Kaaba
Arabisch für "Quadratisches Gebäude". Die K. ist das höchste Heiligtum des Islam. Sie befindet sich im saudiarabischen Mekka und ist das Ziel der Pilgerfahrt aller Moslems. Die K. wurde angeblich von Adam gebaut und später von Abraham und Ismael wiederhergestellt. Der Behälter, in dem sie den Mörtel gemischt haben sollen, befindet sich noch neben der Eingangstür und ist das Ziel großer Verehrung. Innerhalb der K. befindet sich der Schwarze Stein (wahrscheinlich ein Meteorit), den Ismael direkt vom Erzengel Gabriel erhalten hat. Bereits vor dem Islam wurden an diesem Ort die Gottheiten der arabischen Nomaden und Händler verehrt. Mohammed weihte diesen Stein dann später Allah, dem einzigen Gott des Islam. Fünfmal am Tage wendet sich der gläubige Muslim zum Gebet in Richtung der K.
Kabbala
Der Orginalautor der Kabbala soll der »Erzengel Metatron« gewesen sein, welcher auch als Lehrer Moses fungiert haben soll. Die Kabbala stellt in ihrer Gesamtheit den Schlüssel zu allen esoterischen, magischen und astrologischen Erkenntnissen dar. Alle Freimaurer-Gesellschaften verdanken der Kabbala ihre Geheimnisse und Symbole. Sie allein verknüpft Glauben mit Vernunft, Freiheit mit Macht und Wissen mit Mysterien. Sie ist der Schlüssel zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie weist Parallelen zum Yggdrasil, dem Weltenbaum der Skandinavier und zum Weltenbaum aus der Bhagavadgita auf.
Die Kabbala besteht aus 10 heiligen Sephiroth mit insgesamt 32 Pfaden. Davon werden die Sephiroth als die ersten 10 Pfade angesehen, die Verbindungslinien zwischen den Sephiroth als 22 weitere Pfade. Jede Sephirah steht für eine Entwicklungsphase, in denen die Seele den Kosmos erfaßt. Die Pfade, die sie verbinden, sind subjektive Bewußtseinsstufen. Die Sephiroth sind makroskopisch und objektiv, die Pfade mikroskopisch. Die drei oberen Sephiroth werden höchstes Dreieck genannt und sind vom Prinzip latent. Darauf folgen Chesed, Geburah und Tiphereth, die man abstraktes Dreieck nennt. Diese drei Prinzipien sind patent. Die unterste Funktionseinheit des Lebensbaumes wird nicht durch ein Dreieck, sondern durch ein Quaternio gebildet. Diese Sephiroth gehören den Ebenen der Form an, wo die Energien nicht frei beweglich sind und nur durch zerstörerisches Wirken freigesetzt werden können.
Ausführliche Infos zur Kabbala
Kabiren
Gottheiten, die wahrscheinlich phönizischen Ursprungs sind. Ihre Kultstätten waren auf den Mittelmeerinseln Samothrake und Lemnos. Sie wurden von Seefahrern verehrt, die sie um Schutz anflehten.
Kahuna
Esoterische Modeerscheinung, die aus Hawaii stammt. Die Heilmethoden des K. arbeiten häufig mit sogenannten übersinnlichen Kräften. Ihre Wurzeln liegen in der traditionellen Religion und Heilkunde der Polynesier.
Kali
Heißt eine der Erscheinungsformen der Gemahlin des indischen Gottes Shiva. Im Ganzen ist ,sie die Muttergottheit und symbolisiert die Schöpferkraft. Der K. genannte Aspekt ihres Wesens ist jedoch ein anderer: Hier ist sie die große Zerstörerin, die Krankheiten und Seuchen bringt. Diese dunkle Seite der Göttin zeigt sich auch in ihrem furchteinflößenden Aussehen. Ihre Haut ist schwarz (K. heißt schwarz), ihr Gesicht wirkt oft so, als ob sie in Raserei sei, und sie trägt eine Halskette, die aus menschlichen Schädeln besteht. Die Verehrung K.'s ist vor allem in den unteren Kasten der indischen Gesellschaft und bei den Kastenlosen (Parias) sehr weit verbreitet.
Kali (die Schwarze, die Dunkle), die indische (hinduistische bzw. buddhistische) Göttin des Todes, der Zeit und der Zerstörung, auch Durga (die Unergründliche) genannt. Der Name kommt vielleicht aus dem Sanskrit (weibliche Form von kala: Zeit). Sie ist eine Inkarnation der einen Muttergöttin Devi oder Mahadevi, in anderen Inkarnationen auch Parvati (Göttin der Sexualität und Mütterlichkeit) oder Gauri (die goldene Himmelsjungfrau), und wird auch noch mit zahlreichen anderen Namen versehen. Nach ihr ist Kalkutta benannt (anglisiert aus Kali-Ghatt, Stufen der Kali). Kali wurde richtig bedeutsam erst seit dem 7. Jahrhundert mit dem Aufstieg des Tantrismus, einer religiösen Tradition sowohl des Hinduismus wie auch des Buddhismus. Ein eigener Kult umgibt die Partnerin Shivas seit dem 18. Jahrhundert. Kali hat langes, wirres Haar, ist mit Leichenteilen umgürtet, hat in der einen Hand ein blutiges Schwert und in der anderen einen abgeschlagenen Kopf. Ihre Zunge hängt zwischen verlängerten Eckzähnen hervor, ein Attribut, das sie wie die Tatsache, dass sie die von ihr Getöteten nicht nur zerstückelt, sondern (wie viele Kriegsgöttinnen) auch ihr Blut trinkt, in die Nähe der Vampire rückt. Ihr kann niemand widerstehen, selbst ihr Gemahl Shiva nicht, auf dessen Leichnam sie in manchen Darstellungen hockt, während sie seine Eingeweide verzehrt und mit ihm zugleich sexuell verkehrt. In der Tradition des Tantrismus, der, wenn eine Göttin im Mittelpunkt steht, auch als Shaktismus bezeichnet wird (Shakti ist die schöpferische weibliche Macht), steht Kali für den weiblichen, den aktiven Pol, die naturhafte Unberechenbarkeit, der Schönes und Häßliches gleich viel gilt und die Leben nimmt, aber auch gibt. Daher gilt sie auch als Göttin der Freiheit, der Zuwendung und mütterlichen Liebe, als Lebensspenderin und »Schatzhaus des Mitleids«. In einigen Formen des Shaktismus wird sie als Urgrund, als die einzige Göttin und Ursprung aller anderen Götter gesehen. Der Shaktismus ist besonders in Kashmir und Bengalen verbreitet, wo Kali heute noch Ziegen geopfert werden, denn Blutopfer gehören zu ihrer Verehrung seit alters her. In Kalis Namen wurde auch viel menschliches Blut vergossen; die »Mördersekte« der Thags ermordete noch bis ins 20. Jahrhundert Reisende und brachte Kali Menschenopfer dar.
