Lexikon - G


G
Gabriel
siehe Erzengel

Gaia
Name der griechischen Göttin der Erde, Gemahlin des Uranos.

In der Mythologie der Griechen die Erde, Tochter des Chaos; sie gebar ihrem Sohn Uranos, dem Himmel, die ersten Götter, die Titanen und die hundertarmigen Riesen mit 50 Köpfen, die Hekatoncheiren. Diese verbannte Uranos aus Furcht an einen geheimen Ort. Deshalb brachte Gaia ihren Sohn, den Titanen Kronos, dazu seinen Vater zu bekämpfen. Er entmannte Uranos, und aus dessen Blutstropfen schuf Gaia die Giganten und die Erinnyen. Gaias letztes und schrecklichstes Kind war der 100köpfige Typhon, den Zeus im Ätna gefangen setzte, wo er heute noch Feuer und Lava speit. – Christoph Martin Wieland (1733-1813) gibt 1789 in seiner Übersetzung der »Lügengeschichten und Dialoge« des Lukian von Samosata (120-189 n. Chr.) ein »Kurzes Schema der Verwandschaft der Griechischen Götter« und erläutert: »Das erste Götterpaar, war Uranos und Gaia, d.h. Himmel und Erde, denen man den Äther und die Hemera, so wie diesen Chaos und die Finsternis (Achle) zu Eltern gab. Weiter wollte sich der Stammbaum der Götter nicht hinaufführen lassen.«

Ganesh
Elefantenköpfiger indischer Gott der Weisheit und Literatur.

Ganzheitliche Medizin
Sie versteht sich als eine Alternative zur sogenannten Schulmedizin. Bei der G.n M. wird der Mensch als eine Einheit aus Körper, Geist und Seele gesehen, die harmonisch zusammenwirken. Ist diese Harmonie gestört, besteht also ein Ungleichgewicht, wird der Mensch krank. Die G. M. behandelt im Falle der Krankheit immer diese drei Ebenen des Menschen, da sie als gleichberechtigte Teile eines Ganzen betrachtet werden. Sie folgt damit grundsätzlichen esoterischen Vorstellungen.

Gardner, Gerald Brousseau (1884-1964)
Engländer. G. gilt gemeinhin als Reformator, Wiederbeleber oder Schöpfer der Hexerei, wie sie sich heute darstellt (Wicca). Er schrieb mehrere Bücher, die heute als Standardwerke über die neue Art des Hexenwesens gelten. Es ist umstritten, ob G. auf noch wirklich existierenden Hexentraditionen aufbaute oder ob er alles nach dem Studium anthropologischer, historischer und magischer Werke selber schuf. G. kannte den Magier Aleister Crowley recht gut, und er war ein Mitglied des siebten Grades des Ordo Templi Orientis (O.T.O.). Da Crowley u. a. auch vorhatte, eine unkomplizierte Religion für das einfache Volk zu schaffen, ist es nicht auszuschließen, daß er, Jack Parsons und Gardner gemeinsam die Entwürfe für eine Hexen-/Naturreligion ersannen.

Garuda
Name eines mythischen Vogels und des Reittieres des indischen Gottes Vishnu. Er verfügt gleichzeitig über die Möglichkeit zur Schöpfung und zur Zerstörung. G. war einer der magischen Namen von Heinrich Tränker, einem der Mitgründer der Fraternitas Saturni.

Gautama, Siddartha
siehe Buddha

Geb
Name des ägyptischen Gottes der Erde und der Fruchtbarkeit; er ist der Gemahl von Nut, der Göttin des Himmels. Gemeinsam sind sie die Eltern der Sonne.

Gebet
Das persönliche Gespräch mit Gott, einer Gottheit oder einem Geist. Es gibt Bitt-, Buß-, Dank- und Lobpreisungsgebete. Der Geist des Betenden soll im ldealfall durch das G. in eine mystische Verzückung geraten und sich voll und ganz auf den Gott etc. konzentrieren.

