Lexikon - E


E
EA
Name des babylonischen Gottes der Weisheit und der Magie. E. schuf den Menschen.

Ebene
In der Esoterik und dem Okkultismus werden mit E. unterschiedliche Stufen oder Welten bezeichnet. Jede E. hat ihre eigenen Regeln und Gesetze. Es gibt höhere und tiefere E., die sich gegenseitig durchdringen, und die im Raum nebeneinander und in der Zeit gleichzeitig existieren. Man kennt die materielle, die astrale und die geistige E. Der Mensch hat Anteil an all diesen E., nur verfügt er oft nicht über die magische Ausbildung, bestimmte E. wahrzunehmen.

Eckankar
(auch Eck genannt), eine Gründung des Amerikaners Faul Twitchell (1908-1971). Durch E. soll der Mensch in die Lage versetzt werden, mit der Kraft in Kontakt zu treten, durch die Gott sich im Menschen offenbart. Viele religiöse Lehrer der Vergangenheit werden als Eck-Meister bezeichnet, z. B. auch Jesus. Twitchell nahm für sich ebenfalls in Anspruch, einer dieser Meister zu sein.

Eckhart, Meister (1260-1327)
Auch unter Schreibweisen wie Meister Eckhardt oder Eckehart bekannt. Meister E. war ein Dominikanermönch, der für einen der größten deutschen Mystiker gehalten wird (Mystik). Er war ein großer Prediger, der sich in seinen Schriften ausgiebig mit dem Verhältnis des Menschen zu Gott beschäftigte. Er sah die Vernunft als ein Wirken Gottes im Menschen an - er nannte das: Gottgeburt der Seele. Der Sinn des Lebens war für ihn die Rückkehr zu Gott. Vereinigung mit ihm durch ein tugendhaftes Leben und durch Liebe und Wohltaten den Mitmenschen gegenüber sind für ihn die Mittel, die dazu führen. In der Entsagung von weltlichen Gütern sah er eine weitere Voraussetzung für das Einswerden mit Gott. Seine These, jedes Lebewesen, nicht nur der Mensch, habe Anteil an der Natur Gottes, brachte ihn in den Verdacht, ein Ketzer zu sein (Ketzerei). Im Jahre 1329 wurde er vor den Papst zitiert, der mehrere von E.s Thesen für ketzerisch erklärte. Bis heute ist nicht hundertprozentig geklärt, ob E. widerrief oder nicht. Die Schriften E.'s hatten eine starke Wirkung auf Jakob Böhme.

Edda
Name zweier alter isländischer Bücher. Das ältere ist eigentlich eine Art Lehrbuch der Dichtkunst und wurde von Snorri Sturluson ca. 1225 geschrieben. Später wurde der Name E. auch auf die Sammlung altisländischer Sagen und Heldenlieder angewendet. In ihr sind die nordische Mythologie, die Religion der Nordvölker und der Germanen beschrieben.

Edelsteine
Spielen neben HaIbedelsteinen in der Magie und Heilkunst schon seit früher Zeit eine große Rolle. Sie gelten als glückbringende Steine und werden aus diesem Grund oft bei Amuletten verwandt. Da man sagt, daß in einem E. das Licht der Sonne und der Sterne eingefangen sei, wird behauptet, daß jeder von ihnen über eine heilbringende Strahlung oder Energie verfüge. Es gibt E., die bestimmten Planeten oder Göttern zugeordnet sind und die dann in der Magie und Heilkunst verwendung finden. Gelegentlich wurden sie klein gerieben und dem Kranken verabreicht, oder er mußte sie bei sich tragen, damit die Strahlung auf ihn übergehe. Viele mittelalterliche Esoteriker, Magier und Mystiker haben über diese Edelsteinmagie geschrieben, z.B. Agrippa, Albertus Magnus oder Hildegard von Bingen. In ihren Schriften veröffentlichten sie lange Listen von E. und ihre Zuordnung zu den jeweiligen Krankheiten. Hier findet man jedoch häufig große Widersprüche. Nachfolgend ein paar Beispiele, die auf der Kabbalah beruhen.