Kali-Yuga
Bedeutet so viel wie "schwarzes Zeitalter". Nach der Lehre der Veden (alte Schriften die die Grundlage der indischen Religion und Philosophie bilden) heißt so das Zeitalter, in dem wir leben. Nach indischer Zählung ist es das vierte, und manchmal wird es auch "eisernes Zeitalter" genannt. Im ganzen soll es eine Länge von 432 000 Jahren haben; seinen Anfang bildete der Tod Krishnas, der im Jahre 3120 v. Chr. gewesen sein soll.
Kama
Stammt aus der indischen Sprache Pali und bedeutet Liebe, Wollust, Sinnlichkeit. K. hat aber häufig einen negativen Beigeschmack - vor allem im Buddhismus (Buddha) -, und seine Bedeutung ist dann der des Wortes Sünde recht ähnlich.
Kamaloka
Heißt in Indien der Ort, zu dem die Menschen nach ihrem Tode gelangen. Hier beginnt sich ihr Selbst allmählich aufzulösen. Das K. ist eine Mischung aus griechischem Hades und christlichem Fegefeuer.
Kamarupa
Indische Bezeichnung für den geistigen Körper oder die Seele, die nach dem Tode weiterbesteht. Die Tatsache, daß der K. weiterexistiert, ist nicht unbedingt positiv zu verstehen; sie deutet nämlich darauf hin, daß der Mensch mit all seinen Sinnen und Begierden zu sehr an der materiellen Welt gehangen hat.
Kamasutra
Indisches Buch über die Kunst der Liebe, geschrieben im 4. Jahrhundert n. Chr. Autor war ein gewisser Vatsyayanama, den man auch unter dem Namen Mallanga kennt. Das Kamasutra ist zum einen ein Buch, dass Eheleute bei der Hochzeit bekamen, mit Informationen über die Sexualität und die Liebeskunst, zum anderen schildert es, wie man um eine Frau wirbt. Nach Europa kamen die ersten Ausgaben des Kamasutra durch englische Kolonialbeamte, die ein großes Interesse an Pornographie hatten, und für die Indien ein reicher Fundort hierfür war. Deswegen galt das Kamasutra im Westen lange Jahre zu Unrecht als ein recht anrüchiges Werk.
Kandidat
Abgeleitet vom lateinischen Wort für weiß "candidus". Wer im alten Rom in eines der Mysterien eingeweiht wurde, wurde in eine weiße Robe gekleidet. Später meinte der Begriff die Neu-Anwärter, die sich in einen Freimaurer- oder Rosenkreutzerorden einweihen lassen wollten.
Kardec, Allan (1804-1869)
Pseudonym des französischen Professors Hippoly te Leon Denizard Rivail. Von Beruf war K. Pädagoge, darüber hinaus verfaßte er auch mehrere Schulbücher. Als Mitte des 19. Jahrhunderts das Interesse an Spiritismus zunahm, begann sich auch K. damit zu beschäftigen. Sein Pseudonym soll der Name eines bretonischen Bauern sein, der K. in einem seiner früheren Leben er glaubte an die Wiedergeburt - gewesen sein will. K. schrieb eine Reihe von Büchern, wobei ihm u. a. Sokrates, Augustinus, Martin Luther oder Napoleon die Feder geführt haben sollen. Es ist schon ein wenig verwunderlich, daß sich die Lehren und Bücher K.'s heute gerade in Brasilien äußerst großer Beliebtheit erfreuen. Dort entstand ein regelrechter Kult, der "Kardecismo", der eine sehr große Anhängerschaft hat.
Kardinale Zeichen
Unter dieser Bezeichnung sind die vier Tierkreiszeichen Widder, Krebs, Waage und Steinbock zusammengefasst.
Kardinaltugenden
Tugenden, die in der jeweiligen Kultur die wichtigsten sind. Sie unterscheiden sich je nach Zeit, Gesellschaft und Religion. Die christlichen Kardinaltugenden sind der Glaube, die Liebe, die Hoffnung.
Karezza
Sexualpraktik, die von Thomas Lake Harris (1823-1906) nach tantrischen Yogapraktiken (Tantra) entwickelt wurde und bei der es trotz ausgeprägter sexueller Stimulation nicht zum Samenerguß kommen darf. Der Samen und die damit verbundene Energie sollen im Körper "umgeleitet" werden und so übersinnliche Kräfte erzeugen, die sich dann für Magie o. ä. nutzen lassen.
