Lexikon - H


H
Haack, Friedrich-Wilhelm (1935- wahrscheinlich 1994)
Trat als Sektenbeauftragter der bayerischen Landeskirche auf. Dieses Amt wurde auf Anfrage aber nicht bestätigt. H. sah sich selbst in der Tradition der frühen Hexenjäger und Inquisitoren. Seine Lebensaufgabe war die Verfolgung von Ketzertum und Unglauben. In München gründete er die Arbeitsgemeinschaft für Religions- und Weltanschauungsfragen. Sie beschäftigt sich mit der Herausgabe esoterischer Bücher ihrer Mitglieder und dem Nachdruck alter Schriften.

Haar
In vielen Kulturen und Religionen spielt das menschliche Haar eine wichtige Rolle. Es steht für die körperliche und geistige Kraft des Menschen.
Berühmt ist die Geschichte des Simson (oder Samson) aus dem Alten Testament, der seine übermenschliche Kraft verlor, als man seine Haare abschnitt (Buch Richter, Kapitel 13-16). Die Priester des alten Ägyptens waren kahlgeschoren, um so anzuzeigen, daß sie sich dem Gott vollständig unterwarfen. Die Haarlocke, die der ägyptische Gott Harpokrates auf vielen Bildern und Statuen trägt, wird gemeinhin als ein Symbol ewiger Jugend gedeutet. Christliche Mönche schnitten (und schneiden) sich die Haare meist bis auf einen kleinen Rest ab, um so jedem zu zeigen, daß sie der Welt entsagen. Im Mittelalter wurde das Haareabschneiden als Strafe eingesetzt. In der Zauberei und Magie sind Haare ebenfalls ein wichtiges Utensil. Nach Ansicht vieler Kulturen kann ein Zauberer, der das Haar eines anderen Menschen besitzt, mit Hilfe eines Rituals Macht über ihn bekommen. Deshalb verbrannten viele Hexen und Hexenmeister ihre Haare, um so zu verhindern, daß andere in ihren Besitz kamen. Einige neuere Hexenzirkel (Hexerei) empfehlen dies heute noch ihren Mitgliedern.

Hades
Griechischer Gott der Unterwelt und ein Bruder des Zeus, des höchsten Gottes der Griechen. Später wurde H. auch zu einem Namen für die Unterwelt, in der die Verstorbenen in Trostlosigkeit dahindämmern. Sie wissen nichts mehr von ihrem vorherigen Leben. Der H. ist nicht mit der christlichen Idee der Hölle zu verwechseln.

Häresie
Aus dem Griechischen stammendes Wort für Ketzerei.

Halloween
In England und Amerika Bezeichnung für den Abend vor Allerheiligen (31. Oktober). An diesem Abend sollen die Seelen der Verstorbenen die Erde besuchen. Man gedenkt der Toten, zündet Feuer und Kerzen an, um sie zu wärmen und zu erfreuen. Vor allem in den USA verkleiden sich die Kinder als Geister und Monster und gehen von Haus zu Haus und bitten um Geschenke. Wenn sie keine bekommen" spielen sie einen Streich.
Genau an Halloween ist auch das heidnische Hexenfest Samhain.

Halluzinationen
Bezeichnung für eine Sinnestäuschung, von der man annimmt, daß sie Wirklichkeit besitzt. H. können neben einem optischen Charakter auch die Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinne betreffen. Darüber hinaus können H. Anzeichen einer psychischen Erkrankung oder das Resultat von Drogenkonsum sein. In schamanistischen Kulturen (Schamanen) sind H. ein wichtiger Bestandteil. Die in Trancezuständen (Trance) erlebten H. spielen in diesen Religionen eine bedeutende Rolle.

Halluzinogene Drogen
Substanzen, die nach der Einnahme Halluzinationen verursachen. In der Religion der nord- und mittelamerikanischen Indianer hat der Gebrauch dieser Drogen sakramentalen Charakter, d. h. sie werden nicht zum Vergnügen genommen, sondern nur in einem genau festgelegten, religiösen Zusammenhang.

Hand
Wichtiges esoterisches und magisches Symbol, das in vielen Kulturen der Welt eine bedeutende Rolle spielt. Auf Höhlenmalereien aus der Steinzeit findet man schon viele Abbildungen der H., die anscheinend mit Jagdzauber in Verbindung stehen. Die ersten Götter, die der ägyptische Gott Atum schuf, entstanden aus dem Samen den der Gott mit seiner H. erzeugte. Die Hände sind auch ein Instrument, mit dem man durch Auflegen heilen kann. In vielen Religionen spendet der Priester den Gläubigen den Segen der Gottheit mit den Händen. Die mit den Handflächen nach außen vorgestreckte H. dient als ein Abwehrzauber gegen böse Kräfte und Geister. Bekannt sind Gesten wie das "cornu". Hierbei wird die H. zur Faust geballt und der Zeigefinger und der kleine Finger werden ausgestreckt. Dies soll vor einer Verhexung durch den bösen Blick schützen. In der arabischen Welt ist die Geste, die geballte Faust mit ausgestrecktem Mittelfinger. In europäischen Ländern gilt das als obszön.