Edelsteinmagie
Hierbei benutzt der Magier die Entsprechungen der Edelsteine, um bestimmte Wirkungen zu erzielen. Will er sich etwa vor Rheuma schützen, so trägt er eine Bernsteinkette oder verfertigt ein Amulett mit einem Stück Bernstein. Aber auch bei Evokationen oder Invokationen werden Edelsteine benutzt, um die Aufmerksamkeit und die Energie des Magiers zu bündeln. So hilft zum Beispiel der Smaragd, sich auf die Kräfte der Venus zu konzentrieren.

Ego
Das Wort ist lateinisch und bedeutet "ich". In der Esoterik bezeichnet man damit die Form, die sich auf der materiellen Ebene zeigt. Oft wird das E. auch als Funke des Göttlichen definiert, der zu einem Bewußtsein seiner selbst gelangt ist und sagt: "Ich bin". Viele Religionen und mystische Schulen sahen und sehen das E. auch als eine Illusion an, die den Menschen daran hindert, sich wieder mit Gott zu vereinigen. Aus diesem Grund muß der Mensch lernen, die Illusion des E. zu überwinden.

Egregore
Eine Gedankenform oder ein Wesen, das durch eine Gruppe oder eine Einzelperson auf einer geistigen Ebene geschaffen wurde und lebt. So nehmen einige magische Orden für sich in Anspruch, bestimmte E. geschaffen zu haben, die dann dafür sorgen, daß der Orden ein großes magisches Kraftpotential hat. Einem E. muß ständig Nahrung durch die Gedanken und Rituale zugeführt werden, sonst stirbt es.

Eheieh
Hebräischer Name Gottes, der in der Kabbalah eine große Rolle spielt und übersetzt die Bedeutung von "Ich werde sein" hat.

Ei
In vielen Religionen oder Mythen über den Ursprung der Welt spielt das E. eine große Rolle. Der ägyptische Sonnengott Re entstand aus einem E., ebenso (z. B. bei den Platonikern) wie die Zwillingssöhne des Zeus, Kastor und Pollux. In anderen Lehren schuf Gott die Welt, in dem er die Materie in einem E. zusammenfaßte, aus dem dann die Welt entsprang. Das E. ist auch ein Fruchtbarkeitssymbol, das es heute noch in unserer Kultur gibt und das zu Ostern eine Rolle spielt. Ostern war ursprünglich das alte germanische Frühlingsfest, das der Göttin Ostara, der Göttin der Fruchtbarkeit, geweiht war. Zur Erinnerung an sie schenkten sich die Menschen Eier, die ihr heiliges Symbol waren.

Eiche
Ein in sehr vielen Kulten heiliger Baum. So war sie bei den Griechen der Baum des Zeus, bei den Römern der des Jupiters und bei den Germanen der des Thor (Donar). Eine herausragende Rolle spielt die E. auch in der keltischen Religion Galliens und Britanniens (Kelten). Unter ihrer Krone wurden religiöse Feste abgehalten, und die Misteln, die auf ihr wuchsen, galten den Druiden als besonders wirksam für Heil- und sonstige Zaubertränke. Zuweilen wird behauptet, im keltischen Kalender hätten die Monate die Namen von Bäumen getragen, darunter auch den der E. Dabei handelt es sich aber um eine Erfindung des letzten Jahrhunderts.

Eid
Bei der Freimaurerei, in der Magie und bei verschiedenen Mysterienbünden (Mysterien) hat der Eid eine wichtige Rolle. Man schwört bei Gott, den Göttern, einer übergeordneten Macht oder einem Prinzip, daß man bestimmte Dinge tut und andere läßt. Jeder Eid ist immer mit der Drohung einer Strafe verbunden für den Fall, daß man ihn bricht.

Eidolon
Griechisches Wort für Eben- oder Spiegelbild. Man bezeichnet damit auch den Astralkörper.

Einhorn
Dieses Fabeltier ist weltweit bekannt. Verschiedene Tiere können das eine Horn tragen: eine Schlange, ein Nilpferd, eine Ziege oder andere. Bei uns ist es in der Regel ein Pferd. Es steht für die Vereinigung der Gegensätze, denn sein Horn gilt als männlich und der Körper als weiblich.