Karma
Das bedeutet in der östlichen Geisteswelt: Karma ist das Schicksal, das aus den eigenen Taten und Werken entspringt, über den Tod hinaus, so daß Schicksalsschläge ihre Ursache in einem früherem Leben haben können.
In der Philosophie und Religion Chinas und Indiens der Name für die Vorstellung, daß jedes Handeln eine Wirkung hat. K. leitet sich von einem Wort der indischen Sprache Sanskrit ab und heißt "Werk". In weltlicher Hinsicht bedeutet es, daß alle Handlungen eines Menschen in der Vergangenheit unausweichlich seine Zukunft bestimmen. Auch bei seinem Tod geht die Wirkung seiner Taten nicht verloren, sondern bestimmt das weitere Schicksal der Seele mit. Daraus darf man allerdings nicht schließen, daß ein Mensch, der im Elend geboren wird, wegen schlechter Taten in einem vorherigen Leben selbst an seiner Lage schuld wäre. Weit öfter sind es hohe Seelen, die sich entschlossen haben, das Elend der Welt auf sich zu nehmen, um an seiner Überwindung zu arbeiten. Deshalb verdienen sie Achtung und Unterstützung. K. ist sicherlich einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Begriff fast aller Religionen des indischen Subkontinents. Im Laufe der Jahrtausende hat sich seine Bedeutung gewandelt, er hat aber immer noch etwas mit dem Ursprungswort für "Arbeit" und "Werk" zu tun. Etwas eingeschränkter ist nun jedoch ausschließlich die "religiöse und rituelle Arbeit" gemeint. In der Frühzeit meinte man im Hinduismus mit K. einfach das Opfer, das den Göttern dargebracht wurde. Im Laufe der Zeit bekam dieses Wort, vor allem im Buddhismus, zunehmend eine moralische Bedeutung. Man bezeichnete damit die Handlungen eines Menschen, gute wie schlechte, und die Auswirkungen, die sie auf sein gegenwärtiges und zukünftiges Leben haben. Der Begriff K. wurde unauflöslich mit der Idee der Wiedergeburt verknüpft sowie mit der Vorstellung, daß man im jetzigen Leben das sät, was man im zukünftigen Leben erntet. Das Gesetz des K. ist dafür verantwortlich, daß der Mensch wiedergeboren wird. Weder im Hinduismus noch im Buddhismus gibt es die Ausdrücke "gutes K." oder "schlechtes K.". Dies ist eine Erfindung der westlichen Esoteriker. Gedacht ist das K. vielmehr als neutraler Begriff, als eine Art Naturgesetz (viele Hindus und Buddhisten sehen es auch als ein solches), und Naturgesetze haben keine moralischen Qualitäten. Die Aufgabe des Menschen ist es demnach nicht, "gutes K." zu sammeln und "böses K." zu meiden, sondern gar kein K. "anzusammeln", um so aus dem Zyklus der Wiedergeburten auszubrechen. Neuere indische Philosophen und Autoritäten der hinduistischen und buddhistischen Religion deuten K. auch oft folgendermaßen: Für sie stellt es die Fähigkeit des Menschen dar, Eigenverantwortung für sein Leben und seine Taten zu übernehmen. Das Ziel soll es deshalb sein, keine Verantwortung mehr auf Gott oder Teufel abzuwälzen, sondern sein eigenes Schicksal zu beherrschen und zu lenken.
Karma-Yoga
Bezeichnet das Handeln eines Menschen, das frei von jeder Absicht ist. Der Mensch tut etwas, ohne Belohnung in diesem oder einem nächsten Leben zu erwarten, er handelt einfach seiner wahren, inneren Natur nach. K.- Y. ist der Weg, der den Menschen aus dem Zyklus der Wiedergeburten befreit.
Karpokratiker
Name einer gnostischen Sekte (Gnosis), die von Karpokrates im 2. Jahrhundert gegründet wurde. Alles, was man über die K. weiß, stammt aus der Schrift "Entlarvung und Widerlegung der falschen Gnosis" des Kirchenlehrers Irenaeus (140-202). Laut Irenaeus haben die K. gelehrt, daß der Mensch sündigen soll. Dadurch würde er von seinem irdischen Leben erlöst.
Kartenlegen
Bezeichnet ein Verfahren, mit dem man durch das Auslegen von Karten (Spielkarten, Tarot etc. ) etwas über die Zukunft erfahren kann. Es gibt unzählige Systeme, nach denen die Karten gelegt werden. Nachfolgend zwei Beispiele für Legesysteme:
I. Das Kreuz
3 1 2 4
Die erste Karte (1) gibt an, worum es geht; die zweite Karte (2) sagt, was man nicht tun soll; die dritte Karte (3) gibt an, was man tun soll, und die vierte Karte (4) zeigt an, wohin es führt, wenn man den Rat der dritten Karte befolgt.
II. Die Beziehung1 ist der Signifikator, die Karte, die das Thema zeigt, das für die Beziehung bestimmend ist; 7 und 2 zeigen, was jeder der Partner denkt und wie er/sie die Beziehung einschätzt; 6 und 3 zeigen, was jeder in der Beziehung fühlt, wünscht und denkt; 5 und 4 geben Hinweise auf die nach außen gerichtete Haltung eines Partners, unabhängig von Gedanken und Gefühlen.
7 2 6 1 3 5 4
Kartomantie
siehe Kartenlegen
Kaste
Einteilung, nach der die indisch-hinduistische Gesellschaft gegliedert ist. Das Kastensystem ist ein Teil der hinduistischen Religion. Es gibt vier K.: Brahmanen (Priester) , Kashatriyas (Krieger), Vaishyas (Händler etc. und Grundbesitzer), Shudras (Sklaven und Arbeiter). Die Parias gehören keiner K. an. Die Mitglieder der ersten drei K. sind nach der hinduistischen Lehre wiedergeboren worden, die anderen nicht. Obwohl der große indische Staatsmann Mahatma Gandhi das Kastensystem offiziell abgeschafft hat, besteht es trotzdem in Indien noch weiter.