Gebetsmühle
Eine G. ist ein tonnen- oder zylinderförmiges Gefäß, welches sich um eine Achse dreht. In diesem Gefäß befindet sich ein Papierstreifen o. ä. mit einem Gebet. G. gibt es vor allem im tibetischen Buddhismus. Es gibt G. unterschiedlichster Größe, kleine für die Hand und zum Teil sehr große für die Tempel. Durch das Drehen einer G. soll nach buddhistischer Vorstellung das Gebet wirksam werden, ohne daß es gesprochen werden muß.

Geburah
siehe Kabbala

Geburtsbild
Die exakte Darstellung der Sternenkonstellation zum Zeitpunkt der Geburt. Wird häufig auch als Geburtshoroskop, Natalhoroskop oder Kosmogramm bezeichnet.

Geburtshoroskop
Horoskop, das für den Zeitpunkt und den Ort der Geburt eines Menschen berechnet wird. Es gibt Auskunft über den grundsätzlichen Charakter eines Menschen, seine Interessen und Abneigungen und sein Verhalten anderen gegenüber in verschiedenen Situationen des täglichen Lebens.

Gedankenformen
Eine Form oder ein Bild, das gedacht wird und dann auf der Astralebene durch den Willen Gestalt gewinnt. (Egregore)

Gedankenfotografie
Es soll Menschen geben, die dazu in der Lage sind, Gedanken, Bilder oder Vorstellungen auf einen unbelichteten Film zu projizieren, auf dem sie dann zu sehen sind.

Geheime Obere
Auch geheime Meister oder Mahatmas (große Seelen) genannt. Mit diesem Namen werden die geheimen Leiter eines Ordens etc. bezeichnet. Sie lenken die Geschicke dieser Organisationen aus dem Verborgenen. Nur den Eingeweihten der höchsten Grade sind sie bekannt. Geheime Meister existieren oftmals nur auf der geistigen Ebene und nehmen mittels Träumen oder Visionen Kontakt zu ihren Untergebenen auf. Einige dieser Meister sollen auch auf der physischen Ebene leben, meist in sehr entlegenen und schwer zugänglichen Gebieten Indiens, Tibets oder der Mongolei. G. O. spielen eine große Rolle in der Theosophie und bei magischen Orden wie dem Goldenen Dawn (Hermetischer Orden der Goldenen Morgendämmerung).

Geheimlehre
Deutscher Titel des sechsbändigen Werkes "The Secret Doctrine", deren erste beiden Bände zuerst 1888 erschienen. Autorin dieser Bücher ist H. P. Blavatsky. Sie stellen einen der Grundpfeiler der Theosophie dar. Die Bücher sollen das Wissen der geheimen Meister (geheime Obere) enthalten, die es Blavatsky angeblich enthüllten.

Geheimwissenschaft
Eigentlich ein anderer Name für Esoterik. Damit werden Wissenschaften bezeichnet, die nichts mit Natur-, Geistes- oder Sozialwissenschaften zu tun haben. Sie beschäftigt sich mit Magie, Mystik, Religion und nicht erklärbaren, okkulten Phänomenen.

Geier
Heiliges Tier der Göttin Mut, symbolisiert in der ägyptischen Mythologie das weibliche Element, dem das männliche, dargestellt durch den Mistkäfer (Skarabäus), gegenübersteht.

Geißel
Ein Stock mit zwei oder drei Schnüren, die an ihm befestigt sind. Der ägyptische Gott Osiris ist fast immer mit einer G. abgebildet. Auch die Pharaonen tragen auf ihren Darstellungen immer G.n. Später spielte die G. auch eine Rolle in der Magie, sowohl als Mittel der Selbstkasteiung, wie auch als Abwehrmittel gegen böse Geister.

Geist
Bezeichnung für die Kräfte des Verstandes und der Vernunft. Der Ausdruck G. wird häufig auch für das denkende und mit Willenskraft versehene Bewußtsein verwandt, im Gegensatz zur Seele, die als nur passiverlebend definiert wird. In der Esoterik wird der G. oft nicht sehr hoch bewertet, da er zu sehr an die materielle Ebene des Daseins gebunden ist. Vernunft (oder das was manche Esoteriker unter ihr verstehen) wird als Hindernis auf dem Weg zur wahren Erkenntnis gesehen.