Eins
Ist die wichtigste Zahl in der Esoterik. Sie wird mit der Einheit, mit Gott oder dem höchsten Prinzip gleichgesetzt.

Einweihung
(lateinisch Initiation), Bezeichnung für die Aufnahme in eine religiöse, magische oder mystische Gemeinschaft. Einweihungen sind fast immer mit einem Ritual verbunden, währenddessen der Einzuweihende in symbolischer Form bestimmte Lehren, ein besonderes Wissen etc. mitgeteilt bekommt. Die Einweihungsrituale sind ein äußerst wichtiger Bestandteil der Freimaurerei, die sich u. a. auch als eine Fortsetzung antiker Mysterienbünde (siehe Eleusis, Mysterien von) verstehen. Bei diesen Bünden spielte die Einweihung auch eine herausragende Rolle. Fast alle Einweihungen sind mit einem Eid verbunden. Einweihungen sollen zudem eine Wirkung auf die Seele haben und im Idealfall den Einzuweihenden in einen anderen, höheren Bewußtseinszustand versetzen.

Ekliptik
Die scheinbare Bahn der Sonne am Himmel. Sie wird in 360 Grad oder 12 Tierkreiszeichen zu 30 Grad eingeteilt. Die Stelle, an der die Sonne zum Frühlingsbeginn steht, ist der Nullpunkt. An ihm beginnt der Tierkreis mit dem Sternzeichen Widder. Zum Sommerbeginn steht die Sonne bei 90 Grad oder am Anfang des Krebs etc. Jede Jahreszeit umfaßt 90 Grad oder drei Tierkreiszeichen.

Ektoplasma
Mysteriöse Substanz, die Medien während spiritistischer Seancen (Spiritismus) absondern. In der Regel kommt sie aus dem Mund des Mediums. Was Ektoplasma genau ist, ob es überhaupt existiert und nicht auf einem Trick des Mediums beruht, ist in der Parapsychologie umstritten.
Es soll auch die Substanz der Geister sein, die, wenn sie erscheinen, in unserer physischen Welt eine Form gibt.

Elemente (astrologisch)
Einteilung der Tierkreiszeichen in die vier Elementgruppen Feuer, Wasser, Erde und Luft.

Elemente (esoterisch)
In der heutigen Naturwissenschaft bezeichnet man mit E. einen chemisch nicht weiter aufspaltbaren Stoff wie Sauerstoff, Kohlenstoff, Eisen etc. Streng davon zu unterscheiden sind die E. in der Esoterik, die keine wirklichen Stoffe, sondern eher Eigenschaften beschreiben. Sie entstammen der antiken griechischen Philosophie. In der noch heute bekannten Form wurden sie zum ersten Mal von Empedokles (490-430 v. Chr.) beschrieben, einem griechischen Philosophen und Magier. Bei ihm bezeichnen sie die Grundeigenschaften von allem, was es in der Welt gibt. Werden sie in unterschiedlichen Verhältnissen gemischt, bringen sie alle Erscheinungen hervor. Ursprünglich waren es vier: Feuer, Erde, Luft und Wasser. In der Neuzeit kam als fünftes Element der Geist hinzu. Auch die chinesische Philosophie kennt fünf E. Dort sind es: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. In der Astrologie sind jedem der vier alten E. je drei Tierkreiszeichen zugeordnet.

Elementale
Bezeichnung für die Geister, die zu einem der vier Elemente gehören. Ihre Namen und die Zuordnungen lauten: Feuer - Salamander; Wasser - Undinen; Luft - Sylphen; Erde - Gnome. Die E. sind eigentlich eher Verkörperungen der Naturkräfte als Geister im klassischen Sinne. Einem Magier, dem es gelingt, sie zu beschwören, soll es ein leichtes sein, sie zu seinen Diensten zu zwingen. Willensschwache und leichtgläubige Menschen hingegen sollen von ihnen leicht besessen werden, bzw. die E. führen sie in die Irre oder treiben im günstigsten Fall ihren Spaß mit ihnen.