Katharer
Griechisch für "die Reinen". Unter dem Namen K. faßt man verschiedene christliche Sekten, so z. B. Albigenser, Bogumilen oder Waldenser zusammen. Sie lebten etwa vom 10. bis zum 15. Jahrhundert, vor allem im Süden Frankreichs. Das Katharertum vertrat einen strengen Dualismus. Die materielle Welt wird in ihm als negativ gesehen, Erlösung könne nur dadurch erfolgen, daß sich die Seele vom Körper befreie. Die K. war gegen Ehe und Sex und ernährten sich rein vegetarisch. Sie verabscheuten einen Großteil der christlichen Lehren und fast alle Sakramente, da sie zu sehr an die materielle Welt gebunden seien. Sie selbst hatten nur ein einziges Sakrament, das Consolamentum (die Taufe der Seele). Nur die Vollkommenen ihrer Gemeinschaft (Perfecti) erhielten dies. Danach mußten sie ihr weiteres Leben nach einem strengen Sitten- und Moralkodex ausrichten. Die Mehrheit waren die Gläubigen (Credentes), deren Moralvorschriften weniger streng waren. Die katholische Kirche verurteilte die K. schließlich als Ketzer und ließ sie gnadenlos und blutig verfolgen.
Kelche
Eine der vier Farben im Tarot. Die Kelche sind dem Wasser zugeordnet. Sie sind wie die Scheiben weiblich.
Kellner, Carl (1850-1905)
Chemiker und Grossindustrieller, geb. Wien, 8.9.1850: gest. Wien, 7.6.1905. Stud. in Wien und Paris. In einem Wr. Privatlaboratorium arbeitend, machte er bereits im Alter von 22 Jahren jene entscheidenden Beobachtungen, die nach seinem 1876 erfolgten Eintritt in die Fabrik des Hektor Frh. von Ritter-Zahony in Podgora bei Goerz in dem nach ihm und Ritter benannten und binnen kurzem von zahlreichen Papierfabriken in Verwendung genommenen Sulfit-Zelluloseverfahren gipfelten ... (Elektrochem. Bleichverfahren) ... The Castner-Kellner Alkali Ko., baute in England die damals groesste Anlage der Welt zur Chloralkali-Elektrolyse ... K. befasste sich auch mit techn. Erfindungen ... wie Gewinnung von Gespinstfasern, Beleuchtung, Photographie, kuenstliche Edelsteine u.a." Dr. Walter, III. Band, Graz-Koeln 1965, Seite 290.
Kellner wurde (laut Reuss und Franz Hartmann) 1873 in die Loge Humanitas in Neuheusl (Neudoerfel?) aufgenommen. Diese Loge war am 9. Maerz 1871 unter der Konstitution der Gross-Loge Ungarns erleuchtet worden. Sie war die erste und respektierteste der sogenannten "Grenz-Logen", die nach 1870 in Österreich errichtet wurden. Von "regulären" maurerischen Aktivitäten Kellners ist mir aber nichts bekannt geworden, da er sich bald den sogenannten Hochgraden zuwandte, d.h. dem AASR und MM. Kellner kannte John Yarker in Manchester persönlich, da er ja eine Fabrik dort besass. Warum Kellner am AASR und MM interessiert war, kann nur vermutet werden. Ich nehme an, dass Kellner eine "ehrenhafte" Organisation suchte, aus der er quasi als filtrierenden Vorhof Yogaschüler für seinen privaten Hatha- Yoga-Kreis rekrutieren konnte. Reuss als Mann fürs Grobe (Kellner: "Sie hätten eine Bismarck-Karriere als Diplomat gemacht") wurde so finanziell für die Organisation verschiedener Freimaurerorden unterstützt. In Reuss' Oriflamme sind hin und wieder Kellners AASR- und Memphis-Misraim-Grade zu finden. Im Dezember 1902 ernannte ihn John Yarker in London zum 96* und zum "Souveränen Ehren-General Grossmeister" "unseres Ordens". Am 27.12.1903 wurde Kellner zum 33*, 90* und 96* von England und Deutschland ernannt, 1904 wurde er Freundschaftsrepräsentant des MM für Amerika, da war er aber eigentlich schon schwer krank. Im Zusammenhang mit dem Begriff "O.T.O." tauchte Kellners Name zu dessen Lebzeiten nicht auf. Es gibt überhaupt keinen schriftlichen Beleg dafür (nur "oral History" der Kellner Familie), dass dieser Begriff vor 1906 existierte. Das wurden erst Konstruktionen nach Kellners Tod. Und zwar frühestens ein halbes Jahr später: In der Oriflamme vom Juni 1905 zum Tode Kellners wurden nämlich alle Titel und Ämter Kellners aufgezählt, der Begriff "O.T.O." und seine angeblichen Grade fehlten aber. Mit Rudolf Steiner hat er übrigens wahrscheinlich auch nie Kontakt gehabt.
Kelley, Edward (1555-1595)
Assistent John Dees, bei dessen Arbeit mit dem henochischen System (Henochisch) der Magie. Zudem war K. auch Alchemist (Alchemie). Einigen Quellen nach war K. ein Verbrecher, der mehrere Jahre im Gefängnis gewesen sein soll. Die Quellen berichten nämlich davon, daß ihm ein Ohr gefehlt habe, und so wurden zu damaliger Zeit Diebe etc. gekennzeichnet.