Geister
Die Seelen der Verstorbenen, die sich auf einer Ebene zwischen der materiellen und rein spirituellen Welt befinden sollen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde dieser Geisterbegriff auch auf Dämonen und die Kräfte ausgedehnt, die z. B. über die Elemente herrschen. Seancen (Spiritismus) sollen ein geeignetes Mittel sein, um mit diesen Geistern in Kontakt zu kommen.

Geistheilung
Heilmethode, die im Gegensatz zur normalen Medizin, auf den Einsatz von Arzneien verzichtet. Der Geistheiler überträgt spirituelle, göttliche oder geistige Heilenergien auf den Patienten, meist mittels Handauflegen oder besonderen Gebeten. Der Heiler versteht sich als eine Art Kanal oder Verstärker, durch den die göttlichen Kräfte fließen. In Großbritannien sind die Geistheiler in einer Organisation zusammengefaßt, die auf Seriosität auf diesem Gebiet achtet. Dort wird außerdem das Phänomen der G. wissenschaftlich intensiverforscht. Es kommt sogar vor, daß Geistheiler bei der Behandlung von Krankenhauspatienten hinzugezogen werden.

Gematria
siehe Kabbala

Gemini
Lateinischer Name des dritten Tierkreiszeichens Zwilling.

Genien
Andere Bezeichnung für Engel, Geister oder verkörperte Naturkräfte. Eliphas Levi gibt in seinem Buch "Transzendentale Magie" die Genien an, die über die zwölf Stunden des Tages herrschen. Es sind sieben pro Stunde; nachfolgend jeweils die Namen der ersten jeder stunde: Papus, Sisrea, Hahabi, Phlagus, Zeirnä, Tabris, Sialul, Nantur, Risnuch, Sezarbil, Aeglun, Tarab.

Genius
Lateinisch Geist. In den Anfängen der römischen Geschichte bezeichnete der G. die männliche Zeugungskraft, die göttlichen Ursprungs ist. Später wurde der G. zu einem Schutzgeist, dem ständigen Begleiter des Mannes, der sowohl Anteil an seiner Freude wie an seinem Schmerz hat. Dadurch gewann der G. eine sehr große Ähnlichkeit mit dem griechischen Daimon (Dämon).

Geomantie
Weissagung aus Formen der Erde. Allerdings wird so auch die Magie mit Erde bezeichnet.

Bedeutet so viel wie "Wahrsagen aus/mit der Erde". Hierzu benötigt man ein spitzes Stöckchen und Erde oder Sand. Dann konzentriert man sich auf eine Frage und macht mit dem Stöckchen wahllos Punkte in die Erde oder den Sand. Diese Punkte werden dann nach einem bestimmten Schema geordnet und in bezug auf die Frage interpretiert. Heute verwendet man statt des Stöckchens und der Erde ein Blatt Papier und ein Schreibgerät. Des weiteren versteht man unter G. die Lehre von günstigen und ungünstigen Punkten auf der Erde, das heißt von Orten, an denen die Energie der Erde oder die Erdstrahlen die Gesundheit des Menschen fördern oder behindern können.

Germer, Karl Johannes (1885-1962)
Deutscher. In den zwanziger Jahren kam G. mit den Lehren Aleister Crowleys in Kontakt und wurde zu einem eifrigen Gefolgsmann Crowleys. Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurde er von der Gestapo 1933 wegen seiner Kontakte zu dem englischen Hochgradfreimaurer Crowley, so die Anschuldigung der Gestapo, inhaftiert. G., der ein hochdekorierter Offizier des I. Weltkrieges war, ging nach seiner Entlassung nach Belgien, wurde dort wieder verhaftet und in ein Konzentrationslager gesteckt. Dies verstand die Gestapo als eine letzte Warnung an den "Unverbesserlichen". Nach seiner Entlassung ging er 1941 in die USA, wo er bis zu seinem Tod lebte. G. war zu Crowleys Lebzeiten Generalschatzmeister des Ordo Templi Orientis und wurde nach dessen Tod im Jahre 1947 zum Oberhaupt des Ordens. G. beerdigte auch die Asche Crowleys in seinem Garten in Kalifornien. Sein Ordensname im O.T.O. war Frater Saturnus.

