00fcberwunden werden, und immer mehr Tier- und Pflanzenarten werden aus ihrem nat\u00fcrlichen Verbreitungsgebiet an weit entfernte Orte gebracht,<\/strong>\u00a0in die sie von selbst gar nicht gelangen k\u00f6nnten. Dies geschieht manchmal unbewusst, h\u00e4ufig werden sie aber auch aktiv durch den Mensch transportiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Viele dieser Arten haben unerw\u00fcnschte Auswirkungen auf ihren neuen Lebensraum sowie die dort heimischen Arten und breiten sich rasant und massenhaft aus. Sie werden als invasive Arten bezeichnet, die die biologische Vielfalt und die heimischen \u00d6kosysteme gef\u00e4hrden und weltweit Sch\u00e4den in Milliardenh\u00f6he verursachen.<\/strong> Der IPBES-Bericht zu invasiven Arten zeigte auf, dass bei mindestens 60 Prozent der ausgerotteten Pflanzen- und Tierarten invasive Arten eine entscheiden Rolle spielten. <strong>Bei 16 Prozent sind invasive Arten sogar die einzige Ursache f\u00fcr die Ausrottung heimischer Arten.<\/strong> Dar\u00fcber hinaus zeigt der Bericht auf, dass sich die globalen Kosten f\u00fcr negativen Auswirkungen, Pr\u00e4vention und Management invasiver Arten 2019 auf \u00fcber 423 Milliarden USD beliefen. Allein in der EU beliefen sich die finanziellen Sch\u00e4den durch invasive Arten zwischen 1960 und 2020 auf mindestens 116,61 Milliarden Euro, Tendenz stark steigend.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Invasive Arten<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Definition<\/strong>: eine Art, die in fremdem Gebiet \u00fcberlebt und sich fortpflanzt<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Ursachen<\/strong>: weltweiter Warenverkehr; Fernreisen; Handel mit exotischen Haustieren; [absichtliches und unabsichtliches Aussetzen fremder Tier- und Pflanzenarten in unserem \u00d6kosystem; Klimawandel]<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Gefahr<\/strong>: Sch\u00e4digung der nat\u00fcrlich vorkommenden \u00d6kosysteme; Verdr\u00e4ngung einheimischer Arten; gesundheitliche Bedrohung f\u00fcr Menschen und Tiere<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.prowildlife.de\/aktuelles\/hintergrund\/invasive-arten-in-deutschland\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.prowildlife.de\/aktuelles\/hintergrund\/invasive-arten-in-deutschland\/<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch nicht alle Neophyten und Neozoen sind gleichzeitig auch invasiv. Eine eingeschleppte Art gilt nur dann als invasiv, wenn sie\u00a0sich im neuen Gebiet fest etabliert hat und <strong>einheimische Arten und \u00d6kosysteme bedroht<\/strong>. Laut <strong>IPBES-Bericht gibt es weltweit mehr als 37.000 gebietsfremde Arten<\/strong> \u2013 mehr als <strong>3.500 davon sind invasiv<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.wwf.de\/themen-projekte\/artensterben\/invasive-arten\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.wwf.de\/themen-projekte\/artensterben\/invasive-arten<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sch\u00e4tzungsweise eine von 1000 gebietsfremder Arten entwickelt sich zum Problem f\u00fcr unsere Natur: Sie sind oft robuster gegen Umwelteinfl\u00fcsse, pflanzen sich schneller fort und bringen eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl an Nachkommen hervor. Au\u00dferdem haben gebietsfremde Arten oftmals <strong>keine nat\u00fcrlichen Fressfeinde<\/strong> in ihrer neuen Heimat. Dadurch breiten sie sich schnell aus und verdr\u00e4ngen heimische Arten. Neben den &#8222;sichtbaren\u201c Arten werden auch Krankheitserreger wie Viren, Bakterien und Pilze eingeschleppt, die f\u00fcr gebietsheimische Arten gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Asiatische Hornisse breitet sich weiter aus<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den letzten Jahren hat sich die Asiatische Hornisse in Baden-W\u00fcrttemberg weiter ausgebreitet. Vom Sommer bis in den Herbst hinein werden inzwischen fast t\u00e4glich einzelne Tiere und Nester gemeldet. Die Zahl der Sichtungen und Nestmeldungen hat drastisch zugenommen. Gingen zwischen 2014 und 2022 j\u00e4hrlich nur vereinzelte Meldungen bei den zust\u00e4ndigen Regierungspr\u00e4sidien ein, waren es allein im Jahr 2023 schon 550 Nestmeldungen. Grund f\u00fcr den Anstieg war unter anderem die im Jahr 2023 eigens daf\u00fcr eingerichtete <a href=\"https:\/\/www.lubw.baden-wuerttemberg.de\/natur-und-landschaft\/asiatische-hornisse-melden\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meldeplattform<\/a>. Hier gingen im ersten Jahr rund 2500 verifizierte Meldungen zu Einzeltieren und Nestern ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Asiatische Hornisse ben\u00f6tigt f\u00fcr die Aufzucht ihrer Larven proteinreiche Nahrung, die sie vor allem in Form von Fluginsekten erbeutet. Dabei k\u00f6nnen im Sp\u00e4tsommer Honigbienen einen Gro\u00dfteil der Nahrung darstellen. Dies kann in Einzelf\u00e4llen