{"id":2582,"date":"2024-06-26T11:34:11","date_gmt":"2024-06-26T10:34:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.grauer-magier.de\/?p=2582"},"modified":"2024-06-26T17:07:59","modified_gmt":"2024-06-26T16:07:59","slug":"placebo-erfreuung-und-erwartung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.grauer-magier.de\/?p=2582","title":{"rendered":"Placebo &#8211; Erfreuung und Erwartung"},"content":{"rendered":"\n<p>Neulich im <a href=\"https:\/\/www.vivere-aromapflege.de\/podcast\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Podcast von Eliane Zimmermann und Sabrina Herber<\/a>, wurde das Thema Placebo kurz erw\u00e4hnt, und wie abwertend bis negativ besetzt es in den Kontexten teilweise verwendet wird, wenn man \u00fcber Studien, Wirksamkeit im Allgemeinen und im Zusammenhang mit der Komplement\u00e4rmedizin davon spricht.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei sind Placebos in den sogn. randomisierten Doppelblindstudien ein wichtiger Faktor der Kontrolle &#8211; werden aber zumeist qualitativ abgewertet, im Vergleich zu dem Pr\u00e4parat &#8222;gegen&#8220; das das Placebo antritt.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Placeboeffekte sind positive Ver\u00e4nderungen des Gesundheitszustandes, die durch eine Behandlung mit Placebo hervorgerufen werden. Im verallgemeinernden Sinn bezeichnet man so auch Wirkungen von Behandlungen, die zwar keine Scheinbehandlungen sind, aber den jeweiligen Effekt letztlich nur auf dem gleichen Weg wie ein Placebo hervorrufen k\u00f6nnen. Das Gegenst\u00fcck zum Placeboeffekt ist der Nocebo-Effekt. Dies sind unerw\u00fcnschte Wirkungen, die bei scheinbaren Schadmitteln auftreten, die keinen Schadstoff enthalten [&#8230;].<\/p>\n<cite>Quelle: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Placebo\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">wikipedia Placebo<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>In diesem Artikel soll es nun nicht darum gehen, ob Hom\u00f6opathika Placebos sind oder nicht, sondern eher ob die (Schul-)Medizin Placebos als Begleittherapieeffekt str\u00e4flich vernachl\u00e4ssigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt zahlreiche Untersuchungen die zeigen, dass ein Placeboeffekt die Wirkung eines Mittels ma\u00dfgeblich verbessert &#8211; das Stichwort ist signifikant. Patienten die einen positiven Effekt erwarten, sprich Placeboeffekt &#8211; also eine Besserung, Linderung, Heilung &#8211; nehmen die Mittel nicht nur deutlich besser, kontinuierlicher und leichter ein (Compliance\/Adh\u00e4renz), sondern zeigen einen schnelleren Wirkungseintritt und eine gesteigerte Wirkung der zu erwartenden Wirkung.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist dieser Effekt also so lapidar, und die Herabw\u00fcrdigung berechtigt?<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade im Bereich der Pflege zeigt sich, dass die Zuwendung das ist was Patienten brauchen, wollen und &#8222;bed\u00fcrfen&#8220;. &#8211; Ein Schmerzmittel , von einer Pflegekraft verabreicht, der der Patient vertraut, die sich durch ihre Zuwendung klar als vertrauensvoll gezeigt hat, wird dem Patienten deutliche Linderung verschaffen. Dank des Placeboeffekts. &#8211; Wobei ich die psychosoziale Interaktion f\u00fcr deutlich komplexer halte.<\/p>\n\n\n\n<p>Von einem &#8222;Pflegeroboter&#8220;, ist kein Placeboeffekt zu erwarten. Erfreuung und positive Erwartung sind an soziale menschliche Interaktion gebunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man sich also ernsthaft mit der Placebo-Forschung auseinandersetzt, kommt man irgendwann an den Satz &#8222;es ist noch nicht genug erforscht&#8220;, dennoch lautet das Urteil der Schulmedizin allzu oft &#8222;das ist doch nur ein Placebo und hat keine Relevanz&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Gehen die gleichen &#8222;Wissenschaftler&#8220; o. a. Mediziner mit ihren eigenen Techniken