Germanische Glaubens-Gemeinschaft (GGG)
1913/ 1991

Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Heidnischen Gemeinschaft führten 1991 zu Gründung oder Neugründung der GGG, die einerseits in einem Rechtsstreit mit der AG GGG (siehe oben) sich als rechtmässige Nachfolgerin einer schon 1913 von Ludwig Fahrenkrog gegründeten GGG durchsetzte, andrerseits doch sich von der alten GGG Fahrenkrogs absetzt. Ziel heidnischer Religion sei, den Menschen wieder in Einklang mit Natur und Göttern zu bringen. Polytheismus schafft dazu die Voraussetzung: "Ein Gott schafft Einfalt, viele Götter schaffen Vielfalt." Daneben plädiert die GGG für weitgehend instinktgeleitetes Handeln. Der Instinkt ist dem Verstand übergeordnet. Er entscheidet - diesen Eindruck gewinnt der kritische Beobachter - sozialdarwinistisch wie dies den sog. alten Germanen nachgesagt wird: Ein nicht lebensfähiges Kind wollte man damals nicht am Leben erhalten. GGG grenzt sich - mit unsicherem Erfolg - gegen die völkische Szene ab. Statistik ca. 250 Mitglieder

Ghasali, Abu Hamid (1058-1111)
Islamisch persischer Gelehrter und Sufis. G. ist einer der Erneuerer des Islam. Er versuchte, den Islam zu einer neuen Spiritualität zu führen und die mystische Seite dieser Religion wieder mehr zu betonen.

Gläserrücken
Form des Tischrückens, bei der ein Glas die Botschaften übermittelt. Es steht umgestülpt in einem Kreis von Buchstaben, alle Anwesenden legen einen Finger auf den Boden des Glases und konzentrieren sich. Nach einer Weile bewegt es sich von Buchstabe zu Buchstabe und übermittelt so die Botschaft. Für die Bewegung sind allerdings nach Meinung vieler Experten nur unbewußte Muskelbewegungen der Teilnehmer verantwortlich, nicht Geister. Die Antworten geben selten einen erkennbaren Sinn.

Glastonbury
Kleinstadt in Südengland, die vor allem durch die Ruinen einer alten Abtei bekannt ist, die sich auf einem Hügel nahe der Stadt befindet. Der Hügel soll schon in alten Zeiten der Ort eines heidnisch-keltischen Heiligtums gewesen sein. In G. soll sich das sagenumwobene Avalon befunden haben. Viele Anhänger der Wicca und anderer "neuer" alter Religionen betrachten G. als ein geistiges und energetisches Zentrum ihres Glaubens.

Glaube
Sich eine Lehre oder These zu eigen machen. Dies geschieht nicht aus Einsicht in die Richtigkeit der Aussage, sondern weil auf die Autorität desjenigen vertraut wird, von dem die Lehre/These stammt. Dies wird häufig "natürlicher Glauben" genannt. Beim sogenannten "übernatürlichen Glauben" wird einer übergeordneten, spirituellen Macht (oder einer religiösen Lehre) vertraut.

Glyphe
Griechisch "geschnittener Stein, Skulptur". In der Esoterik wird hiermit entweder eine symbolhafte Darstellung eines philosophischen, mystischen oder magischen Sachverhältes bezeichnet oder die symbolische Abbildung eines bestimmten Menschen, die in Form einer Gemme z. B. für ein Amulett oder einen Talisman Verwendung findet.