Kelten
Name für ursprünglich in Süd- und Westdeutschland wohnende indogermanische Stämme. Im Laufe von rund 500 Jahren besiedelten und eroberten sie ein Gebiet, das sich von Irland im Westen bis in die Türkei im Osten ausdehnte. Die von Norden kommenden Germanen und die von Süden voranrückenden Römer vernichteten ihr Reich letztendlich. Die meisten schriftlichen Dokumente über die Kultur und Religion der K. stammen aus Irland, wo sie im 12. Jahrhundert unter christlicher Aufsicht niedergeschrieben wurden. Die keltische Gesellschaft war in drei Gruppen unterteilt: der König, die Krieger und die Viehzüchter. Die religiöse Hierarchie war ebenfalls dreigeteilt (Drei). Es gab die Druiden, die die Priester und Verwalter waren, die Vatis oder Filidh, die das Amt des Zauberers und Wahrsagers innehatten, und die Barden, die für die mündliche Überlieferung der Literatur und Poesie zuständig waren. Es ist sehr schwer, Aussagen über die keltischen Götter und Göttinnen zu machen, da es einige Hunderte von ihnen gab, wovon die meisten aber nur lokale Bedeutung hatten. Während der Zeit der Römer wurden viele keltische Gottheiten mit den römischen gleichgesetzt, z. B. Lug mit Merkur. Die meisten Informationen über die keltische Religion und Mythologie findet man in zwei irischen Texten, im Leabhar Gahbala (Buch der Invasionen) und im Dinnshenchas (Geschichte der heiligen Orte). Die bekanntesten keltischen Götter sind der Gott des Himmels Tanaros, der Gott des Krieges Esus, der Staatsgott Teutates, der Gott des Lichtes Belenos, Lug, der Gott der Magie, und Epona, die Göttin der Pferde. Bekannte Gestalten der europäischen Mythologie und Folklore wie Elfen, Feen und Zwerge haben auch ihren Ursprung bei den K. Ausgrabungen haben den Nachweis erbracht, daß die K. noch bis in die Zeit der Römer ihren Göttern Menschenopfer darbrachten. Die keltischen Bewohner des heutigen Frankreich wurden auch Gallier genannt.
Keltisches Kreuz
Eins der bekanntesten Systeme, nach denen Tarotkarten ausgelegt werden können (Kartenlegen, Tarot). Bei diesem Legesystem wird zuerst ein "Signifikator" ausgewählt, der den/die Fragesteller/in darstellt. Hierbei nimmt man z. B. eine Karte aus dem Tarotspiel, die dem Sternzeichen des/der Betreffenden entspricht. Das Auswählen des Signifikators erfordert Erfahrung, Geschick und Intuition. Die erste Karte (1), die dann gezogen wird, legt man über den Signifikator. Sie gibt Auskunft über den Haupteinfluß, der im Augenblick vorherrschend ist, oder eine Person, die im Augenblick sehr wichtig für den/die Fragesteller/in ist. Die zweite Karte (2) wird nun horizontal über die erste gelegt. Sie steht für die im Augenblick wirkenden Hindernisse; falls dies eine sehr gute Karte ist, stellt sie einen fördernden Einfluß dar. Die dritte Karte (3) wird oberhalb des Signifikators gelegt. Sie zeigt an, was im Augenblick möglich ist, was die Wunsch oder Idealvorstellung des/der Fragestellers/in bzw. des Gegenstandes der Kartenbefragung ist. Die vierte Karte (4) wird unterhalb des Signifikators gelegt. Sie weist auf den Bereich des Unbewußten hin und deutet an, auf welchem Gebiet und mit welchem Problem man sich bewußt auseinandersetzen muß. Die fünfte Karte (5) wird links vom Signifikator ausgelegt. Sie gibt Auskunft darüber, was in der Vergangenheit geschehen ist und wie es eventuell zu dem Problem gekommen ist. Die sechste Karte (6) wird rechts vom Signifikator gelegt. Sie informiert über das, was in der Zukunft geschehen wird, wohin sich der/die Fragesteller/in und das Problem entwickeln werden. Mit der sechsten Karte ist das Bilden des Kreuzes abgeschlossen. Die Karten 7, 8, 9 und 10 werden nun nacheinander von unten nach oben in einer Reihe rechts neben dem Signifikator ausgelegt. Die siebte Karte (7) zeigt an, wie die Haltung und die Einstellung gegenüber der Fragestellung ist; sie ist also eine Ergänzung zu den Karten (1) und (2). Die achte Karte (8) bezeichnet den Einfluß, den das soziale Umfeld (Familie, Freunde etc.) und die Lebenssituation im allgemeinen auf den/die Fragesteller/in haben. Die neunte Karte (9) gibt Auskunft über die Hoffnungen und Befürchtungen. Die zehnte Karte (10) weist auf die Zukunft hin, auf das, was geschehen wird, ist also eine Ergänzung zu (6). Die Deutung bezieht sich nun auf einen wesentlich längeren Zeitraum und kann auch einen Endpunkt angeben, auf den sich der Gegenstand der Befragung hin entwickelt.
Kether
siehe Kabbala
Ketzerei
Lehre, die einer geltenden, von der Mehrheit vertretenen Doktrin widerspricht oder deutliche Unterschiede zu ihr aufweist. Als Ketzer hat man z. B. die Katharer bezeichnet. Das Wort Ketzer leitet sich auch von ihrem Namen her.
Khepera (auch Kephrah)
Ist nach der altägyptischen Religion ein Aspekt oder eine Form des Sonnengottes. K., der die Gestalt eines Skarabäus (Mistkäfer) hat, kommt mit der Sonne an die Oberfläche, wo er sich dann Nut, der Göttin des Himmels, übergibt.
Khunrath, Heinrich (1555-1601)
Berühmter deutscher Alchemist (Alchemie). Sein bekanntestes Buch ist das "Amphitheatrum Sapientiae Aeternae" (Amphitheater der ewigen Weisheit), 1609 posthum erschienen.
