Lexikon - Y


Y
Yin Yang
Prinzipien, aus denen im Taoismus die Welt entsteht. Yin steht für die weibliche Seite der Welt. Sie ist das Empfangende, Weiche und Passive. Zu ihr gehören unter anderem das Wasser und die Wolken, der Mond, die Farbe Schwarz und die geraden Zahlen. Yang hingegen ist die männliche Seite der Welt, das Aktive, Bewirkende. Zu ihm gehören unter anderem die Sonne und das Feuer, die Farbe Rot und die ungeraden Zahlen. Die Zahl der Entsprechungen ist aber endlos. In ihrer ersten Vereinigung erschaffen beide die fünf Elemente Wasser, Feuer, Holz, Metall und Erde, diese dann die "zehntausend Dinge". Die Erschaffung der Welt ist aber kein einmaliger Vorgang. Alle Kräfte gehen fortwährend ineinander über, erschaffen sich gegenseitig neu. In der europäischen Magie ist die gleiche Vorstellung verbreitet, dass durch die Vereinigung des Männlichen und Weiblichen die Welt erschaffen wird. In dieser Idee liegt auch die Grundlage für den Tantrismus (Tantra) und die Sexualmagie.

Yggdrasil
In der Mythologie der Germanen die immergrünende Weltesche, die mit ihrer Krone weit über das Himmelsgewölbe hinausragt, ihre Äste über die ganze Welt ausbreitet und mit ihren Wurzeln die Hel bedeckt. Sie steht am Urdbrunnen; dort wohnen die Nornen, die als einzige das gesamte Schicksal kennen. In den Wurzeln liegt u.a. die Hel, an den Wurzeln nagt Nidhogg, der Drache. In der Esche wohnen zahlreiche Tiere, u.a. ein Adler, ein Falke, eine Ziege, das Eichhörnchen Ratatosk sowie die vier Hirsche Dain, Dvalen, Duneyr und Durathor. Wenn Yggdrasil welkt, bricht Ragnarök, der Tag der Götterdämmerung, herein, eingeleitet durch das Krähen von Vithofnir, des goldenen Hahns, der auf Yggdrasils Wipfel sitzt.

Yggdrasil-Kreis
Dieser Kreis um den Vorsitzenden Volkert Volkmann steht der Heidnischen Gemeinschaft nahe. Seine Tätigkeit umfasst Seminare, Aktivitäten in der Natur, Feiern und Förderung der eigenen Spiritualität. Volkert Volkmann, vom Rabenclan wegen seiner mangelnden Abgrenzung gegenüber ANSE angegriffen, begründete seine Auftritte in ANSE und bei Armanen- Veranstaltungen mit seinem Bestreben, auch dort für ursprüngliches, d.h. nichtrassistisches Heidentum zu wirken. Volkmann sieht sich anders als die Rabenclan-Leitung auch als Vermittler zwischen den verschiedenen neuheidnischen Strömungen.
Ob sich aber - fragt sich der Beobachter - die vielfältigen Verbindungen zwischen Neo-Heidentum und Rechtslastigkeit neo-heidnisch überhaupt auflösen lassen? Heidentum ist gerade in seiner Naturverbundenheit stammesverbunden, clanorientiert, völkisch engagiert. Kann völkische Gesinnung Nationalismen überwinden?

Zeitschrift: Abraxas

Adresse: Yggdrasil-Kreis Postfach 112006 414 D-60055 Frankfurt a.M., Tel 061 729 975 76

Yoga
Sanskritwort für Joch. Wie das Joch den Ochsen mit dem Menschen verbindet, der ihn lenkt, so verbindet Yoga den Menschen mit den Göttern. Jede Art von Weg, der zur Verbindung mit dem Göttlichen führt, wird in Indien Yoga genannt. Da alle Menschen verschiedene Vorlieben und Fähigkeiten haben, gibt es auch viele verschiedene Wege des Yoga, z.B. der Weg des selbstlosen Handelns oder der Weg der sexuellen Vereinigung (Tantra). Im westlichen Kulturkreis denkt man beim Wort Yoga fast immer an Hatha Yoga, das auf Atemtraining und körperlichen Übungen beruht. In Indien gilt dies aber nur als Vorbereitung auf das eigentliche Yoga.