Cagliostro, Alexander Graf von (1743-1795)
Hieß eigentlich Guiseppe Balsamo und war der Sohn eines sizilianischen Bauern. C. war, was man einen begnadeten Schwindler nennen würde. Er verstand es ausgezeichnet, den Reichen und Mächtigen seiner Zeit das Geld aus der Tasche zu ziehen. C. war Gast an den wichtigsten Königshöfen seiner Zeit, z. B. Belgien, England, Frankreich, Italien und Rußland. Dort trat er entweder als Alchemist (Alchemie) auf, der behauptete, im Besitz des Steins des Weisen zu sein, mit dessen Hilfe er die Schatzkammern der jeweiligen Fürsten und Könige mit Gold zu füllen versprach (gegen entsprechendes Honorar), oder er gab sich als Großmeister der von ihm gegründeten ägyptischen Freimaurerei aus. In der letzteren Position verkaufte er an den Adel Einweihungen in diese Freimaurerei zu für damalige Zeiten extrem hohen Preisen. Berühmt-berüchtigt wurde C. durch die "Halsbandaffäre", einen Skandal, der das vorrevolutionäre Frankreich erschütterte. Diese Geschichte wirft ein bezeichnendes Licht auf C. Zusammen mit der Gräfin Lamothe-Valois informierte er den bei Hof in Ungnade gefallenen Kardinal von Straßburg, daß dieser die Gunst der Königin Marie Antoinette durch ein kostbares Halsband wiedererringen könnte. Sie fälschten Liebesbriefe und arrangierten ein nächtliches Rendezvous zwischen dem Kardinal und einem Straßenmädchen, das sie als Marie Antoinette verkleidet hatten. Der Schwindel flog auf, und es kam zu einem Prozeß in den Jahren 1785/86, der das Ansehen des französischen Königshauses schwer in Mitleidenschaft zog. Alexandre Dumas (1802-1870) schuf aus dieser Geschichte einen seiner bekanntesten Romane "Das Halsband der Königin". 1789 wurde C. in Rom von der Inquisition wegen Ketzerei zum Tode verurteilt, 1791 wurde das Todesurteil in eine lebenslängliche Freiheitsstrafe umgewandelt. Die von C. geschaffene ägyptische Freimaurerei lebte fort und wurde später in den sogenannten Memphis - Misraim Ritus der Freimaurerei aufgenommen. Da der Memphis - Misraim Ritus auch ein Freimaurerorden war, der bei der Gründung des Ordo Templi Orientis Pate stand, existieren heute noch Spuren von C.'s Schöpfung. Johann Wolfgang von Goethe hat sich in seinem satirischen Theaterstück "Der Großkophta" über C. und dem ihm verfallenen Adel auf bissige Art und Weise lustig gemacht.
Campanus, Campani Giovanni (1233-1296)
Italienischer Astrologe, der ein noch heute benutztes Häusersystem für die Astrologie entwickelte (Häuser).
Cancer
Lateinischer Name des vierten Tierkreiszeichens Krebs.
Capricornus
Lateinischer Name des zehnten Tierkreiszeichens Steinbock.
Case, Paul Foster (1884-1954)
Amerikaner, der seinem eigenen Bekunden nach der Leiter des amerikanischen Hermetic Order of the Golden Dawn war. In den USA gründete er das BOTA (Builders of the Adyatum = Baumeister des Adyatums, Bezeichnung für das Allerheiligste eines Tempels). Bekannt geworden ist C. aber vor allem durch seine Bücher über das Tarot. Er vertritt zwar recht wunderliche Thesen zum Ursprung des Tarots, trotzdem gehören diese Bücher zu den besten, die bislang über das Tarot geschrieben wurden. Titel seines wohl wichtigsten Buches: "The Tarot, A Key to the Wisdom of Ages" (Tarot, Ein Schlüssel zur Weisheit der Zeitalter).