Gnom
siehe Elementale

Gnosis
Griechisch "Wissen". G. ist der Name einer religiösen und philosophischen Richtung, die vom 1. bis etwa zum 3. nachchristlichen Jahrhundert einen großen Einfluß auf die Länder des Mittelmeerraumes hatte. Eine lange Zeit wußte man nur durch die christlichen Gegner dieser Lehre etwas über die G. Das Christentum bekämpfte die G. bereits von einem recht frühen Zeitpunkt an, und viele, später in den Rang eines Kirchenlehrers erhobene christliche Theologen taten sich bei diesem Kampf hervor. Im Jahre 1945 fand man nahe der ägyptischen Stadt Nag Hammadi eine Art Bibliothek, gefüllt mit Originalschriften der G. Es gibt eine Unzahl gnostischer Gruppen und Strömungen, die zum Teil recht widersprüchliche Lehren vertreten, was das Verständnis erschwert. Für alle Gruppen der G. ist jedoch eine ausgeprägte Betonung des Dualismus kennzeichnend. Das geistige, religiöse Leben wird als das einzig wirkliche betrachtet, während das alltägliche Leben als eine Täuschung bezeichnet wird, welche es zu überwinden gilt. Hierbei ist das Wissen (siehe Gnosis) ein sehr wichtiges Mittel. Dieses Wissen wurde den Menschen von Propheten wie Jesus offenbart. Aus diesem Grund ist für einen Gnostiker das Studium der für seine Glaubensrichtung wichtigen Schriften eine unabdingbare Voraussetzung zur Befreiung aus der materiellen Welt. Hierzu kommt in vielen Fällen noch ein Einweihungssystem (Einweihung), das die Seele bei ihrem Weg aus der Hölle der materiellen Welt hin zu Gott unterstützen soll. Als sich die Richtung, die man heute als römisch-katholisch bezeichnet, durchsetzte, verlor die G. zunehmend an Bedeutung. Jedoch blieb manches der gnostischen Lehren erhalten und fand Eingang in verschiedene esoterische Lehren und in den Katholizismus. Zu nennen sind da die ausgefeilten Engelslehren (Engel), die Lehren über unterschiedliche Welten und Ebenen, der Dualismus etc. Es gibt auch noch wenige Gruppen (z. B. der Hermetische Orden der Goldenen Morgendämmerung, der Ordo Templis Orientis), die sich auf die G. bzw. Teile der G. berufen haben.

Die nach dem griechischen gnosis (Erkenntnis) benannte religiös-philosophische Bewegung entstand im 1. Jahrhundert als eine Mischung von Judentum und Parsismus. Später beeinflusst auch vom Platonismus, bekannten sich die meisten gnostischen Richtungen zum Christentum, unterschieden sich aber stark von dessen Lehre. Der Gnostizismus war eine Geheimlehre, nach der in die böse materielle Welt einst Funken oder Samen des geistigen Göttlichen Wesens fielen. Kann der Mensch in sich dieses göttliche Element erkennen und wiedererwecken, kann er in den spirituellen Bereich des Himmels, die Lichtwelt, zurückkehren. Nach Ansicht der Gnostiker ist der Gott der Juden und Christen, der des Alten Testamentes, eine untergeordnete Gottheit, ein aus der ursprünglichen großen Gottheit entstandener böser Gott, der Demiurg, der das Universum geschaffen hat. Die göttlichen Funken sind in diese Welt gefallen oder wurden vom obersten Gott dorthin entsandt, um die Menschheit zu erlösen.
Seit dem 4. Jahrhundert spielt der Gnostizismus keine große Rolle mehr, es gibt heute nur noch im Irak und Iran eine kleine, nicht-christliche gnostische Sekte, die Mandäer. Viele Elemente ihres Weltbildes tauchen jedoch immer wieder auf, so im Manichäismus, bei den Albigensern und Bogomilen, in der Kabbala und der Alchimie, in der Anthroposophie, in der Existenzphilosophie, im Nihilismus und auch bei C.G. Jung.

Goetia
Griechisch "Zauberei". In der Magie wird dieser Begriff fast ausschließlich für Schwarze Magie, z. B. für Totenbeschwörungen, verwandt. Der Name G. bezeichnet auch noch die Bücher, in denen diese dafür notwendigen Rituale niedergeschrieben wurden.

Golden Dawn
siehe Hermetischer Orden der Goldenen Morgendämmerung

Goldmacherei
siehe Alchemie

Gold- und Rosenkreutzer
Mit diesem Namen bezeichnete sich eine Gemeinschaft, die im 18. Jahrhundert versuchte, die Alchemie wiederzubeleben.

