Pansophie (auch Pansophia)
Der Begriff geht auf den Mährischen Priester Jan Alllos Comenius (1592-1670) zurück. In seinen Schriften versuchte Comenius, das ganze Wissen seiner Welt zu vereinigen (griechisch pan = alles, All, sophia = Weisheit). Auch regte er an, die Gebildeten der Welt sollten sich zu gemeinsamer Arbeit zusammenfinden. Er scheint den ersten Rosenkreutzern nahegestanden zu haben. Die in seinen Büchern benutzten Bilder und Gleichnisse ähneln außerdem verblüffend denen der Freimaurer (Freimaurerei), die ihn auch wegen seines Humanismus mit sich in Verbindung bringen. Heinrich Tränker gründete 1925 eine Loge gleichen Namens, die sich schon im folgenden Jahr auflöste und in der Fratemitas Saturni aufging.
Pagan
Englisch für heidnisch.
Papus (1865-1916)
Eigentlich Dr. Gerard Encausse. Er war Mitbegründer der Theosophischen Gesellschaft (Theosophie) in Frankreich, Freimaurer, Mitglied des O.T.O. und Verfasser vieler wichtiger esoterischer Bücher (Die Kabbala; Die Grundlagen der okkulten Wissenschaft u. a.).
Paracelsus (1493-1541)
Eigentlich Philippus Theophrastus Bombastus von Hohenheim, berühmter Alchimist, Magier und Arzt. Für die Entwicklung der Magie wie der Naturwissenschaft war er wichtig, da er als einer der ersten der Ansicht war, daß nicht blindlings übernommene Lehren, sondern nur persönliche Erfahrungen den Menschen leiten dürfen.
Parapsychologie
Abgeleitet von para- (griechisch neben) und psychologie (griechisch, Lehre von der Seele) bezeichnet die wissenschaftliche Erforschung der übersinnlichen Fähigkeiten, die manche Menschen angeblich durch das Studium der Esoterik erlangen und die manche auch von Natur aus besitzen sollen. Es handelt sich dabei vor allem um Hellsehen, Gedankenlesen und das Bewegen von Gegenständen ohne physikalische Hilfsmittel. Trotz jahrelanger Bemühungen ist es weder gelungen, die Existenz solcher Fähigkeiten zu beweisen, noch sie zu widerlegen (Zenerkarten).
Parfüm
siehe Duftöle
Parzen
In der Mythologie der Römer die drei Göttinnen, die das Leben, Schicksal und Tod der Menschen bestimmen, bei den Griechen als Moiren bekannt, bei den Germanen als Nornen. Wichtig ist hier die Zahl drei (die Zahl des göttlichen), die nicht nur die drei Lebensstadien der Frau aufzeigen (Jungfrau, Mutter, Alte Frau), sondern diese auch mit dem göttlichen in Verbindung bringen. D.h., z.B. die dreigesichtige Göttin im Wicca-Kult repräsentiert auch die drei Lebenstadien jedes Menschen (Geburt, Erwachsensein, Tod). Die drei Parzen heißen Klotho, die Spinnerin des Lebensfadens, Lachesis, die Lose-Zuteilerin, maß den Faden und wies jedem Menschen sein Schicksal zu und Atropos, die Unabwendbare, schnitt ihn mit ihrer furchtbaren Schere zu gegebener Zeit ab.
Ebenso könnten es aber auch Diana (die Jungfau), Ishtar (die Mutter) und Hekate (die Alte Frau) sein.
Pendel
Gewicht unterschiedlicher Form, das an einem Faden aufgehängt ist. Hält man es entspannt zwischen Daumen und Zeigefinger, können durch Schwingungen unbewußte Regungen sichtbar gemacht werden. In diesem Sinn wird es auch gelegentlich von Esoterikern benutzt. Beliebt ist z.B. das Vorhersagen des Geschlechts künftiger Kinder mit dem P.
Pentagramm
Abgleitet von griechisch penta = fünf und gramma = Buchstabe, bedeutet also eigentlich "fünf Buchstaben". Gemeint ist aber das seit Jahrtausenden bekannte Fünfeck. Da es in vielfacher Weise den Goldenen Schnitt enthält, war es seit Pythagoras bei den Wissenschaftlern, Philosophen und Magiern ein beliebtes Zeichen, das Harmonie und Gesundheit symbolisierte. Außerdem soll es angeblich Herrschaft über die Elemente verleihen (Pentagrammritual). Im Volksaberglauben gilt es paradoxerweise als Abwehrmittel gegen Hexen - eigentlich lieben diese ja das Zeichen. In diesem Zusammenhang wird es Drudenfuß genannt.
Pentagrammritual (hier kabbalisitsches Kreuz)
Seit dem Hermetischen Orden der Goldenen Morgendämmerung praktizieren viele Magier das große oder kleine P. Es dient zum Beschwören oder Bannen der vier Elemente. Das kleine Pentagrammritual:
Nach Osten gewandt sage "Atha" (Dein ist) und berühre die Stirn mit dem Dolch, "Malkuth" (das Reich), berühre die Brust, "ve Gebuhra" (die Kraft), berühre die rechte Schulter, "ve Gedulah" (die Herrlichkeit), berühre die linke Schulter, "le Olam. Amen." (in Ewigkeit. Amen.), falte die Hände vor der Brust.