Castaneda, Carlos
Amerikani-scher Anthropologe und Autor, der 1925 geboren wurde. Bekannt wurde der öffenrlichkeitsscheue C. durch seine Bücher (z. B. "Die Lehren des Don Juan", "Die andere Wirklichkeit", "Die Reise nach Ixrlan" etc.). In ihnen schildert er, wie er bei dem indianischen Schamanen Don Juan Matus in die Lehre ging und eine Ausbildung zum Brujo (spanisch für Hexer, Zauberer) absolvierte. Viele Anthropologen halten seine Bücher für wenig authentisch und sehen ihn als eine Art esoterischen Karl May an. Eine andere These lautet, daß C. und sein ihn betreuender Professor sich die ganze Geschichte ausgedacht hätten, um auf die Art und Weise ein Experiment in bezug auf die Wissenschaftsgläubigkeit der Menschen zu machen, denn die ersten Bücher C.'s erschienen als wissenschaftliche Arbeiten (Dissertationen etc. ) . Die Bücher C.'s enthalten viele wahre Informationen über die Schamanenkultur mittelamerikanischer Indianer (Schamanen) und deren zeremoniellen Gebrauch halluzinogener Drogen.
Cayce, Edgar (1877-1943)
Er konnte sich in Trance versetzen und soll dann in der Lage gewesen sein, Krankheiten zu diagnostizieren und Mittel für ihre Heilung zu verschreiben. In seinen Trancezuständen machte er sehr viele Prophezeiungen, die heute noch in gedruckter Form vorliegen und sich nach wie vor einer großen Anhängerschaft erfreuen.
Ceres
Römische Göttin des Pflanzenwachstums. Ihr Fest war die Cerealia, welches am 19. April gefeiert wurde. C. hatte auch schon früh eine Verbindung zur Tellus Mater (Mutter Erde), der Göttin des Ackerfeldes. Diese beiden Göttinnen verschmolzen in der griechischen Mythologie zur Göttin Demeter.
Chakra
(PI. Chakren) Aus Indien stammendes Sanskritwort, das Rad bedeutet. Ch. kann man als geistige Energiezentren im menschlichen Körper bezeichnen. Der Mensch verfügt über eine große Anzahl dieser Ch. Am wichtigsten sind aber die sieben (oder sechs, je nach Schule), die auf der Wirbelsäule liegen, entlang des sogenannten Mittelkanals (Sushumna). Ein Yogi (Yoga), der die Schlangenkraft (Kundalini) aktivieren kann, "zieht" sie vom Wurzelchakra bis hinauf zum Scheitelchakra. Dies soll ihm übermenschliche Fähigkeiten verleihen, seine körperliche und geistige Gesundheit fördern und zu tiefer mystischer Erkenntnis führen. Die gebräuchlichste Methode der Aktivierung der Ch. ist die Meditation. Es gibt auch rituelle Arten und Weisen der Chakraaktivierung, wie sie z. B. von den Anhängern des Tantra praktiziert werden. Die Namen der wichtigsten Ch. und ihre ungefähre Lage im menschlichen Körper sind: Muladhara Ch. - dies ist das Wurzelchakra, welches sich am Steißbein (auf Höhe der Genitalien) befindet. Es verfügt über vier Lotusblätter und in ihm ruht die Kundalinienergie, symbolisiert durch eine zusammengerollte Schlange, die bereit ist, nach ihrer Erweckung, ihren Weg durch den Mittelkanal nach oben zu nehmen. Svadhistana Ch. ist der Name des zweiten Ch.'s. Es befindet sich ungefähr auf halbem Weg zwischen den Genitalien und dem Bauchnabel (Kreuzbeinregion).
Es hat sechs Lotusblätter. Manipura Ch. ist der Name des nächsten, das auf Höhe des Nabels liegt. Es hat zehn Lotusblätter. Das Anahata Ch. oder auch Herzchakra mit zwölf Lotusblättern ist das vierte. Darauf folgt das Vishudda Ch. oder Kehlchakra, welches sechzehn Lotusblätter hat. Das Ajna Ch. oder Stirnchakra wird häufig mit dem dritten Auge (Drittes Auge) gleichgesetzt. Es verfügt über sechsundneunzig Lotusblätter.
