Lexikon - R


R
R
Im Horoskop wird die Rückläufigkeit eines Planeten mit einem großen R markiert. Diese (scheinbare) Rückläufigkeit entsteht, wenn die Erde in ihrem Jahreslauf einen Planeten überholt oder Merkur oder Venus ihre Reise zur Rückseite der Sonne antreten.

Rabelais, Franconis (1495-1553)
Französischer Benediktiner, Arzt und Dichter, der den berühmten Romanzyklus "Gargantua und Pantagruel" schrieb (Abtei Thelema, Thelema).
Die Grundfragen des freimaurerischen Rituals gehen ebenfalls auf ihn zurück:

Woher kommst du? Wohin gehst du? Was bringst du?

Rabenclan - Arbeitskreis der Heiden in Deutschland
Sven Scholz, der Begründer des Rabenclan, fand aus Interesse an frühgermanischer Kultur zu seinem möglichst offenen, möglichst nazifernen Germanenkult. Der Rabenclan, 1994 gegründet, vereint Germanen, Hexen, Zauberer, Kelten und Druiden, die sich von jedem Rassismus distanzieren und fern von allen Naziparolen europäische Naturreligion wiederbeleben wollen. Diesseitsorientiert will diese Religion sein, nicht jenseitsgerichtet.
Um sich ein ähnliches Schicksal zu ersparen will der Rabenclan die historischen und ideologischen Wurzeln anderer Neuheidengruppen untersuchen, mit dem Ergebnis, dass er bei manchen zu Ergebnissen findet, die nur die direkt Betroffenen überrascht: Neuheidentum hat seine wahren Wurzeln oft in der Ariosophie, dem aufkeimenden Rassismus des frühen 20. Jahrhunderts, und in der Theosophie, die seit Anbeginn rassistischen Vorstellungen zuneigte, nicht aber im Heidentum der vorchristlichen Zeit. Wenn der Rabenclan die im Blick auf andere Gruppierungen konsequenten kritischen Analysen auch auf sich selbst anwenden könnte, würde er dann - fragt sich der Kritiker der Kritiker - zu einem grundsätzlich anderen Ergebnis finden?
In den letzten Jahren suchte der Rabenclan "eine undogmatische Annäherung an die Praxis der Magie mit dem Ziel eines umfassenden 'Magielehrganges', das jedem den eigenen Zugang zur Magie und die eigene Erfahrung damit ermöglichen soll." Eine Frucht dieser Bemühung ist die sog. Magung, ein jährlich stattfindender magischer Kongress mit Einstiegsmöglichkeiten für Anfänger, Austausch für Fortgeschrittene und Beschäftigung mit einem bestimmten Themenbereich.
In Fernsehdebatten zum Thema Neuheidentum profiliert sich der Rabenclan mit Erfolg als neuheidnischer Kritiker des Neuheidentums, eine Rolle, die all jenen einleuchtet, die archaische Naturmystik begrüssen und gleichzeitig Neonazitum bekämpfen.

Zeitschrift: Heiden-Arbeit

Adresse: Rabenclan, Arbeitskreis der Heiden in Deutschland Waldstr. 3 D-35789 Weilmünster.

Radix-Horoskop
Aus dem Lateinischen stammende Bezeichnung für Geburtshoroskop (radix = Wurzel).

Rasputin, Grigorij Jefimowitsch (10.01.1869 - 16./17.12.1916 )
Mönch, Wunderheiler
* 10. Jänner 1869 in Prokrowskoje bei Tjumen (Sibirien)
† 16./17.Dezember 1916 in St. Petersburg

Schon in seiner Jugend deutete alles darauf hin, dass er nicht nur das Landleben liebte, sondern auch das ungezwungene Leben und die Frauen. Mit zwanzig Jahren heiratete er Praskowia Feodorowna Dubrowina, ein Mädchen aus seinem Dorf und zeugte mit ihr vier Kinder. Um das Jahr 1900 schloss er sich den flagellantischen Chlysten, einer häretischen religiösen Sekte, an und lebte mit ihnen in einer mönchsähnlichen Gemeinschaft, die allerdings wenig mit herkömmlichen ordensbrüderlichen Vorstellungen zu tun hatte. Die vorgeblichen Geißler und Asketen hatten sich vielmehr die Lebensmaxime zurechtgelegt, nach der der Mensch zuerst sündigen müsse, um später von diesen Sünden erlöst werden zu können. Aus diesem Grunde praktizierten sie eine Vielzahl bizarrer Gebräuche und Riten vorwiegend sexuellen Inhalts, die Rasputin beherzigte, denn er wurde wegen seiner Praktiken und der Unruhe, die er in das Eheleben der einfachen Bauern brachte, aus seinem Heimatdorf verstoßen.