Handlesekunst
siehe Chiromantie

Handschriftendeutung
siehe Graphologie

Hanf
Älteste Kulturpflanze der Menschheit. Sie ist vielseitig verwendbar. Man bindet Stricke aus ihr und stellt hochwertige Gewebe und Papier her (die Gutenbergbibel ist zum Beispiel auf Hanfpapier gedruckt). Daneben wird H. seit Jahrtausenden als Medizin benutzt. Schon Hildegard von Ringen erwähnt lobend seine Heilkraft und milde Rauschwirkung. Der Äskulapstab, das Abzeichen der Ärzte, ist ein H.stengel, um den sich Schlangen winden. Ebenso der Herrscherstab der alten chinesischen Kaiser. Bei Arabern und Indern wird H. als Genußmittel sehr geschätzt. In den USA ist H. seit den zwanziger Jahren als Rauschgift verpönt, vor allem, da es die Droge der farbigen Bevölkerung war. Nach dem 2. Weltkrieg übten große Papierkonzerne und die Chemieindustrie, die Kunstfasern herstellt, politischen Druck aus, um die Pflanze weltweit zu verbieten. Sie fürchteten die Konkurrenz des natürlichen und billigen Rohstoffs. Trotz aller Propaganda gelang es aber nicht überall, den Gebrauch der Pflanze einzuschränken.

Hanuman
Name des affenköpfigen, indischen Gottes der Wissenschaft und Magie.

Hanussen, Jan Erik
Hieß eigentlich Hermann Steinschneider und war in den zwanziger und frühen dreißiger Jahren ein berühmter Bühnenwahrsager. Seine medialen Fähigkeiten galten als wenig ausgeprägt. Trotzdem bekam er mit den nationalsozialistischen Machthabern Schwierigkeiten, die ihn 1933 ermorden ließen.

Hare-Krishna-Bewegung
Eine aus Indien stammende hinduistische Sekte. Ihre Anhänger verehren Krishna als höchsten Gott (Hare oder Harih ist Sanskrit und bedeutet Herr). Ihr ganzes Leben ist auf die Liebe zu ihm ausgerichtet. Sie sind bekannt durch die gelbe Kleidung, ihre kahlgeschorenen Köpfe und das fast dauernde Singen des Lobpreises an Krishna. A. C. Bhakti vedananda Swami Prabhupad begann etwa Mitte der sechziger Jahre in Europa und Amerika, für die Krishna-Bewegung zu missionieren.

Harpokrates
Ägyptischer Gott des Schweigens, wird oft als ein Kind dargestellt, das entweder am Daumen lutscht oder einen Finger auf die Lippen legt. Im eigentlichen Sinne ist H. ein Aspekt des Gottes Horus, nämlich Horus als Kind der Isis. In der Symbolik der Freimaurerei und in den Lehren Aleister Crowleys spielt H. eine große Rolle.

Hartmann, Franz (1838-1912)
Deutscher Arzt. Mehrere Jahre verbrachte er in den USA, wo er in Kontakt mit der Theosophie kam und Mitglied der Theosophischen Gesellschaft wurde. H. wurde in mehrere Freimaurersysteme (Freimaurerei) eingeweiht und war selbst an der Gründung eines Systems beteiligt. H. war zudem ein sehr produktiver Schriftsteller, der eine große Anzahl von Büchern über viele Gebiete der Esoterik verfaßte.

Hatha-Yoga
Zweig des Yoga, der sich fast nur mit Körperübungen beschäftigt. Wenn man von Yoga spricht, meint man meist das Hatha-Yoga.

Hathor
Name einer ägyptischen Göttin, die oft mit Kuhkopf oder Kuhhörnern dargestellt wird. Häufig findet man die Göttin auf Bildern in Gestalt einer Frau, die die Sonne zwischen ihren Hörnern trägt. H. ist die Herrscherin des Himmels, die Seele der Bäume und die Amme des Pharao. In der Spätzeit Ägyptens wurde H. vor allem als Göttin des Tanzes und der Musik verehrt.

Haus
Ein bestimmter Abschnitt des Tageslaufs eines Planeten wird als Haus bezeichnet. In der Astrologie kennt man zwölf Häuser, die jeweils einer menschlichen Eigenschaft entsprechen.

Häuser
Wichtiges Deutungselement in einem Horoskop. In ihm werden die Tierkreiszeichen in einem Kreis dargestellt. Die waagerechte Verbindungslinie zwischen AC und DC einerseits und die dazu schräg stehende Linie zwischen MC und IC teilen den Kreis in vier Teile (=Quadranten, von lateinisch quadrans Viertel). Jeder dieser Teile wird wiederum in drei geteilt. Die entstehenden Abschnitte nennt man Häuser. Jedem Haus ist ein bestimmter Lebensbereich zugeordnet, z. B. dem 6. Haus die Arbeit, dem 9. Studium, Religion und weite Reisen. Es gibt verschiedene, zum Teil jahrtausendealte Methoden, die Viertel in je drei Abschnitte zu teilen. Die Astrologie konnte sich noch auf keine allgemein verbindliche einigen.

Haushofer, Karl (1869-1946)
Schüler Gurdjieffs. H. beeinflußte die faschistische Ideologie von der esoterischen Seite. Von ihm stammt der Begriff "Geopolitik". H. war Adolf Hitlers Astrologe und einer der Gründer der "Thule-Gesellschaft". (siehe Thule-Gesellschaft)

Heide
So nennt man Nichtchristen. Ein Heide ist kein Teufelsanbeter, nur weil er nicht Christus anbetet. Ein Teufelsanbeter benutzt christliche Bräuche absichtlich falsch um gegen die Kirche, mit all ihren Dogmen, zu agieren/protestieren.
Ein Heide kümmert sich nicht darum, ihm liegt nichts daran christenfeindlich zu sein. Er hat eine andere Vorstellung von der Welt, und ist somit garnicht zu den Antichristen zu rechnen!