Das letzte ist das Sahasrara Ch. oder Scheitelchakra, welches tausend Lotusblätter hat. Jedes Ch. wird auch als eine Lotusblume gesehen. Wenn nun die Schlangenkraft aufsteigt, entfaltet sich jeder Lotus, er blüht auf. Weder die genaue Anzahl der Ch. noch ihre Lage im menschlichen Körper sind eindeutig definiert. Die Angaben unterscheiden sich oft von Autor zu Autor, und dies trifft sowohl auf indische wie euroamerikanische Autoren zu. Die oben erwähnte Zuordnung ist eine der gebräuchlicheren.
Chaldäer
Volk aus der Region des Mittelmeers, das seine Ursprünge wahrscheinlich in Vorderasien hat. Im 2. Jahrtausend v. Chr. schufen sie in Mesopotamien (Zweistromland) viele kleine unabhängige Staaten. Im 8. Jahrhundert v. Chr. errangen sie die Herrschaft in ihrem Nachbarstaat Babylon. In der Spätantike (vor allem zur Zeit der Römer) wurde der Name Ch. fast ausschließlich für die BabyIonier gebraucht und wurde hierbei vor allem zu einer Bezeichnung für Astrologen, da Babylon auf dem Gebiet der Astrologie als führend galt.
Channeling
Aus dem Englischen: kanalisieren.
Hier wird ein Kanal zu einer anderen geistigen Dimension eröffnet. In Trance holt sich ein Medium Wissen und Botschaften aus einer höheren Bewußtseinsebene. Damit werde universelles Weltbewußtsein angesprochen.
Ein neuer Ausdruck für ein altes Phänomen. Ch. leitet sich von dem englischen Wort "channel" = Kanal ab. So wird heute häufig die Fähigkeit eines Mediums genannt, Botschaften von Verstorbenen, Geistern etc. zu empfangen und zu übermitteln. Das Medium ist der "Kanal", durch den diese Mitteilungen fließen. Es werden heute oft Kurse angeboten, in denen man diese Fähigkeit angeblich lernen kann.
Chaos
Griechisch, bedeutet so viel wie "weiter Raum", vor allem aber "der leere, unermeßliche Weltraum". In der Esoterik hat es auch oft die gleiche Bedeutung wie Abysso Das Ch. verfügt über das verborgene Potential der Schöpfung. In ihm ist bereits alles als Same oder als Idee vorhanden. Es wartet quasi darauf, in Erscheinung, ans Licht zu treten.
Chaosmagie
Eine neue Form der Magie, die vor allem durch den IOT (Illuminated Order of Thanateros = Erleuchteter Orden des Thanateros, IOT) propagiert und praktiziert wird. Die Chaosmagie erfreut sich vor allem bei jungen, an der Esoterik und Magie interessierten Intellektuellen großer Beliebtheit. Ch. wird als die Kraft definiert, die dem Universum Struktur und Vielfältigkeit verleiht und die Entstehung des Lebens verursacht. Das geoffenbarte Universum wird als eine kleine Insel der Ordnung im unermeßlichen Ozean des Urch. definiert. Das grenzenlose Ch. durchdringt alle Teile dieser geordneten Insel. Den Menschen betrachten die Ch.magiere als eine Struktur von hoher Ordnung, die sich auf dieser Insel befindet. Im innersten Zentrum des Menschen findet man einen Funken des Ch. wieder, das die Illusion des Universums geschaffen hat. Dieser Funke Ch. haucht dem Menschen Leben ein und versetzt ihn in die Lage, Magie zu praktizieren. Das Ch. an sich entzieht sich jeder Wahrnehmung. Es läßt sich nur indirekt wahrnehmen, benutzt aber teilweise geformte Materie, die äußerst instabil ist. Diese Materie nennen die Ch.magiere Äther. Die Ch. betrachtet die schöpferische Kraft des Universums als zufällig, eben als chaotisch. Im Gegensatz dazu sieht die eher traditionell ausgerichtete Magie die Kraft eines geistigen Bewußtseins hinter der Schaffung des Universums. Eine Art Glaubensbekenntnis des Ch.magiers lautet: "Wie oben, so unten; ich bin das Universum; die Kraft in uns ist die Lebenskraft des Universums. Die subtile Kraft in uns (der Äther) ist die subtile Kraft des Universums. Die grobe Materie in uns ist die grobe Materie des Universums. Dem Ch. ist nichts wahr, und alles ist erlaubt, obwohl es sich selbst durch das Prinzip der Dualität bei der Schaffung der Welt begrenzt hat." Viele Kritiker sehen in der Ch.magie nichts grundlegend Neues, "sie füllen einfach alten Wein in neue Schläuche" und versehen diesen Wein dann mit modischen Etiketten. Die Ch.magiere halten dagegen, daß sie neueste Erkenntnisse der Religionswissenschaft, der Physik und Psychologie in ihre Lehren mit einbezögen.