Um das Jahr 1905 ließ sich Rasputin in St. Petersburg nieder und eröffnete in seiner Mietwohnung eine Art ärztliches Sprechzimmer. Sein Patientenkreis bestand vorwiegend aus Frauen jüngeren Alters aller Bildungs- und Gesellschaftskreise. Bei den Konsultationen versammelten sich die Damen im Esszimmer um den Tisch, und warteten auf eine Einladung in Rasputins Schlafzimmer, das er das "Allerheiligste" nannte. Je nach Lust und Laune ließ er dann eine oder mehrere "Patientinnen" zu sich kommen, wo er sie in seine sexuellen Praktiken einführte, mit ihnen scherzte, trank, tanzte und wilde Lieder sang. Rasch gingen die unglaublichsten Gerüchte über die "Wunderkräfte" des angeblichen Heilers um, die Scharen "Hilfesuchender" zu ihm führten. Bald gehörte es zum guten Ruf einer Frau, die Aufmerksamkeit des "Wunderheilers" erregt zu haben.
Ernsthafte Berichte bezeugen, dass es auch Ehemänner gab, die damit prahlten, dass ihre Frau eine der Auserwählten gewesen sei, die dem unglaublichen Rasputin gehört habe.
Die wundersamen Eigenschaften Rasputins blieben auch dem Hofe des Zaren in St. Petersburg nicht verborgen. Eines Tages wurde Rasputin zu Zar Nikolaus II. Alexandrowitsch (1868-1918) gerufen. Sein Sohn Alexis litt unter Hämophilie ("Bluterkrankheit"), und Rasputin gelang es tatsächlich, das Leiden des jungen Thronfolgers zu lindern.
Dies brachte ihm die uneingeschränkte Gunst der Zarin Alexandra und die Bewunderung des Zaren ein. Rasputin nutzte die Protektion des Zarenhofes und verschaffte sich eine einflussreiche Stellung. Er vermied es allerdings, am Hofe zu leben und schockierte weiterhin die Bewohner von St. Petersburg mit seinen wilden Ausschweifungen.

Rasputins Einfluss auf die Zarenfamilie und sein Lebenswandel riefen vor allem in Kreisen konservativer Adliger Bestürzung hervor. Er wurde als Ursache der Kriegsniederlage gegen Japan 1904/1905, der Revolution 1905 und den sich abzeichnenden russischen Zusammenbruch im 1. Weltkrieg angesehen. Erst nachdem mehrere Attentatsversuche fehlgeschlagen waren, gelang es einer Handvoll Verschwörer, ihn in eine Falle zu locken und zu ermorden. Dabei war Rasputins Tod genauso ungewöhnlich, wie sein Leben:
Die Verschwörer waren aufgrund der politischen Entwicklung in Zugzwang geraten. Mit Hilfe von zwei Frauen, von denen er sich ein erotisches Abenteuer versprach, überfielen sie ihn in der Nacht zum 17. Dezember 1916 im Keller seines Hauses, wo die Verschwörer, Purischkewitsch und Jussupow auf ihn schossen, ihn aber verfehlten bzw. nur schwer verletzten. Auch die weiteren Schüsse des Großfürsten Dimitrij, einem Neffen des Zaren, verletzten ihn immer noch nicht tödlich. Daraufhin fesselten die Verschwörer Rasputin, fuhren ihn auf eine Brücke über die Newa und warfen ihn schließlich in die eisigen Fluten, wo er dann ertrank.
Ausführliche Biographie über Rasputin

Räuchermittel
siehe Duftöle
siehe Räucherwerk

Re/Ra
Name des ägyptischen Sonnengottes. Mit seiner Barke überquert er jeden Tag sein Reich, den Himmel. Begleitet wird er hierbei von seinem Ratgeber Thot und von Maat, der Göttin der kosmischen Gerechtigkeit und Ordnung. In den Anfängen war Re wahrscheinlich die Bezeichnung des Fixsterns Sonne. Später vereinigte er sich mit Harachte, dem Gott der Abendsonne, zu Ra.