Elementargeister
Name für die Seelen der Verstorbenen, die kein gutes, gottgefälliges Leben geführt haben. Die Seele eines guten Menschen geht - in den Vorstellungen der einzelnen Religionen- nach dem Tode entweder direkt zu Gott oder sie bereitet sich auf ihre Wiedergeburt vor. Die Seele eines bösen Menschen lebt dagegen noch geraume Zeit in einer Zwischenwelt, ehe sie sich auflöst. Diese Zwischenwelt ist die der Elementargeister, wo die Seele dem jeweiligen Element dienen muss, dadurch auch die Form und Eigenschaften des Elements annimmt.

Eleusis, Mysterien von
E. ist eine Stadt am Golf von Ägina, in der Nähe von Athen. Hier fanden die wohl berühmtesten Mysterien der Antike statt. Gleichzeitig waren sie ein Teil des athenischen Staatskultes. Sie wurden zu Ehren der Fruchtbarkeits- und Getreidegöttinnen Demeter und Persephone jedes Jahr im September gefeiert. Jedem Teilnehmer an den Mysterien wurden ewiges Leben und geistige Erhöhung versprochen. Da alle Teilnehmer an den Mysterien einen Eid der Geheimhaltung schworen, ist bis zum heutigen Tage nicht genau geklärt, was in E. wirklich geschah. Eine heute weit verbreitete Theorie ist, daß halluzinogene Drogen bei den Mysterien eine nicht unerhebliche Rolle spielten. Sie sollen dazu benutzt Worden sein, die Teilnehmer in einen Trancezustand zu versetzen.

Elfen
E. sind Wesen, die den alten Völkern angehören und den Menschen freundlich gesonnen sind, ihnen helfen und Glück bringen. E. werden oft mit Wäldern, Bergen, Flüssen und Seen in Verbindung gebracht, in deren Umgebung sie wohnen sollen und die sie schützen.
Elfen sind fast genauso groß wie ein Mensch, allerdings schlanker und haben spitze Ohren. Sie sollen Meister der Magie sein, und die besten Bogenschützen überhaupt sein. Sie werden oft mit Feen verwechselt, dabei sind diese mehr als doppelt so klein, und haben ausserdem Flügel die die Elfen nicht haben. Ausserdem können Feen sowohl hinterlistig als auch freundlich sein, jedoch sollte man sich nicht auf sie verlassen, da Feen nie lange Interesse an etwas haben können.

Eliade, Mircea (1907-1986)
Rumän. Religionswissenschaftler, der Bücher über Religionsgeschichte, Mystik und Schamanismus verfaßt hat: "Das Heilige und Profane" (1957), "Die Religionen und das Heilige" (1954), "Der Mythos der ewigen Wiederkehr" (1953), "Unsterblichkeit und Wiedergeburt" (1962).

Elohim
Hebräischer Gottesname, der Kabbalisten, Mystiker und Magier oft beschäftigt hat. E. ist der Name, den Gott im Buch Genesis, dem ersten Buch des Alten Testaments, hat. E. schuf Himmel und Erde. Martin Luther hat dieses Wort in der ersten deutschen Bibelübersetzung mit "Gott" übersetzt, was strenggenommen aber nicht ganz richtig ist. Der erste Teil des Wortes (Elohah) ist weiblich, der zweite Teil des Wortes ist eine hebräische Endung (im), die nur bei männlichen Hauptworten benutzt wird. In diesem Wort verbinden sich also die zwei Geschlechter und die Mehrzahl. Eine richtige Übersetzung müßte also so ähnlich wie Götterinnen lauten.

Elysium
Ort, in den nach der griechischen Mythologie die Seelen der Helden und aller guten und edlen Menschen nach dem Tode hingelangen.

Emanation
Lateinisch "herausfließen, entspringen, sich verbreiten". Im Okkultismus und der Esoterik wird das Ausströmen der göttlichen Kraft E. genannt.
Nach dieser Vorstellung ist die Erschaffung der Welt kein einmaliger Vorgang in ferner Vergangenheit, sondern findet dauernd statt. Die göttliche E. fließt ständig in die Welt und erfüllt alles Seiende. Auf ihrem Weg aus der göttlichen Sphäre erschafft sie zunächst die Welt der Ideen. So ist alles als Vorstellung vorhanden. Danach formt die E. den Äther nach diesen Ideen, Vorstellungen. Zuletzt wird die gewöhnliche Materie nach dem Muster des Äthers angeordnet. Das Verständnis der Emanationslehre ist schwer und bedarf intensiver gründlicher Studien, vor allem der jüdischen Lehre der Kabbalah und ihres Baum des Lebens.