Bezeichnung für einen Menschen, der nicht der christlichen Religion angehört. Der Name H. kommt von Heidebewohner. Die Bewohner der Städte konnten eher bekehrt werden als die ländliche Bevölkerung, so daß diese länger ihrer alten, vor-christlichen Religion folgte. Erst im 12./13. Jahrhundert wurden auch die letzten deutschen Gegenden christianisiert. In Masuren in Ostpreußen mußten noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts Menschen mit Militär in die Kirchen getrieben werden.

Heidnische Gemeinschaft
Diese gemeinnützige Religionsgemeinschaft wurde Ende der 80iger Jahre vom Diplom-Designer Geza von Neményi gegründet, früher Mitglied des Armanen-Ordens. Die Heidnische Gemeinschaft wendet sich - anders als der Armanenorden - bewusst gegen rechtsextreme Neigungen und fordert von ihren Mitgliedern, dass sie sich auch von Faschismus und Rassismus distanzieren.

In ihren zum Teil mit kitschigen Jugendstilbildern dekorierten Publikationen fordert die Gemeinschaft
1. Naturgemässes Leben: Heute leidet die Natur in vielen Belangen. Schuld daran sind die jetzt herrschenden Glaubensgemeinschaften, die auf das Jenseits spekulieren und die Welt (Natur) zum Jammertal verkommen lassen. Die Kelten und Germanen hatten ein ganz anderes, positives Verhältnis zu Erde und Natur.
2. Mehr Mitbeteiligung in der Demokratie und weniger totalitäre Obrigkeit: Viele Götter zu verehren entspricht dieser Haltung. Eingottglaube befördert so verstanden die Diktatur.
3. Gleichberechtigung von Mann und Frau, so wie dies in der keltischen und germanischen Kultur und Götterwelt - im Gegensatz zur christlichen Welt - gegeben war. Die Gemeinschaft anerkennt weibliche Priester und auch Frauen, die als Heilerinnen oder Hexen wirken.
4. Pflege der überlieferten Kultur: Jeder Mensch soll sich sein eigenes Weltbild machen, die Überlieferung bildet die gemeinsame Grundlage. Hinter den vielfältigen Kräften der Natur stehen heidnisch-traditionell betrachtet Gottheiten. Diese werden u. a. mit Opfern verehrt. Feste des Jahres und des Lebenskreises werden im Freien gefeiert und zwar an traditionellen Kraftorten mit oder ohne Priester/in der Gemeinschaft. Feuerlaufen, Visionssuche, Wahrsagerei, Zauber, Ausbildung zur Hexe, zum Runensteinmeister, zu Priester/in (Gode), zum Thul (Schamane), zu Heilpraktiker/in und zur Psychotherapeut/in (!) sowie der Verkauf von Schmuck und Kultgegenständen gehören mit ins Programm.

Zeitschrift: "Der Runenstein" (vierteljährlich) Adresse: Heidnische Gemeinschaft, Postfach , D-12114 Berlin-Steglitz, Tel 030- 859 29 86

Heiliger Berg Berge ragen scheinbar bis in den Himmel. Sie stehen hoch über der kleinen Welt der Menschen und gelten deshalb weltweit als die natürlichen Wohnsitze von Göttern und Geistern oder magischen Energien: Die griechischen Götter wohnen auf dem Olymp, Moses erhielt die Gesetzestafeln auf dem Berg Sinai, Noahs Reise endete auf dem Berg Ararat, vom heiligen Berg Abiegus stammen die Rosenkreutzer. Die Beispiele für heilige Berge ließen sich endlos fortsetzen.

Heiliger Schutzengel
Begriff aus dem Buch "Die Heilige Magie des Abramelin" (Abramelinritual). Er bezeichnet den Engel, der für einen Menschen persönlich zuständig ist, der ihn schützt und ihm auf seinem Lebensweg hilft. Später wurde dieser Begriff vom Hermetischen Orden der Goldenen Morgendämmerung und von Aleister Crowley aufgegriffen und etwas uminterpretiert oder erweitert. In diesem Zusammenhang ist der H. S. der persönliche Gott eines Menschen oder auch sein Höheres Selbst - das ist der Teil seiner Natur und seines Wesens, der nicht auf die materielle Welt beschränkt ist. - Hauptziel der Arbeit eines Magiers ist es, Kontakt mit seinem Engel/Gott zu erlangen und sich mit ihm zu verbinden. Auf diese Art erlangt er ein Bewußtsein einer göttlichen Natur, bzw. ihm wird klar, daß er eigentlich ein Gott ist. Durch den Kontakt mit seinem H. S. versteht der Mensch auch, was der Sinn und die Bestimmung seines Lebens ist. Crowley hat dieses Verfahren einmal recht pragmatisch dargestellt:
Der Magier findet heraus, was er selbst für gut hält, was moralisch, ethisch und religiös für ihn erstrebenswert ist. All diese Attribute schreibt er nun seinem H. S. zu und stellt sich ihn als eine in einer anderen Sphäre existierende Persönlichkeit vor. Dieser Engel oder Gott erlangt dann Wirklichkeit auf dieser Ebene, und der Magier bemüht sich, mit ihm in Kontakt zu treten und sich letztendlich mit ihm zu vereinen. So wird der Magier all das, was sein H. S. ist. Der eigentliche Trick bei der Geschichte sei nur, daß der H. S. auch eine Existenz habe, die unabhängig von der Vorstellung des Magiers sei. Diese widersprüchliche Äußerung Crowleys wird von seinen Anhängern als eine Art von magischem Koan gesehen.