Regiomontanus
(eigentlich Johannes Müller, 1436-1476), deutscher Astronom, Astrologe und Mathematiker. Er verbesserte die Berechnung der astrologischen Häuser. Sein System wird bis heute benutzt.

Reiki
Japanisch: universelle Lebenskraft.
In Kursen wird geübt sie im eigenen Körper zu aktivieren, durch Handauflegen auf bestimmten Stellen.
Der nächste Schritt ist Energieübertragung auf andere - auch auf Tiere und Pflanzen um Störungen zu überwinden.
Ausführliches über Reiki

Reinkarnation
Lateinisch Wiederfleischwerdung, Wiedergeburt der Seele. In allen asiatischen Religionen glaubt man, daß Gier und Unwissenheit dazu führen, daß man nach dem Tod immer wieder auf die Erde zurückkehren muß (Nirvana). In Europa finden sich solche Vorstellungen zum Beispiel bei den Pythagoräern (Pythagoras), bei den Christen der ersten drei Jahrhunderte und dann schließlich in der Esoterik. Während aber asiatische Gläubige das Ende der Wiedergeburten anstreben, bemühen sich viele westliche Esoteriker um immer "bessere" Wiedergeburten. Ihrer Ansicht nach sei jede Reinkarnation die Chance zur seelischen Höherentwicklung.

Reuss, Theodor (1855-1923)
Bekannter Esoteriker, und Leiter des O.T.O (Ordo Templi Orientis) bis zu seinem Tod. In seiner Zeit wurde auch Rudolf Steiner in den Orden aufgenommen.

Via Theodor Reuss (1855-1923), einem anglo-deutschen Freimaurer, sind der berühmt-berüchtige "Alte und Primitive Ritus von Memphis und Misraim" [MM] und der "Alte und Angenommene Schottische Ritus" [AASR] 1902 via dem Englaender John Yarker nach Deutschland geraten. Es ist bezeichnend für den schwunghaften Handel mit Chartas, dass kaum nachdem Yarker die höchsten Grade erhalten hatte, er diese sofort an Reuss weiterverkaufte. Reuss hat aber auch eine Menge anderer Orden in Deutschland eingeführt und ein grosses Durcheinander damit geschaffen. Er war, wie viele andere, ein Freimaurer, der selbst gerne Bewilligungen verkaufte und eigene Orden aus der Taufe hob. Es ist ihm zuzuschreiben, dass zwischen 1906 und 1912 der O.T.O. mit der Hilfe einiger AASR- und Memphis-Misraim-Mitglieder konstruiert und ab 1912 bekannt wurde. Auf seine Kappe gehen jedoch auch eine Version des "Illuminaten-Ordens" und diverse Rosenkreuzerorganisationen. Reuss hat aus all seinen Unternehmungen ein undurchsichtiges Gewusel gemacht: alle Orden schienen irgendwie miteinander verbunden, die Bezeichnungen variierten beinah nach Tageszeit, manche Mitglieder waren in allen Orden gleichzeitig, andere überhaupt nicht. Weder Reuss noch seine selbsternannten Nachfolger schienen daran interessiert, hier Klarheit zu schaffen. Viele meinten und meinen auch noch heute, Mitgliedschaft im O.T.O. bedeute auch Mitgliedschaft in allen anderen Organisationen, die irgendwie mal etwas mit Reuss zu tun gehabt hatten. Von "regulären" Freimaurern wurden und werden Reuss und seine Orden bis heute abgelehnt. Als Hauptgrund wird oft angegeben, dass z.B. Reuss' Ordo Templi Orientis Frauen aufnähme, eine Unmöglichkeit in der traditionellen Freimaurerei.