Encausse, Dr. Gérard Analect Vincent
siehe Papus

Enchiridion
Griechisch, bedeutet so viel wie Handbuch. In der Lehre der Magie ist das "Enchiridion des Papstes Leo III." ein bekanntes Buch mit einer Sammlung von Zaubersprüchen und Schutzgebeten. Es erschien zum ersten Mal im Jahre 1560, hat aber mit dem eigentlichen Papst Leo III., der von 795-816 Papst war, nichts zu tun.

Endres, Dr. Franz Karl (1878-1954)
Schrieb mehrere Bücher, die heute als Standardwerke über das Freimaurertum (Freimaurerei) gelten. Eine Auswahl: "Die Symbole des Freimaurers" (1952), "Goethe und die Freimaurerei" (1949).

Engel
Vom griechischen Wort abstammend, das Bote bedeutet. E. gelten als Mittler zwischen Gott und den Menschen. Es gibt sie im Judentum, Christentum und Islam. Unter den E. gibt es auch eine Rangordnung. Die bekannteste ist die des Dionysius Areopagita, der erste Bischof; er wurde vom Apostel Paulus eingesetzt. Unter seinem Namen schrieb ein Autor des 5. Jahrhunderts mehrere Bücher religiösen und mystischen Inhalts. In einem von ihnen gibt er die Rangordnung der Engel folgendermaßen an: Engel, Erzengel, Kräfte, Mächte, Heerscharen, Fürstentümer, Throne, Cherubim, Seraphim. Später wurden die Erzengel als die höchsten der E. bezeichnet.

Engramm
Bezeichnung für Gedächtnisinhalt, der dem normalen Bewußtsein nicht zugänglich, also unbewußt, ist. In der Scientologysekte wird dem Mitglied versprochen, ihm Zugang zu diesen unbekannten Bewußtseinsinhalten zu verschaffen.

Enneagramm
Ein besonderes Neuneck, das vor allem von Schülern Gurdjieffs zur Deutung des inneren Aufbaus aller Handlungen und Ereignisse der Welt benutzt wird. Bekannt gemacht wurde das E. vor allem von Peter Demianovitsch Ouspensky (1877-1947), einem russischen Wissenschaftler und Esoteriker.

En Sof
Andere Schreibweise für Ain Soph (Kabbalah).

Entsprechung
Alles, was sich in irgendeiner offensichtlichen oder verborgenen Weise ähnlich ist, "entspricht" einander. Eine Grundvorstellung aller Magie und Esoterik besagt, daß sich ähnliche Dinge und Handlungen auf geheimnisvolle Weise gegenseitig beeinflussen. Fügt man etwa einer Puppe, die einem bestimmten Menschen ähnlich sieht, also entspricht, eine Verletzung zu, so soll damit auch der wirkliche Mensch verletzt werden können.

Ephemeriden
Schautafeln, aus denen man vorausberechnete Position der Gestirne ablesen kann. Könne auch verwendet werden, um Position, Ort und Zeit zu bestimmen.

Name der astronomischen Gestirnstabellen mit der Angabe der täglichen Positionen der Planeten. E. benötigt man unter anderem dazu, ein Horoskop erstellen zu können (Astrologie).

Epopt
Wort aus dem Griechischen. Ein E. ist ein Beschauer, Zeuge, Aufseher, Augenzeuge. E. ist außerdem der Name des dritten und höchsten Grades der eleusinischen Mysterien (Eleusis). Im Illuminaten-Orden ist es der Name des sechsten Grades, im Ordo Templi Orientis heißt so der achte Grad, den man erlangen kann.