Golem
Künstliches Wesen aus Lehm, siehe Kabbalah.

Gorgonen
Stheno, Euryale und Medusa, drei monströse Schwestern, Fabelwesen der griechischen Mythologie. Die bekannteste ist die Medusa, die einzige, die sterblich war. Ihr Anblick verwandelte jeden Menschen zu Stein. Der griechische Held Perseus besiegte sie. Heute wird von vielen Forschern die Meinung vertreten, daß der Mythos der Gorgonen daher stammt, daß die Wächter/-innen der Mysterien schreckliche Masken trugen, um unerwünschte Eindringlinge abzuschrecken.

Gral
Das Wort bedeutet so viel wie Schüssel. Der G. taucht in vielen mittelalterlichen Sagen und Epen auf, z. B. in Wolfram von Eschenbachs "Parzival". Es gibt drei Erklärungen dazu, was der G. ist: 1. Der Kelch, mit dem Jesus und seine Jünger das Abendmahl feierten. 2. Die Schale, in der das Blut von Jesus aufgefangen wurde, als er am Kreuz hing und seine Seite geöffnet wurde. 3. Ein mysteriöser Stein mit wundersamen Kräften, der den Menschen mit körperlicher und geistiger Nahrung versorgen kann.

Eine in der letzten Zeit entwickelte Theorie ist die, dass der Gral als solches kein Gefäß ist, sondern den "Schoß" von Maria Magdalena symbolisiert. Und das "Blut Jesu" eine Andeutung auf eine Blutlinie ist. Demnach floh/reiste Maria Magdalena (schwanger von Jesus) nach Frankreich. Sowohl die Priorei von Sion als auch die Freimaurer streiten sich über die heutigen Angehörigen dieser Blutlinie. Da beide Gruppierung von den Templern (Tempelrittern/Rosenkreuzern) abstammen, ist dies wohl auch ein zentrales Geheimnis dieser uralten Bruderschaften.

Gralsgemeinschaft
siehe Abd-ru-shin

Grant, Kenneth
*1924, Engländer, der eine Reihe von Büchern über Magie geschrieben hat. G. arbeitete in jungen Jahren einige Zeit als Sekretär Crowleys. Er nimmt für sich in Anspruch, das Oberhaupt des Ordo Templi Orientis zu sein, eine Tatsache, die von anderen vehement bestritten wird. Die bekanntesten seiner Bücher sind unter dem Obertitel "Typhonische Trilogie" erschienen und heißen: "The Magical Revival" (Die magische Wiederbelebung)" Aleister Crowley and the Hidden God" (Aleister Crowley und der verborgene Gott) und "Cults of the Shadow" (Kulte des Schattens).

Graphologie
Lehre, die für sich in Anspruch nimmt, Aussagen über die Persönlichkeit und den Charakter eines Menschen durch die Analyse seiner Handschrift machen zu können.

Graves, Robert (1895-1985)
Englischer Dichter und Romancier. In Deutschland fügte er stets den Namen seines Vorfahren, des Historikers Leopold von Ranke in seinen Namen ein, also Ranke-Graves. G. wurde vor allem durch seine historischen Romane berühmt, z. B. "Ich Claudius, Kaiser und Gott". Sein Buch Die weiße Göttin - Sprache des "Mythos" (englische Ausgabe 1948, deutsche Übersetzung 1981) hat einen großen Einfluß auf die Wicca und die neuere Hexerei gehabt. Seine Studien über die griechische und hebräische Mythologie sind Klassiker auf diesem Gebiet.

Literaturhinweise: Graves, Rabert von Ranke, Griechische Mythologie, Hamburg, 1960; Graves, Robert von Ranke und Patai, Raphael, Hebräische Mythologie, Hamburg 1986.

Greif
Fabeltier, das seinen Ursprung in der ägyptischen Religion hat. Er wird meist als Mischwesen aus Löwe und Falke dargestellt - der Körper eines Löwen mit den Flügeln und dem Kopf eines Falken. Der G. symbolisiert den Sonnengott Re. Nachdem Ägypten römische Provinz geworden war, stieg das Interesse der Römer an der Religion der Ägypter sprunghaft an. Von Rom aus breitete sich das Symbol des G. in Europa aus und wurde so im Mittelalter zu einem vielverwendeten Bild in der Alchemie.