Charon
Fährmann im Totenreich, der die Toten über den Fluß Styx übersetzt.
Charon gehört, ebenso wie die Parzen, die Erinnyen und Hekate nicht zum Titanengeschlecht, sondern alle diese Wesen sind Kinder der Nacht oder der Dunkelheit.
Chassidismus
Hebräisches Wort für "die Frommen". Der Ch. ist eine religiöse Erneuerungsbewegung des Judentums, die im 18. Jahrhundert in Polen und Rußland entstand. Er lehrt die Freude an allen Dingen und Lebewesen, da Gott in ihnen wohnt. Damit setzt er sich von der nüchternen Lehre des Talmud ab. Der Cho beruft sich u. a. auch auf die Lehren des Kabbalisten Isaak Luria (Kabbalah).
Cheiro (1866-1939)
Pseudonym des Grafen Louis Hamon. Er war Astrologe und beschäftigte sich intensiv mit der Handlesekunst (siehe Chiromantie), über die er einige Bücher schrieb. Ch. war der Berater bekannter Persönlichkeiten der Politik und Kultur seiner Zeit.
Chela
Aus dem Indischen stammendes Wort, das die Schüler eines okkulten Lehrers bezeichnet.
Cheopspyramide
Grabmahl eines ägyptischen Pharaonen (Cheops, Schufu, Chufu soll sein Name gelautet haben) aus der IV. Dynastie, das um 2700 v. Chr. erbaut wurde. Standort der Ch. ist Gizeh, Vorort der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Dieses gewaltige Bauwerk hat die Phantasie der Menschen seit Jahrtausenden beschäftigt. Daher gibt es die unterschiedlichsten Deutungsversuche auch der Esoteriker. So soll man z. B. aus den Zahlen, die die Größen- und Längenverhältnisse der Pyramide ergeben, Schlüsse und Prophezeiungen auf die Geschichte und das Schicksal der Menschheit ziehen können. Ebenso gibt es die verschiedensten Spekulationen über den Verwendungszweck der Pyramide. Sie reichen von Grabstätte über Sonnentempel, Observatorium bis hin zum Ufo-LandepIatz. Wahrscheinlich hatte sie wie die anderen Pyramiden mehrere verschiedene Funktionen: Religiöses Zentrum, Grabstätte und Observatorium.
Cherubim
Wesen aus der jüdischen Mythologie, die einen menschlichen Kopf und den Körper eines Tieres haben. Nach dem Alten Testament sind sie die Thronträger Gottes. Ein Ch. besteht aus vier Teilen von verschiedenen Lebewesen: Adler, Löwe, Stier und Mensch. Jedes dieser vier Lebewesen ist einem Element zugeordnet: Adler - Luft; Löwe - Feuer; Stier - Erde; Mensch - Wasser. So symbolisieren die Ch. die Elemente in ihren unterschiedlichsten Verbindungen.
Chesed
siehe Kabbala
Ch'i
Name aus dem chinesischen Taoismus, der die Lebenskraft bezeichnet.