genauso hart ins Gericht? Den Anschein hat es nicht, wenn man sich die Zahlen anschaut, die Notwendigkeit einer OP mit den Zahlen der tats\u00e4chlich durchgef\u00fchrten OPs gegen\u00fcberstellt. Hier wird mit zweierlei Ma\u00df gemessen. Sehr un-naturwissenschaftlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Nimmt man also die Aggression aus der Argumentation heraus, so scheint es, dass vor allem finanzielle Hintergr\u00fcnde die Argumentation befeuern, und nicht ein un-ethischer Hintergrund der zur Emp\u00f6rung f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus ganzheitlicher\/holistischer Sicht sollte ein Behandler immer versuchen den Patient zu erfreuen. Ein Placeboeffekt steigert ma\u00dfgeblich den Behandlungserfolg.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man Patienten befragt, was sie an einem guten Arztgespr\u00e4ch am meisten gesch\u00e4tzt haben, dann sind es die Qualit\u00e4ten Zeit (sich Zeit zu nehmen), Empathie und meist ein &#8222;out of the box&#8220;-Denken. Wenn man eine unreflektierte 0815-Meinung wollen w\u00fcrde, k\u00f6nnte man auch Google befragen. \ud83d\ude00 Und meiner Meinung nach, sind das die St\u00fctzpfeiler eines Placeboeffekts, der jetzt nicht explizit im Vordergrund steht, aber mitgenommen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Und genau dieses mit-nehmen, den Patienten dort abholen wo er sinnbildlich steht, zeigt wie unterst\u00fctzend, ja gar heilsam, ein &#8222;mitgenommener&#8220; Placeboeffekt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht kommt die Abwertung &#8222;dass ist ja nur ein Placebo&#8220; auch daher, dass man dem Denken &#8222;viel hilft viel&#8220; verhaftet ist. Und gerade die Naturheilkunde arbeitet genau gegen dieses Prinzip &#8211; nein, besser ausgedr\u00fcckt, diese hat das &#8222;die Dosis macht das Gift&#8220; verinnerlicht und (sollte) bedarfsgerecht arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Im allgemeinen verwendet die Naturheilkunde, die Komplement\u00e4rmedizin, lieber Impulse die den K\u00f6rper animieren sich selbst zu heilen. Und wie stark diese Impulse sein m\u00fcssen\/k\u00f6nnen, ist bei jedem Menschen individuell anders. F\u00fcr eine pharmakologische Massenproduktion taugt dieses Konzept nichts &#8211; aus finanzieller Sicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei sind es gerade die Impulse, die den K\u00f6rper dazu bewegen etwas zu tun, entscheidend. Eine chirurgische Operation stellt die bestm\u00f6gliche Voraussetzung dar, dass ein medizinisches Problem behoben wird &#8211; wenn der K\u00f6rper die N\u00e4hte, die Wunden selbst heilt. Ist die Wundheilung gest\u00f6rt oder findet nicht statt, kann der Operateur noch so gut sein, es wird nicht erfolgreich enden.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Schulmedizin bietet dem K\u00f6rper lediglich eine Plattform, ein Umfeld, in dem er entweder weiter funktioniert oder heilen kann\/soll. &#8211; St\u00f6\u00dft der K\u00f6rper ein Transplantat ab, kann das Umfeld noch so ideal sein, &#8222;entscheidet&#8220; sich der K\u00f6rper ohne diesen Fremdk\u00f6rper leben zu wollen, auch wenn das im Endeffekt meist bedeutet, nicht mehr zu leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Letztendlich entscheidet sich der Behandlungserfolg darin, wie gut der Placeboeffekt genutzt wurde, und wie adh\u00e4rent der Patient ist. &#8211; Ist es da, au\u00dfer aus finanzieller Sicht, wirklich relevant ob der Erfolg durch ein Placebo beg\u00fcnstigt wurde oder nicht?!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neulich im Podcast von Eliane Zimmermann und Sabrina Herber, wurde das Thema Placebo kurz erw\u00e4hnt, und wie abwertend bis negativ besetzt es in den Kontexten teilweise verwendet wird, wenn man \u00fcber Studien, Wirksamkeit im Allgemeinen und im Zusammenhang mit der Komplement\u00e4rmedizin davon spricht. 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