Ziehe mit dem Dolch einen Kreis um Dich, dabei zeichne in alle Himmelsrichtungen ein Pentagramm, links unten beginnend und im Uhrzeigersinn. Im Osten sage dazu "Jehova", im Süden "Adonai", im Westen "Eheie" und im Norden "Agla" (die Worte sind hebräische Gottesnamen). Wieder nach Osten gewandt breite die Arme aus und sage: "Vor mir Raffael, hinter mir Gabriel, zu meiner Rechten Michael, zu meiner Linken Uriel. Denn um mich herum flammt das Pentagramm und in der Säule leuchtet der sechsstrahlige Stern." (Die letzten Namen sind die der Erzengel der Elemente.) Zum Abschluß wiederholt man den Beginn bis Amen.
Persephone
Griechische Göttin der Unterwelt. Zeus war ihr Vater und Demeter ihre Mutter. Hades, der Gott der Unterwelt, entführte sie, mußte sie aber später nach Klagen der Demeter für jeweils ein halbes Jahr wieder an die Erdoberfläche entlassen; die andere Hälfte des Jahres verbrachte sie in der Unterwelt. P. ist demnach eine Göttin des Frühlings und Sommers, denn mit ihrem Auftauchen beginnt die fruchtbare Jahreszeit. In den Eleusinischen Mysterien (Eleusis) kam P. eine herausragende Rolle zu.
Peyotl
Kaktus mit dem botanische Namen Lophophora williamsii, der bei den Ureinwohnern Lateinamerikas als heilige Pflanze gilt. Er wird deshalb auch "Fleisch Gottes" genannt. In Scheiben geschnitten, wird er bei religiösen Zeremonien eingenommen und bewirkt Visionen. Besser bekannt ist der wirksamste Bestandteil der Pflanze mit dem Namen Meskalin. Die Wirkung gleicht der des LSD. Es macht nicht süchtig, und körperliche Schäden treten auch nach langjährigem Gebrauch nicht auf. Allerdings gehört auch Meskalin wegen seiner starken psychischen Wirksamkeit auf keinen Fall in die Hände von Laien.
Phönix
(ägyptischer Benu), ein heiliger Vogel der ägyptischen Mythologie. Der P. ist eigentlich ein Fischreiher, ein Vogel, der an den Ufern des Nils häufig anzutreffen ist. Schon sehr früh wurde er mit dem Sonnengott Re in Verbindung gebracht. Er galt als das Ba des Re. Die Verehrung des P. erfreute sich in Ägypten sehr großer Beliebtheit. Bei den Griechen wurde aus ihm dann ein mythischer Vogel, der immer 972 Menschenalter lang leben konnte, sich jedesmal kurz vor seinem Tod selbst verbrannte und aus seiner eigenen Asche wieder auferstand. Das Motiv der Selbstverbrennung wurde im Mittelalter mit Jesus Tod und Auferstehung in Verbindung gebracht.
Die Sage des wunderbaren Feuervogels der sich alle 100 Jahre selbst verbrennt und aus eigener Asche reinkarniert, stammt im Ursprung aus Arabien.
Sein Gesang soll schöner sein als alles andere, und er segnet jedes Neugeborene Kind im vorbeifliegen.
Pisces
Lateinischer Name des zwölften Tierkreiszeichens Fische.
Planchette
Im Spiritismus benutztes Gerät. Es besteht aus einem Brettchen mit einem Loch in der Mitte, durch das ein Stift gesteckt wird. Es ist auf Rollen gelagert und leicht beweglich. Das Medium legt einen Finger auf die Planchette, die sich dann auf Grund unbewußter Muskelbewegungen in Bewegung setzt und wegen des Stifts eine Spur auf der Unterlage hinterläßt. Die P. wird zum automatischen Schreiben benutzt (Schreiben, automatisches).
Planeten
Wichtiges Deutungselement der Astrologie. In der Astronomie nennt man so die großen Körper, die selbständig um unsere Sonne kreisen. Man kennt heute acht oder neun P.: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto (nach neuester Ansicht scheint Pluto vielleicht doch nur so etwas wie ein großer Komet zu sein und kein Planet). Im Unterschied dazu zählt die Astrologie auch Sonne und Mond hinzu, betrachtet die Erde aber nicht als Planeten, da sie nicht am Himmel zu beobachten ist. So kam die alte Astrologie auf sieben Planeten (Sieben): Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn. Nach ihrer Entdeckung wurden die sogenannten Transsaturniker Uranus, Neptun und Pluto in die astrologische Deutung aufgenommen.