Kilner, Dr. Walter J. (1847-1920)
Mediziner. Die rnenschliche Aura interessierte K. besonders, deshalb konstruierte er den Kilner-Schirm, mit dessen Hilfe sie angeblich sichtbar werden sollte. Der Schirm, durch den die Testpersonen betrachtet werden sollten, bestand aus zwei Scheiben Glas, zwischen denen sich in Alkohol gelöstes Dicyamid-Blau befand.
Kirche des Satans
Berüchtigte Organisation des Satanismus, die in der Walpurgisnacht (1.5.) 1966 von dem ehemaligen Raubtierdompteur und Polizeifotografen Anton La Vey in San Francisco gegründet wurde. Einzelne Gruppen der Kirche nennen sich Grottos. Im ganzen gibt es fünf Grade: 1. Grad Lehrling/Satanist, 2. Grad Zauberer oder Hexe, 3. Grad Hexenmeister oder Hexenmeisterin, 4. Grad (böser) Zauberer oder (böse) Zauberin, 5. Grad Magus. Hauptgegenstand der Kirche sind Rituale (z. B. die Schwarze Messe), die aber vornehmlich dazu dienen, freie und zügellose Sexualität auszuleben. In dem Spielfilm "Rosemary's Baby" (1968) von Roman Polanski spielte La Vey den Teufel. Die amerikanische Schauspielerin Jayne Mansfield war mehrere Jahre Mitglied der Kirche des Satans. 1974 spaltete sich der Tempel des Set von der Kirche ab.
Kircher, Athanasius (1601-1680)
Mitglied des Jesuitenordens und Professor für Mathematik an der Universität Rom. K. betrieb archäologische Studien, schrieb Arbeiten über Musiktheorie und erfand die Laterna Magica (einen frühen Projektionsapparat für Bilder). Er versuchte auch, die ägyptischen Buchstaben (Hieroglyphen) zu entziffern. Außerdem beschäftigte sich K. mit Alchemie und Magie und war ein Schüler des Cornelius Agrippa.
Kirlian-Fotografie
Technik, mit der es angeblich möglich sein soll, die Aura eines Menschen sichtbar zu machen. Seit Ende des 18. Jahrhunderts kennt man bereits die Technik der Elektrofotografie; in den vierziger Jahren wurde sie vom russischen Elektroingenieur Semjon Kirlian erheblich weiter verbessert. Bei der K.-F. wird ein Gegenstand, der fotografiert werden soll, direkt auf einen unbelichteten Film gelegt. Dieser Film liegt auf einer Elektrode, die mit einer dünnen Schicht eines nicht leitenden Materials (Glas oder Kunststoff) überzogen ist. Wenn nun die Elektrode unter Spannung gesetzt wird, gibt es eine Entladung zwischen der Elektrode und dem Gegenstand. Diese Entladung ist für das Auge nicht wahrnehmbar, kann aber auf dem Film aufgezeichnet werden. Auf dem Foto sieht es dann so aus, als ob der Gegenstand von einer Aura umgeben wäre. Wenn man die K.-F. mit lebenden Objekten durchführt, ist diese "Aura" besonders hell und strahlend. Deswegen vertreten einige Forscher auf dem Gebiet der Parapsychologie die Ansicht, daß man mit Hilfe der K.-F. übersinnliche Energien sichtbar machen könnte, obwohl die fotografierte "Aura" in Wirklichkeit mit der Feuchtigkeit zusammenhängt, welche die Entladung verstärkt. K.-F. muß also als ein physikalisches Phänomen angesehen werden, das keine okkulte oder übersinnliche Ursache hat. Trotzdem wollen noch eine Reihe sogenannter alternativer Heiler mit Hilfe der K.-F. alle möglichen Krankheiten, bis hin zum Krebs, diagnostizieren. Literaturhinweis. "Image Modulation in Corona Discharge Photography, Science, Oktober 1976.
Klein, Heinrich Joshua
Mitbegründer des O.T.O.
Knigge, Adolf Franz Friedrich Ludwig Freiherr von (1752-1796)
Zu seiner Zeit ein vielgelesener Autor. 1780 wurde er in den Illuminatenorden eingeweiht, an dessen Struktur und Aufbau er einen sehr großen Anteil hatte. Vom Jahre 1784 an wollte er mit all diesen Aktivitäten nichts mehr zu tun haben. Berühmt wurde K. vor allem durch sein Benimmbuch "Über den Umgang mit Menschen".
Knorr von Rosenroth, Christian (1636-1689)
Deutscher Freiherr, der sehr früh ein Interesse für jüdische Mystik entwickelte. Mit Hilfe eines jüdischen Rabbis übersetzte er Teile der kabbalistischen Schrift "Sohar" (Kabbalah) ins Lateinische, die dann 1677 unter dem Titel "Kabbala Denudata" (enthüllte/geoffenbarte Kabbala) erschienen. Auf diese Art und Weise wurden diese Texte einem größeren, nichtjüdischen Publikum bekannt.
Koan
Begriff aus dem japanischen Zen- Buddhismus (übersetzt bedeutet er "eine öffentliche Angelegenheit"). Der Schüler erhält von seinem Lehrer einen K., über den er meditieren muß. Da der K. - eine Art widersprüchlicher Geschichte oder Frage - vom Standpunkt der Logik weder zu verstehen noch zu deuten ist, soll er dem Schüler dabei helfen, seinen Verstand und seine Rationalität zu überwinden, um so zur Erleuchtung (Satori) zu kommen. In der Zen-Literatur kennt man weit über 1700 K.s.
Königliche Kunst
Andere Bezeichnung für Freimaurerei.
Kollektives Unbewußtes
siehe Jung, C.G.