Equinox, The
Periodisch erscheinende Schriftenreihe, die Aleister Crowley herausgab. Sie erschien jeweils zweimal im Jahr (zur Sommer- und Wintersonnenwende). Serie I umfaßt zehn Bücher, die zwischen 1909 und 1914 erschienen sind. In diesem voluminösen Werk finden sich neben Gedichten, Kurzgeschichten und Bilder etc. fast alle magischen und mystischen Schriften Crowleys. Serie II ist die Serie des Schweigens, es gibt also keine Bücher davon. Unter Serie III fallen unterschiedliche Publikationen wie "Die acht Vorlesungen über Yoga" oder das "Buch Thoth". Die gesamte Veröffentlichung der Serie III konnte zu Crowleys Lebzeiten nicht abgeschlossen werden. Sie blieb daher unvollended.

Erde (Element)
Ist ein Element, das allen Menschen und Dingen Wirklichkeit und stoffliche Substanz verleiht. Trolle und Gnome sind ihre Geister. Die Tierkreiszeichen Stier, Jungfrau und Steinbock sind ihm zugeordnet. Eine Betonung dieses Elements in einem Horoskop verleiht praktische Fähigkeiten und einen guten Realitätssinn. Allerdings verleiht das Element E. auch einen Hang zur Langsamkeit.

Erde (Planet)
In der Astrologie gilt die E. nicht als Planet, da sie der Standpunkt ist, von dem aus gedeutet wird. Trotzdem ist sie in jedem Horoskop von größter Wichtigkeit und steht in Form der Häuser im Mittelpunkt der Deutung.

Erdstrahlen
Strahlungen aus der Erde können Krankheiten auslösen. Es genügt oft schon bei Schlafstörungen das Bett aus dem Bereich von Strahlungsschnittpunkten zu entfernen um die Gesundheitsstörungen verschwinden zu lassen. Mit Rute und Pendel kann man feststellen wo diese Erdstrahlen verlaufen und die Schnittpunkte liegen.

Sind eine mysteriöse Kraft, die von der Erde ausgehen soll. Ihr Einfluß kann sowohl günstig als auch schlecht sein. Der Theorie nach verursachen bestimmte E. Krankheiten. Besonders begabten oder ausgebildeten Menschen soll es möglich sein, die E. und ihre Qualität mittels einer Wünschelrute festzustellen.

Ereschkigal
Die Göttin der Unterwelt der Sumerer und der Babylonier, eine riesige schwarzhaarige nackte Frau, nimmt die ebenfalls nackten Toten in sich auf. Residiert mit ihrem Ehemann Nergal im »Haus des Staubes« im von »Land der Toten« Kigalla, auch Arallu genannt, ausführlich beschrieben in der Höllenfahrt der Innana.

Erinnyen
Griechische Rachegöttinnen, an ihren athenischen Kultstätten auch Eumeniden (die Wohlgesinnten) oder Semnai (die Hehren), bei den Römern Furien genannt. Sie sind zuständig für die unnachgiebige Bestrafung von Eidbruch und jeder Art von Blutschuld und steigen zur Verfolgung hierzu extra aus der Unterwelt hervor.

Erleuchtung
In der Mystik das Erfahren einer inneren und geistigen Wahrheit, die den Menschen auf seinem Pfad zu Selbsterkenntnis und Vervollkommnung vorwärtsbringt.

Erzengel
Griechisch "Hauptengel". Mit ihm werden die höchsten der Engel bezeichnet. Die vier bekanntesten sind: Auriel, Gabriel, Michael und Raphael.
Jeder von ihnen herrscht über eines der Elemente, Auriel über Erde, Gabriel über Wasser, Michael über Feuer, Raphael über Luft.

Eschenbach, Wolfram von (1170-1220)
Deutscher Dichter des Mittelalters. Er schuf berühmte Versepen wie "Titurel", " Willehalm" und "Parzival". Letzteres ist wohl sein berühmtestes. In ihm schildert er die Geschichte des Parzivals, eines Ritters der Tafelrunde von König Artus, und seine Suche nach dem heiligen Gral.

Esoterik
Griechisch: innerlich, nur für einen Kreis besonders Begabter oder Würdiger bestimmt.
Früher eine Bezeichnung für Geheimlehren, geheimes Wissen heute hat das Wort eine umfassendere Bedeutung. Es wird auf alle neuen geistigen Bewegungen und auf alle Lehren und Techniken angewandt, die sich außerhalb der bisherigen Schulweisheit mit jenem Wissen befassen, das früher als geheim galt oder einfach vergraben war.