Chinesische Astrologie
Eine einheitliche Schule hat sich in China im Gegensatz zum Abendland nicht entwickelt. Es bestehen zahlreiche verschiedene Systeme nebeneinander. Hier erhältliche Bücher sind fast immer willkürliche Anpassungen an westliche Vorstellungen und haben nur wenig mit der chinesischen A. zu tun. Der chinesische Tierkreis kennt zwar auch 12 Tierkreiszeichen, doch beruhen diese nicht auf der Bahn der Sonne, sondern auf einem Mondkalender. Das bedeutet, daß die Zeichen nicht fest mit einem Monat verbunden sind, sondern durch das ganze Jahr wandern. So fällt das Neujahrsfest jedes Jahr in ein anderes Zeichen und verleiht ihm so eine besondere Bedeutung. 1997 ist z. B. das Jahr des Ochsen, es folgt 1998 das des Tigers. Alle zwölf Jahre wiederholen sich die Jahresherrscher. Das chinesische Neujahrsfest fällt auf unterschiedliche Tage im Januar oder Februar. Für viele chinesische Astrologen ist das Jahreszeichen der Geburt so wichtig wie hier das Sternzeichen in der Zeitschriftenastrologie. Die chinesischen Jahresregenten in ihrer Reihenfolge sind.
Chirologie
Das Handlesen. Sie ermöglicht Persönlichkeits- und Charakteranalysen.
Die Eigenschaften des Menschen spiegeln sich in den Linien der Innenhände, den dazwischenliegenden "Bergen" und deren eigenartiger Verbindung, oft auch aus der Gestalt der Finger und Nägel.
Chiromantie
Die Chiromantie benutzt die Handlinien zur Zukunftsdeutung. Hauptlinien der Hand sind die Lebenslinie, Kopflinie, Herzlinie und Schicksalslinie. Hier wird der Charakter dargestellt.
Handlesekunst. Aus den Linien der Handinnenfläch soll es möglich sein, Aussagen über den Charakter, den Gesundheitszustand und die Lebenserwartung eines Menschen zu machen. Gleichzeitig sind bestimmte Teile der Hand bestimmten Planeten zugeordnet.
Chokmah
siehe Kabbala
Chons
Name des ägyptischen Mondgottes. Auf Bildern sieht er aus wie eine Mumie, die die Mondscheibe auf dem Kopf trägt. Aleister Crowley behauptete die Wiedergeburt eines Priesters des Ch.'s - er benutzte dafür die damals übliche Schreibweise Khonsu- mit Namen Ankh afna Khonsu aus der ägyptischen Spätzeit gewesen zu sein. Die Grabstele (eine Art Grabstein) dieses Priesters spielt eine wichtige Rolle im thelemitischen Symbolsystem (Thelema).
Choronzon
Name des Dämons der Auflösung. Er gilt als der gefährlichste Dämon, dem der Magier auf seinem Wege zur Erleuchtung begegnet. Ch.'s Aufenthaltsort ist der Abyss. Auf seinem Weg von Malkuth zu Kether muß der Magier durch den Abyss (Kabbalah), und er wird mit Ch. konfrontiert, der ihn vernichten will. Aleister Crowley beschwor diesen Dämon am 6. Dezember 1909 in Boli Saada, einem Teil der algerischen Sahara. Unterstützt wurde er hierbei von seinem Schüler Victor Neuburg, der als Schreiber bei der Zeremonie fungierte. Crowley nahm die Beschwörung des Ch. im Rahmen seiner Ritualarbeit (Rituale) mit den dreißig Aethyren vor. Diese Arbeit fußt auf einem System, das wahrscheinlich der elisabethanische Magier John Dee gemeinsam mit seinem Schüler Edward Kelley geschaffen hat. Ch. beherrscht den zehnten Aethyro.
Christengemeinschaft
Kirche der Anthroposophischen Gesellschaft (Anthroposophie), die in den zwanziger Jahren in der Schweiz gegründet wurde. Die Ch. möchte die Spaltung der Christenheit in Katholiken und Protestanten wieder aufheben. Die wichtigste Zeremonie ist die Menschenweihehandlung, die dem christlichen Abendmahl analog ist.
Christliche Wissenschaft
Auch Christian Science, siehe Baker-Eddy, Mary
Chtonisch
Griechisches Eigenschaftswort, das "der Erde oder dem Erdboden angehörig" bedeutet. Eine weitere Bedeutung ist "unterirdisch, der Unterwelt zugehörig". Ch. ist in erster Linie ein Beiname griechischer Göttinnen wie Demeter und Hekate, er wurde aber auch auf Unterweltsgötter wie Hades angewandt.