Konfuzius
Ist die lateinische Form der chinesischen Worte "Kung Tse" oder "Kung Tzu", die im Deutschen "Meister Kung" bedeuten. K. kam aus dem Kleinadel und lebte in China von 552 bis 479 v. Chr., es gibt auch andere Lebensdaten, die sich jeweils um einige Jahre unterscheiden. Er gilt als einer der bedeutendsten Philosophen Chinas. Die von ihm geschaffene Lehre ist der Konfuzianismus. K. hatte hohe Ämter in Staat und Verwaltung inne, gab diese aber auf und wurde zu einer Art Wanderphilosoph.
Konfuzianismus
Lehre des Konfuzius, nach der die Familie die Grundlage der Gesellschaft und des Staates ist. Der K. war von 206 v. Chr. bis 1912 Staatsdoktrin und beeinflußt die Gesellschaften Asiens noch heute. Konfuzius verstand seine Lehre als praktisch moralische Philosophie, die vor allem die Verankerung des einzelnen, der Familie und des Staates in der Moral und damit der Menschlichkeit zum Anliegen hat. Der wichtigste Begriff aus seiner Philosophie ist das chinesische Wort Li. Erfahrene Kenner der chinesischen Sprache sagen, daß eine Übersetzung dieses Wortes eigentlich nicht möglich ist. Jede Übersetzung ist daher nur eine Annäherung. Die gängigen Übersetzungen sind Tugend und Sittlichkeit. Für Konfuzius gibt es fünf Tugenden: Sittlichkeit, Weisheit, gegenseitige Liebe, Rechtschaffenheit, Ehrfurcht. Sehr wichtig war es ihm außerdem, die jahrtausendealten chinesischen Traditionen zu wahren und die drei "unumstößlichen Beziehungen" aufrechtzuerhalten: Die Unterordnung des Volkes unter den Staat, des Sohnes unter den Vater, der Frau unter den Mann.
Konjunktion
Wichtiger astrologischer Aspekt. In K. stehen Planeten, wenn sie nur wenige Grade voneinander entfernt sind.
Konstellation
Bezeichnet eine Stellung der Sonne zum Mond und den anderen Planeten.
Kontemplation
Innenschau, innere Selbstbetrachtung. K. wird heute oft mit dem Begriff Meditation gleichgesetzt.
Kopten
Seit dem 16. Jahrhundert Bezeichnung für ägyptische Christen. Die K. entwickelten eine eigene Kultur und Sprache. Viele wichtige Dokumente, die Informationen über die altägyptischen und frühchristlichen Kulturen und Religionen enthalten, kennt man erst aus ihren koptischen Übersetzungen. In Koptisch sind auch viele der frühen Texte über Alchemie abgefaßt.
Koran
Name des heiligen Buchs des Islam. Das Wort leitet sich von dem arabischen Wort für Lesung ab. Mohammed, der Gründer des Islam, soll den K. direkt durch den Erzengel Gabriel diktiert bekommen haben. Gegliedert ist er in 114 Kapitel (Suren). Er enthält die grundlegenden Lehren und Anweisungen, die für einen gläubigen Moslem bindend sind.
Kosmobiologie
Astrologische Schule, die sich mit den Auswirkungen der Planeten, vor allem des Mondes auf Pflanzen, Tiere und den menschlichen Körper beschäftigt. Sie berechnet z.B. günstige Aussaatzeiten für den Landwirt. Der biologisch-dynamische Landbau richtet seine Arbeitsweise nach solchen Berechnungen.
Kosmogonie
Griechisch, bezeichnet die Schöpfung der Welt und die herrschenden Gesetze.
Kraftorte
Vorstellung, daß es auf der Erde besondere Orte gibt, an denen eine starke psychische oder spirituelle Kraft vorhanden ist.
In der Geomantie wird sie mit bestimmten Kräftelinien der Erde in Zusammenhang gebracht, die sich an solchen Orten z. B. kreuzen. In alter Zeit wurde diese Kraft als die Kraft der Mutter Erde bezeichnet, die sich dort manifestierte. Als natürliche Orte der Kraft sind Bergspitzen bekannt, aber auch Quellen und markante Bäume und Felsformationen.
Einer der heiligsten Orte der Erde, ist der Kailash in Tibet, der Berg, von dem gesagt wird, sein Gipfel sei der Wohnort Shivas.
Krafttier
Im Schamanismus werden manche Tiergeister als Krafttiere bezeichnet, d.h. sie sind imstande, die physischen, psychischen und geistigen, auch magischen Kräfte eines Menschen zu unterstützen, wenn er die richtige Art Kontakt mit ihnen aufnimmt. Man muß aber die Tiere gut kennen, um zu wissen, welche Kräfte sie wirklich in sich haben und weitergeben können. In den meisten Fällen sind es Wildtiere, deren Geist sich bei einer schamanistischen Reise als Krafttier des Reisenden zu erkennen gibt.
Kreuz
Eines der ältesten Symbole der Menschheit, das man schon auf steinzeitlichen Bildern sieht. Seit etwa dem 5. Jahrhundert n. Chr. ist das K. das Symbol des Christentums und ersetzt in dieser Funktion den Fisch (Ischtys).
Krishna
Der populärste Gott des Hinduismus. Man sieht ihn oft in Begleitung seiner blauhäutigen Gefährtinnen. Er ist die Hauptperson vieler Sagen und Legenden. Im Bhagavadgita wird er als eine wiedergeburt Vishnus geschildert, der mit dem Kriegshelden Arjuna, seinem Freund und Schüler, lange Gespräche auf dem Schlachtfeld Kurukshetra führt. Er lehrt ihn, daß Gottesverehrung (Bhakti) der wichtigste der drei Wege zur Befreiung aus der Kette der Wiedergeburt ist. Wissen und Handeln, ohne an dem Handeln zu haften, sind die anderen zwei.