Heindel, Max (1865-1919)
Hieß ursprünglich Carl Louis HeindeI. 1903 wanderte er in die USA aus und kam dort mit der Theosophie in Kontakt. Franz Hartmann begeisterte H. für die Ideologie der Rosenkreutzer. Daraufhin gründete H. die Rosenkreutzer-Gemeinschaft, die nach seinem Tod in mehrere Zweige zerfiel.

Hekate
Griechische Göttin und Schützerin der Jagd, des Fischfangs, der Tore und der Wege. Kreuzwege sind ihr Wohnort. Sie wird von einer Art von Höllenhunden begleitet. H. wurde von Hexen und Magiern als Ratgeberin verehrt (Neumond).

Die älteste der Mondgöttinnen der Griechen, wahrscheinlich ursprünglich aus Thrakien stammend. Christoph Martin Wieland (1733-1813) gibt 1789 in seiner Übersetzung der »Lügengeschichten und Dialoge« des Lukian von Samosata (120-189 n. Chr.) ein »Kurzes Schema der Verwandschaft der Griechischen Götter« und erläutert: »Ausser diesem sind noch einige alte Götter zu bemerken, die nicht vom Titanischen Geschlechte, sondern Kinder der Nacht oder Finsterniß, und also gleichsam gebohrne Bewohner des Hades oder Todtenreichs sind, worin ihnen die vulgare Theologie der Griechen verschiedene Ämter und Verrichtungen angewiesen hat. Die vornehmsten derselben sind die Parzen, oder Schicksalsgöttinnen, Erinnyen oder Furien, per euphemiam Eumeniden genannt, Hekate, eine sehr geheimnisvolle Gottheit, über deren Abstammung und Natur ihre Verehrer selbst ungewiß waren, und Charon, der Fährmann der Toten über den Stygischen See.« Andere Forscher halten Hekate doch für eine Titanentochter, ihre Mutter soll Asteria sein, die Schwester der Titanin Leto; Hekate wäre dann eine Cousine der Selene. Sie verkörpert die dunkle Seite der Nacht, ist die Göttin der Erde und Herrin über die Totengeister wie des Mondes, deshalb auch manchmal den anderen beiden Mondgöttinen Selene und Artemis als »Göttin des dunklen Mondes« ergänzend zur Seite gestellt, manchmal auch gleichgesetzt. Als alte Zauberin ergänzt sie die Dreiheit der Göttinnen Demeter und Persephone und ist die Herrin der Magie, Zauberei und Hexenkunst. Zu ihrem Gefolge gehören zahlreiche weibliche Schreckgespenster wie die Empusen und Lamien, und nach Ansicht mancher hat sie drei Köpfe - einen Schlangen-, einen Pferde- und einen Hundekopf mit dem sie in drei Richtungen gleichzeitig sehen kann, oft auch Schlangen, die sich um ihren Hals winden.

Hel
engl. Hölle

In der Mythologie der Germanen die Todesgöttin, die Herrscherin der Schattenwelt. Der Name bedeutet wohl die "Zudeckende" oder "Verbergende". Die Tochter von Loki und der Riesin Angrboda war zur Hälfte weiß und schwarz und wohnte in einer der drei Wurzeln der Weltesche Yggdrasil. Sie wurde von Odin dorthin geschickt, der ihr Niflheim, das Reich der Kälte und Dunkelheit, unterstellte, das daraufhin ebenfalls als Hel bekannt wurde. Während die heldenhaft im Kampf Verschiedenen von den Walküren nach Wallhall gebracht werden, kommt in die Hel, wer an Altersschwäche, Entbehrung oder Krankheit gestorben ist. Die Germanen hatten also keine Unterscheidung des Lebens nach dem Tode nach moralischen Kategorien, sondern nach der Art des Sterbens - eine sehr kriegerische Haltung und obendrein sexistisch, da Frauen in der Regel in der Hel endeten und nur Männer nach Wallhall kamen. Ein Krieger, der den schmählichen "Strohtod" starb, konnte u. U. als Wiedergänger (eine Art Zombie) umgehen. Manchmal allerdings wurde es doch moralisch: In Niflhel, dem tiefsten Abgrund, sollen Verbrecher und Meineidige ihre Strafe erleiden. Was allerdings passiert, wenn diese einen ehrenvollen Tod auf dem Schlachtfeld erleiden, bleibt offen... - Zur Hel führt der "Helweg", durch die gähnenden Höhlen in den Wurzelstöcken von Yggdrasil und über eine goldgepflasterte Brücke, die über den Fluss Gjöll führt und an der eine Dienerin der Hel, die Wächterjungfrau Madgud, Wache steht. Das Tor der Hel wird bewacht vom Höllenhund Garm. In der Hel herrscht andauerndes Wehklagen, die Göttin selbst soll dort in ihrem Palast "Eiseskälte" von einem Teller namens "Hunger" mit dem Besteck "Hungersnot" essen, bedient von ihrem Sklaven "Senilität" und dem Dienstmädchen "Altersschwäche". Hel schläft auf dem Bett "Siechenlager" mit Vorhängen namens "Totenbleich". - Von der "Hel" leitet sich wahrscheinlich das Wort Hölle ab. Hel nennt sich auch eine deutsche Blac-Metal-Band.