Ursprünglich die generelle Bezeichnung für das Geheimwissen, welches nur für Eingeweihte (siehe Einweihung) bestimmt ist. Es handelt sich dabei aber nicht um ein Wissen, das anderen schriftlich oder in irgendeiner sonstigen Form mitgeteilt werden könnte, sondern um bestimmte Einsichten und Erfahrungen, die man nur persönlich machen kann. Allerdings gibt es Tätigkeiten und Werkzeuge, die helfen, diese Erfahrungen zu machen, denn sie entsprechen ihnen (siehe Entsprechung). Das kann die Meditation und das Lesen heiliger Bücher sein, aber auch die Beschäftigung (unter Anleitung!) mit Kabbalah, Tarot, Astrologie, Yoga, Zen und vielem anderen. Für jeden Menschen ist der Weg zur Erkenntnis anders, denn jeder ist einzigartig. In den letzten Jahren hat sich der Gebrauch des Wortes verändert. Die Werkzeuge werden für das Eigentliche gehalten. Äußerliches wird schon als esoterisch bezeichnet, wie etwa das Vorhersehen der Zukunft oder übersinnliche Erscheinungen aller Art, auch Volksaberglaube oder das Spiel mit niederen Kräften beim Tisch- oder Gläserrücken. Sogar alles, was von der heutigen Schulwissenschaft (noch) nicht anerkannt wird (Kornkreise, Ufo), wird neuerdings der E. hinzugerechnet.

Essener
Die E. sind eine Art jüdischer Sekte, die man nach heutigen Gesichtspunkten als fundamentalistisch bezeichnen würde. Man weiß über sie durch die "Schriftrollen vom Toten Meer", die in Qumran zwischen 1947 und 1956 gefunden wurden. In mancher Beziehung weisen sie viele Ähnlichkeiten mit den Lehren des späteren Christentums auf, so legen die E. zum Beispiel viel Wert auf Friedfertigkeit und glauben an die Unsterblichkeit der Seele. Aus diesem Grund sind heute einige Forscher der Überzeugung, daß Jesus von Nazareth entweder ein E. war oder zumindest Kontakt zu ihnen und ihren Lehren hatte.

Etteila (1750-1810)
Hieß eigentlich Alliette und war von Beruf Perückenmacher. Er schuf ein bekanntes Tarotspiel (Tarot), war bei der Gestaltung der Karten aber recht eigenwillig; so schuf er neue Karten und ließ andere weg. Die neuen, von ihm geschaffenen Karten seien, so seine Auskunft, eigentlich sehr alte, die auf der Wanderung des Spiels von Ägypten nach Europa verlorengegangen seien. Vom künstlerischen Standpunkt betrachtet gilt das von ihm entworfene Spiel als eines der schönsten.

Evokation
Mit diesem lateinischen Wort bezeichnet man in der Ritualmagie (Ritual) die Beschwörung eines Geistes oder Gottes. Der Magier steht hierbei meist in einem Schutzkreis, und er beschwört den Geist mittels Gebeten, Zauberformeln und rituellen Gesten in das Dreieck, welches sich außerhalb des Kreises befindet.

Exorzismus
Griechisch: von exorkizein: beschwören
Ursprünglich ein in fast allen Religionen bekanntest Verfahren böse Geister herbeizuwünschen oder fern zu halten. Wird auch heute noch angewandt um teuflische Mächte zu verreiben oder Menschen und Orte von Dämonen zu befreien.

Ist die Austreibung eines bösen Geistes oder Teufels mit einem bestimmten Ritual. Es wird in Fällen sogenannter Besessenheit angewandt. Exorziert werden Menschen, aber auch Orte, die unter einem bösen Einfluß stehen. Das bekannteste Ritual ist das "Rituale Romanum" der römisch-katholischen Kirche.