Church of Satan
siehe Kirche des Satans
Claviculum
Lateinisch "Schlüsselchen". C. ist der Beiname, der diversen Zauberbüchern gegeben wurde. Das wohl bekannteste ist der Clavicula Salomonis, eine Art Sammelbegriff, unter dem mehrere Zauberbücher erschienen.
Collins, Mabel (1851-1927)
Pseudonym von Mrs. Kennigdale Cook, einer englischen Schriftstellerin. Sie gehörte eine Zeitlang der Theosophischen Gesellschaft (Theosophie) an, geriet aber dann mit H. P. Blavatsky über die Idee der geheimen Meister (geheime Obere) in Streit, was zum Bruch mit der Theosophie führte. Für ihren bekanntesten Roman "Licht auf dem Pfad" soll sie von einem der geheimen Meister inspiriert worden sein.
Später nahm sie diese Behauptung zurück. Sie verstand unter den geheimen Meistern nicht mehr irgendwelche Überwesen, die z. B. im Himalaja leben, sondern hielt sie für einen Teil der inneren Psyche.
Comenius, Johann Amos (1592-1670)
Tscheche (lateinische Form des tschechischen Komensky) , wurde 1616 zum Priester geweiht und gilt als einer der großen Humanisten. Er wollte die Grundlagen des menschlichen Lebens verbessern und unternahm aus diesem Grund Anstrengungen das Unterrichts- und Schulwesen zu reformieren. Er schuf eine systematische Unterrichtslehre, forderte einen einheitlichen Schulaufbau und vertrat die These, daß man besser lernt, wenn man vom Leichten zum Schweren vorgeht. C. wollte auch, daß alle Wissenschaften und die okkulten Lehren in einer zusammengeführt würden, der "Pansophie" (übersetzt soviel wie Allweisheit). Vieles in den Schriften von C. erinnert an die Gedankenwelt der Rosenkreutzer und nimmt Ideen der Freimaurer (Freimaurerei) vorweg, z. B. die Idee eines allumfassenden Menschheitsbundes.
Constant, Alphonse Louis
Besser bekannt unter seinem Pseudonym Eliphas Levi.
Court de Gébelin, Antoine (1725-1784)
Französischer Gelehrter. Bekannt wurde er vor allem durch sein mehrbändiges Mammutwerk "Die Primitive Welt". Diese Bücher enthalten vom heutigen Standpunkt aus gesehen keine belegbaren Fakten. lm achten Band dieses Werkes vertritt C. die Ansicht, daß das Tarot aus Ägypten stamme. Die alten Ägypter seien so klug gewesen, daß sie ihr Wissen in Form dieses Kartenspiels dargestellt hätten, damit ihre Weisheit die Jahrhunderte überdauere. Seit dem Erscheinen dieser Bücher hält sich die These, daß der Ursprung des Tarot in Ägyp-ten zu suchen sei. Eine Bestätigung dieser These gibt es nicht.
Coven
Name für einen Hexenzirkel, der aus dem angelsächsischen Sprachraum stammt und heute auch in Deutschland gebräuchlich ist. Hexen und Hexer schließen sich in einem C. zusammen, um dort gemeinsam ihre Rituale zu feiern. In der Frühzeit soll ein C. aus dreizehn Mitgliedern bestanden haben - zwölf und ein Leiter. In der heutigen Zeit wird es damit nicht mehr so genau genommen (Hexe und Wicca).
Crowley, Aleister (1875-1947)
Aleister Crowley auch als "Laird of Boleskine", "Das Große Tier 666" oder der "böseste Mensch, der je gelebt hat", bekannt, ist eine der ungerechtfertigt angeschwärzten Gestalten in der Geschichte des Okkulten. Unbestritten hatte er in einer Kindheit sadistische Neigungen und litt zweifellos unter Größenwahn, der sich etwa bei seinen Anstrengungen zeigte, sämtliche Rivalen im Hermetischen Orden der Goldenen Dämmerung zu überflügeln. Aber er war auch ein ziemlich stilvoller und origineller Magier, und einige seiner Konzepte könnten sich in der Geschichte der Psychologie noch als bedeutsam herausstellen. Bereits 1926 veröffentlichte er in Paris sein Werk Magick, in dem er unter anderem unbewusste Bilder des Geistes systematisch auflistete.