Hellfire Club
siehe Dashwood

Henoch
Gestalt aus dem Alten Testament. Er war der Großvater des Noah und lebte dreihundertfünfundsechzig Jahre. H. wurde am Ende seines Lebens von Gott direkt in den Himmel aufgenommen. Er gilt als Erfinder der Schrift und der Mathematik.

Henochisch
Sprache unbekannten Ursprungs, die über eine eigene Grammatik verfügt. Der Magier John Dee und sein Assistent Edward Kelley benutzten diese Sprache bei ihren magischen Ritualen. Sie beschworen einen Engel mit dieser Sprache, der ihnen dann Botschaften in ihr übermittelte. Daraus entwickelte sich ein eigenes magisches System. Die Aufzeichnungen John Dees über diese Operationen befinden sich heute in der Bibliothek des Britischen Museums in London. Das H. hat immer eine große Anziehungskraft auf Magier gehabt, z. B. auf die des Golden Dawn (Hermetic Order of the Golden Dawn/Hermetischer Orden der Goldenen Morgendämmerung) und Aleister Crowley. siehe Bild

Hera
Höchste der griechischen Göttinnen und Herrscherin über alle Gottheiten des Olymp. Sie war Gattin und Schwester des Zeus, ein Kind von Rhea und Chronos. H. war die Göttin der Ehe und der Geburt. Äpfel, Granatäpfel und der Pfau waren ihre heiligen Symbole. Die häufige Untreue ihres Ehemannes veranlaßte sie dazu, gegen dessen Geliebte und deren Kinder oft mit wenig schönen Mitteln vorzugehen. Während des Trojanischen Krieges war sie auf seiten der Griechen, da der Trojaner Paris sie dadurch beleidigt hatte, daß er die Göttin Aphrodite zur schönsten aller Göttinnen gewählt hatte.

Hermaphrodit
Lebewesen (Mensch oder Tier), das beide Geschlechter in sich vereinigt, ein Zwitter. In der magischen und esoterischen Vorstellungswelt verkörpert der H. die Aufhebung der Gegensätze (Dualismus). Es gibt bei den Ägyptern eine Reihe Götter, die androgyn sind, d. h. männliches und weibliches Geschlecht in einem Körper vereinen. Dadurch soll symbolisiert werden, daß ein Gott aus sich selbst heraus schöpfen und erzeugen kann, ohne einen andersgeschlechtlichen Partner zu benötigen.

Hermes
Name des Götterboten aus der griechischen Mythologie. Er ist der Sohn des Zeus und der Maia. H. war der Gott der Weisheit, Kaufleute, Diebe und Betrüger (Merkur).

Hermes Trismegistos
Heißt so viel wie der "dreifachgrößter Hermes". Er gilt als Erfinder der Alchemie und anderer okkulter Wissenschaften. H. T. trägt viele Züge des Gottes Thoth, des ägyptischen Gegenstücks des griechischen Hermes.

Hermetic Order of the Golden Dawn
siehe Hermetischer Orden der Goldenen Morgendämmerung

Hermetik
Name der Lehren, die auf den griechischen Gott Hermes zurückgehen sollen. Hierbei handelt es sich um Schriften, die vor allem aus Griechenland stammen und sich mit Mystik und Okkultismus befassen. Der genaue Ursprung dieser Schriften ist kaum zu klären, da es sehr viele sind und sie zudem aus unterschiedlichen Zeiten stammen.

H. wird auch als Alternativname für die Alchemie genannt.

Hermetische Bruderschaft von Luxor
Wurde Mitte der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts in den USA gegründet. Inhaltlich und organisatorisch weist sie viele Ähnlichkeiten mit Freimaurerei - und Rosenkreutzerorganisationen auf (Freimaurerei, Rosenkreutzer) . Der Ordo Templi Orientis (O.T.O.) bezeichnet die Hermetische Bruderschaft von Luxor als eine ihrer Vorläuferorganisationen.

Hermetischer Orden der Goldenen Morgendämmerung
Dieser Orden hat wohl den größten Einfluß auf das gehabt, was man heute im allgemeinen unter westlicher Magie versteht. Er wurde um das Jahr 1888 in London gegründet, und folgende Legende gibt es dazu: Angeblich fanden einige Mitglieder der Societas Rosicruciana in Angelia (SRIA) (Rosenkreutzergesellschaft in England) ein geheimes, verschlüsseltes Dokument bei einem Buchhändler in London. Sie baten den Kabbalisten Mac Gregor Mathers, der ebenfalls ein Mitglied dieser Organisation war, dies zu entschlüsseln. Nachdem Mathers das gelungen war, stellten sie fest, daß das ein Dokument war, das von einem deutschen Rosenkreutzerorden (Rosenkreutzer) stammte und verschiedene okkulte Lehren enthielt. Zudem soll es die Adressen der geheimen Oberen dieses Ordens enthalten haben. Die SRIA-Mitglieder setzten sich mit ihnen in Kontakt und erhielten von ihnen die Genehmigung, einen Orden zu gründen, die "Goldene Morgendämmerung" eben. So weit die Ordenslegende. Sicher ist auf jeden Fall, daß Mathers die Initiationsrituale schuf und einen großen Teil des Lehrmaterials. Die "Goldene Morgendämmerung" hatte zehn Grade und sowohl Aufbau wie Rituale haben eine große Ähnlichkeit mit der der Freimaurerei, wobei aber nachdrücklich Wert auf magische Ritualarbeit gelegt wurde. Die zunehmenden Attitüden von Mathers und seine Arroganz führten zusammen mit der Affäre um Aleister Crowley Anfang dieses Jahrhunderts zum Ende des Golden Dawn. Es bildeten sich mehrere Splittergruppen, von denen die bekannteste die Stella Matutina (der Morgenstern) ist. Auch heute gibt es noch mehrere Orden, die unter dem Namen Goldene Morgendämmerung tätig sind. Das wohl bekannteste Mitglied der Goldenen Morgendämmerung war der irische Dichter und Literaturnobelpreisträger William Butler Yeats. In den Jahren 1937-1941 veröffentlichte Israel Regardie die gesamten Initiationsrituale und Lehrtexte der Goldenen Morgendämmerung. Bis zum heutigen Tage zehren noch unzählige magische Gruppen von diesem Werk.