Austreibung böser Geister oder Dämonen, die eine Besessenheit beenden soll. Man findet Exorzismen in fast allen Kulturen, heute noch u.a. im Christentum, im als Gemisch aus afrikanischer Religion und Magie und christlich-kultischen Riten entstandenen Voodoo und in afrobrasilianischen Religionen wie Candomble, Macumba oder Umbanda. In Tanzania finden Exorzismen statt im Rahmen der Behandlung von Krankheiten. "Der Exorzismus weist in der Welt der Religionen eine weitreichende Konstanz im Typ wie im Verfahren auf und gehört zweifellos zum religiösen Urmaterial. Seine Aufgabe, die Vertreibung böser und schädlicher Mächte aus Menschen, aus Lebewesen wie aus Sachen, geschieht durch die Vergegenwärtigung überlegener, meist göttlicher Kräfte, die dann die Vertreibung bewirken. Als von Dämonen im Menschen gewirkte Übel gelten körperliche Krankheiten, sittliche Laster, psychische Abnormalitäten, alle Arten von Fehlerhaftigkeit, Unglück und Mißerfolg. [...] Weitverbreitete Austreibungs- bzw. Heilmittel sind Wasser, Speichel, Blut, Salz, Öl, Räucherwerk, Erde, Amulette und ähnliches, dazu rituelle Handlungen wie Handaufiegungen, Aufseufzen, Anblasen, gegebenenfalls noch Anschreien, ferner die Verabreichung oder auch das Verbot bestimmter Speisen, überhaupt das Fasten und in hartnäckigen Fällen sogar Stockschläge. [...] Daß der Exorzismus im Christentum selbstverständliche Praxis geworden ist, kann angesichts von Jesu exorzistischer Tätigkeit nicht überraschen. Doch sind bezeichnende Neuakzentuierungen festzustellen. Zunächst einmal wurde der Exorzismus ethisiert. Noch in der Gnosis, wo er als fundamentaler Trennnungsakt der so verderblichen Vermischung von Gut und Böse galt, wähnte man seine Wirkung rein rituell, jedenfalls weitgehend ohne ethische Mitbeteiligung des Menschen, weswegen dieser gnostische Exorzismus als ein >Naturvorgang gleichsam am Individuum vorbei< oder auch als >Zauberexorzismus< bezeichnet worden ist, eben wegen seiner rituell-automatischen Wirkung. Da aber das christliche Dogma keinen Dualismus zuließ, vielmehr Teufel und Dämonen letztlich als Gott unterworfen ansah und den Menschen nicht von vornherein und absolut von ihnen beherrscht wähnte, konnten die bösen Mächte niemals von gleicher Macht sein wie Gott... vermöchten überhaupt nur Macht zu gewinnen, wenn der Mensch ihnen durch seine bösen Taten Raum gebe; nur bei bewußter Einwilligung könnten sie sich im Menschen festsetzen und ihn beherrschen.< (Arnold Angenendt: »Geschichte der Religiosität im Mittelalter«, Darmstadt 1997) Während der Christenverfolgungen galten die Märtyrer als besonders mächtige Exorzisten. 1991 sendete das amerikanische Fernsehen zur besten Sendezeit den Exorzismus an einem angeblich von Geistern geplagten 16jährigen Mädchen; der zuständige Bischof erklärte, der Teufel existiere wirklich und die Sendung könne hoffentlich dessen Wirken einschränken. Schon immer gab es aber auch in der christlichen Kirche Widerstand gegen den Exorzismus: Zu Luthers Zeit heißt es in einem Traktat, Aberglaube und Hexenverfolgungen dienten nur dazu, »dass man die Leute damit schrecke und die Pfaffen gelt bekommen«. Und Papst Benedikt XIV. (ein Bewunderer und Freund Voltaires), versuchte im 18. Jahrhundert die Priester davon abzubringen, den Aberglauben der einfachen Menschen zu fördern und dann für Exorzismus und Messen Geld zu kassieren. Doch er konnte sich nicht durchsetzen.

Exoterik
Das Gegenteil von Esoterik. Hiermit wird das Wissen bezeichnet, das jedem Menschen zugänglich ist.

Externsteine
Die Externsteine finden sich in der Nähe von Detmold, Westfalen. Sie sind eine Felsgruppe, die vermutlich das zentrale Heiligtum der vorchristlichen Zeit in Germanien war. Seine spirituelle Nutzung reicht in fernste Vergangenheit zurück. Es wird angenommen das die Steingruppe bereits mehr als 100 000 Jahre kultisch genutzt wird.