insbesondere f\u00fcr geschw\u00e4chte Bienenv\u00f6lker kritisch werden, weshalb Imker die Ausbreitung mit Sorge beobachten. Gr\u00f6\u00dfere Sch\u00e4den in der Imkerei sind bisher allerdings nicht bekannt. Inwieweit heimische wildlebende Arten, wie zum Beispiel Wildbienen, von der Asiatischen Hornisse erheblich beeintr\u00e4chtigt werden, kann noch nicht beurteilt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: <a href=\"https:\/\/umweltportal.baden-wuerttemberg.de\/umweltdaten-bericht-2024\/invasive-arten\">https:\/\/umweltportal.baden-wuerttemberg.de\/umweltdaten-bericht-2024\/invasive-arten<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inzwischen kann man sagen, dass die asiatische Hornisse bei den einheimischen Insekten inkl. Wildbienen erheblichen Schaden anrichtet &#8211; das Artensterben ist in den &#8222;Hyperdrive&#8220; gewechselt. Die meisten Imker reagieren mit einer Aufstockung ihrer Bienenv\u00f6lker, was erneut zu einem problematischen Kreislauf an Nahrungsknappheit f\u00fcr Wildbienen f\u00fchrt. erg\u00e4nzend mein Beitrag <a href=\"https:\/\/www.grauer-magier.de\/?p=4776\">Die Bienen retten &#8211; kritische Gedanken<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Neophyten sind Pflanzen, die urspr\u00fcnglich aus anderen Regionen der Welt stammen<\/strong> und durch menschliches Zutun zu uns gekommen sind. Seit der Entdeckung Amerikas im Jahr 1492 wurden Pflanzen und Samen zunehmend rund um die Welt transportiert. So gelangten viele Neophyten absichtlich oder unabsichtlich in unsere G\u00e4rten. Manche kamen als wundersch\u00f6ne Zierpflanzen, andere als n\u00fctzliche Bienenweiden oder Forstb\u00e4ume.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend viele Neophyten eher unproblematisch sind und sich gut in unsere \u00d6kosysteme einf\u00fcgen, gibt es einige Arten, die sich rasant ausbreiten und heimische Pflanzen verdr\u00e4ngen. Diese <em>invasiven Neophyten<\/em> sind oft st\u00e4rker und robuster als unsere einheimischen Pflanzen. Sie verursachen oftmals \u00f6kologische und wirtschaftliche Sch\u00e4den. Ein Beispiel ist der <a href=\"https:\/\/www.naturadb.de\/pflanzen\/heracleum-mantegazzianum\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Riesenb\u00e4renklau<\/a>, der nicht nur anderen Pflanzen das Licht nimmt, sondern auch durch seinen Pflanzensaft schmerzhafte Verbrennungen bei Menschen und Tieren verursachen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>erg\u00e4nzende Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.prowildlife.de\/aktuelles\/hintergrund\/invasive-arten-in-deutschland\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.prowildlife.de\/aktuelles\/hintergrund\/invasive-arten-in-deutschland\/<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.bundesumweltministerium.de\/themen\/artenschutz\/nationaler-artenschutz\/invasive-gebietsfremde-arten\/ueberblick-invasive-gebietsfremde-arten\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.bundesumweltministerium.de\/themen\/artenschutz\/nationaler-artenschutz\/invasive-gebietsfremde-arten\/ueberblick-invasive-gebietsfremde-arten<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/umweltportal.baden-wuerttemberg.de\/umweltdaten-bericht-2024\/invasive-arten\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/umweltportal.baden-wuerttemberg.de\/umweltdaten-bericht-2024\/invasive-arten<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.wwf.de\/themen-projekte\/artensterben\/invasive-arten\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.wwf.de\/themen-projekte\/artensterben\/invasive-arten<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.nabu.de\/tiere-und-pflanzen\/artenschutz\/invasive-arten\/unionsliste.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.nabu.de\/tiere-und-pflanzen\/artenschutz\/invasive-arten\/unionsliste.html<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.bfn.de\/art-4-unionsliste\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.bfn.de\/art-4-unionsliste<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.naturadb.de\/ratgeber\/was-sind-invasive-neophyten\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.naturadb.de\/ratgeber\/was-sind-invasive-neophyten<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.naturadb.de\/ratgeber\/invasive-pflanzen-verstehen-warum-sie-ein-problem-sind\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.naturadb.de\/ratgeber\/invasive-pflanzen-verstehen-warum-sie-ein-problem-sind<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.naturadb.de\/ratgeber\/invasive-pflanzen-im-garten-was-du-jetzt-praktisch-tun-kannst\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.naturadb.de\/ratgeber\/invasive-pflanzen-im-garten-was-du-jetzt-praktisch-tun-kannst<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So wie die Rhythmik und Balance in unserem Organismus (inkl. 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