Hexagramm
Anderer Name für den sechsstrahligen Stern, der auch unter dem Namen David- oder Judenstern bekannt ist. Er symbolisiert zum einen die verbindung von Feuer und Wasser - dargestellt durch die beiden Dreiecke (Spitze nach oben steht für Feuer, Spitze nach unten für Wasser), zum anderen ist es ein Symbol für den Makrokosmos (das Universum, Gott). Seinen Spitzen sind die Planeten zugeordnet. Zusammen mit dem Pentagramm gehört es wohl zu den bekanntesten magischen Symbolen.

Hexe
Name für jemanden, der der Hexerei nachgeht. Es gibt männliche und weibliche H.n.
Eigentlich ist Hexe auch die Bezeichnung für eine Priesterin des "Alten Weges".

Hexenhammer (Malleus Maleficarum)
siehe Hexenhammer

Hexensabbat/Hexensabbath
Zusammenkunft von Hexen, um ihre Riten zu feiern. Früher nannte man so die angeblichen Treffen von Hexen auf Bergkuppen, um gemeinsam mit dem Teufel ein Fest zu feiern. Die Hexen der Neuzeit verstehen unter dem H. das Zelebrieren der Feste der Sommer- und Wintersonnenwende, der Frühlings- und Herbst- Tagundnachtgleiche und spezieller anderer jahreszeitlich bedingter Feste.

Hexerei
Im Mittelalter Bezeichnung für Praktiken, die entweder Überbleibsel der vorchristlichen Religionen waren oder zum Aber- oder Volksglauben gehörten. Das Christentum verdammte all das als Teufelswerk, und im Rahmen der Hexenverfolgung wurde eine große Anzahl von Männern und Frauen als Hexen/Hexer verbrannt. Mittelalterliche Priester entwickelten regelrecht eine Lehre von der H. (ausgearbeitet im Malleus Maleficarum von Heinrich Institoris 1487). Nach dieser Lehre wurde den Hexen alles Übel der Welt zugeschrieben, weil sie mit dem Teufel im Bunde seien und mit Hilfe seiner Macht Schaden verursachten. Beim nächtlichen Hexensabbath - so führt die Hexenlehre weiter aus - fänden u.a. geschlechtliche Vereinigungen mit dem Teufel statt. Danach seien die Hexen fähig, mit seiner Hilfe anderen zu schaden. Ihrem Einfluß zugeschrieben wurden vor allem Leiden wie Impotenz, dann Krankheit bei Mensch und Tier, Unglück etc. Nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen hat es nie Menschen gegeben, die selbst von sich glaubten, solche Hexen zu sein. Die vielen Hunderttausend, vielleicht Millionen Opfer waren letztlich alle Opfer von Verleumdung, denen mit bestialischen Foltern Geständnisse abgezwungen worden waren. Daneben wurden aber auch immer wieder Pestkranke oder Juden als Satanisten oder Hexer verfolgt. Eine Fortsetzung dieses üblen Spiels findet sich heute in der Verfolgung vieler Esoteriker als angebliche Satanisten (Neosatanismus). Die neue H. ist eine Art von Religion, die die Kräfte der Natur und des Kosmos verehrt und sie mit den Namen von Göttern und Göttinnen versieht. Dies wird in gemeinsamen Ritualen und Zeremonien gefeiert. Begründet wurde sie von Gerald Gardner (1884-1964) Ende der vierziger Jahre in England. Er griff dabei als OTO- Mitglied auf Lehren von Aleister Crowley zurück..

Hierolglyphen
Name der ägyptischen Buchstaben. Übersetzt heißt H. etwa "heiliges Zeichen".

Hierophant
Aus dem Griechischen stammendes Wort, das einen Wissenden der heiligen Mysterien bezeichnet. Er ist eine Art Priester, der in der Lage ist, den Teilnehmern an den Mysterien ihren Sinn zu erklären.

Hildegard von Bingen (1098-1179)
Deutsche Mystikerin, die angeblich schon als Kind Visionen hatte. Diese schrieb sie in lateinischer Sprache auf. Darüber hinaus verfaßte sie mehrere mystische Lieder und historische Schriften ihrer Zeit. Sie beschäftigte sich eingehend mit Kräuter- und Naturheilkunde. Ihre Erkenntnisse und Rezepte hielt sie in dem zweibändigen Werk »liber subtilitatum diversarum naturarum creaturarum « fest.

Himmelsmitte
Auch Medium Coeli (MC) genannt. Sie ist der höchste Punkt der Ekliptik zu einem bestimmten Zeitpunkt und liegt immer in südlicher Richtung. Im Horoskop gibt sie die beruflichen Neigungen des Menschen an.