Krishnamurti, Jiddu (1895-1986)
Pseudonym des Inders Juddu Nariahna. K. war ein indischer Mystiker und Philosoph mit vielen Anhängern in Europa und den USA. Sein Vater war der Schreiber der damaligen Vorsitzenden der Theosophischen Gesellschaft (Theosophie) Annie Besant. Besant und Charles Leadbeater, der damals auch eine leitende Funktion in der Theosophischen Gesellschaft hatte, erklärten im Jahre 1910, daß K., so nannten sie den vierzehnjährigen Jungen, eine Wiedergeburt Maitreyas, eine Art Buddha, der neue Lehrer der Welt, schlicht ein neuer Messias sei. Damit die Person und der Plan, den sie damit beabsichtigten, bekannt wurde, gründeten sie den "Orden des Sterns im Osten". Viele Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft akzeptierten das nicht und traten aus, unter ihnen war fast die gesamte deutsche Sektion unter der Leitung Rudolf Steiners. Dies war somit der Anfang der Anthroposophischen Gesellschaft (Anthroposophie). 1929 löste K. den Orden auf und brach mit der Theosophischen Gesellschaft. Er begann, Vorträge zu halten und Bücher zu schreiben. So wurde er zu einem allseits geachteten Philosophen, der dem Westen die indische Philosophie des Yoga und seine eigenen Ideen vermittelte. Er gründete die Krishnamurti Foundation, die in Ojai, Kalifornien beheimatet ist. Eine kleine Auswahl seiner vielen Bücher: Leben (1977), Einbruch in die Freiheit (1973), Gespräche über das Sein (1977 ).
Kristallkugel
Ca. fünf bis zehn Zentimeter große Kugel aus Glas oder Bergkristall. Sie wird von einem Medium benutzt, das in ihr Visionen und Erkenntnisse über zukünftige Dinge sieht. K.n werden auch dazu benutzt, die Konzentrations- und Visualisationsfähigkeit zu unterstützen.
Kronos
In der griechischen Mythologie der jüngste der zwölf Söhne von Himmel (Uranos) und Erde (Gaia). Diese Söhne sind auch unter dem Namen Titanen bekannt. K. tötete seinen Vater und heiratete seine Schwester Rhea. Immer wenn Rhea ihm ein Kind gebar, fraß er dies. Nur als das sechste Kind, Zeus, geboren wurde, gab ihm Rhea einen in Windeln gewickelten Stein, den er dann fraß. Zeus wurde in aller Heimlichkeit aufgezogen. Als er erwachsen war, kehrte er zu seinem Vater zurück und zwang ihn dazu, alle seine Kinder wieder auszuspucken. Unter Führung des Zeus vereinigten sich die Geschwister zum zehnjährigen Kampf gegen die von K. geführten Titanen. Die Kinder des K. siegten und schickten ihren Vater ins Exil. Später verschmolz K. mit dem römischen Gott Saturn, der anfänglich ein Gott des Ackerbaus war.
Kuh
Heiliges Tier der ägyptischen Göttin Hathor. Die griechische Göttin Athene wurde auch häufig "die Kuhäugige" genannt, ein Hinweis darauf, daß ihr das Tier ebenfalls geweiht war. Rudolf Steiner, der Gründer der Anthroposophischen Gesellschaft (Anthroposophie), behauptete, daß die K. eine ganz besondere Aura habe, die darauf hindeute, daß sie eine wichtige Funktion für das Gleichgewicht in der Natur habe.
Kult
Lateinisch für "Pflege, Bearbeitung, Anbau, Bildung, Erziehung und Verehrung". K. bezeichnet die Verehrung von Göttern durch ein von mehreren Menschen ausgeübtes Ritual, sei es nun eine Andacht, ein Tanz, ein gemeinsames Mahl oder eine Opferhandlung.
Kundalini
Sanskritwort für "Schlange". Im esoterischen Zusammenhang bezeichnet es die geistige, seelische und auch kosmische Energie, die im Muladhara Chakra ruht. Es gibt verschiedene Techniken, um diese Art von "Schlange" zu wecken, damit sie sich die Wirbelsäule hinaufwindet.
Kwan-Yin
Kwan-Yin ist die Königin des Himmels, eine der acht Unsterblichen und der chinesische Schutzengel aller Frauen und werdenden Mütter. Im Feng-Shui wird sie als weiblicher Buddha verehrt. Sie erfüllt den Kinderwunsch, stärkt die Partnerschaft und sorgt für ein harmonisches Familienleben. Kwan-Yin segnet das Heim und schützt alle Familienangehörigen vor Unheil. Im Schlafzimmer aufgestellt schützt sie das Beziehungsglück, aktiviert das Liebesglück, erfüllt den Kinderwunsch und steht werdenden Müttern als Schutzgöttin für Mutterglück, Schwangerschaftsglück und als Glücksbringer für das Ungeborene in besonderem Maße bei.
Kybele
Name der großen Muttergottheit, die in Kleinasien als Fruchtbarkeitsgöttin verehrt wurde. Sie hatte einen jungen Geliebten namens Attis, der sich vor seinem Tod aus Liebe zu ihr kastrierte. Der Kult der K. wird als sehr rauschhaft geschildert und das Zufügen von körperlichen Schmerzen hat bei ihm eine große Rolle gespielt. Die Verehrung der Göttin war in Rom sehr beliebt und hatte ihren Höhepunkt im vierten nachchristlichen Jahrhundert. Das Frühlingsfest, das ihr und Attis zu Ehren in Rom gefeiert wurde, war eine rauschende Feier, die die Wiederauferstehung des Attis zum Thema hatte.