Grimoire
Aus dem Französischen stammender Name für sogenannte Zauberbücher wie etwa "Clavicula Salomonis" (Claviculum, Kabbalah).

Grosche, Eugen (1888-1964)
War einer der Mitbegründer der Fraternitas Saturni. Er war Autor und Herausgeber mehrerer Bücher über Astrologie und Magie. Sein magischer Name in der Fraternitas lautete Gregorius A, Gregorius.

Große Göttin
Eine Art Sammelbegriff, unter dem Göttinnen wie Innana, Astarte, Isis, Demeter etc. eingeordnet werden. Es handelt sich hierbei um Göttinnen, die mit Fruchtbarkeit und den Zyklen der Natur in Zusammenhang stehen. Da diese Göttinnen zum Teil ein sehr großes Alter haben, werden sie von sehr vielen Anhängern der Hexerei als bedeutender als die männlichen Götter eingestuft. Hinzu kommt, daß es mit dem Auftauchen der feministischen Bewegung auch in der Esoterik in Ansätzen eine Umorientierung hin zu weiblichen Inhalten gibt. Dies trägt zu einer weiteren Verbreitung des Begriffes ,"Große Göttin" bei.

Guaita, Marquis Stanislas de (1861-1897)
Franzose. Er beschäftigte sich intensiv mit Magie und Okkultismus und verfaßte Gedichte magisch-mystischen Inhalts. Mit Hilfe des von ihm mitbegründeten Martinistenorden wollte er das Rosenkreutzertum erneuern (Rosenkreutzer).

Gurdjieff, Georg Iwanowitsch (1865-1949)
Mal wird seine Abstammung als türkisch-armenisch, mal als russisch-armenisch angegeben. Nach seinen Lehr- und Wanderjahren, die ihn durch den Orient und Rußland bis nach Tibet geführt haben sollen, gründete er 1922 in Fontainebleau sein "Institut zur Harmonischen Entwicklung des Menschen". Hier versuchte er seinen Schülern die Quintessenz der Lehren zu vermitteln, die er auf seinen Reisen gelernt hatte. G. hielt mehr von praktischen Übungen als vom Bücherstudium. So unterrichtete er spezielle Formen des Tanzes, die Ähnlichkeiten mit denen der Derwische hatten. Ziel all seiner Übungen war es, den Menschen dazu zu bringen, sich verstärkt seiner selbst bewußt zu werden. Nach G.'s Meinung befindet sich die überwiegende Mehrzahl der Menschen im Schlaf. Darum sei es sein Hauptziel, sie aufzuwecken. Es sei auch nicht selbstverständlich, daß der Mensch eine Seele habe, diese müsse erst im Laufe des Lebens gebildet werden. G. hatte prominente Schüler, z. B. den Architekten Frank Lloyd Wrigth, die Schriftstellerin Katherine Mansfield und die Malerin Georgia O'Keefe. Der russische Journalist Ouspensky schrieb mehrere Bücher über G. und trug so viel zur Verbreitung der Lehre bei. G. selbst schrieb zwei Bücher: "Begegnungen mit bemerkenswerten Menschen" (deutsche Ausgabe 1978) und "Beelzebubs Erzählungen für seinen Enkel" (deutsche Ausgabe 1981). Außerdem komponierte G." so hat der bekannte amerikanische Jazzpianist Keith Jarret ein Album mit Kompositionen vorgelegt, die ausschließlich von G. stammen.

Gyromantie
Ein Mensch dreht sich im Kreis, so schnell er kann. Um ihn herum sind magische Zeichen und Symbole aufgestellt. Man glaubt Hinweise auf die Zukunft zu erhalten aufgrund des Symbols auf das sein Körper weist wenn er das Gleichgewicht verliert und umsinkt. Und die Bewußtseinstrübung durch Schwindelgefühl kann das Aufsteigen außersinnlicher Wahrnehmung erleichtern.