Ritual
Religiöse Handlung, die einen festgelegten Ablauf hat. Gesten, Worte, Gerüche, Farben, Worte, Bilder und Kleidung sind in jedem R. fein aufeinander abgestimmt, um die Teilnehmer in eine bestimmte seelische Haltung zu bringen. Mit Hilfe von R.en können sonst unzugängliche Bereiche des Unbewußten erreicht werden. Im weiteren Sinn ist jede wiederholte Handlung ein R.: die tägliche Zeitung zum Frühstück, der Griff zur Bierflasche nach Feierabend, das Ansehen immer derselben Fernsehsendungen, die Militärkapelle beim Staatsempfang, der Gang zur Wahlurne. R.e stabilisieren den einzelnen Menschen und die Gemeinschaft, ohne sie könnte niemand überleben. Andererseits schränken die alltäglichen R. auch ein und verengen die WeItsicht. Die R.e der Priester und Magier sollen ein mächtiges Gegengewicht zu den alltäglichen herstellen und so den Menschen aus seiner Beschränkung befreien. Für die Wirksamkeit eines R.'s ist es nicht wichtig, daß die Teilnehmer alles verstehen, da die Wirkung über die Sinne und nicht über den Verstand geht. So konnte die katholische Kirche Jahrhunderte lang ihre Messen auf Latein abhalten, obwohl ihre Anhänger die Sprache nicht verstanden. Da Magier es ablehnen, sich fremden Einflüssen auszusetzen, entwickelt jeder seine eigenen Rituale.

Rosenkreutz, Christian
Pseudonym des Verfassers dreier Schriften aus dem 17. Jahrhundert: Fama Fraternitatis (Der Ruf der Bruderschaft), Confessio Fraternitatis (Das Bekenntnis der Bruderschaft) und die Chymische Hochzeit Christiani Rosenkreutz. Autor war vermutlich der Protestant Valentin Andreae. In diesen magisch-alchemistischen Büchern wird eine geheime von R. gegründete Gesellschaft beschrieben, in der die besten Menschen für das Wohl der Menschheit arbeiten. R. sei danach 1378 geboren und im Alter von 106 Jahren 1484 gestorben. Die Bücher erregten großes Aufsehen, und viele wollten der Geheimgesellschaft beitreten. So kam es nachträglich zur Gründung der Rosenkreutzer.

Rosenkreutzer/Rosenkreuzer
In den Büchern von Valentin Andreae (Rosenkreutz) wird eine erfundene geheime Gesellschaft beschrieben, in der sich die besten Gelehrten, Weisen und Philosophen der Zeit versammeln. Auf dem Boden der Lehre Martin Luthers helfen sie der Menschheit mit ihrem Wissen über Alchemie und Magie. Die auf diese Bücher hin im 17. Jahrhundert gegründeten Ur-R. zogen tatsächlich einige Größen ihrer Zeit an. In vielen Städten Europas betrieben sie bis in das 18. Jahrhundert hinein Zirkel. In ihnen wurde vor allem die alchemistische Weltsicht von Paracelsus gepflegt. Sie entwickelten eine phantastische und sehr umfangreiche Bilderwelt, die sich nur Eingeweihten völlig erschließt. Eins ihrer wichtigsten bekannt gewordenen Mitglieder war der Brite Robert Fludd (1574-1637). Er bemühte sich, die Hauptdisziplinen der Esoterik zu vereinheitlichen: Astrologie, Kabbalah, Medizin und Magie.
Die heute anzutreffenden R. sind ganz unterschiedliche Gruppen, die fast alle im letzten, einige in diesem Jahrhundert gegründet wurden. Das einzige ihnen Gemeinsame ist, daß sie mit den ursprünglichen R. kaum mehr gemein haben als den Namen. Sie tragen ihn nur, um sich eine alte und ehrwürdige Tradition anzumaßen.

Rosenkreuz
Kreuz, in dessen Schnittpunkt eine Rose angebracht ist. Das Zeichen der Ur-Rosenkreutzer ist in vielen esoterischen Schulen von großer Bedeutung. Durch Studium und Meditation soll jeder für sich selbst seine Bedeutung erkennen.

Runen
Sind Schriftzeichen germanischer Völker. Aber sie waren nicht nur ein Hilfsmittel für Mitteilungen.
Rune hieß auch Geheimnis, Geflüster.
Das Wort Runen ist vom Wort RAUNEN abgeleitet, welches im Deutschen noch ursprünglich erhaltenen ist. Dies sagt auch heute noch sehr konkret etwas darüber aus, wie die Runen in alter Zeit erfahren oder besser gesagt GESCHAUT wurden und besonders auch in welcher Form sie dann weitergegeben wurden.
Die ursprüngliche Bedeutung zeigt auch die Verwendung: Runen waren Symbole, Geheimzeichen, magische Werkzeuge für vielfältige Methoden der Prophezeiungen. So wurden Runen auf Holzstäbchen geschrieben oder auf Tierknochen. Dann wurden sie ausgeschüttet und wiederaufgenommen. Aus der neuen Reihenfolge ergaben sich Orakelsprüche.
Ausführliches über Runen