Von Anfang an war Crowleys Leben voller Gegensätze. Er wurde 1875 in Plymouth geboren und wuchs in einer streng puritanischen Familie auf. Während seines Studiums in Cambridge ging er so unterschiedlichen Interessen wie Bergsteigen, Rudern und Schachspielen nach. Angeregt durch seine Freundschaft mit Allan Bennett vertiefte er sein Wissen in Magie und Mystik. In der Geschichte der modernen Magie sollte er zu einer der spektakulärsten Gestalten werden.
Von Mussolini wurde er aus Cefalu in Sizilien ausgewiesen, wo er eine Abtei zur Praktizierung ritueller Magie gegründet hatte. Seine Veröffentlichung von Geheimschriften des Hermetischen Ordens brachte ihm permanente Rechtsstreitigkeiten ein. Er war berühmt für sein ausschweifendes Sexualleben und war endgültig berüchtigt, nachdem er sich 1904 zum Antichrist ernannt hatte.
1898 hatte Crowley sich dem Hermetischen Orden der Goldenen Dämmerung angeschlossen und sich mit den magischen Künsten dieses Ordens vertraut gemacht. Er merkte jedoch schnell, dass die Magier in den höchsten Graden große spirituelle Autorität über die unter ihnen stehenden ausübten, indem sie behaupteten, mit den sogenannten "geheimen Oberen" (spirituellen Meistern aus höheren Seinsstufen) in Verbindung zu stehen. In Magick (Crowley schrieb es mit einem zusätzlichen "k") stellte er fest, jeder Mensch sei sich mehr oder weniger bewusst, dass seine Individualität mehrere Existenzstufen umfasse. Die Magie war für ihn ein Mittel, das Bewusstsein willentlich zu transformieren und eine Verbindung mit den höchsten spirituellen Kräften im Kosmos einzugehen.
Am 18. November 1898 trat Crowley als Neophyt in den Orden ein. Im Dezember wurde er zum Zelator, in den folgenden zwei Monaten zum Theoricus und Practicus. Er wollte unbedingt so schnell wie möglich die okkulten Grade des Lebensbaumes durchlaufen. Als erster Magier wagte er sich an das ein halbes Jahr dauernde Abremalin-Ritual, das von MacGregor Mathers, dem Mitbegründer der Goldenen Dämmerung, aus dem Französischem übersetzt worden war. Während dieser Zeit hatte Crowley Visionen von Christus und sah sich einmal in einer Schlüsselvision selbst gekreuzigt.
1904 passierte noch einiges, was Crowley zu der Annahme brachte, dass sein Genie und seine Rolle in der Welt von besonderer Bedeutung seien. Nachdem es ihm nicht gelungen war, W. B. Yeats als Oberhaupt des Golden Dawn zu verdrängen, begab sich Crowley, einem plötzlichen Impuls folgend, auf Reisen, die ihn nach Mexiko, die Vereinigten Staaten, Ceylon und Indien führten. Schließlich gelangte er nach Kairo, was sich als Meilenstein bei dem Aufbau eines neuen magischen Universums erweisen sollte.
Am 14. März 1904 vollzog Crowley in seinem Hotelzimmer in der Nähe des Moulak-Museums in Kairo eine magische Zeremonie, um den ägyptischen Gott Thot, den Gott der Weisheit, anzurufen. Seine Frau verfiel in eine traumartige Trance, und vier Tage später verkündete sie in einem ähnlichen Zustand, dass Horus auf ihren Mann "warte". Crowley hatte dies nicht erwartet und war sogar noch überraschter, als sie ihn in ein Museum führte, das sie bislang noch nicht besucht hatten. Dort deutete sie auf eine Statue des Horus in der Gestalt des Hoor-Khuit. Crowley war äußerst beeindruckt, dass das Ausstellungsobjekt die Zahl 666 trug, die Zahl des Großen Tieres aus der Offenbarung. Dies war für Crowley ein Omen; er kehrte in sein Hotelzimmer zurück, um dort ein Ritual für Horus zu vollziehen. Wieder fiel seine Frau in Trance und begann, eine Reihe von Feststellungen zu äußern, die sie von Aiwaz, einem Abgesandten der Gottheit erhalten haben wollte.