Hinduismus
Bekannteste Religion Indiens. Die drei höchsten Gottheiten sind Brahma, Shiva und Vishnu. Der H. lehrt das Gesetz der Vergeltung für gute und böse Taten (Karma) und vertritt die Theorie der Wiedergeburt. Die Welt, in der wir leben, wird als Illusion (Maya) verstanden, die überwunden werden muß. Der Hauptweg zu dieser Befreiung ist das Yoga. Neben den drei Hauptgöttern gibt es noch unzählige andere Götter. Diese Götterwelt macht es einem Europäer schwer, den Hinduismus in seiner Gesamtheit zu überschauen und zu verstehen.

Hiram Abif
Auch der Sohn der Witwe genannt, ist die Hauptfigur der Freimaurerlegende (Freimaurerei). H.A. soll der Baumeister des Tempels von König Salomon in Jerusalem gewesen sein. Als er sich weigerte, die Geheimnisse der Baukunst und das Meisterwort (Paßwort) zu offenbaren, wurde er ermordet. Seine Schüler, die ihn suchten, fanden später den Leichnam unter einem Grabhügel, auf dem eine Akazie wuchs. Der Lehre der Freimaurer nach lebt H. A. in jedem, der den Meistergrad (dritter Grad) innehat, weiter. Der Grund dafür, daß die Freimaurer bei ihrer Logenarbeit weiße Handschuhe tragen, soll darauf hinweisen, daß sie ihre Hände nicht mit dem Blute H.A.'s befleckt haben.

Hochgrade
Werden bei der Freimaurerei die Grade genannt, die über die ersten drei Grade (Lehrling, Geselle, Meister) der klassischen Maurerei hinausgehen. Die verschiedenen Freimaurerlogen wenden zur Festlegung der Hochgrade unterschiedliche Systeme an; es gibt demzufolge auch unterschiedliche Titel die zum Teil geheimgehalten werden.

Hod
siehe Kabbala

Hohlweltlehre
Heute recht absonderlich erscheinende Theorie darüber, daß wir nicht nach oben in den Himmel sehen, sondern eigentlich in das Innere der Erde.

Hölle
Das Wort H. stammt vom altnordischen Hel (siehe Hel) und ist ein Name, der gleichbedeutend mit Unterwelt im Sinne des griechischen Hades ist. Im christlichen Sinne ist die H. der ewige Aufenthaltsort der Verdammten und Sünder, die die Existenz Gottes geleugnet oder schwere Verbrechen begangen haben.

Homöopathie
Griechisch homos ,"gleich". Eine von Samuel Hahnemann (1755-1843) geschaffene Alternative zur traditionellen Schulmedizin. Als Hahnemann Ende des 18. Jahrhunderts ein Arzneimittellehrbuch übersetzte, kamen ihm Zweifel bezüglich der dort beschriebenen Erklärung über die Wirkung von Chinarinde gegen Malaria. Im Selbstversuch nahm er mehrmals täglich Chinarinde ein und als Folge hiervon bekam er alle Symptome einer fieberhaften Erkrankung. Daraus schloß er, daß bei einem Kranken das Mittel eine heilende Wirkung hat, das bei einem Gesunden die Symptome der Krankheit hervorruft. Hiermit schuf er den ersten Lehrsatz der H., der besagt, daß bei einem Kranken das Mittel hilft, das bei einem Gesunden eine ähnliche Krankheit hervorruft. Hahnemann entwickelte dieses Verfahren weiter und testete die Eigenschaften von 51 Pflanzen und 3 nichtorganischen Stoffen. Nach der Lehre Hahnemanns werden bei der Therapie alle diese Stoffe verdünnt. Er selbst bezeichnete dieses Verfahren als "Potenzierung". Man gibt einen Teil des Wirkstoffes auf neun Teile einer Trägersubstanz wie Alkohol, Wasser, Öl oder Milchzucker. Diese Verdünnung wird mit D 1 bezeichnet, verdünnt man diese dann wieder im Verhältnis 1: 10, erhält man D 2 und so fort. Verdünnungen im Verhältnis 1:100 heißen C 1, C 2 etc. In seinem Buch "Die Vergeistigung der Natur" (1829) bezeichnet er die,"Potenz" C 30 als Norm. Homöopathen verwenden aber noch Verdünnungen bis C 1000. Die H. ist in der Schulmedizin sehr umstritten. Ihre Wirkung wird häufig dem sogenannten "Placeboeffekt" zugeschrieben, der so viel heißt wie, daß das Mittel völlig wirkungslos ist, der Kranke aber daran glaubt, und es ihm deshalb hilft. Homöopathen verweisen z. B. auf Heilerfolge bei Säuglingen, wo der Placeboeffekt als Erklärung nicht anzuwenden sei.

Hokuspokus
Verballhornung der Worte, die ein katholischer Priester beim Abendmahl im Augenblick der Wandlung von Brot in das Fleisch Christi spricht. Sie lauten auf Latein: "Hoc est corpus meum" (Dies ist mein Leib).

Homunkulus
Lateinische Bezeichnung für einen künstlich geschaffenen Menschen, der z. B. durch Magie zu Leben erweckt wird. Beispiele hierfür sind der Golem (Kabbalah) und die von der englischen Schriftstellerin Margret Shelley geschaffene Romanfigur "Frankenstein oder Der moderne Prometheus" (1818).