Platonisches Jahr
Astrologischer Zeitraum von ungefähr 25 850 Jahren. Dies ist der Zeitraum, den der Frühlingspunkt der Sonne braucht, um einmal rund um die Ekliptik zu wandern. Dementsprechend braucht er ungefähr 2150 Jahre, um durch ein Tierkreiszeichen zu wandern. Mit Eintritt in ein neues Zeichen beginnt ein neues Zeitalter. Im Moment leben wir im Fischezeitalter, das vor 2000 Jahren (0 v. Chr.) begann. In etwa 150 Jahren beginnt das Wassermannzeitalter (2150 n. Chr.).
Pluto (Gott)
lateinischer Name des griechischen Gottes Hades, Gott der Unterwelt, in welche die Menschen nach ihrem Tod hinabsteigen. Er galt als mitleidlos und wurde gefürchtet, denn er ließ zwar jeden in seinen Palast hinein, aber niemanden hinaus. Auf der anderen Seite kommt in der mythologischen Vorstellung der Antike jedoch auch das Leben aus der Unterwelt, denn man glaubte, daß die Pflanzen, die aus der Erde wachsen, aus P.'s Reich stammen. Verheiratet ist P. mit Persephone, der Tochter der Getreidegöttin Demeter.
Pluto (Planet)
Äußerster Planet unseres Sonnensystems, der 1930 von C. Tombaugh am vorherberechneten Ort entdeckt wurde. BahnstÖrungen von Uranus und Neptun hatten es erlaubt, seine Umlaufbahn zu berechnen. Astronomen neigen allerdings in der letzten Zeit dazu, ihn eher für einen großen Kometen als für einen Planeten zu halten. In der Astrologie steht P. für übermenschliche Energien und gewaltsame Umbrüche. Er zeigt dem Menschen die äußersten Grenzen seiner Existenz. Unter anderem wird er mit der Atombombe in Verbindung gebracht. Von vielen Astrologen wird er zusammen mit Mars dem Tierkreiszeichen Skorpion als Herrscher zugeordnet.
Polarität
Bezeichnet die Einteilung der Tierkreiszeichen in männliche und weibliche Elemente.
Poltergeist
Ein vorwitziger bis boshafter Geist, dem es Freude macht, Menschen durch Klopfen oder andere Geräusche zu erschrecken. Gelegentlich sollen Poltergeister auch mit Gegenständen um sich werfen. Gesehen hat sie noch keiner.
Prana
Das Sanskritwort für Atem.
Gemeint ist die Lebenskraft, Lebensenergie, kosmische Kraft im Herzen des Menschen.
Nach dessen Tod wird sie wieder zur kosmischen Energie.
Priapus
In der Religion der Griechen der Schützer der Felder und Gärten vor Tieren, Vögel und Dieben. P. ist der Sohn der Aphrodite und des Dionysos und wurde als ein kleiner, häßlicher Mann dargestellt, der einen riesigen Phallus hat.
Psi
Name eines griechischen Buchstabens, in der Parapsychologie die Bezeichnung für die vermutete seelische Energie, die dem Hellsehen und ähnlichem zugrunde liegt.
Psychokinese
Wird auch Telekinese genannt. Psychokinetik untersucht Bewegungen, verursacht durch geistige Kräfte.
Psylocybe
Pilz, der bei den lateinamerikanischen Ureinwohnern göttliche Verehrung genießt. Er wird in gemeinschaftlichen Festen eingenommen, um göttliche Visionen zu erhalten. In den USA hat eine indianische, religiöse Gemeinschaft offiziell das Recht, den Pilz zu gebrauchen. Für alle anderen hat er als Rauschgift zu gelten. Wirksame Verwandte dieses Pilzes sind weltweit zu finden.
Ptolemaios, Klaudios (auch Claudius Ptolemäus, ca. 90-160 n. Chr.)
Astronom und Astrologe in Alexandria/Ägypten. Nach seiner Vorstellung steht die Erde im Mittelpunkt des Universums, und alle Planeten und Sterne umkreisen sie. Obwohl sich diese Ansicht als falsch herausstellte, genießt seine wissenschaftliche Arbeit noch immer großes Ansehen. Er stellte den ersten erhaltenen Sternenkatalog zusammen und verfaßte viele andere wissenschaftliche Werke. Von ihm stammt auch das erste erhaltene Lehrbuch der Astrologie, das auch Laien verständlich war, das Tetrabiblos. Auf P. geht darüber hinaus die Ausarbeitung unserer heutigen astrologischen Häuser zurück.
Pyromantie
Weissagung aus Flammen oder Feuer. Allerdings wird so auch die Magie mit Feuer bezeichnet.
Pythagoras von Samos
Mathematiker und Gründer einer der ersten ordensähnlichen Schulen, die der Freimaurerei oder dem O.T.O. vergleichbar wären. Die Mitglieder sollten die Harmonie der Welt durch Studium der Musik, Mathematik, Zahlenlehre und der anderen damals bekannten Wissenschaften erfahren. P. lehrte auch die Seelenwanderung. Manche Historiker vermuten deswegen, er habe Kontakt zu indischen Lehrern gehabt. Bekannt ist nur, daß er weit und viel gereist ist. Übrigens war er einer der ersten, von dem man weiß, daß er die Sonne und nicht die Erde im Mittelpunkt des Universums sah.