In dieser Übermittlung, die Crowley später als Buch der Ge-setze veröffentlichte, wurde er unterwiesen, die zeremonielle Magie, die er im Hermetischen Orden der Goldenen Dämmerung gelernt hatte, fallenzulassen und sich statt dessen der Sexualmagie zuzuwenden. Zu diesem Zweck sollte er den Verbleib der Roten Hure aus Babylon herausfinden, die im Buch der Offenbarung erwähnt wird. Nun fühlte er sich bestätigt, tatsächlich der auf Jesus folgende Antichrist zu sein. Laut Aiwaz sollte er der Herrscher des Neuen Zeitalters sein.
Crowley war davon überzeugt, eine bedeutende kosmische Initiation erfahren zu haben, die eine neue Phase in der Entwicklung der Menschheit einleitete. Er wollte der Welt das Mysterium der sexuellen Vereinigung der großen ägyptischen Gottheiten Nuit und Hadit mitteilen, wobei er sich als Kind aus dieser Vereinigung sah. Ebenso fühlte er sich als Nachfolger von Osiris, Christus und Mohammed: "Mit meinem Falkenkopf (das heißt dem des Horus) picke ich Jesus die Augen aus ... Ich schlage mit meinen Flügeln Mohammed ins Gesicht."
Crowley sah sich durch diese Erleuchtung mit neuer Autorität ausgestattet. Er hatte die höchsten spirituellen Energien des Universums angezapft, und zwar ausgerechnet in Ägypten, der legendären Heimat der Magie! An Mathers schrieb er, dass dessen rituelle Formeln nun bedeutungslos geworden seien, und bemerkte auch, dass er keine Antwort darauf erwarte. Er erhielt auch niemals eine.
An Struktur und Autorität war ihm jedoch immer schon sehr gelegen, und so beschloss er, seinen eigenen okkulten Orden, Argenteum Astrum (Der Silberne Stern) zu gründen. Anfangs hatte er die gleiche Struktur wie die Goldene Dämmerung, doch nach Kontakten mit dem deutschen Ordo Templi Orientis nahm Crowley auch einige sexualmagische Riten auf.
Der A. A., wie der Orden in esoterischen Zirkeln hieß, weihte um die 100 Menschen ein, unter ihnen auch Norman Mudd, Mathematikprofessor an Bloemfontain, Victor Neuburg, den "Dichtervater" von Dylan Thomas und Pamela Hansford-Johnson, sowie den visionären Künstler Austin Spare. Auf Crowleys Einfluss geht die Gründung von einigen sexualmagischen Gesellschaften in den USA zurück, so etwa der Chronozon-Club (nach dem Dämon des Chaos), der kalifornische Ableger des O. T. O. (dem auch L. Ron Hubbard, der Begründer der Scientology, angehörte), und eine Gruppe, die sich Fellowship of Ma Ion nannte, in der sich Gedankengut aus dem Katholizismus mit Crowleys Vorstellungen vermischte.
Aleister Crowley starb im Dezember 1947 in geistiger Umnachtung. Die Hure von Babylon zu finden war ihm zwar nicht gelungen, aber er hinterließ eine ungeheure Menge magischer Schriften, unter anderem Werke zum Tarot, zur Kabbala und zum I Ging sowie zu Yoga, den henochischen Rufen des Dr. Dee und zur symbolischen Bedeutung des Rituals. Noch heute ist sein Einfluss spürbar, und seine Werke werden nach wie vor unter der Schirmherrschaft von Leuten wie Israel Regardie, Francis King und John Symonds neu aufgelegt.
Crux Ansata
Lateinischer Name des Ankhkreuzes (Ankh).