Horn
Die Hörner von Tieren (Widder, Kühe etc.) gelten in vielen Religionen als ein religiöses und magisches Symbol. Oft trägt ein Widder oder eine Kuh (Hathor) die Sonne zwischen seinen/ihren Hörnern. In Ägypten war z. B. der Kopf eines Widders ein Machtsymbol. In mittel- und nordeuropäischen Ländern wurde das H. oft beim Jagdzauber benutzt. Viele berühmte und ihren Lebensumständen nach mythische Jäger hatten ein H., dem wahre Wunderdinge zugeschrieben wurden. Berühmt ist das H. des Roland, eines bretonischen Grafen, der zu den zwölf Paladinen (Gefolgsleuten) von Kaiser Karl dem Großen gehörte. Rolands H. verfügte über Zauberkraft, z. B. war sein Klang über eine riesige Strecke hinweg noch zu hören.

Horoskop
Die exakte Erfassung der Stellung der Gestirne zu einem speziellen Zeitpunkt, die als Grundlage einer Vorhersage bestimmter Ereignisse dient.

Wörtlich übersetzt: Stundenschau (griechisch). Es ist die bildliche Darstellung des Himmels zu einem bestimmten Augenblick und von einem bestimmten Ort aus gesehen. Darin sind eingezeichnet der Tierkreis, die Planeten mit ihren Aspekten und die Häuser. Es dient dem Astrologen als Grundlage jeder Deutung. Um ein H. zu berechnen, muß die genaue Uhrzeit bekannt sein und der Ort des Ereignisses, für das das H. berechnet werden soll. Für einen Menschen berechnet man z. B. Geburts-, Solar- oder Partnerschaftshoroskope.

Horus
Name eines ägyptischen Gottes, der einen Falkenkopf hat und dessen beide Augen Sonne und Mond sind. Er ist der Schutzgott der Pharaonen und der Gott des Krieges. Nach den Lehren Aleister Crowleys ist er der Gott, der über das gegenwärtige Zeitalter Wassermannzeitalter- (Platonisches Jahr ) herrscht.

Hubbard, Lafayette Ronald (1911-1986)
Amerikanischer Science-fiction-Autor. H. ist der Gründer der heute sehr umstrittenen Scientologysekte (siehe Scientology). Er war ein durchschnittlicher Schriftsteller mit mäßigem Erfolg, bis er sein Buch "Dianetik" in einem billigen Science-fiction-Magazin veröffentlichte. Das Buch wurde zu einem großen Erfolg und stellt quasi die Geburtsstunde der Scientology dar.

Huitzilpotchtli
Huitzilpotchtli bedeutet »Kolibri des Südens«. Bei den Azteken war er einer der Hauptgötter und wurde als Stammes-, Kriegs- und Sonnengott verehrt. Diese Verehrung ging soweit, dass ihm sogar Menschenopfer dargebracht wurden, um ihn milde zu stimmen und seine Gunst zu gewinnen.
Der Kolibri, das Symbol des Huitzilpotchtli, versinnbildlicht den wiederauferstandenen Krieger: Er erhebt sich aus dem Leib seiner Mutter, der Erdgöttin Coatlicue, und kämpft gegen seine Mond-Schwester, bis er sie als Sonne besiegt hat. Der Huitzilpotchtli symbolisiert also die aufgehende, junge Sonne, den Tageshimmel, die Helligkeit, den Sommer und den Süden. Er ist der lichte Gegenspieler des Tezcatlipoca, des Herrn der Nacht und der Dunkelkeit.

Huna
Name der Priester des Kahuna, einer esoterischen Lehre, die vor allem auf Hawaii praktiziert wird.

Hund, Karl Gotthelf Reichsherr von Hund und Altengrottkau (1722-1776)
Er schuf einen Freimaurerorden (Freimaurerei), der "Strikte Observanz" hieß. Bei diesem Orden tauchten zum ersten Mal die Geheimen Oberen auf. H. galt vielen Zeitgenossen als Blender und Scharlatan.

Huysmanns, Joris Karl (1848-1907)
Französischer Schriftsteller. Im Okkultismus ist er vor allem durch seinen Roman "La Bas" (Tief unten) bekannt. Hier schildert er detailliert eine sogenannte Schwarze Messe. Diese Messe ist die Vorlage, nach der fast alle Satanisten ihre Schwarzen Messen gestalten. Im eigentlichen Sinne ist die Schwarze Messe also eine literarische Fiktion. Der Schriftsteller soll, von seinen eigenen Alpträumen und Visionen geplagt, seine letzten Lebensjahre in einem Kloster verbracht haben.

Hydromantie
Weissagung aus dem Wasser. Allerdings wird so auch die Magie mit Wasser bezeichnet.

Hylomantie
Weissagung indem man Hölzchen auf den Boden wirft und anhand ihrer Lage werden Schlußfolgerungen gezogen.

Hypnose
Ableitung vom griechischen Gott des Schlafes Hypnos. H. ist eine Art Trancezustand (Trance), in welche ein Mensch durch Fremdsuggestion versetzt wird. In mancher Beziehung ähnelt die H. dem Schlaf, aber der Hypnotisierte ist immer noch für die Beeinflussungen durch den Hypnotiseur zugänglich. Mit Hilfe der H. ist es möglich, verdrängte Erfahrungen und Erlebnisse aus dem Unterbewußtsein hervorzurufen und sie so in das Wachbewußtsein zu bringen. H. ist ein wirkungsvolles Heilmittel und sollte deshalb nur von erfahrenen Psychotherapeuten und Ärzten angewandt und ausgeführt werden.